Sonntag, 7. September 2025

Gibt es das „Beste-Rentner-Land“ überhaupt?

Gibt es das „Beste-Rentner-Land“ überhaupt?
Welche sind die besten Rentenländer? Kommt darauf an – und zwar auf Lebensqualität, Finanzen und Gesundheit sowie Einwanderungsbestimmungen.  Ein Vergleich der Indizes. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, welches Land am besten zu ihm passt.
Wer sich mit einem Ruhestand im Ausland befasst, stößt unweigerlich auf den Begriff „Global Retirement Index“. Intuitiv erwarten wir einen einzigen, maßgeblichen Bericht, der die besten Länder für Rentner auflistet. Doch die Realität ist komplexer: Es gibt nicht den einen Index, sondern mehrere voneinander unabhängige Berichte – jeder hat seine eigene Methodik.
Das Ergebnis ist eine Liste mit den „besten“ Ländern, die sich oft fundamental voneinander unterscheiden. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Zielen und Prioritäten der Ruheständler: Was für den einen das Paradies ist – zum Beispiel ein entspannter, kostengünstiger Lebensstil – kann für einen anderen weniger wichtig sein, der Wert auf eine stabile nationale Infrastruktur oder klare Einwanderungswege legt. Die existierenden Indizes spiegeln diese unterschiedlichen Prioritäten wider und sind auf verschiedene Rentnertypen zugeschnitten.

Drei Indizes, drei Perspektiven


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International Living: Für den lebensstilorientierten Rentner
Der Annual Global Retirement Index 2025 von International Living ist ein praktisches Werkzeug, das sich von rein wissenschaftlichen Analysen abhebt. Seine Methodik basiert auf den direkten Erfahrungen von Korrespondenten und Mitwirkenden, die selbst in den bewerteten Ländern leben. Sie liefern authentische Einblicke in die tatsächlichen Kosten, die Qualität des Gesundheitswesens und die kulturelle Eingliederung, die ein Datenbericht nicht erfassen kann.
Die Top-10-Länder
Die Spitzenpositionen im Jahr 2025 spiegeln diese Ausrichtung wider und richten sich an Rentner, die einen grundlegenden Lebensstilwechsel suchen:
- Panama
- Portugal
- Costa Rica
- Mexiko
- Frankreich
- Spanien
- Malaysia
- Griechenland
- Italien
- Thailand
 
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Global Citizen Solutions: Für den pragmatischen Migranten
Im Gegensatz dazu verfolgt der Global Retirement Report 2025 der Global Citizen Solutions’ Global Intelligence Unit (GIU) eine rein datenbasierte, quantitative Methodik. Dieser Bericht bewertet 44 Länder, die Aufenthaltsgenehmigungen für Rentner oder Personen mit passivem Einkommen anbieten, anhand von 20 Indikatoren in sechs Hauptkategorien:
- Verfahren (Procedure): Einfachheit und Dauer des Antragsprozesses für Visa.
- Staatsbürgerschaft und Mobilität (Citizenship & Mobility): Möglichkeit der Einbürgerung und Stärke des Reisepasses.
- Wirtschaft (Economics): Finanzielle Anforderungen, Visakosten und Lebenshaltungskosten.
- Steuern (Taxes): Effizienz des Steuersystems und Steuervorteile.
- Lebensqualität (Quality of Life): Qualität des Gesundheitswesens, Klima und Umwelt.
- Sicherheit und Integration (Safety & Integration): Sicherheit, Akzeptanz von Migranten und Sprachkenntnisse.
Die Top-10-Länder für 2025 sind:
- Portugal
- Mauritius
- Spanien
- Uruguay
- Österreich
- Italien
- Slowenien
- Malta
- Litauen
- Chile
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Natixis: Für den systemorientierten Anleger
Eine dritte Perspektive bietet der Global Retirement Index von Natixis. Es ist wichtig zu beachten, dass sich der Natixis-Bericht für 2025 in erster Linie auf die allgemeine Anlegerstimmung und die Herausforderungen bei der Altersvorsorge konzentriert und kein Länderranking enthält. Um die Ausrichtung des Index zu veranschaulichen, greifen wir daher auf die aktuellsten verfügbaren Länderrankings von 2025 zurück.
20241205 retirement de
2025 ist Norwegen das beste Land für Ruheständler, 2024 war es die Schweiz. Für das Ranking wurden 44 Länder weltweit untersucht, nach Faktoren wie der Gesundheit, den Finanzen im Ruhestand, der Lebensqualität und dem materiellen Wohlstand im Alter. Quelle: Statista
 
