Mittwoch, 25. März 2026

Vorsicht, Betrug!

Vorsicht, Betrug!
Betrüger nutzen Schockanrufe und falsche Identitäten, um Senioren unter Druck zu setzen. Wie lassen sich die Maschen erkennen – und wie sich davor schützen.

Vorsicht, Betrug! So erkennen Senioren den Enkeltrick rechtzeitig. Die Maschen, die gezielt ältere Menschen ansprechen, verändern sich seit Jahren, doch das Grundprinzip bleibt gleich: Die Täter nutzen Vertrauen und Hilfsbereitschaft schamlos aus. Der Enkeltrick bleibt eine der bekanntesten Varianten. Viele Fälle zeigen, wie geschickt Täter vorgehen und wie glaubwürdig sie auftreten. Die Sensibilisierung für solche Strategien hilft, Risiken besser einzuschätzen, ohne dabei unnötige Angst zu erzeugen. Gleichzeitig macht sie deutlich, welche Bedeutung Information und Aufmerksamkeit im Alltag älterer Menschen haben.


Wie funktioniert der Enkeltrick?


Der Enkeltrick beginnt meist mit einem Anruf, in dem sich eine unbekannte Person als nahes Familienmitglied ausgibt. Die Stimme klingt aufgeregt, spricht von einem Notfall oder einer dringenden Geldforderung. Täter nutzen Hintergrundgeräusche, schlechte Verbindungen oder Emotionen, um Zweifel zu umgehen. In vielen aktuellen Fällen geben sie sich nicht mehr nur als Enkel aus, sondern auch als vermeintliche Polizisten oder Mitarbeitende öffentlicher Stellen. Die Übergabe des so angeforderten Geldes erfolgt oft an der Haustür, angeblich aus Zeitdruck oder „zu Beweiszwecken“. Dass ältere Menschen häufiger betroffen sind, liegt dabei nicht immer an mangelnder Vorsicht, sondern daran, dass sie meist höflich reagieren, Hilfe ernst nehmen und familiären Bindungen viel Gewicht geben. Und leider genau darauf setzen Betrüger gezielt.

Warum sind Senioren besonders gefährdet?


Viele ältere Menschen leben allein, treffen wichtige Entscheidungen selbstständig und möchten niemanden belasten. Diese Haltung macht es für Täter einfacher, Drucksituationen aufzubauen. Hinzu kommt, dass Telefonbetrüger häufig Details aus dem Umfeld der Zielperson kennen – Angaben aus öffentlichen Quellen, Gesprächen im Hausflur oder zufälligen Begegnungen reichen oft schon aus, um ein glaubwürdiges Szenario zu konstruieren.
Vertrauen spielt eine zentrale Rolle: Wer an das Gute im Gegenüber glaubt, reagiert eher schnell und emotional. Darum ist Aufklärung ein entscheidender Schutzfaktor. Je besser Angehörige und Betreuungspersonen typische Merkmale solcher Anrufe kennen, desto leichter lassen sich verdächtige Situationen erkennen. Und je klarer besprochen wird, wie im Ernstfall gehandelt werden soll, desto weniger Chancen bleiben für Betrüger, die auf Überraschung und Druck angewiesen sind.

Schutz vor Betrug am Telefon und online


Telefonbetrüger arbeiten heute oft mit digitalen Hilfsmitteln, die ihre Anrufe glaubwürdiger wirken lassen. Spoofing-Techniken (das Verschleiern der eigenen Identität) zeigen auf dem Display angebliche Behördennummern, während im Hintergrund Skripte laufen, die massenhaft Anschlüsse anwählen. Deshalb lohnt sich ein wachsamer Blick auf jedes unerwartete Gespräch. Viele nutzen inzwischen Geräte mit integrierten Anrufblockern, die verdächtige Nummern automatisch aussortieren. Beim Surfen greifen ähnliche Prinzipien: Unverlangte Nachrichten, falsche Gewinnspiele und gefälschte Service-Hotlines zielen auf schnelle Reaktionen ab. Wer beim Öffnen von Links zurückhaltend bleibt und starke Passwörter nutzt, baut eine solide Schutzschicht auf. Manche der üblichen Sicherheitsprogramme erleichtern zusätzlich den Alltag, und ein VPN, das die eigene Verbindung verschlüsselt, kann im Hintergrund helfen, persönliche Daten stabiler zu halten.
Entscheidend bleibt, Ruhe zu bewahren, Quellen zu prüfen und ungewöhnliche Forderungen immer zu hinterfragen, bevor Schritte eingeleitet werden.

Was tun im Verdachtsfall?


