Samstag, 10. Oktober 2026

Rentenreform auf Frühjahr 2027 verschoben

Rentenreform auf Frühjahr 2027 verschoben
Aus dem „Herbst der Reformen“ wird ein „Frühjahr der Reformen“ – wieder einmal verschiebt Kanzler Merz die Rentenreform.

Schon wieder ein Versprechen gebrochen


Wer glaubt diesem Mann noch irgendetwas? Noch im August 2026 hieß es in Münster vollmundig: Das komplette Reformpaket kommt bis Weihnachten durch den Bundestag. Jetzt rudert Kanzler Merz zurück. Auf einer „Handelsblatt“-Veranstaltung räumte er ein: Weihnachten wird nichts. Jetzt soll es "im Frühjahr nächsten Jahres in trockenen Tüchern" sein. Grund für die Verzögerung ist die Rente.
Das Ende der Rente mit 63 – Klappe, die x-te
Für Merz ist es "vielleicht sogar die wichtigste innenpolitische Reform der Wahlperiode". Die schwarz-rote Koalition wollte mal die sogenannte Rente mit 63, sprich die vorzeitige Rente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren, abschaffen, wie es die Rentenkommission empfiehlt. Aber die SPD will sie nur ein bisschen abschaffen, nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Jetzt wird hinter den Kulissen ein Bürokratie-Monster geboren, um den Schein zu wahren, dass die „Rente mit 63“ doch nicht abgeschafft werde, aber eigentlich schon.
Die SPD bremst. Arbeitsministerin Bärbel Bas feilt laut Koalitionskreisen an einem Entwurf, der "auf der Zielgeraden" sei – mit Ausnahmeregelungen für besonders harte körperliche Arbeit. Wer genau darunter fällt, ist völlig offen. Einfach war gestern.
Klar ist der neue Fahrplan: Bis Weihnachten durchs Kabinett, Anfang 2027 durch Bundestag und Bundesrat.

Was das für Vorruheständler bedeutet


- Das Fenster schließt sich. Wer seine 45 Jahre voll hat und gesund ist, soll künftig nicht mehr ohne Abschläge vorzeitig in Rente gehen können. Wer Abschläge in Kauf nimmt, zahlt dauerhaft.
- Die Ausnahme wird die Regel nicht retten. Die angekündigten Härtefallregeln werden erfahrungsgemäß eng ausgelegt. Büro, Handel, Pflege mit Wechselschicht – ob das als "besonders hart" zählt, ist fraglich.
- Es wird teurer. Merz koppelt die Reform explizit an die "individuelle Kapitalbildung" – also mehr private Vorsorge als Ersatz für die gekürzte gesetzliche Rente.
Tipp: Warten Sie nicht auf das Frühjahr. Wenn Sie Jahrgang 1963/1964 sind und Ihre 45 Jahre in 2026 oder 2027 erreichen, lassen Sie JETZT prüfen, ob Sie noch nach altem Recht abschlagsfrei gehen können. Jeder Monat zählt. Wer seinen Antrag taktisch schieben wollte, spielt jetzt mit dem Feuer.
 
Bild: dpa picture alliance https://vorunruhestand.de/2026/10/rentenreform-auf-fruehjahr-2027-verschoben/

KI-Kuscheln im Alter: süß oder gruselig?

KI-Kuscheln im Alter: süß oder gruselig?
Plüschtiere mit KI ziehen in Seniorenheime ein. Der Moflin spendet Wärme und weckt Emotionen. Doch kann ein Kuschel-Roboter echte menschliche Nähe ersetzen? Ist das echte Zuwendung?

KI fürs Kuscheln: Trost oder Ersatz?


Ein knopfäugiges Fellknäuel mit Batterie im Bauch: Casio bringt mit dem „Moflin“ einen KI-gestützten Plüschgefährten nach Deutschland (Markteinführung ab Oktober 2026 zu 399 Euro). Er gibt Atemgeräusche von sich, strahlt sanfte Wärme aus und reagiert individuell auf Streicheleinheiten – mal schüchtern, mal lebhaft, mal anhänglich. Was auf den ersten Blick wie ein niedliches Spielzeug wirkt, ist in der Altenpflege bereits ein ernsthaftes Experiment.
Was bringt der Moflin im Seniorenalltag?
Im Hamburger Hospital zum Heiligen Geist und in weiteren Pflegeheimen wird der Roboter-Plüschhund getestet. Die Zwischenbilanz von Wissenschaftlern des Instituts Leistung Arbeit Gesundheit (ILAG): Über die Hälfte der beteiligten Bewohner zeigte ernsthaftes Interesse.
Die positiven Effekte sind überraschend deutlich:
- Aktivierung & Dialog: Bewohner öffnen sich, zeigen das Tier anderen und kommen miteinander ins Gespräch.
- Weniger Fokus auf Beschwerden: Bei vielen sorgte der Moflin für Freude, positive Emotionen und ließ Krankheitssorgen kurzzeitig in den Hintergrund treten.
- Gegen die Einsamkeit: Wo personelle Engpässe herrschen, bietet der KI-Gefährte zumindest ein Gefühl von Ansprechbarkeit und Wärme.

