Sonntag, 5. Oktober 2025

Ohne dich – was, wenn der Partner stirbt?

Ohne dich – was, wenn der Partner stirbt?
Was hilft, wenn wir ein ganzes Leben zusammen waren und der andere dann stirbt? Wie die Trauer bewältigen? Der Verlust eines lieben Menschen ist eine Zäsur. Am besten, sich Unterstützung holen
Den meisten Paaren ist bewusst, dass sie das Ende nicht zusammen erleben werden. Doch viele verdrängen den Gedanken an den Tod – bis einer stirbt. "Wenn Paare so lange zusammen sind, haben sie eine lange gemeinsame Geschichte – wenn die zu Ende geht, tut das weh", sagt Roland Kachler, Psychologe und Theologe aus Remseck, im Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Was Betroffenen hilft, und warum es bei Trauer kein Richtig und Falsch gibt.

Wichtig ist, den Verlust zu verarbeiten


Wer zurückbleibt, steht vor einer oft schier unmöglichen Herausforderung: ohne den Menschen weiterzuleben, mit dem man jeden Tag gelacht, geredet oder auch mal gestritten hat. Selbst wenn der Tod keine Überraschung war und man sich verabschieden konnte, trifft einen die Einsamkeit oft mit voller Wucht. Was für ein Gefühl, allein am Frühstückstisch zu sitzen oder abends kein "Gute Nacht" mehr zu hören.
Wichtig ist in jedem Fall, dass der Verlust verarbeitet wird. "Jede nicht geweinte Träne stellt sich hinten wieder an", sagt Annelie Michel, systemische Trauerbegleiterin aus dem oberbayerischen Bruckmühl. Michel rät, alle Gefühle zuzulassen. Und das sind viele: "Trauer ist nicht nur schwarz. Sie ist bunt, widersprüchlich, wild, wie ein Kaleidoskop." Wut, Liebe, Verzweiflung, manchmal auch Erleichterung gehören dazu. Niemand sollte sich schämen, wenn er nicht nur weint, sondern auch aufatmet, sagt die Trauerbegleiterin.

Hilfe bieten Hospize, Kirchen oder Trauercafés


Für die Dauer des Schmerzes gibt es keine Norm. "Jeder darf so lange trauern, wie er oder sie es braucht", so Annelie Michel im Gespräch mit dem "Senioren Ratgeber". Auch das "Trauerjahr" von früher sei eher eine gesellschaftliche Vorgabe gewesen. Wie lange es wehtut, hängt nicht von der Dauer einer Beziehung oder der Intensität der Liebe ab. "Viele Menschen funktionieren in den ersten Monaten, wenn das Umfeld Rücksicht nimmt. Ist der Ausnahmezustand vorbei und alle anderen leben ihr Leben weiter, brechen die Gefühle oft erst richtig auf", so die Trauerbegleiterin.
Mit Außenstehenden sprechen
Mit Außenstehenden zu sprechen – sei es in einer Gruppe oder mit einer Trauerbegleitung – ist besonders wichtig. Ansonsten drehen sich die Gedanken im Kreis und ziehen einen hinab. Hilfe bieten Hospize, Kirchen, private Träger oder Trauercafés, auch online gibt es Plattformen, zum Beispiel verwitwet.de mit mehr als 16.000 Community-Mitgliedern. "Manchmal reichen wenige Gespräche – mit wachsendem Abstand", so Michel. Und wenn der Schmerz nicht nachlässt? "Wenn man über Wochen nicht schlafen, essen oder rausgehen kann oder sich wie betäubt fühlt, sollte man professionelle Trauerbegleitung oder ärztlichen Rat suchen", erklärt Annelie Michel.
Bild: Wort & Bild Verlagsgruppe - Gesu | Getty Images/Digital Vision/Siri Stafford https://vorunruhestand.de/2025/10/ohne-dich-was-wenn-der-partner-stirbt/

Samstag, 4. Oktober 2025

Ist GEZ-Gebühr ein Zwangsbeitrag?

Ist GEZ-Gebühr ein Zwangsbeitrag?
Ist die GEZ-Gebühr ein Zwangsbeitrag? Umgangssprachlich „ja“. Niemand kann sich dem Rundfunkbeitrag entziehen – mit wenigen Ausnahmen.
Viele kennen den Rundfunkbeitrag noch als GEZ-Gebühr, wobei GEZ für Gebühreneinzugszentrale steht. Ist Rundfunkbeitrag nun ein „Zwangsbeitrag“? Als solchen hat ihn Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in einem Interview im „Tagesspiegel“ betrachtet – und eine Empörungswelle ausgelöst.