Der Natixis-Index ist ein „Wohlstandsindex“, der die Faktoren untersucht, die die Alterssicherung auf nationaler Ebene vorantreiben. Er bewertet die Systeme von insgesamt 44 Ländern anhand von 18 Indikatoren in vier Kategorien:
- Gesundheit: Lebenserwartung, Gesundheitsausgaben pro Kopf.
- Materielles Wohlbefinden: Einkommensgleichheit, Pro-Kopf-Einkommen, Arbeitslosigkeit.
- Lebensqualität/Umwelt: Glück, Luft- und Wasserqualität.
- Finanzen im Ruhestand: Inflation, Zinsen, Steuerdruck, Staatsverschuldung.
Die Top-Länder sind:
- Norwegen
- Irland
- Schweiz
- Island
- Dänemark
- Niederlande
- Australien
Diese Liste unterscheidet sich stark von den anderen, da sie die Widerstandsfähigkeit des Rentensystems eines Landes für seine eigenen Bürger bewertet und nicht die Machbarkeit der Migration für Ausländer.
Warum die besten Länder so unterschiedlich sind
Die erheblichen Unterschiede in den Ranglisten lassen sich durch die divergierenden Ziele und Methodologien der Herausgeber erklären.
Index
Herausgeber
Fokus/Zielgruppe
Wichtigste Kriterien
Top-Länder 2025 (Top 5)
Annual Global Retirement Index 2025
International Living
Lebensstil und authentische Erfahrung für Auswanderer
Lebenshaltungskosten, Klima, Gesundheitswesen, lokale Einblicke, Lebensweise
Panama, Portugal, Costa Rica, Mexiko, Frankreich 1
Global Retirement Report 2025
Global Citizen Solutions
Datenbasierte Einwanderung für Rentner
Verfahren, Staatsbürgerschaft, Steuern, Lebensqualität, Sicherheit und Integration
Portugal, Mauritius, Spanien, Uruguay, Österreich 2
Global Retirement Index 2024
Natixis
Makroökonomische Alterssicherung für Bürger
Gesundheit, materielles Wohlbefinden, Lebensqualität, Finanzsystem, Staatsverschuldung
Schweiz, Norwegen, Island, Irland, Niederlande 8
Top-Destinationen 2025 im Detail
Portugal: Der Allrounder
Portugal hat sich als einer der attraktivsten Orte für einen Ruhestand im Ausland etabliert. Das Land punktet mit einem mediterranen Klima mit mehr als 3.000 Sonnenstunden pro Jahr  und moderaten Lebenshaltungskosten. Ein Paar kann in ländlichen Regionen schon mit einem monatlichen Budget von 1.500 bis 1.700 US-Dollar komfortabel leben. Das Gesundheitswesen gilt als exzellent, und die kulturelle Integration wird durch die hohe Englischkenntnis vieler Einheimischer erleichtert. Auch der Prozess zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung ist relativ unkompliziert, insbesondere durch Optionen wie das Portugal D7-Visum.
Spanien: Der mediterrane Lebensstil
Spanien ist aufgrund seiner Kultur, seines Klimas und der niedrigeren Lebenshaltungskosten eine beliebte Wahl für Rentner aus dem Ausland . Berichten zufolge liegen die Lebenshaltungskosten 34 Prozent unter denen in den USA. Städte wie Málaga, Alicante und Valencia wurden als besonders freundlich und für Auswanderer geeignet eingestuft . Das spanische Gesundheitswesen rangiert auf dem 7. Platz des
World Health Care Index und ist mit einer der höchsten Lebenserwartungen der Welt verbunden. Für Rentner, die sich niederlassen möchten, gibt es verschiedene Visamöglichkeiten, darunter das Non-Lucrative-Visum oder das Golden Visa.

Was passt zu mir?


