
Die Postbank macht Ernst: Was im Sommer 2025 als Schließungswelle angekündigt wurde, ist nun bittere Realität. Bis Mitte 2026 wird das Filialnetz radikal auf nur noch 320 Standorte zusammengestrichen.
Das vertraute Bild der gelben Filiale an der Ecke verschwindet immer schneller. Nachdem die Deutsche-Bank-Tochter bereits im letzten Jahr Hunderte Standorte aufgegeben hat, erreicht die Schließungswelle nun ihren geplanten Höhepunkt. Von ehemals rund 550 Filialen (und ursprünglich 750 vor wenigen Jahren) bleibt bis Mitte dieses Jahres nur noch ein Rumpfnetz übrig.
Besonders für Senioren und Menschen im ländlichen Raum wird der Zugang zu Bargeld und persönlicher Beratung damit zur echten Herausforderung. Eine offizielle, vollständige Liste aller Schließungen mit exakten Daten wird von der Postbank zurückhaltend kommuniziert, jedoch haben Medienberichte bereits einen umfassenden Einblick in die Planungen gegeben.
Warum schließen so viele Filialen?
Die Strategie der Bank ist klar: „Mobile First“. Die Postbank setzt voll auf digitales Banking via App und Videoberatung. Laut Konzernangaben nutzen immer weniger Kunden die Filiale für alltägliche Geschäfte wie Überweisungen. Doch für viele Vorruheständler und Senioren, die den persönlichen Kontakt und das gedruckte Sparbuch schätzen, fühlt sich dieser Schritt wie ein Rückzug aus der Fläche an.
Die Folgen für die Kunden
Mit dem Wegfall der Filialen verschwinden auch die bankeigenen Geldautomaten. Zwar betont die Postbank, dass die Bargeldversorgung über die Partner der „Cash Group“ (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank) gesichert bleibt, doch in der Praxis bedeutet das oft weite Wege.
Unser Tipp für Bargeld: Nutzen Sie vermehrt den Bargeld-Service im Einzelhandel. Bei Supermärkten wie Rewe, Edeka oder dm können Sie oft schon ab einem geringen Einkaufswert (bei Rewe sogar teilweise ohne Einkauf) bis zu 200 Euro kostenfrei abheben. Die Postbank-Kunden müssen sich, ob sie wollen oder nicht, ihr Bargeld im Supermarkt abheben.
Umbau zu „Beratungsfilialen“ – ohne Paketdienst
Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Rund 120 der verbleibenden 320 Standorte werden in reine Beratungszentren umgewandelt. Das bedeutet:
- Keine Postdienstleistungen mehr: Sie können dort keine Briefmarken kaufen oder Pakete abgeben.
- Fokus auf Verkauf: In diesen Centern geht es primär um Kredite, Versicherungen und Anlagen, nicht um den schnellen Service am Schalter.
- Terminpflicht: Spontane Besuche könnten in Zukunft schwieriger werden.
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Welche Standorte trifft es aktuell?
Besonders dramatisch ist die Lage in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg und Teilen von Nordrhein-Westfalen, wo teilweise jede zweite Filiale schließt. Aber auch kleinere Städte verlieren ihre letzte Anlaufstelle. In den kommenden Monaten (bis Juni 2026) stehen unter anderem folgende Standorte auf der Streichliste:
- Berlin: Moabit (Alt-Moabit) und Prenzlauer Berg (Schönhauser Allee).
- Brandenburg: Fürstenwalde und Oranienburg.
- Sachsen: Teile von Chemnitz und Leipzig.
Liste der Filialschließungen
Nachfolgend eine Liste von Postbank-Filialen, die in den vergangenen zwölf Monaten geschlossen wurden. Eine von verschiedenen Medien veröffentlichte Liste umfasst rund 100 Filialen, die von den Schließungen betroffen sind. Die genauen Zeitpunkte der Schließungen können variieren, einige sind für 2025 und 2026 angesetzt.
Berlin:
In der Hauptstadt ist eine deutliche Reduzierung des Filialnetzes geplant. Folgende Standorte wurden in Medienberichten mit voraussichtlichen Schließungsjahren genannt:
- Charlottenburg (Wilmersdorfer Str.)