Moflin statt gar keine Zuwendung?


Dennoch lohnt ein nüchterner Blick. Wenn die Alternative nicht menschliche Zuwendung, sondern gar keine Zuwendung ist, kann ein KI-Begleiter eine positive Rolle spielen. Gerade bei Einsamkeit, die im Alter zu den größten Belastungen zählt, könnte ein wenig künstliche Nähe besser sein als völlige Isolation. Je stärker der kognitive oder körperliche Verfall, desto größer sei das Bedürfnis nach etwas, das man einfach in den Arm nehmen kann.

Nicht jeder mag den Moflin


Natürlich stoßen die Plüsch-Assistenten keineswegs auf lückenlose Begeisterung. Zudem machen Experten deutlich: Ein Moflin ist ein nettes Gadget, aber kein echter Pflege- oder Sozialroboter, der an Medikamente erinnert, aktiv Gespräche führt oder gar ein Haustier, geschweige denn menschliche Pflegekräfte ersetzt.
Fazit
KI-Kuscheltiere können eine wertvolle Ergänzung sein, um Einsamkeit zu lindern und Türen zu Emotionen zu öffnen – vorausgesetzt, sie werden als Brücke zur Kommunikation genutzt und nicht dazu missbraucht, ältere Menschen einfach „abzuspeisen“.
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Bild: Casio https://vorunruhestand.de/2026/10/ki-kuscheln-im-alter-suess-oder-gruselig/

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Abgaben-Hammer 2027: Gutverdiener zahlen kräftig drauf

Abgaben-Hammer 2027: Gutverdiener zahlen kräftig drauf
Die Regierung dreht an der Beitragsschraube: Gutverdiener zahlen 2027 bis zu 1.500 Euro mehr pro Jahr. Wer im Vorruhestand ist und noch arbeitet, wird erneut zur Kasse gebeten.
Die Bundesregierung hat beschlossen, die Beitragsbemessungsgrenzen für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zum Jahr 2027 deutlich anzuheben. Für die meisten Beschäftigten ändert sich nichts. Wer jedoch oberhalb der bisherigen Grenzen verdient, muss künftig spürbar höhere Sozialabgaben schultern.

Beitragsbemessungsgrenzen steigt


Die Regierung dreht an der Beitragsschraube: Gutverdiener zahlen 2027 bis zu 1.500 Euro mehr pro Jahr. Wer im Vorruhestand ist und noch arbeitet, wird erneut zur Kasse gebeten.
Die Bundesregierung hat beschlossen, die Beitragsbemessungsgrenzen für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zum Jahr 2027 deutlich anzuheben. Für die meisten Beschäftigten ändert sich nichts. Wer jedoch oberhalb der bisherigen Grenzen verdient, muss künftig spürbar höhere Sozialabgaben schultern.
124 Euro mehr pro Monat
Besonders brisant: Es handelt sich nicht um höhere Leistungen, sondern um höhere Beiträge. Nach aktuellen Berechnungen steigt die Belastung für gutverdienende Arbeitnehmer um rund 102 Euro monatlich beziehungsweise mehr als 1.220 Euro im Jahr. Kinderlose könnten sogar auf bis zu 124 Euro zusätzliche Abgaben pro Monat kommen.
Beispielrechnung
Ein Arbeitnehmer verdient 9.500 Euro brutto im Monat und liegt damit oberhalb aller relevanten Beitragsbemessungsgrenzen.
Bisherige Belastung (2026):
- Sozialbeiträge nur bis zu den bisherigen Höchstgrenzen
Neue Belastung (2027):
- Höhere Beitragsbemessungsgrenzen in Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
- Zusätzliche Belastung: rund 102 Euro pro Monat
- Im Jahr: rund 1.224 Euro mehr
Für Kinderlose:
- Durch den geplanten höheren Pflegeversicherungszuschlag steigt die Mehrbelastung auf bis zu 124 Euro monatlich
- Im Jahr: knapp 1.500 Euro zusätzlich