Die Erkenntnis, dass es nicht den einen Global Retirement Index gibt, ist der erste und wichtigste Schritt für eine fundierte Planung. Die drei hier vorgestellten Indizes sind keine sich widersprechenden Berichte, sondern komplementäre Werkzeuge, die jeweils einen anderen Aspekt des internationalen Ruhestands beleuchten. Der „richtige“ Index ist der, dessen Kriterien am besten zu den eigenen Prioritäten passen.
Um diesen Prozess zu vereinfachen, wird empfohlen, sich an einem dreistufigen Ansatz zu orientieren:
- Selbstreflexion: Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer persönlichen Ziele. Geht es Ihnen in erster Linie um niedrigere Lebenshaltungskosten, eine stabile rechtliche Grundlage, eine einfache Integration oder den Zugang zu erstklassiger Gesundheitsversorgung?
- Das richtige Werkzeug verwenden: Wählen Sie den Index, der mit Ihren Prioritäten übereinstimmt, als Ausgangspunkt. Wenn der Lebensstil und das Gefühl vor Ort im Vordergrund stehen, bietet der Bericht von International Living einen wertvollen Einblick. Wenn die rechtlichen, steuerlichen und bürokratischen Aspekte Priorität haben, ist der Bericht von 
Global Citizen Solutions die maßgebliche Quelle. Und wenn das übergeordnete Ziel die Bewertung der systemischen finanziellen Sicherheit ist, bieten die Berichte von 
Natixis die notwendigen Informationen.
- Experten konsultieren: Kein Index kann eine professionelle Beratung ersetzen. Die Analysen dienen als Orientierung, aber die steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Feinheiten der Auswanderung erfordern eine spezifische, auf die individuelle Situation zugeschnittene Fachberatung. https://vorunruhestand.de/2025/09/gibt-es-das-beste-rentner-land-ueberhaupt/

Freitag, 5. September 2025

Kosten der Krankenkassen steigen rasant

Kosten der Krankenkassen steigen rasant
Die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) steigen mehr als die Inflation. Das werden die Versicherten in Form höherer Beiträge zu spüren bekommen.
Im ersten Halbjahr 2025 haben die gesetzlichen Krankenkassen mit 166,1 Milliarden Euro um acht Prozent mehr ausgegeben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres – das war deutlich mehr als die allgemeine Inflation von zwei Prozent.
Obwohl die Krankenkassen einen Überschuss von 2,8 Milliarden Euro verbuchen konnten, ist die finanzielle Lage angespannt, denn die Reserven sind nahezu aufgebraucht.

💡 Wie die Kosten steigen


- Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen: 166,1 Mrd. € im 1. Halbjahr 2025
- Steigerung gegenüber Vorjahr: +7,95 %
- Überschuss2,6 Milliarden Euro – nach einem Rekorddefizit 2024
- Größter Kostenblock: Krankenhausbehandlungen mit +9,6 %
- Warnung: „So kann es nicht weitergehen“ – GKV-Spitzenverband
krankenkassen ausgaben statistik
Die Ausgaben der Krankenkassen steigen ungebremst Quelle: GDV
⚠️ Warum der Überschuss trügt
Der Überschuss dient primär der Wiederauffüllung gesetzlicher Mindestreserven, die durch das Defizit 2024 stark geschrumpft sind. Laut GKV-Spitzenverband ist die Ausgabendynamik „ungebrochen“ – eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht.
🗣️ Stimmen aus der Politik
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht dringenden Handlungsbedarf. Der Bundesrechnungshof kritisiert ihren Reformzeitplan als zu spät: Erste Maßnahmen erst ab 2028 seien „nicht angemessen“.
Geplante Sofortmaßnahmen:
- 4,6 Milliarden Euro Darlehen für den Gesundheitsfonds (2025/2026)
- Verschiebung der Rückzahlung eines 2023-Darlehens auf 2033
- Strukturreformen sollen schneller als im Koalitionsvertrag umgesetzt werden
🧭 Was bedeutet das für Versicherte?
- Steigende Zusatzbeiträge: Bereits jetzt liegt der durchschnittliche Satz bei 2,92 % – deutlich über dem Vorjahreswert
- Mögliche Entlastung: Durch Reformen wie ein Ausgabenmoratorium und effizientere Versorgung (z. B. schnellere Arzttermine)
📊 Beitragserhöhung vermeiden
Die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist bewusst, wie brisant das Thema Beitragserhöhung ist. Sie will deswegen darauf hinwirken, dass die Beitragssätze für die Pflege- und Krankenversicherung doch nicht zum 1. Januar 2026 steigen. Eine entsprechende Entscheidung sei während des Koalitionsausschusses am 3. September 2025. Der Weg dahin sei noch offen. https://vorunruhestand.de/2025/09/kosten-der-krankenkassen-steigen-rasant/