 
Sobald der Verdacht entsteht, dass ein Anruf oder eine Nachricht nicht stimmt, ist es sinnvoll, die Situation zu stoppen, bevor weitere Informationen herausgegeben werden. In vielen Fällen genügt es, das Gespräch zu beenden, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Danach lässt sich in Ruhe prüfen, ob tatsächlich eine Notlage besteht. Angehörige und enge Kontaktpersonen können schnell Klarheit schaffen. Ein kurzer Rückruf reicht oft schon aus.
Sollte jemand bereits Daten preisgegeben oder Geld übergeben haben, ist die Polizei die erste Anlaufstelle. Auch die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit neutraler Beratung und strukturierten Handlungsschritten. Hilfreich ist zudem, Erlebnisse zeitnah zu dokumentieren, um Details nicht zu verlieren.
Gemeinsam gegen Betrug
Offene Gespräche über ungewöhnliche Anrufe oder digitale Fallen stärken die Aufmerksamkeit im gesamten Umfeld älterer Menschen. Wer Erlebnisse teilt, baut Routinen auf, die im entscheidenden Moment Orientierung geben. Und jedes Mal, wenn eine Masche erkannt wird, wächst das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit — ein stiller, aber wirksamer Schutz, der Betrügern wenig Raum lässt.
 
Bild: Shutterstock | Pusteflower9024 https://vorunruhestand.de/2026/03/vorsicht-betrug/

So viel verdient der Staat an jedem Liter Sprit

So viel verdient der Staat an jedem Liter Sprit
Tanken ist teuer: Mehr als die Hälfte des Preises an der Zapfsäule sind Steuern – und landen nicht bei Ölkonzernen. Wie setzt sich das zusammen?
Wer heute den 🚗 Wagen ⛽️ vollgetankt hat, fragt sich beim Blick auf die Quittung vielleicht: Wo fließt das ganze 💶 Geld eigentlich hin? Die Antwort ist ernüchternd: Ein gewaltiger Teil landet nicht bei den Ölmultis, sondern direkt beim 🦅 Fiskus. Genau das verteuert zurzeit den Preis für einen Liter Super und Diesel erst recht.
Hier eine Aufschlüsselung der Steuern und Abgaben:

Steuern und Abgaben


💶 1. Energiesteuer: Der größte Brocken
Die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer) ist ein fixer Betrag pro Liter – unabhängig vom Rohölpreis.
- Sie macht einen erheblichen Anteil des Endpreises aus.
- Sie wird direkt beim Verkauf erhoben und fließt vollständig an den Staat.
Autogas:         22,09 Cent/Liter
Diesel:            47,04 Cent/Liter
Benzin:           65,45 Cent/Liter
🌍 2. CO₂-Preis: Klimaschutz mit Aufschlag
Seit der Einführung des nationalen Emissionshandels wird für Benzin und Diesel ein CO₂-Preis fällig.
- Er steigt schrittweise und verteuert jeden Liter zusätzlich.
- Auch dieser Betrag geht direkt an den Staat.
2025: 15,7 Cent/Liter Benzin
2026: 15,7 bis 18,6 Cent/Liter Benzin
2027: 15,5 bis 18,6 Cent/Liter Benzin
🧾 3. Mehrwertsteuer: 19 Prozent auf alles – auch auf Steuern
Besonders perfide wirkt die Mehrwertsteuer, denn sie wird auf den gesamten Preis inklusive Energiesteuer und CO₂-Abgabe erhoben.
- Steigt der Rohölpreis, steigt automatisch auch die Mehrwertsteuer.
- Dadurch profitiert der Staat sogar von Krisen und Preissprüngen.
🛢️ 4. Rohölpreis und Krisen: Wenn der Staat automatisch mehr kassiert
Kriege und geopolitische Spannungen – aktuell etwa im Iran – treiben die Ölpreise nach oben.
- Höhere Preise bedeuten automatisch mehr Mehrwertsteuer-Einnahmen.
- Selbst wenn die Energiesteuer fix bleibt, steigt der staatliche Anteil.
📊 5. Der Staat als größter Gewinner
Laut aktuellen Analysen landet mehr als die Hälfte des Literpreises bei der öffentlichen Hand.
- Bei Preisen über 2 Euro pro Liter kassiert der Staat besonders kräftig mit.
- Das erklärt, warum Sprit in Deutschland teurer ist als in vielen Nachbarländern – dort sind die Steuern niedriger.
benzinpreis staat
Insgesamt 61,1 Prozent entfielen beim Verbraucherpreis von Superbenzin (E10) im Jahr 2025 auf Steuern und Abgaben. Dies würde bei einem Verbraucherpreis von 1,74 Euro pro Liter (Durchschnittspreis des Jahres 2024) etwa 1,06 Euro entsprechen. Im März 2026 liegt der Preis für E10 mittlerweile bei zwei Euro - und teils darüber.
🚗 6. Warum Diesel inzwischen teurer sein kann
Traditionell war Diesel günstiger, doch das hat sich gedreht.
- Geopolitische Krisen und strukturelle Veränderungen führen zu höheren Dieselpreisen.
- Auch hier profitiert der Staat von der Mehrwertsteuer automatisch.
Zusammensetzung Preis von E10
Zusammensetzung Preis von E10  Quelle: ADAC
Historischer Vergleich: So stark ist die Steuerlast gestiegen
Ein Blick zurück zeigt, wie massiv die Belastung gewachsen ist:
Jahr
Literpreis Benzin
Steueranteil
Bemerkung
1970
ca. 0,55 DM
~30 %
Ölkrise noch nicht eingepreist
1990
ca. 1,30 DM
~45 %
Beginn Ökosteuer-Debatte
2000
ca. 1,80 DM
~60 %
Ökosteuer voll wirksam
2024
1,70–2,10 €
61 %
CO₂-Preis + MwSt auf alles
Erkenntnis: Die Steuerlast ist langfristig gestiegen – und sie bleibt hoch, selbst wenn der Rohölpreis fällt.
Die frühere Mineralölsteuer wurde 1951 eingeführt – damals als reine Einnahmequelle für den Staatshaushalt.
- In den 1970ern stieg sie wegen der Ölkrisen.
- In den 1990ern kam die Ökosteuer dazu, offiziell zur Rentenfinanzierung.