Der eigentliche Konflikt


Die Politik spricht von einer technischen Anpassung an die Lohnentwicklung. Für viele Betroffene fühlt es sich jedoch wie eine verdeckte Steuererhöhung an. Denn, obwohl Deutschland bereits zu den Ländern mit den höchsten Abgaben auf Arbeitseinkommen zählt, werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber nun erneut stärker belastet.
Für die Generation 60plus stellt sich dabei eine unbequeme Frage: Lohnt sich Mehrarbeit, ein späterer Renteneintritt oder der Verzicht auf den Vorruhestand noch, wenn von jedem zusätzlichen Euro immer weniger übrig bleibt?
Die Antwort darauf dürfte viele Babyboomer wenig erfreuen. Denn 2027 wird Arbeit für Gutverdiener erneut teurer. Und ein Ende der Abgaben-Dynamik ist derzeit nicht in Sicht.
Bild: KI-generiert mit Nightcafé https://vorunruhestand.de/2026/10/abgaben-hammer-2027-gutverdiener-zahlen-kraeftig-drauf/

Donnerstag, 24. September 2026

„Rente mit 63“ mit höheren Hürden?

„Rente mit 63“ mit höheren Hürden?
Die Politik ringt um die „Rente mit 63“. Im Gespräch sind längere Beitragszeiten, Einschränkungen bei Härtefällen sowie Kürzungspläne bei Erziehungszeiten.
Aus für die „Rente mit 63“? Nach BILD-Informationen ringen CDU/CSU und SPD nicht mehr über das Ob, sondern über das Wie. Der Kern der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren soll bleiben. Aber die Hürden werden deutlich höher. Jetzt zeichnet sich hinter den Kulissen ein Kompromiss ab – allerdings einer, der für viele Arbeitnehmer spürbare Einschnitte bedeuten könnte.

Diese drei Modelle liegen auf dem Tisch:


1. Die 46- oder 47-Jahre-Regel
Statt 45 sollen künftig 46 oder sogar 47 Beitragsjahre nötig sein, um ohne Abschläge früher zu gehen. Die Frührente wäre damit faktisch entwertet.
2. Rente mit 63 nur noch für Härtefälle
CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bringt es auf den Punkt: „Härtefälle ja, Regelfälle nein.“ Heißt: Dachdecker ja, Büroangestellter nein. Das „Ob“ zählt dann weniger als das „Wie“. Für Millionen besonders langjährig Versicherte wäre das das Aus der „Rente mit 63“.
3. Angriff auf die Erziehungszeiten
Bisher werden Zeiten ab der Geburt des ersten Kindes bis zum 10. Geburtstag des letzten Kindes als Erziehungszeit angerechnet – entscheidend, um auf die 45 Jahre zu kommen. Genau diese Zeiten stehen jetzt ebenfalls zur Kürzung im Raum. Vor allem Frauen, die wegen der Kinder Teilzeit gearbeitet haben, würden so aus der Rente mit 63 herausfallen.

47 statt 45 Jahre arbeiten?


Im Zentrum der Debatte steht die Anhebung der erforderlichen Beitragsjahre. Wer bislang nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen konnte, muss sich womöglich umstellen: Diskutiert wird eine Erhöhung auf 46 oder sogar 47 Beitragsjahre. Das würde bedeuten, dass Beschäftigte bis zu zwei Jahre länger arbeiten müssten, um den vollen Rentenanspruch zu behalten.
Beispielrechnung:
- Wer mit 18 angefangen hat zu arbeiten, könnte bei 46 Beitragsjahren mit 64 abschlagsfrei in Rente gehen. Nach der bisherigen Regelung kann er aber erst ab 65 in Rente gehen.
- Wer mit 18 angefangen hat zu arbeiten, könnte bei 47 Beitragsjahren mit 65 in Rente gehen. 45 Beitragsjahre reichen nicht mehr.
Für die Jahrgänge ab 1964 ändert sich bei der Altershürde nichts; sie müssten jedoch mehr Beitragsjahre als bisher vorweisen.
Erst mit 64 in Rente
Alle, die über die „Rente mit 63“ reden, sollten wissen, dass es die „Rente mit 63“ nicht mehr gibt: Wer heute 45 Anrechnungsjahre vorweisen kann, muss bis 64 – Jahrgang 1964 sogar bis 65 – warten, um abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Privileg nur noch für Härtefälle?


