
Der Widerstand gegen das Aus der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren wächst. Acht Länderchefs stellen sich gegen die Pläne der Rentenkommission.
Die Rentenreform droht an einem ihrer umstrittensten Punkte zu scheitern: der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren, landläufig immer noch als „Rente mit 63“ bezeichnet. Während Union und Bundesregierung auf die Umsetzung der Empfehlungen der Alterssicherungskommission drängen, formiert sich in den Ländern massiver Widerstand. Inzwischen haben sich acht Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gegen die Pläne positioniert, wie "Welt" berichtet.
Der Kern ihrer Kritik: Wer 45 Jahre und länger gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, dürfe nicht schlechter gestellt werden. Viele Länderchefs verweisen zudem auf die Gefahr steigender Altersarmut und auf die besondere Situation von Beschäftigten mit körperlich belastenden Berufen.
Diese 8 Länder stellen sich gegen das Renten-Aus
1. Niedersachsen
Olaf Lies (SPD)
Argument: Lies fordert eine stärkere Anerkennung von Lebensleistung. Es müsse einen Unterschied machen, ob jemand 45 Jahre oder länger gearbeitet habe. Zudem warnt er vor negativen Folgen für die Alterssicherung langjährig Beschäftigter.
2. Mecklenburg-Vorpommern
Manuela Schwesig (SPD)
Argument: Das Land gehört zu den ersten Kritikern der Reform. Ein zentrales Argument lautet, dass viele Menschen im Alter fast ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind.
3. Brandenburg
Dietmar Woidke (SPD)
Argument: Brandenburg lehnt die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab und verweist auf die Bedeutung der gesetzlichen Rente für viele langjährig Beschäftigte.
4. Sachsen
Michael Kretschmer (CDU)
Argument: Kretschmer zählt zu den ersten ostdeutschen Regierungschefs, die Widerstand gegen die Pläne angekündigt haben. Im Mittelpunkt steht der Schutz langjährig Versicherter.
5. Sachsen-Anhalt
Sven Schulze (CDU)
Argument: Auch Sachsen-Anhalt stellt sich gegen die Abschaffung. Die Landesregierung verweist auf die besondere Bedeutung der gesetzlichen Rente und die Anerkennung jahrzehntelanger Erwerbsarbeit.
6. Thüringen
Mario Voigt (CDU)
Argument: Thüringen gehört ebenfalls zum Kreis der Kritiker. Die Argumentation: Wer Jahrzehnte gearbeitet hat, darf nicht durch eine Reform bestraft werden.
7. Saarland
Anke Rehlinger (SPD)
Argument: Die saarländische Ministerpräsidentin schloss sich der Kritik an. Gerade in industriell geprägten Regionen gilt die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren als Frage der Gerechtigkeit.
8. Bremen
Andreas Bovenschulte (SPD)
Argument: Auch Bremen lehnt die Abschaffung der Regelung ab. Die Hansestadt verweist wie andere SPD-geführte Länder auf soziale Folgen und die Gefahr sinkender Akzeptanz der Rentenreform.
Konfliktlinie verläuft quer durch die Parteien
Bemerkenswert ist, dass die Gegner der Reform aus SPD- wie CDU-geführten Ländern kommen. Die Front verläuft damit nicht entlang klassischer Parteigrenzen, sondern zwischen den Befürwortern einer finanzpolitisch motivierten Reform und jenen, die die Lebensleistung langjährig Versicherter stärker gewichten.
Für die Bundesregierung wird das zum Problem. Denn die Alterssicherungskommission hat die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren als wichtigen Baustein ihres 33-Punkte-Pakets definiert. Fällt dieser Baustein weg, könnte das gesamte Reformkonzept ins Wanken geraten.
Fazit:
Aus drei ostdeutschen Kritikern ist binnen weniger Tage eine Allianz von acht Bundesländern geworden. Der Widerstand gegen das Ende der abschlagsfreien Rente wächst und könnte sich zur entscheidenden Hürde für die größte Rentenreform seit Jahren entwickeln.
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Bild: KI-generiert mit Nightcafé https://vorunruhestand.de/2026/08/acht-laender-revoltieren-gegen-rentenreform/