Donnerstag, 4. September 2025

Mehr Bewegung im Alltag für ein längeres Leben

Mehr Bewegung im Alltag für ein längeres Leben
Bewegung ist gesund. Gerade wenn wir älter werden und die körperlichen Kräfte nachlassen, ist es wichtig, nicht in Passivität zu verfallen. „Wer rastet, der rostet“, sagt ein altes Sprichwort. Und tatsächlich ist diese Aussage nicht ganz unbegründet: Es ist erwiesen, dass jene Fähigkeiten schneller abbauen, die wir seltener benutzen. So ist es auch mit der körperlichen Fitness. Ab einem bestimmten Alter fangen die Muskeln ganz natürlicherweise an, abzubauen.
Doch auch wenn man mit 👴 60 nicht mehr die Fitness eines 20-Jährigen erlangen kann, ist es glücklicherweise möglich, diesen Prozess entgegenzuwirken. Wer sich im Alter ausreichend 🚴‍♂️ bewegt, altert gesünder und lebt länger. Doch wie viel Bewegung tut gut und wie schafft man es, ausreichend aktiv im Alltag zu sein?

So viel Bewegung ist gesund


Gesundheitsfördernde Bewegungen müssen weder kompliziert noch schweißtreibend sein. Regelmäßiges Krafttraining ist dennoch ratsam, da sich im Alter der Stoffwechsel verändert und sich dadurch das Verhältnis von Muskeln und Fett verschiebt. Dehnübungen helfen außerdem dabei, die Muskeln elastisch und flexibel zu halten. Sport hat eine Vielzahl positiver Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und den Gleichgewichtssinn. Doch es muss nicht immer gleich ein anstrengendes Workout im Fitnessstudio sein. Auch alltägliche Bewegungen wie Spazierengehen, Radfahren, Treppensteigen und Hausarbeit zahlen auf das Bewegungskontingent ein.
Bei der Frage, wie viel Sport gesund ist, können sich Menschen ab 65 an den „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ orientieren. Diese raten, sich mindestens 150 Minuten wöchentlich mit mittlerer Anstrengung oder 75 Minuten mit höherer Anstrengung zu bewegen. Alternativ ist auch eine Kombination von Bewegungen von mittlerer und höherer Intensität möglich, die zusätzlich um ein leichtes Krafttraining ergänzt werden kann.
Ein aktiver Alltag ist die beste Vorsorge
Wer langfristig fit und gesund bleiben möchte, muss sich nicht zwangsläufig im Fitnessstudio anmelden. Mit den folgenden Tricks lässt sich Bewegung bequem in den Alltag integrieren.
- Schritte zählen: Seit einiger Zeit ist es im Trend, täglich 10.000 Schritte zu gehen. Verschiedene Tipps helfen dabei, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Einer ist es, sich einen Schrittzähler zuzulegen. Auch wenn man nur eine geringere Schrittzahl erreicht: Es ist ungemein motivierend, tagtäglich die zurückgelegte Strecke im Blick zu haben.
- Kürzere Strecken mit dem Fahrrad fahren: Selbst wenn es nur eine kurze Radtour zum Supermarkt oder Bäcker ist: Jede Art der Bewegung zählt und trägt zu einem aktiven Lebensstil bei.
- Sich zum Spazierengehen verabreden: Der wöchentliche Kaffeeklatsch ist sicherlich eine nette Tradition. Wie wäre es jedoch, einmal statt des gewohnten Kaffee-und-Kuchen-Rituals ein paar Schritte um den Block zu gehen? Wenn man sich gut unterhält, bemerkt man kaum, wie die Zeit vergeht – und schon werden viele weitere Schritte zurückgelegt. Und den Kaffee kann man einfach mitnehmen.
- Treppensteigen: Treppensteigen ist das perfekte Workout für die Po-Muskulatur. Daher sollten wir keine Gelegenheit auslassen, dieses einfache Training im Alltag zu absolvieren.
- Regelmäßig ein Glas Wasser holen: Vor allem im Alter fällt es vielen Menschen schwer, ausreichend zu trinken. Indem man sich regelmäßig vom Platz erhebt, um sich etwas zu trinken zu holen, können also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Man trinkt genug und gleichzeitig kommt etwas Aktivität in den Alltag.
Photo on Pixabay https://vorunruhestand.de/2025/09/mehr-bewegung-im-alltag-fuer-ein-laengeres-leben/