Ökosteuer als Stütze für die Rentenkasse?


Die Ökosteuer ist weit mehr als eine reine Umweltabgabe – sie ist heute eine der wichtigsten Säulen zur Stabilisierung unserer Rentenbeiträge. Auch im Jahr 2026 gilt: Ohne die Einnahmen aus Benzin-, Diesel- und Stromsteuer müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutlich höhere Rentenbeiträge zahlen.
1. Das Prinzip: Geld als Rentenfinanzierung?
Die Idee hinter der Ökosteuer (eingeführt 1999) war ein Tauschgeschäft: Der Staat macht umweltschädlichen Energieverbrauch teurer und nutzt das Geld im Gegenzug, um die Lohnnebenkosten zu senken.
- Der Mechanismus: Die Einnahmen aus der Ökosteuer fließen fast vollständig als Bundeszuschuss in die gesetzliche Rentenversicherung.
- Das Ziel: Die Rentenbeiträge sollen trotz des demografischen Wandels stabil gehalten werden, damit die Arbeit in Deutschland bezahlbar bleibt.
2. Aktueller Stand 2026: Die Zahlen
Die Ökosteuer bleibt als Finanzierungsquelle unverzichtbar:
- Finanzvolumen: Rund 90 % der Einnahmen aus der Ökosteuer (Energiesteuer und Stromsteuer) werden zur Senkung der Rentenbeiträge verwendet.
- Entlastungseffekt: Experten schätzen, dass der Rentenbeitragssatz ohne diesen Zuschuss heute nicht bei 18,6 %, sondern bei über 20 % liegen würde. Jede Tankfüllung und jede verbrauchte Kilowattstunde Strom stützen also direkt das Rentensystem.
3. Kritik und Konflikte
Obwohl das System stabilisierend wirkt, gibt es 2026 zwei große Diskussionspunkte:
- Zweckentfremdung? Kritiker bemängeln, dass die Steuer ihre Lenkungswirkung verliert. Wenn das Ziel der Ökosteuer ist, dass die Menschen weniger Energie verbrauchen, würden bei Erfolg die Einnahmen für die Rente sinken – ein finanzielles Paradoxon.
- Die CO-Abgabe: Während die klassische Ökosteuer in die Rente fließt, landen die Einnahmen aus dem neuen CO-Preis (2026 bei ca. 55–65 €/Tonne) im sogenannten Klima- und Transformationsfonds (KTF). Dieses Geld wird für Klimaschutzprojekte und Förderungen genutzt, nicht für die Rente.
Zusammengefasst: Wenn Sie heute mehr als zwei Euro für einen Liter Diesel bezahlen, sorgen Sie mit einem Teil dieses Geldes dafür, dass die Rentenbeiträge der arbeitenden Generation nicht explodieren. Sie finanzieren also indirekt die Stabilität Ihres eigenen Ruhestandsgehalts mit.
Sprit-Steuern – Bedeutung für die Rentenkasse
Um die Bedeutung der Ökosteuer für die Rentenkasse zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass das Rentensystem ohne diesen „Zuerwerb“ aus der Zapfsäule und dem Stromnetz heute vor dem Kollaps stünde oder die Beiträge für Arbeitnehmer noch höher wären.
Hier ist der Vergleich der Beitragssätze (Stand 2026), der zeigt, wie massiv die Ökosteuer das System stützt:
Vergleich: Rentenbeitragssatz mit vs. ohne Ökosteuer-Zuschuss
Jahr
Tatsächlicher Beitragssatz (mit Ökosteuer)
Geschätzter Beitragssatz (ohne Ökosteuer)
Differenz (Entlastung)
2000
19,3 %
20,1 %
0,8 %
2010
19,9 %
21,1 %
1,2 %
2020
18,6 %
19,8 %
1,2 %
2026
18,6 %
20,3 %
1,7 %
Warum die Schere 2026 weiter auseinandergeht
Die Differenz wächst, weil die demografische Last (immer mehr Rentner, immer weniger Beitragszahler) zunimmt. Der Staat nutzt die Einnahmen aus der Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer) und der Stromsteuer, um die sogenannten versicherungsfremden Leistungen zu decken.
Was sind versicherungsfremde Leistungen?
Das sind Rentenausgaben, für die vorher keine Beiträge eingezahlt wurden, wie zum Beispiel die Mütterrente, Anrechnungszeiten für Ausbildung oder die Grundrente. Ohne den Öko-Zuschuss müssten diese allein aus den Beiträgen der arbeitenden Generation finanziert werden.
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Das Dilemma der „grünen Rente“
Wir befinden uns 2026 in einer paradoxen Situation:
- Der Staat möchte, dass wir weniger Benzin und Strom verbrauchen.
- Verbrauchen wir aber weniger, sinken die Einnahmen aus der Ökosteuer.
- Sinken diese Einnahmen, klafft ein Loch in der Rentenkasse, das entweder durch höhere Beiträge oder andere Steuern gestopft werden muss.
Fazit: Die Ökosteuer ist heute der „Airbag“ für die Lohnnebenkosten.