Zwangsbeitrag oder nicht?


Hat er mit seinem Begriff „Zwangsbeitrag“ Recht? Georg Restle, Leiter und Moderator des Politmagazins „Monitor“ spricht ihm dazu das Recht ab und verlangt im „X“ (früher Twitter) Weimars Rauswurf mit dem Argument, „Zwangsbeitrag“ sei der zentrale Kampfbegriff einer Kampagne, die nichts anderes im Schilde führt, als den ÖRR (öffentlich-rechtlicher Rundfunk) abzuschaffen.
Ist der Rundfunkbeitrag jedoch ein Zwangsbeitrag?
- Rechtliche Natur: Der Rundfunkbeitrag ist eine gesetzliche Pflichtabgabe oder ein Pflichtbeitrag (eine sogenannte "Haushaltsabgabe"), die zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland dient. Er basiert auf dem Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (RBStV).
- Zahlungspflicht: Grundsätzlich gilt: Für jede Wohnung muss ein Rundfunkbeitrag gezahlt werden, unabhängig davon, ob und wie viele Empfangsgeräte (Radio, Fernseher, Computer etc.) vorhanden sind oder ob der Rundfunk tatsächlich genutzt wird. Es besteht also eine gesetzliche Beitragspflicht.
- Zwangscharakter: Im umgangssprachlichen Sinne wird er oft als „Zwangsbeitrag“ empfunden, da die Zahlungspflicht per Gesetz für alle Haushalte besteht und nicht freiwillig ist. Die Zahlung kann bei Nichtbeachtung des Beitragsbescheides auch im Wege der Verwaltungsvollstreckung durchgesetzt werden.
- Bestätigung der Rechtmäßigkeit: Zahlreiche Gerichte, einschließlich des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), haben die grundlegende Verfassungsmäßigkeit der wohnungsbezogenen Beitragspflicht bestätigt.
- Ausnahmen: Es gibt Ausnahmen von der Beitragspflicht, beispielsweise für Empfänger von bestimmten Sozialleistungen (wie Bürgergeld, Grundsicherung, BAföG etc.) oder in besonderen Härtefällen. In diesen Fällen muss jedoch ein Antrag auf Befreiung gestellt werden.

Rundfunkbeitrag eine Pflichtzahlung


Das heißt letztlich, für alle außer Bürgergeld- und Grundsicherungsempfänger ist der Rundfunkbeitrag ein Zwangsbeitrag, der sogar rechtlich vollstreckt werden kann. Der Rundfunkbeitrag ist eine Pflichtzahlung, die geleistet werden muss, ohne dass der Einzelne dafür unmittelbar eine konkret in Anspruch genommene Gegenleistung erhält oder die Möglichkeit hat, sich der Zahlung zu entziehen.
Der Rundfunkbeitrag beträgt aktuell 18,36 Euro. ARD und ZDF wollen allerdings mehr. Die Kommission zur Überprüfung und Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt indes, den Rundfunkbeitrag ab 2025 um 58 Cent auf 18,94 Euro zu erhöhen. Die Bundesländer sind allerdings dagegen. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat sogar beschlossen, dass der Beitrag bis Ende 2026 nicht erhöht werden soll.
Luxus-Renten für ARD-Ruheständler
Die ÖRR-Sender haben diesen Umstand in der Vergangenheit schamlos genutzt, sich Luxus-Renten zuzuschustern. Erinnert sei nur an die Ex-RBB-Chefin Patricia Schlesinger – und sie ist beileibe kein Einzelfall. Die Beitragszahler konnten sich ja nicht dagegen wehren und mussten hilflos dabei zuschauen. Das meiste Geld seines Rundfunkbeitrags fließt in die betriebliche Altersvorsorge der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender. Schon klar, dass Restle Kritiker wie Weimar am liebsten hinauswerfen lassen würde, schließlich profitiert er von diesem System – und die Beitragszahler können sich nicht wehren.
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Mittwoch, 1. Oktober 2025