Eine weitere Option ist die Einschränkung der Regelung auf bestimmte Berufsgruppen. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren könnte künftig nur noch jenen vorbehalten sein, die nachweislich körperlich schwer arbeiten – etwa Handwerkern oder Pflegekräften. Büroangestellte würden leer ausgehen.
Während die SPD die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren als ein Grundprinzip der Leistungsgerechtigkeit verteidigt, dringt die Union auf eine strikte Neuregelung. Der Tenor aus den Verhandlungen: Ausnahme statt Regel.

Fokus auf Erziehungszeiten


Rückendeckung bekommen die Reformbefürworter von der Rentenkommission. Deren Chefin Constanze Janda betonte jüngst die Milliardenkosten der aktuellen Regelung und bezeichnete die Reform der Frührente als zentralen Baustein für die Finanzierbarkeit der Rentenkasse.
Als wäre das nicht genug, steht noch ein weiteres Thema im Raum: Auch bei den Kindererziehungszeiten wird über Kürzungen nachgedacht. Bislang werden diese bis zum zehnten Geburtstag des jüngsten Kindes angerechnet – auch hier könnte der Rotstift angesetzt werden.
Fazit für angehende Ruheständler:
Der Kompromiss ist kein Erhalt, sondern ein Umbau mit Verfallsdatum. Wer heute 58, 59, 60 ist und fest mit der abschlagsfreien Rente plant, muss jetzt zwei Dinge prüfen:
1. Kontenklärung JETZT:
Wie viele Beitragsjahre haben Sie wirklich? Zählen Erziehungs- und Pflegezeiten, Arbeitslosigkeit, Ausbildung korrekt? Jeder fehlende Monat kann künftig ein Jahr mehr Arbeit bedeuten.
2. Plan B rechnen:
Was kostet Sie ein Jahr mehr mit 46 Beitragsjahren? Und was, wenn Sie als „Regelfall“ gar nicht mehr dazugehören? Ein Abschlag von 0,3% pro Monat bleibt immer noch günstiger als zwei Jahre unfreiwillig dranzuhängen.
Die Botschaft aus Berlin ist klar: Die abschlagsfreie Frührente für alle nach 45 Jahren hat politisch keine Mehrheit mehr. Ob 46 Jahre, 47 Jahre oder nur noch für Härtefälle – es läuft auf dasselbe hinaus: Sie sollen länger arbeiten.
Wer noch in den nächsten zwei bis drei Jahren gehen kann, sollte seinen Antrag nicht auf die lange Bank schieben.
Seit wann gilt das Gesetz?
Seit dem 1. Juli 2014 können besonders langjährig Versicherte schon ab 63 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. Allerdings gilt das nur für eben diese Gruppe, wenn sie vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden. Für später Geborene erhöht sich diese Marke stufenweise auf 65 Jahre. Wer 1953 geboren ist, kann erst mit 63 plus zwei Monate gehen, der 1954 Geborene erst mit 63 plus vier Monate … Jahrgang 1964 kann sogar erst mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. https://vorunruhestand.de/2026/09/rente-mit-63-mit-hoeheren-huerden/

Dienstag, 22. September 2026

Rentenpaket: Steht die Reform vor dem Aus?

Rentenpaket: Steht die Reform vor dem Aus?
Die Rentenreform wackelt: Die SPD will das geplante Paket offenbar wieder aufschnüren. Beim Krisengipfel im Kanzleramt droht ein neuer Streit in der Koalition.

War’s das mit dem Rentenpaket?


Eigentlich schien der Fahrplan für die Rente abgesteckt, doch in der Koalition brennt wieder die Hütte. Wie aktuelle Medienberichte offenbaren, dringt die SPD darauf, das bereits geschnürte Rentenpaket noch einmal komplett aufzuschnüren. Beim Krisengipfel im Kanzleramt verhandeln die Spitzen von Union und SPD über die Zukunft der Altersvorsorge.