Wir sollen unser Verhalten ändern


Die faktische Sperrung der Straße von Hormus ist wohl die schlimmste Unterbrechung in der Geschichte des Ölmarkts. Immerhin werden durch dieses Nadelöhr täglich rund 20 Millionen Barrel (Fässer) verschifft, das entspricht etwa 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Das wirkt sich massiv auf den Ölpreis aus. Um eine Vorstellung zu bekommen von dem Ausmaß: Ein Standard-Öl-Barrel (bbl) entspricht exakt 158,987 Litern – auf 20 Millionen Barrel hochrechnen, sind das annähernd 3,18 Milliarden oder 3.180.000.000 Liter. Das entspricht etwa 1.272 olympischen Schwimmbecken (bei einem Standardvolumen von 2,5 Millionen Litern pro Becken). Das entspricht in etwa dem weltweiten Erdölverbrauch von etwa 5 bis 6 Stunden (da die Welt aktuell rund 100 Millionen Barrel pro Tag verbraucht).
Die Internationale Energieagentur IEA mahnt angesichts des Kriegs im Nahen Osten eine Verhaltensänderung zur raschen Senkung des Verbrauchs an. US-Präsident Donald Trump hat sich verrechnet: Der wird wohl länger dauern, als er dachte. Schon jetzt ist absehbar, dass die Kriegsschäden, die der Iran in der Golfregion angerichtet hat, schwerwiegend sind. Die Beseitigung und Reparatur dieser Schäden können sich über Monate hinziehen.
Hier die Vorschläge:
Sofortmaßnahmen zur Senkung der Nachfrage:
1. Home office
2. Tempolimits auf Autobahnen um mindestens 10 km/h senken.
3. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
4. Zufahrtsbeschränkungen für Pkw in Großstädten an verschiedenen Tagen. Kennzeichenrotation kann Staus und kraftstoffintensive Fahrten reduzieren.
5. Fahrgemeinschaften fördern und effizientes (umweltschonendes) Fahren praktizieren.
6. Effizientes Fahren für Nutzfahrzeuge und Warenlieferungen
7. Flüssiggasnutzung im Transportsektor reduzieren. Die Umstellung von Fahrzeugen von LPG auf Benzin kann LPG fürs Kochen freisetzen.
8. Flugreisen vermeiden, wenn Alternativen bestehen
9. Auf Elektrokochen umsteigen
10. Flexibilität bei petrochemischen Rohstoffen nutzen und kurzfristige Effizienz- und Wartungsmaßnahmen umsetzen

Was kosten 100 Kilometer?


An vielen, vor allem größeren Tankstellen, sind gelbe Poster angebracht, auf denen steht, wie hoch die Kosten in Euro pro 100 Kilometer sind – bezogen auf verschiedene Antriebsvarianten und Fahrzeugsegmente. Hier der Stand vom Februar 2026, der auf den Kraftstoffpreisen des vierten Quartals 2025 basiert. Die Verbrauchsdaten stammen aus der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle je Segment. Gemessen wird nach dem WLTP-Verfahren (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), dem derzeit gültigen europäischen Teststandard für Kraftstoffverbrauch. Aktualisiert und herausgegeben wird der Aushang vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).


poster energiekostenvergleich pkw
Poster Energiekostenvergleich Pkw           Quelle: BMWE
 
Bild: Shutterstock | Bashar Creates https://vorunruhestand.de/2026/03/so-viel-verdient-der-staat-an-jedem-liter-sprit/

Freitag, 20. März 2026

Software für die Steuererklärung 2026

Software für die Steuererklärung 2026

Die Renten steigen – und mit ihnen die Zahl der Ruheständler, die vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden. Wer 2026 seine Steuererklärung für 2025 abgibt, sollte die neuen Freibeträge und Fristen kennen. Gute Steuersoftware hilft dabei, kein Geld zu verschenken. Wir zeigen, welche Programme aktuell sind und worauf Sie achten müssen.