Mittwoch, 3. September 2025

Was ist von der Sozialstaatskommission zu erwarten?

Was ist von der Sozialstaatskommission zu erwarten?
Allen ist klar, der Sozialstaat muss reformiert werden, wenn er auf Dauer bezahlbar bleiben soll. Die von der Regierung eingesetzte Sozialstaatskommission soll’s richten. Was ist davon zu erwarten?
„Wir haben einen starken Sozialstaat, aber er muss dringend moderner werden, er muss schneller, transparenter und verständlicher werden“, sagt der für die Sozialstaatskommission federführende Michael Schäfer, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Kommission zur Sozialstaatsreform (KSR) soll, so der Anspruch, Vorschläge für einen modernen Sozialstaat im Sinne der Bürgerinnen und Bürger erarbeiten.

Wie wird der Sozialstaat moderner?


sozialleistungen
Ausgaben für Sozialleistungen Quelle: Table.Meda
Der Kommission gehören Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände an – und da fängt das Problem bereits an. Dutzende von Experten und vermeintlichen Experten wollen mitmischen aus acht Ministerien und dem Kanzleramt sowie Vertretern der Länder und Kommunen.
Schon jetzt ist absehbar, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden kann, so „Table.Media“: Die Kommission soll bis Ende 2025 Empfehlungen erarbeiten, wobei das soziale Schutzniveau „bewahrt bleiben soll“ – ganz nach dem Motto „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“.
Schäfers Eingangssatz wird schon allein dadurch konterkariert, dass immer noch nicht transparent ist, wer denn alles in dieser KSR sitzt. Letztlich wird es wohl so laufen, wie bei der Rentenkommission vor 2018, die zwar viel Papier produzierte, aber nichts, was auch umgesetzt wurde.
Mitglieder der Sozialstaatskommission
Die Sortierung erfolgt absteigend nach dem Alter der Mitglieder. Leider lassen sich die Geburtsdaten einiger Mitglieder nicht ermitteln.
Jeder will bei der Aufgabe, den Sozialstaat zu modernisieren, ein Wörtchen mitreden. Das dürfte schnell in Kakophonie ausarten. Sozialpolitik in Deutschland ist komplex – daran wird diese Kommission scheitern. Die Kommission bündelt die Perspektiven der Gesetzgebung (Bundestag), der zentralen Verwaltung (Ministerien) und der lokalen Praxis (Kommunen), was ein umfassendes, aber auch potenziell konfliktgeladenes Bild ergibt. Die politischen Spannungen, die bereits vor der Konstituierung erkennbar waren, werden sich unweigerlich in den Verhandlungen innerhalb dieses Gremiums widerspiegeln – und dazu führen, dass wieder nur heiße Luft produziert wird.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up
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Dienstag, 2. September 2025

So gelingt ein gutes Leben im Alter

So gelingt ein gutes Leben im Alter
Viele Menschen verdrängen den Gedanken ans Älterwerden. Alle wollen alt werden, aber keiner will alt sein. Dabei kann dieser Lebensabschnitt eine der glücklichsten Phasen sein.
Es geht darum, aktiv zu bleiben und die Zukunft positiv zu gestalten. Elke Heidenreich, Autorin des Bestsellers "Altern", erklärt das ausführlich in einem Essay für das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber".