Warum die SPD die Reißleine zieht


Nach den jüngsten Dämpfern bei den Landtagswahlen wächst der Druck innerhalb der Sozialdemokratie spürbar. Ein Papier aus dem SPD-Parteivorstand macht klar: Ein bloßes „Weiter so“ könne es nicht geben. Die Partei hinterfragt den bisherigen Kurs und will Anpassungen durchsetzen, um sozialpolitische Akzente deutlicher herauszustreichen.
Was das für angehende Rentner bedeutet
Für alle, die kurz vor dem Ruhestand stehen oder ihre Altersvorsorge planen, bedeutet das neue Unsicherheit:
- Verzögerungen bei der Planung: Sollte das Paket neu verhandelt werden, verschieben sich Verlässlichkeit und Detailregelungen erneut nach hinten.
- Ungewisse Kompromisse: Welche Stellschrauben – von Haltelinien bis hin zu Anreizen für längeres Arbeiten – neu justiert werden, ist völlig offen.
- Pflege und Gesundheit im Paket: Da auch Reformen im Gesundheits- und Pflegesektor auf dem Prüfstand stehen, geht es nicht nur um die Auszahlungshöhe der Rente, sondern um das gesamte soziale Sicherheitsnetz im Alter.
Deutschland scheint reformunfähig
Das Tauziehen im Kanzleramt zeigt einmal mehr: Auf politische Versprechungen bei der Rente ist kurzfristig wenig Verlass. Wer vor dem Ruhestand steht, tut gut daran, sich nicht allein auf die gesetzliche Regulierung zu stützen, sondern die eigene private Finanz- und Ruhestandsplanung flexibel zu halten. Es bleibt abzuwarten, ob die Koalition einen belastbaren Kompromiss findet – oder ob das Rentenpaket vorerst auf Eis gelegt wird.
Probleme werden verschoben
Das eigentliche Problem bleibt ungelöst: Deutschlands Rentensystem braucht eine tragfähige Reform, nicht den nächsten Kompromiss auf Zeit. Ob der Gipfel im Kanzleramt den Knoten löst oder das Rentenpaket endgültig in die Sackgasse fährt, dürfte sich schon bald zeigen. Bis dahin gilt: Bei der Rente ist wieder alles offen.
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Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up https://vorunruhestand.de/2026/09/rentenpaket-steht-die-reform-vor-dem-aus/

Bei Sparkassen gibt's nur Mager-Zinsen

Bei Sparkassen gibt's nur Mager-Zinsen
Bequemlichkeit hat ihren Preis: Während Sparkassen beim Tagesgeld oft nur Mini-Zinsen zahlen, locken anderswo deutlich attraktivere Renditen.
Wer sein Geld bei der Sparkasse parkt, schläft vielleicht ruhiger, verdient aber kaum noch etwas daran. Die aktuellen Tagesgeldzinsen im September 2026 zeigen dem Portal Tagesgeldvergleich ein ernüchterndes Bild: Nur eine einzige Sparkasse in Deutschland knackt überhaupt die Marke von 2,0 Prozent, die Sparkasse Harburg-Buxtehude mit 2,25 Prozent.

Zinsen zwischen 0,25 und 1,65 Prozent


Im Rest der Republik sieht es deutlich magerer aus. Die besten Angebote der Sparkassen liegen je nach Bundesland lediglich zwischen 0,25 und 1,65 Prozent. Noch drastischer wird es beim Blick auf die Durchschnittszinsen: Hier bewegen sich die Werte gerade einmal zwischen 0,13 und 0,66 Prozent.
Auswertung von Tagesgeldvergleich:
- Von 322 Sparkassen, die ihren Kunden ein Tagesgeldkonto anbieten, haben 20 immer noch 0,00 Prozent Zinsen pro Jahr und drei Institute bieten lediglich 0,001 Prozent Zinsen pro Jahr an.
- Beim Festgeld hingegen sind die Sparkassen mit Zinsen von bis zu 2,75 Prozent für ein Jahr bis hin zu 3,50 Prozent p.a. für zehn Jahre wettbewerbsfähig.
Besonders geizig sind die Sparkassen in Hessen, Bremen und im Saarland. Am großzügigsten sind die Sparkassen in Hamburg.
Schleichender Kaufkraftverlust
Für Sparer bedeutet das einen schleichenden Kaufkraftverlust. Denn selbst wenn die Inflation inzwischen niedriger ausfällt als in den Krisenjahren, bleibt von diesen Mini-Zinsen kaum etwas übrig. Sicherheit ist gut, keine Frage. Aber wer sein Geld langfristig auf unverzinsten oder kaum verzinsten Konten liegen lässt, verschenkt Rendite.