Abgabefristen: Mehr Zeit als im Vorjahr


Nach den Corona-Sonderregelungen haben sich die Fristen nun wieder stabilisiert. Für die Steuererklärung 2025 gelten folgende Termine:


-

Pflichtveranlagung (Normalfall): Die Erklärung muss bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt sein.


-

Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: Wer professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, hat Zeit bis zum 30. April 2027.


Grundfreibetrag: Deutliche Entlastung 2025

Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, auf den keine Steuern gezahlt werden müssen. Er wurde für das Jahr 2025 spürbar angehoben:


-

Singles: 12.096 Euro


-

Verheiratete/Eingetragene Lebenspartner: 24.192 Euro


Wichtig: Erst wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen (nach Abzug aller Kosten) über diesen Werten liegt, fällt tatsächlich Einkommensteuer an. Dennoch kann das Finanzamt Sie zur Abgabe einer Erklärung auffordern, wenn der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte den Freibetrag übersteigt.


Rentenfreibetrag: Wichtige Änderung durch das Wachstumschancengesetz

Bisher sank der Rentenfreibetrag für jeden neuen Rentnerjahrgang um 1 Prozentpunkt. Durch das neue Wachstumschancengesetz wird die Besteuerung verlangsamt:


-

Ab 2023 steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente nur noch um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr.


-

Wer 2024 in Rente ging, hat einen Rentenfreibetrag von 17,0 %.


-

Wer 2025 neu in Rente geht, behält einen Rentenfreibetrag von 16,5 % (der steuerpflichtige Teil liegt somit bei 83,5 %).


Was zählt zum zu versteuernden Einkommen?

Die Summe Ihrer Einkünfte wird um Werbungskosten und Sonderausgaben gemindert. Dazu gehören:


-

Gesetzliche und private Renten sowie Pensionen.


-

Mieteinnahmen und Kapitalerträge (sofern über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €).


-

Einkünfte aus einem Nebenjob (außer Minijobs bis zur Geringfügigkeitsgrenze).


Abzugsfähige Kosten (Ihre Sparmöglichkeiten):
-

Sonderausgaben: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind fast voll absetzbar.


-

Werbungskosten: Für Rentner gibt es einen Pauschbetrag von 102 Euro. Wer höhere Ausgaben hat (z. B. Rentenberatung, Kontoführungsgebühren), sollte diese einzeln nachweisen.


-

Haushaltsnahe Dienstleistungen & Handwerker: 20 % der Arbeitskosten für Hilfe im Haushalt oder Reparaturen können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.


Steuersoftware: Die besten Helfer für den Mac und PC


Wer keinen Steuerberater bezahlen möchte (ca. 150 € bis 500 €), fährt mit Software deutlich günstiger (ca. 15 € bis 45 €). Die Kosten für die Software können Sie im Folgejahr ebenfalls von der Steuer absetzen.


Empfehlungen für 2026 (Steuerjahr 2025):
-

WISO Steuer 2026: Der Allrounder. Besonders komfortabel durch den „Steuer-Abruf“ (vorausgefüllte Steuererklärung), bei dem Daten vom Finanzamt automatisch importiert werden. (Verfügbar für Windows, Mac, iPad und Browser.)


-

Taxman 2026 für Rentner & Pensionäre: speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten, mit dicken Handbüchern und verständlichen Erklärungen.


-

SteuerSparErklärung für Rentner 2026: Punktet mit einem „Roten Faden“, der Schritt für Schritt durch die Formulare führt.


Speziell für den Mac:


Apple-Nutzer müssen nicht mehr verzichten. WISO Steuer, SteuerSparErklärung und browserbasierte Lösungen wie Taxfix oder SteuerGo funktionieren hervorragend auf macOS.


Gratis-Alternative: „Mein ELSTER“ und „EinfachELSTER“

Das offizielle Portal der Finanzverwaltung ist kostenlos.


-

Mein ELSTER: umfassend, aber für Laien oft bürokratisch formuliert.


-

EinfachELSTER: Ein spezieller Service für Rentner und Pensionäre. Es bietet eine sehr vereinfachte Benutzeroberfläche ohne komplizierte Formulare.