Wege zu mehr Lebensfreude im Alter


- Sorgen loslassen: Ängste und negative Gedanken können das Wohlbefinden stark einschränken. Ein Tagebuch hilft dabei, Gedanken zu sortieren und den Kopf freizubekommen. Versuchen Sie es mit einer Dankbarkeitsübung: Schreiben Sie jeden Abend drei Dinge auf, die am Tag schön waren oder Ihnen guttaten. Das verschiebt den Fokus vom Negativen zum Positiven. Auch Achtsamkeitsübungen, wie die Konzentration auf den eigenen Atem, helfen, im Hier und Jetzt zu leben, statt sich über die Zukunft zu sorgen. „Im Alter sollte man nicht mit der Vergangenheit hadern und auch nicht zu viele Gedanken an eine Zukunft verschwenden, die eh nur noch eine vage Option ist“, rät Elke Heidenreich. "Man sollte sich auf die Gegenwart konzentrieren und dankbar sein für alles, was diese Gegenwart uns Alten noch möglich macht – und das ist sehr viel, viel mehr als damals für unsere Eltern und Großeltern."
- Sich gebraucht fühlen: Ein zentraler Punkt für ein sinnvolles Leben im Alter ist, sich nützlich zu fühlen. Professorin Pasqualina Perrig-Chiello, eine anerkannte Altersforscherin, betont, wie wichtig es ist, anderen zu helfen. Das kann schon eine Kleinigkeit sein, wie Kuchen für eine Feier zu backen oder die Katze der Nachbarn zu versorgen. So bleiben Sie aktiv in der Gemeinschaft und schaffen gleichzeitig Freude – für sich und andere.
- Aktiv bleiben: Bewegung und soziale Kontakte sind entscheidend für ein positives Körper- und Lebensgefühl. Gehen Sie spazieren, treffen Sie Freunde und tun Sie Dinge, die Ihnen Freude bereiten. Elke Heidenreich selbst sagt, dass sie mit über 80 glücklicher ist als je zuvor, weil sie sich auf die Gegenwart konzentriert und die vielen kleinen Dinge genießt – wie Spaziergänge im Wald, Musik hören oder ein Glas Wein mit Freunden.
Auf die Gegenwart konzentrieren
"Im Alter sollte man nicht mit der Vergangenheit hadern und auch nicht zu viele Gedanken an eine Zukunft verschwenden, die eh nur noch eine vage Option ist", rät Elke Heidenreich. "Man sollte sich auf die Gegenwart konzentrieren und dankbar sein für alles, was diese Gegenwart uns Alten noch möglich macht - und das ist sehr viel, viel mehr als damals für unsere Eltern und Großeltern."
Bild: Wort & Bild Verlagsgruppe – Gesundheitsmeldungen | Fotograf: Getty Images/iStockphoto/PeopleImages
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Bezahlen ohne Bargeld boomt

Bezahlen ohne Bargeld boomt
Bezahlen Sie schon kontaktlos? In Deutschland boomt das bargeldlose Bezahlen – vor allem mit der Girocard. Das Nutzerverhalten hat sich verändert – zwangsweise, denn es gibt immer weniger Geldautomaten.

💳 Girocard bricht Rekorde: So oft zahlen wir bargeldlos


Allein im ersten Halbjahr 2025 wurde die Girocard über vier Milliarden Mal für Bezahlungen genutzt. Das ist ein Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bestätigt den Trend: Die Plastikkarte, oft noch als "EC-Karte" bezeichnet, ist das beliebteste Zahlungsmittel am POS (Point of Sale). Immer häufiger zahlen wir an der Supermarktkasse bargeldlos. Das ist freilich kein Wunder, denn Geldautomaten werden bundesweit abgebaut und zwingen auch Ältere, bargeldlos zu zahlen, da die Bargeldversorgung gerade im ländlichen Bereich schwieriger geworden ist.

💶 Kleinbeträge? Auch mit Karte!