- Falkenhagener Feld (Posthausweg) - 2025
- Friedrichsfelde (Otto-Schmirgal-Str.)
- Hellersdorf (Janusz-Korczak-Str.)
- Hohenschönhausen (Prerower Platz 1) - 2025
- Köpenick (Pablo-Neruda-Str.)
- Lichterfelde (Hindenburgdamm 99) - 2025
- Mariendorf (Mariendorfer Damm 422) - 2024
- Marienfelde (Malteserstr. 170-172) - 2025
- Marzahn (Märkische Allee 176-178) - 2024
- Moabit (Alt-Moabit 98) - 2026
- Oberschöneweide (Edisonstr. 63) - bereits im August 2024
- Prenzlauer Berg (Schönhauser Allee 79) - 2026
- Reinickendorf (Kurt-Schumacher-Damm 1) - 2025
- Weißensee (Charlottenburger Str. 140) - 2025
- Wilmersdorf (Uhlandstr. 85) - 2024
- Westend (Soorstr. 61-62) - 2025
Brandenburg:
Auch in Brandenburg sind mehrere Schließungen angekündigt:
- Brandenburg an der Havel (Sankt-Annen-Straße 30-33) - 2025
- Eberswalde (Eisenbahnstraße 101) - 2025
- Fürstenwalde (Alte Neuendorfer Straße 2-3) - 2026
- Lübben (Poststraße 4) - 2025
- Neuruppin (Am Alten Gymnasium 7-9) - 2025
- Oranienburg (Bernauer Straße 53) - 2026
- Schwedt (Platz der Befreiung 1) - 2025
- Senftenberg (Am Neumarkt 2-4) - 2025
- Strausberg (Müncheberger Straße 20) - 2025
Weitere Schließungen in anderen Bundesländern:
- Baden-Württemberg: Aalen, Ettlingen (15.07.2025), Filderstadt-Bernhausen (24.06.2025)
- Bayern: Dingolfing, Plattling, Taufkirchen (Lindenring 7), Garmisch-Partenkirchen, München (Tegernseer Landstraße - Umwandlung in reine Beratungsfiliale zum 1.4.2025)
- Hessen: Darmstadt, Frankfurt am Main (mehrere Standorte), Fulda, Hanau, Kassel, Offenbach, Wiesbaden
- Niedersachsen: Bad Pyrmont, Bleckede (01.10.2025), Delmenhorst, Emden, Hameln, Hannover (mehrere Standorte), Hildesheim, Lingen, Lüneburg, Nordhorn, Oldenburg, Osnabrück, Salzgitter, Wilhelmshaven
- Nordrhein-Westfalen: Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf (drei von sechs Filialen), Essen, Gelsenkirchen, Grevenbroich (10.07.2025), Hagen, Hamm, Herne, Iserlohn, Kamp-Lintfort, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Münster, Neuss, Oberhausen, Paderborn, Recklinghausen, Remscheid, Siegen, Solingen, Wuppertal
- Rheinland-Pfalz: Alzey, Daun, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Neustadt an der Weinstraße, Neuwied, Speyer, Trier, Worms
- Sachsen-Anhalt: Halle-Neustadt (Passage), Merseburg, Wolfen
- Schleswig-Holstein: Bad Segeberg
- Thüringen: Sondershausen
Diese Liste ist sicher nicht vollständig – auch die Zeitpunkte der Schließungen können sich noch ändern. Kunden der Postbank werden in der Regel schriftlich über die Schließung ihrer Filiale und die nächstgelegenen Alternativen informiert. Diese umfassen neben den verbleibenden Postbank-Filialen auch die Geldautomaten der Cash Group (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank) sowie den Bargeldservice in vielen Supermärkten.
Fazit: Was Postbank-Kunden jetzt tun sollten
Wer bisher auf die Filiale angewiesen war, sollte prüfen, ob das aktuelle Kontomodell noch Sinn macht. Wenn der Weg zur nächsten Postbank-Filiale nun 20 Kilometer oder mehr beträgt, ist ein Wechsel zu einer lokalen Sparkasse oder Volksbank – oder der komplette Umstieg auf eine reine Direktbank – eine Überlegung wert.
KI-generiert mit Google Gemini https://vorunruhestand.de/2026/02/kahlschlag-bei-der-postbank/