-

Voraussetzung: Sie haben nur Renten und ggf. Pensionen, keine Mieteinkünfte und keine gewerblichen Einkünfte.


Entwicklung der ELSTER-Übermittlungen
Jahr  
 Anzahl Übermittlungen
Erklärung
1999
24.865
Start der Pilotphase
2002
554.841
Erste nennenswerte Verbreitung
2005
4.202.010
Einführung der Pflicht für Unternehmer (UStVA)
2008
10.184.207
Erstmals über 10 Millionen
2012
17.706.576
Massive Steigerung durch private Software-Nutzer
2014
33.127.892
Durchbruch in der Breite der Bevölkerung
2018
40.863.321
ELSTER wird Standard für fast alle Gruppen
2021
43.887.625
Pandemie-Effekt & Ausbau digitaler Services
2023
63.187.316
Rekordjahr (inkl. Grundsteuerreform-Effekte)
2024
52.009.745
Stabilisierung auf hohem Niveau

Fazit: Dank gestiegener Freibeträge bleiben viele Rentner trotz Rentenerhöhung steuerfrei. Dennoch ist die Abgabe oft Pflicht. Mit einer Investition von rund 30 Euro in eine gute Software minimieren Sie den Zeitaufwand und maximieren Ihre Rückerstattung.


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Image by Wilfried Pohnke from Pixabay

https://vorunruhestand.de/2026/03/software-fuer-die-steuererklaerung-2026/

Donnerstag, 19. März 2026

Rentner ziehen vor Gericht: 240-Mrd.-Klage gegen Staat

Rentner ziehen vor Gericht: 240-Mrd.-Klage gegen Staat
Rentner ziehen vor das Verfassungsgericht: Sie fordern 240 Milliarden Euro zurück – wegen zweckentfremdeter Rentenbeiträge.
Ist die Rentenkasse der heimliche „Selbstbedienungsladen“ der Bundesregierung? Diese brisante Frage liegt seit dem 24. Februar 2026 beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Eine Rentner-Initiative hat genug von der Querfinanzierung versicherungsfremder Leistungen und geht dagegen an.

Der Vorwurf: Rentenbeiträge als „Lückenbüßer“


Ob Mütterrente, Ost-Angleichung oder Kriegsfolgelasten – allesamt ehrenwerte Aufgaben, aber laut Klägern reine Staatsaufgaben. Das Problem: Statt sie komplett aus Steuern zu zahlen, bedient sich Berlin seit Jahrzehnten bei den Beitragszahlern in der Rentenversicherung.


Die Zahlen hinter der Rebellion:


Die Lücke: Jährlich fehlen bis zu 125 Milliarden Euro durch versicherungsfremde Leistungen.
Die Rechnung: Die staatlichen Zuschüsse reichen hinten und vorne nicht aus.
Der Hammer: Die Kläger fordern stolze 240 Milliarden Euro zurück in den Rententopf!
„Beiträge sind kein Steuerersatz!“

Die Argumentation der Beschwerdeführer (darunter eine Rentnerpartei und erfahrene Juristen) ist messerscharf: Wer Pflichtbeiträge zahlt, hat ein Recht auf Eigentumsschutz. Rentengelder dürfen nicht zweckentfremdet werden, um Haushaltslöcher zu stopfen oder soziale Wohltaten zu finanzieren, die eigentlich die gesamte Gesellschaft tragen müsste.


Was passiert jetzt?

Karlsruhes Mühlen mahlen langsam, und die Hürden für eine Annahme der Beschwerde sind hoch. Doch die Signalwirkung ist enorm:


Druck auf Berlin: Die Bundesregierung muss erklären, warum Beitragszahler für gesamtgesellschaftliche Lasten bluten.
Systemcheck: Erstmals wird die „versteckte Belastung“ der Rentner juristisch seziert.
Mögliche Wende: Sollten die Richter den Klägern recht geben, müsste das Rentensystem radikal umgebaut werden – zugunsten der Versicherten.

Der Rechtsweg ist lang, aber der Vorwurf sitzt. Die Versicherten wehren sich gegen die Rolle als Melkkuh der Nation.


Die Rentenversicherung widerspricht – aber nicht vollständig
Die Deutsche Rentenversicherung betont, dass versicherungsfremde Leistungen grundsätzlich durch den Bund ausgeglichen werden sollen. Gleichzeitig gab es in der Vergangenheit immer wieder Streit über gekürzte oder unzureichende Zuschüsse. Genau hier setzen die Kläger an: Sie sehen eine versteckte Mehrbelastung der Beitragszahler.
Wer steckt dahinter und wie können Rentner unterstützen?