Der durchschnittliche Betrag, den Kunden mit der Girocard zahlen, sinkt kontinuierlich. Im ersten Halbjahr 2025 lag er bei nur 37,28 Euro. Das zeigt: Ob für den Kaffee beim Bäcker oder die Zeitung am Kiosk, die Karte ist auch bei Kleinbeträgen die erste Wahl.
📲 Kontaktlos ist der neue Standard
Fast neun von zehn Girocard-Zahlungen (87,5 Prozent) werden mittlerweile kontaktlos durchgeführt. Diese schnelle und hygienische Methode, die während der Corona-Pandemie an Beliebtheit gewann, ist inzwischen Standard.
So funktioniert kontaktloses Bezahlen:
- Halten Sie Ihre Girocard, Kreditkarte, Ihr Smartphone oder Ihre Smartwatch mit NFC-Chip nah an das Terminal.
- Die Daten werden sicher und verschlüsselt übertragen.
- Bei Kleinbeträgen ist oft keine PIN-Eingabe nötig.
girocard zahlungen
Girocard vs. Kreditkarte Quelle: Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme
🔍     Wie bezahlst du am liebsten?
- 💳 Girocard
- 📱 Smartphone (Apple Pay / Google Pay)
- 💵 Bargeld
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Montag, 1. September 2025

Habeck hat ausgesorgt

Habeck hat ausgesorgt
Seit 1. September 2025 ist Ex-Vizekanzler Robert Habeck kein Bundestagsabgeordneter – um seine Versorgung muss er sich dennoch keine Gedanken machen.
Robert Habeck ist wieder Privatmann, aber seine Bezüge aus öffentlichen Kassen laufen vorerst weiter – sie stehen ihm unabhängig von neuen Jobs zu.

Robert Habecks Ruhestand


Der frühere Wirtschaftsminister hat Ansprüche auf Übergangsgelder und Pensionen als Ex-Regierungsmitglied und Ex-Parlamentarier – und die sind üppig. Robert Habeck war seit der Bundestagswahl 2021 Abgeordneter. Seine Amtszeit als Vizekanzler und Minister endete bereits am 6. Mai 2025, mit der Amtsübernahme der neuen Regierung.
Übergangsgelder und Ministerpensionen
Der Rücktritt von Robert Habeck als Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz am 6. Mai 2025 hat Fragen zu seinen finanziellen Ansprüchen aufgeworfen. Hier die wichtigsten Fakten zu Übergangsgeldern und Pensionen für ehemalige Regierungsmitglieder und Parlamentarier:
- Übergangsgeld: Nach dem Ausscheiden aus der Regierung hat ein Minister für maximal zwei Jahre Anspruch auf Übergangsgeld. Die Höhe beträgt in den ersten drei Monaten das volle Amtsgehalt, danach die Hälfte.
- Ministerpension: Eine Ministerpension kann frühestens ab dem 60. Lebensjahr in Anspruch genommen werden, regulär aber erst ab 67. Die Höhe hängt von der Dauer der Amtszeit ab.
- Bundestags-Diäten und Pension: Bundestagsabgeordnete erhalten für jedes Jahr ihrer Mitgliedschaft eine monatliche Übergangsentschädigung in Höhe der Diäten. Eine Abgeordnetenpension wird nach einer bestimmten Mandatsdauer fällig.
- Verrechnung: Die Ansprüche aus verschiedenen Ämtern – wie die Minister- und Abgeordnetenpensionen – werden miteinander verrechnet, um eine Überversorgung zu vermeiden. Das bedeutet, dass die Summe der Bezüge eine bestimmte Höchstgrenze nicht überschreiten darf.
 
🧾 Das bekommt Habeck jetzt
Position
Dauer
Leistung
Bundesminister
3,5 Jahre (2021–2024)
2 Jahre Übergangsgeld: 3 Monate rund 18.000 € brutto, danach 9.000 € brutto
Bundestagsabgeordneter
2021–2025
1 Monat Übergangsgeld: 11.833 € brutto, danach Anrechnung anderer Einkünfte
Ministerpension
ab 67 Jahren
ca. 5.000 € monatlich
Abgeordnetenpension
ab 67 Jahren
ca. 1.200 € monatlich (ohne Landtag), ca. 3.846 € (mit Landtag)
Gesamtversorgung
verrechnet
5.600 € bis 6.900 € monatlich
🌍 Habecks Zukunftspläne
Robert Habeck zieht es ins Ausland: Er wird an renommierten Forschungs- und Bildungseinrichtungen lehren und lernen – darunter das Dänische Institut für Internationale Studien in Kopenhagen und die University of California, Berkeley
🗣️

Ich muss Abstand vom engen Korsett des Berliner Politikbetriebs gewinnen.“ – Robert Habeck

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