Mittwoch, 18. Februar 2026

Rente im Umbruch: Was die Reformer vorschlagen

Rente im Umbruch: Was die Reformer vorschlagen
Die Politik ringt um die Zukunft der Rente. Neue Modelle, harte Einschnitte und frische Kommissionen sollen das System stabilisieren. Ein Überblick über die jüngsten Vorschläge.
„Spahn schlägt Kopplung der Rente an Lebensarbeitszeit vor“, titelt die „Welt“; „Jetzt geht’s um die Rente mit 70!“, schreibt „Bild“; „Junge Union will Kinderlose zur Kasse bitten“, so der „Merkur“; „Rentenstart je nach Job?“, orchestriert die „Zeit“ die Rentendebatte.

Rentendebatte nimmt Fahrt auf


Die Rentendebatte nimmt wieder Fahrt auf – und das mit spürbarem Druck. In den vergangenen Wochen haben Politik, Experten und Beraterkreise eine Vielzahl von Reformideen auf den Tisch gelegt. Der gemeinsame Nenner: Das System muss dringend stabilisiert werden, denn die demografische Entwicklung setzt die Rentenkassen massiv unter Stress. Bislang sind Reformen immer noch ausgesessen worden, was sich jetzt rächt, denn mittlerweile ist der Druck so groß, dass Aussitzen nicht mehr funktioniert.
Ideen der Politiker
Während die Rentenkommission noch tagt, preschen Politiker bereits mit neuen Ideen vor. Wie hilfreich das ist, sei dahingestellt. Jedem in diesem Land muss klar sein, dass es ohne strukturelle Veränderungen nicht mehr gehen wird, die weit über kosmetische Anpassungen hinausgehen. Die Alterssicherung soll „fit für die Zukunft“ gemacht werden, und zwar ohne Tabus.
Ein Impulspapier des wissenschaftlichen Beraterkreises des Bundeswirtschaftsministeriums macht deutlich, wie dringlich der Handlungsbedarf ist. Die Experten warnen: Schon 2035 kommen nur noch zwei Erwerbstätige auf eine Rentnerin oder einen Rentner. Das System müsse so reformiert werden, dass es finanzierbar bleibt – ohne die junge Generation übermäßig zu belasten.

Reformideen – was auf dem Tisch liegt


Die Bandbreite der diskutierten Vorschläge ist groß. Dazu gehören:
- längere Lebensarbeitszeiten,
- eine stärkere Kopplung der Rente an die tatsächliche Erwerbsbiografie,
- mögliche Einschnitte bei Rentenniveau oder Beiträgen,
- neue Modelle zur Kapitaldeckung.
Die Regierung will dabei bewusst alle Optionen prüfen – auch solche, die politisch heikel sind.
Beispiel Spahn
Unionsfraktionschef Jens Spahn fordert, dass wir nicht mehr auf das Geburtsdatum schauen sollen, sondern auf das Datum des ersten Arbeitstages. Die Logik dahinter ist bestechend einfach, aber für viele schmerzhaft: In einer Gesellschaft, in der wir immer älter werden, kann die Rentenzeit nicht unendlich wachsen, während die Beitragszeit schrumpft.
Spahns Vorstoß zielt direkt auf die gefühlte Ungerechtigkeit zwischen körperlich arbeitenden Menschen und Akademikern ab. Während der Dachdecker nach 45 Jahren auf dem Bau körperlich am Ende ist, fängt der Master-Absolvent oft erst spät an, nennenswert einzuzahlen.
Nach dem neuen Modell wäre die Rechnung klar:
- Start mit 18: Rente mit 63 (nach 45 Jahren).
- Start mit 28: Rente mit 73.

Massive Einschnitte nicht ausgeschlossen


Berichte aus Berlin zeigen, dass die Merz-Regierung eine grundlegende Reform plant. Wegen der demografischen Schieflage stehen auch harte Einschnitte im Raum. Eine neue Rentenkommission soll Eckpunkte für eine große Reform erarbeiten.
„Rente am Limit“
Die aktuelle Kommission ist bereits die vierte ihrer Art seit 1957. Doch diesmal ist der Druck besonders hoch: Der interne Streit um das Rentenpaket zeigt, wie angespannt die Lage ist. Die Experten sollen bis zum Sommer konkrete Vorschläge vorlegen, die über die Zukunft von Millionen entscheiden. https://vorunruhestand.de/2026/02/rente-im-umbruch-was-die-reformer-vorschlagen/

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