Hinter der Klage stehen vor allem Akteure aus dem Umfeld der Senioren-Interessenvertretung:


Die Initiatoren: Der Bundesverband der Rentnerpartei sowie der Landesverband Baden-Württemberg sind federführend. Unterstützt werden sie von spezialisierten Rechtsanwälten (u.a. aus Stuttgart), die die Argumentation des „Eigentumsschutzes“ an Rentenbeiträgen vorantreiben.
Unterstützung durch Vereine: Organisationen wie die ADG (Aktion Demokratische Gemeinschaft e.V.) beobachten solche Verfahren sehr genau und unterstützen oft durch Öffentlichkeitsarbeit oder ähnliche Musterklagen.
Finanzielle Beteiligung: Offizielle Spendenaufrufe laufen meist direkt über die Webseiten der beteiligten Verbände (z.B. Rentnerpartei oder deren Landesverbände). Dort werden oft „Rechtsschutzfonds“ für solche Mammut-Verfahren eingerichtet.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up
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Klinik-Zuzahlung: 15 Euro pro Tag gefordert

Klinik-Zuzahlung: 15 Euro pro Tag gefordert
Krankenhausaufenthalte könnten bald teurer werden: Die Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro pro Tag. Was das für Patienten bedeuten würde.
Der Gürtel in den deutschen Kliniken muss enger geschnallt werden – und wenn es nach der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) geht, sollen die Patienten einen Teil der Last tragen. DKG-Vorstandschef Gerald Gaß hat in der „Rheinischen Post“ eine deutliche Anhebung der Eigenbeteiligung ins Gespräch gebracht.

Von 10 auf 15 Euro: Ein satter Aufschlag


Bisher zahlen gesetzlich versicherte Patienten für maximal 28 Tage im Jahr einen Eigenanteil von 10 Euro pro Kalendertag. Geht es nach Gaß, soll dieser Betrag auf 15 Euro steigen. Das entspricht einer Steigerung von 50 Prozent.
Warum kommt dieser Vorstoß jetzt?
Hintergrund sind die massiven Finanzierungslücken in der deutschen Krankenhauslandschaft. Die Kliniken kämpfen mit steigenden Kosten für Personal und Energie, während die Inflation die Budgets zusätzlich belastet. Die Erhöhung der Zuzahlung wird als ein Baustein gesehen, um das System zu stabilisieren.
Seit wann gibt es die Zuzahlung? Sie war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden. Das heißt, die Zuzahlung besteht in der Höhe seit 22 Jahren, wie DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“ sagte. Seitdem ist der Euro aber wegen der Inflation deutlich weniger wert. „Die Lage ist ernst; aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen; ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht: 16 Prozent sind stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet“, so Gaß.

Was bedeutet das für Rentner?


Gerade für Menschen im Vorruhestand oder Rentner, die statistisch gesehen häufiger auf stationäre Behandlungen angewiesen sind, ist dies eine schlechte Nachricht.
- Die gute Nachricht: Die Deckelung auf 28 Tage pro Jahr bleibt (vorerst) bestehen.
- Die Belastung: Statt bisher maximal 280 Euro müssten Patienten dann bis zu 420 Euro pro Jahr aus eigener Tasche zuzahlen.
Ob die Politik diesen Vorschlag in Zeiten hitziger Debatten über das Gesundheitswesen aufgreift, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Druck auf die Geldbeutel der Versicherten wächst weiter.
 
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Montag, 16. März 2026

Schluss mit Abzocke beim Altersvorsorgedepot

Schluss mit Abzocke beim Altersvorsorgedepot
Der Kostendeckel von 1,5 Prozent bei den geplanten Altersvorsorgedepots ist viel zu hoch. ETF bekommen Anleger schon für 0,05 bis 0,12 Prozent. Deswegen regt sich Widerstand: berechtigt!
Der Finanztip-Redaktion stößt die Abzocke von Altersvorsorgern sauer auf: Der aktuelle Gesetzentwurf für das geplante Altersvorsorgedepot erlaubt bis zu 1,5 % jährliche Kosten. Das ist viel zu hoch – und kostet alle, die für ihre Altersvorsorge per ETF sparen, richtig viel Rendite.
Finanztip hat es ausgerechnet – und kommt auf 75.000 Euro weniger, allein wegen zu hoher Gebühren.

Kosten fressen Rendite


1,5 % klingt nach wenig, ist langfristig indes ein massiver Renditekiller, denn  die Kosten werden prozentual vom angesparten Vermögen abgezogen. Die Kosten summieren sich über die Jahrzehnte und übertreffen früher oder später laut Finanztip sogar die jährliche Förderung.