Treue lohnt sich nicht


Die Botschaft ist klar: Treue zur Hausbank zahlt sich längst nicht immer aus. Wer mehr aus seinem Ersparten machen will, sollte Tagesgeldangebote regelmäßig vergleichen. Denn zwischen den Sparkassen und den besten Angeboten am Markt liegen oft Welten. Sicherheit gibt es fast überall, vernünftige Zinsen leider nicht.
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Freitag, 18. September 2026

Deutschland macht Rente – die Finanzbranche Kasse?

Deutschland macht Rente – die Finanzbranche Kasse?
DVAG und Generali rühren mächtig die Werbetrommel für das Altersvorsorgedepot ab 2027. Doch Verbraucher sollten sich nicht voreilig ködern lassen.
Griffige Slogans, emotionale Bilder und das große Versprechen, die drohende Rentenlücke endlich zu schließen: Unter dem Titel „Deutschland macht Rente“ haben die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) und die Generali eine große Informations- und Marketingoffensive gestartet. Timing ist bekanntlich alles – denn mit der Reform der privaten Altersvorsorge und dem Aus der Riester-Rente ab 2027 steht der Markt vor einer historischen Neuordnung. Grund genug für die etablierten Finanzriesen, sich rechtzeitig die saftigsten Stücke des neuen Förderkuchens zu sichern.

Der Kampf um die Sparmillionen


Grundsätzlich ist die Botschaft richtig: Die Rentenlücke ist real; das zeigt nicht zuletzt Stiftung Warentest immer wieder eindringlich. Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, muss privat vorsorgen. Zusätzliche Vorsorge wird für viele Menschen unverzichtbar sein. Dass diese Erkenntnis endlich breiter diskutiert wird, ist zu begrüßen. Und das neue Altersvorsorgedepot bietet dafür grundsätzlich gute Chancen: Erstmals soll staatlich gefördertes Wertpapiersparen ohne starre Beitragsgarantien möglich sein, was renditestarken Aktienfonds und günstigen ETFs Tür und Tor öffnet.
Allerdings sollten Anleger genau hinschauen, wer ihnen diese Botschaft vermittelt. Denn hinter der Kampagne steht nicht nur Aufklärung, sondern auch ein handfestes Geschäftsinteresse. Hier liegt allerdings der Knackpunkt. Während Neo-Broker und Direktbanken bereits mit schlanken Strukturen und Minimalgebühren in den Startlöchern stehen, schickt die DVAG ihre Allfinanz-Berater ins Feld. Als „kostenlos“ wird die Beratung auf der neuen Kampagnenplattform angepriesen. Dass die Provisionen für den Vertrieb am Ende aber wie gewohnt in den laufenden Produktkosten versteckt sind und über Jahrzehnte die Rendite schmälern, bleibt im Kleingedruckten.
Erst vergleichen, dann unterschreiben
Schon beim Tagesgeld haben wir gesehen, wie hart um das Ersparte der Bürger gerungen wird. Beim Altersvorsorgedepot geht es nun um noch viel mehr: um langfristige Vermögenswerte für den Ruhestand.
Die Werbeoffensive suggeriert Handlungsbedarf, doch Panik ist der schlechteste Ratgeber. Die neuen Produkte kommen erst 2027 auf den Markt, und die volle staatliche Förderung für das erste Jahr sichert man sich auch dann noch, wenn man erst gegen Ende 2027 einsteigt. Dass nun auch beim Thema Altersvorsorge ein regelrechter Verdrängungswettbewerb beginnt, überrascht wenig. Die Versicherungen und ihre Konkurrenten wissen: Mit dem Altersvorsorgedepot entsteht ein Milliardenmarkt. Wer früh Kundenbeziehungen aufbaut, hat die beste Chance – und kann den Rahm abschöpfen.
Fazit:
Lassen Sie sich von hübschen Werbekampagnen nicht blenden. Wenn „Deutschland Rente macht“, sollten Altersvorsorger genau hinsehen, wer am Ende wirklich profitiert – der Sparer mit Rendite oder der Vertrieb mit dicken Abschlussprovisionen. Bevor die Verträge unterzeichnet werden, gilt: Erst die Kostenstruktur der neuen Produkte unabhängig prüfen und die Angebote der Discounter abwarten. Also, genau auf die Kosten schauen und sich nicht von Versprechungen blenden lassen!
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