Mittwoch, 18. Februar 2026

Schlutzkrapfen: Tradition, die schmeckt

Schlutzkrapfen: Tradition, die schmeckt
Schlutzkrapfen gehören zur Südtiroler Küche wie Spinatknödel und Schüttelbrot. Was steckt dahinter – und vor allem wie lassen sie sich nachkochen.
Wer schon einmal in den gemütlichen Stuben Südtirols Platz genommen hat, kommt an ihnen nicht vorbei: den Schlutzkrapfen. In der lokalen Mundart liebevoll „Schlutzer“ genannt, sind diese gefüllten Teigtaschen weit mehr als nur eine Mahlzeit – sie sind ein Symbol der alpinen Genusskultur.

Ein Stück Alpengeschichte auf dem Teller


Ursprünglich galten sie als „Arme-Leute-Essen“. Die Bergbauern nutzten das, was der Hof hergab: Roggenmehl vom Feld, Spinat aus dem Garten und frischen Topfen (Quark) von den eigenen Kühen. Der Name leitet sich vom Tiroler Wort „schlutzen“ ab, was so viel wie „gleiten“ oder „rutschen“ bedeutet – ein Hinweis darauf, wie geschmeidig die Teigtaschen in den Mund wandern.

Genießen als Lebensart


Schlutzkrapfen verkörpern genau das, was wir am bewussten Genießen schätzen:
- Regionalität: Ehrliche Zutaten ohne Schnickschnack.
- Handarbeit: Das Formen der Teigtaschen hat fast schon etwas Meditatives.
- Geselligkeit: Am besten schmecken sie in guter Gesellschaft mit einem Glas Vernatsch.
Südtiroler Schlutzkrapfen sind eines dieser Gerichte, die sofort das Gefühl von alpiner Gemütlichkeit wecken. Sie wirken auf den ersten Blick wie Ravioli – aber ihr Charakter ist ganz eigen, tief verwurzelt in der bäuerlichen Küche Tirols.
Was Schlutzkrapfen ausmacht
- Teig: Ein dünner Nudelteig, oft mit einem Anteil Roggenmehl, was ihm eine leicht nussige Note gibt.
- Füllung: Klassisch besteht sie aus Spinat und Topfen (Quark), manchmal mit etwas Kartoffel, Muskat, Knoblauch und Schnittlauch.
- Form: Halbmondförmig, etwa handtellergroß und mit einer gezackten oder glatten Kante verschlossen.
- Zubereitung: Kurz in Salzwasser gekocht, bis sie an die Oberfläche steigen.
Mit einem Ausstecher geht's schneller
Schlutzkrapfen-Former
Schlutzkrapfen-Former gibt's in Südtirol in vielen Geschäften zu kaufen - in Deutschland am besten online kaufen
Am besten nach Ravioli Fomer im Internet suchen. Schlutzkrapfen sind ja so etwas Ähnliches wie Ravioli.
Genussmomente
Serviert werden Schlutzkrapfen traditionell mit brauner Butter, reichlich Parmesan oder Graukäse und etwas Schnittlauch.
Einfallsreiche Varianten
Normalerweise haben Schlutzkrapfen eine Spinatfüllung, aber die Köchinnen und Köche in Südtirol sind kreativ und haben sich einige Varianten einfallen lassen:
- Käse-Schlutzkrapfen mit würzigem Bergkäse
- Kräuter-Schlutzkrapfen mit Wildkräutern wie Brennnessel oder Bärlauch
- Rote-Beete-Teig für eine farbenfrohe, moderne Interpretation
Tipp
Wenn Sie eine größere Menge vorbereiten, können Sie die Schlutzkrapfen ungekocht wunderbar einfrieren. So haben Sie immer ein schnelles, hochwertiges Abendessen parat.
Das Rezept: Der Klassiker für zu Hause
Holen Sie sich das Urlaubsgefühl in die eigene Küche. Dieses Rezept reicht für ca. 4 Personen.

Schlutzkrapfen



Teig aus Roggen- und Weizenmehl, gefüllt mit Spinat, garniert mit zerlassener Butter und Parmesan


- Schlutzkrapfen-Former
- Nudelbrett
- Teigroller
- große Pfanne
- Kochtopf
Für den Teig- 250 g Roggenmehl
- 250 g Weizenmehl
- 2 Eier
- 1 EL Öl (Raps- oder Sonnenblumenöl)
- etwas lauwarmes Wasser
- 800 g Spinat (am besten tiefgefroren)
- 4 EL gehackte Petersilie
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 40 g Butter
- 1 EL Mehl
- 1/4 l Milch
- 1 EL Parmesan
- Salz
- Pfeffer
- Muskat
- 80 g Butter
- 60 g Parmesan
Teig-

Aus Mehl, Eier, Salz, Eier, Öl und lauwarmen Wasser einen nicht zu festen Teig kneten


-

1 Stunde zugedeckt ruhenlassen


-

Falls frischer Spinat verwendet wird: Spinat gut waschen, in Salzwasser garkochen, abseihen und ausdrücken, damit er möglichst wenig Wasser enthält


-

Tiefgefrorener Spinat: auftauen


-

Petersilie klein schneiden und mit dem Spinat mischen


-

Zwiebel klein schneiden und in Butter kurz bräunen


-

mit Mehl bestäuben


-

Milch erhitzen und zugeben


-

alles gut verrühren und etwas einkochen lassen


-

Spinat hinzugeben und vermischen


-

mit Salz, Pfeffer, Muskat und Parmesan würzen


-

Die Füllung erkalten lassen


-

Den Teig auf dem Nudelbrett dünn ausrollen


-

Mit dem Schlutzkrapfen-Former, einem runden Ausstecher oder einem umgestülpten Glas Handteller große Rundstücke ausstechen


-

In den Schlutzkrapfen-Former legen


-

mit der Füllung füllen


-

zusammenklappen


-

Wer keinen Schlutzkrapfen-Former hat legt das Rundstück auf die bemehlte Hand und füllt den Teig auf diese Weise mit der Füllung


-

zusammenklappen und den Rand mit den Fingern andrücken, dass der Schlutzkrapfen geschlossen ist


-

Schlutzkrapfen im kochenden Salzwasser fünf Minuten sieden, bis sie aufschwimmen


-

In der Zwischenzeit in einer großen Pfanne die Butter schmelzen


-

die abgeseihten Schlutzkrapfen in die Pfanne legen und in der zerlassenen Butter wenden


-

mit Parmesan bestreuen


-

mit Petersilie dekorieren und servieren


Als Alternative für Spinat bieten sich beispielsweise Brennnesseln an. Sie werden blanchiert und ebenso wie der Spinat klein geschnitten. 


Blanchieren


- Spinat oder Brennnesseln portionsweise in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und für 30 Sekunden blanchieren
- Spinat oder Brennnesseln mit einer Schaumkelle herausnehmen und in Eiswasser abschrecken. Dadurch wird der Garvorgang gestoppt und die Blätter bleiben schön grün.
- Anschließend Blätter gut ausdrücken und in eine Schüssel geben.
HauptgerichtSüdtirol, AlpenländischSchlutzkrapfen, Spinat https://vorunruhestand.de/2026/02/schlutzkrapfen-tradition-die-schmeckt/

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