Petition gegen zu hohe Kosten


Die Finanztip-Stiftung hat deswegen eine Petition eingereicht, um die Kostengrenze auf 0,5 % zu reduzieren.
Petition für eine Kostenobergrenze von 0,5 %
Darauf zu warten, bringt nichts. Die Finanzlobby ist dermaßen stark, dass sie vermutlich den Deckel von 1,5 % im Gesetzesentwurf durchsetzt, um Geld zu verdienen. Mal schauen, ob Finanztip mit ihrer Petition durchdringen.
Die Finanztip-Redaktion hat einmal durchgerechnet, was 1 Prozentpunkt für einen Unterschied macht:
Wer 40 Jahre lang monatlich 200 € spart und 6 % Rendite pro Jahr erzielt, hat bei …
- … 0,5 % Kosten p. a. rund 338.000 €
- … 1,5 % Kosten p. a. nur rund 263.000 €
Das sind rund 75.000 € weniger Altersvorsorge.
Nicht noch mal ein Desaster wie bei Riester
Finanztip erinnert daran, was bei Riester schieflief – nämlich genau das: Die Kosten waren und sind viel zu hoch, so dass am Ende kaum etwas dabei herauskommt. Ganz abgesehen davon, ist Riester viel zu kompliziert. Nicht von ungefähr schließt kaum noch jemand einen Riester-Vertrag ab – und viele lassen ihren Vertrag ruhen.
Von den Schweden lernen
Wie es auch anders geht, zeigen die Schweden. „In Schweden liegen die Kosten des staatlichen Vorsorgefonds unter 0,1 %“, so Finanztip. Warum nicht von den Schweden lernen?
Finanztip wirbt deswegen um Unterstützung im Kampf gegen hohe Kosten bei Altersvorsorgedepot, darunter:
Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur
Saidi Sulilatu, Finanztip-Chefredakteur
Fabian Dany, Geschäftsführer Finanztip Stiftung https://vorunruhestand.de/2026/03/schluss-mit-abzocke-beim-altersvorsorgedepot/

Sonntag, 8. März 2026

Weltfrauentag: Zwischen Stolz und Rentenlücke

Weltfrauentag: Zwischen Stolz und Rentenlücke
Am 8. März feiern wir die Stärke der Frauen – und erinnern daran, dass echte Gleichstellung kein Selbstläufer ist, sondern tägliche Aufgabe für uns alle.
Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März gefeiert wird, ist weit mehr als ein symbolischer Strauß Tulpen. Für die Frauen, die jetzt kurz vor dem Ruhestand stehen oder ihn bereits genießen, ist dieser Tag eine Bilanzierung. Es ist die Generation, die den Spagat zwischen Beruf, Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen perfektioniert hat – oft zu einem hohen Preis.

Der Frauentag bleibt ein Reizthema


Obwohl Frauen heute aktiver denn je am Erwerbsleben teilnehmen, klafft die Schere im Alter weit auseinander. Der Gender Pension Gap ist kein theoretisches Konstrukt, sondern Realität auf dem Kontoauszug.
- Care-Arbeit: Jahrzehntelange unbezahlte Arbeit wird in unserem Rentensystem noch immer nicht ausreichend gewürdigt.
- Teilzeit-Falle: Was früher als Vereinbarkeitslösung galt, entpuppt sich heute oft als Rentenkiller.
- Inflation: Steigende Preise treffen kleine Frauenrenten besonders hart.
Was Frauen jetzt brauchen
Es geht nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Der Vorunruhestand ist der perfekte Zeitpunkt, um laut zu werden. Wir brauchen:
- Eine stärkere Aufwertung von Erziehungs- und Pflegezeiten.
- Gezielte Beratung für Frauen beim Übergang in die Rente.
- Einen gesellschaftlichen Diskurs, der "Frauenthemen" endlich als Wirtschaftsthemen begreift.
Warum der Frauentag gerade für die Generation 50+ wichtig bleibt
Der Internationale Frauentag ist weit mehr als ein Datum im Kalender. Für viele Frauen der Generation 50+, 60+ und darüber hinaus ist er ein Stück gelebte Geschichte: Sie haben erlebt, wie Rechte erkämpft wurden, die heute selbstverständlich wirken – und wie brüchig diese Selbstverständlichkeiten sein können.
Viele erinnern sich noch gut an Zeiten, in denen Frauen ohne Zustimmung des Ehemanns nicht arbeiten durften, in denen Karriere und Kinder kaum vereinbar waren und in denen Altersarmut weiblich war – und oft noch ist. Der Frauentag ist deshalb ein Moment des Innehaltens: Was wurde erreicht? Was bleibt zu tun?
Gemeinschaft als Versicherung gegen Unsichtbarkeit
Nutzen wir den heutigen Tag nicht nur zum Feiern, sondern auch zur Vernetzung. Denn eine starke Gemeinschaft im Alter ist die beste Versicherung gegen Unsichtbarkeit.
Feiertag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Am 8. März ist Frauentag – und in Berlin sowie seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertage, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer ihn erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor. https://vorunruhestand.de/2026/03/weltfrauentag-zwischen-stolz-und-rentenluecke/