Männer ab 60 – wie wichtig Gesundheitsvorsorge ist

Männer ab 60 – wie wichtig Gesundheitsvorsorge ist
Mit dem Erreichen der 60 beginnt für viele Männer ein neuer Lebensabschnitt – und das bedeutet mehr Aufmerksamkeit für die eigene Gesundheit. Wer vorsorgt, lebt länger, so die einfache Formel.
Während in jüngeren Jahren oft die Karriere und andere Verpflichtungen im Vordergrund standen, rückt nun die bewusste Gesundheitsvorsorge in den Fokus. Die moderne Medizin bietet heute zahlreiche Möglichkeiten, um die Lebensqualität im Alter zu erhalten und zu verbessern. Statistische Erhebungen zeigen, dass Männer, die regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, nicht nur länger leben, sondern auch vitaler sind.  Die Weltgesundheitsorganisation betont die Bedeutung präventiver Maßnahmen im Alter, da viele altersbedingte Erkrankungen in diesem Stadium noch gut behandelbar oder sogar vermeidbar sind. Ein strukturierter Vorsorgeplan, der verschiedene medizinische Bereiche abdeckt, bildet das Fundament für ein gesundes und aktives Leben in den kommenden Jahrzehnten.

Kardiovaskuläre Vorsorge und Herz-Kreislauf-Gesundheit


Das Herz-Kreislauf-System steht bei der Gesundheitsvorsorge für Männer über 60 an oberster Stelle. Regelmäßige Blutdruckmessungen sollten mindestens zweimal jährlich durchgeführt werden, da Hypertonie oft symptomlos verläuft, aber schwerwiegende Folgen haben kann. Die Kontrolle der Cholesterinwerte, insbesondere des LDL-Cholesterins und der Triglyceride, gibt wichtige Hinweise auf das Risiko für Arteriosklerose. Moderne Untersuchungsmethoden wie das Belastungs-EKG oder die Echokardiographie ermöglichen eine präzise Beurteilung der Herzfunktion. Besonders wichtig ist auch die Überprüfung des Blutzuckerspiegels, da Diabetes mellitus Typ 2 in dieser Altersgruppe häufig auftritt und das kardiovaskuläre Risiko erheblich steigert. Aktuelle medizinische Studien der Harvard Medical School zeigen, dass eine konsequente Überwachung dieser Parameter das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle signifikant reduzieren kann. Ergänzend zur medizinischen Diagnostik spielen Lebensstilfaktoren eine entscheidende Rolle: Eine mediterrane Ernährungsweise, moderate körperliche Aktivität und der Verzicht auf Nikotin bilden die Säulen der kardiovaskulären Prävention.

Prostatakrebs-Früherkennung und urologische Gesundheit


Die urologische Gesundheit verdient bei Männern ab 60 besondere Beachtung, wobei die Prostatakrebs-Früherkennung einen zentralen Stellenwert einnimmt. Der PSA-Test (Prostata-spezifisches Antigen) in Kombination mit der digital-rektalen Untersuchung bildet die Grundlage der Früherkennung. Bei auffälligen Werten oder familiärer Vorbelastung kann eine moderne MRT-Untersuchung der Prostata für präzise Diagnostik zusätzliche Sicherheit bieten. Neben der Krebsvorsorge ist auch die gutartige Prostatavergrößerung ein häufiges Thema in dieser Altersgruppe. Symptome wie häufiger Harndrang, besonders nachts, oder ein abgeschwächter Harnstrahl sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betont die Wichtigkeit regelmäßiger urologischer Vorsorge, wobei die konkreten Empfehlungen individuell mit einem Arzt besprochen werden sollten. Interessanterweise entscheiden sich manche Patienten in diesem Lebensabschnitt auch für eine Sterilisation beim Mann, wenn die Familienplanung definitiv abgeschlossen ist und eine sichere Verhütungsmethode gewünscht wird.

Darmkrebsvorsorge und Verdauungsgesundheit


Die Darmkrebsvorsorge gehört zu den wichtigsten präventiven Maßnahmen für Männer über 60. Die Koloskopie, die alle zehn Jahre durchgeführt werden sollte, ermöglicht nicht nur die Früherkennung von Darmkrebs, sondern auch die Entfernung von Vorstufen während der Untersuchung. Alternativ kann jährlich ein immunologischer Stuhltest durchgeführt werden, der okkultes Blut im Stuhl nachweist. Die Verdauungsgesundheit umfasst jedoch mehr als nur die Krebsvorsorge. Chronische Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Darmgesundheit nachhaltig. Probiotische Lebensmittel können zusätzlich zur Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora beitragen, was wiederum positive Auswirkungen auf das Immunsystem hat.
Präventive Lebensstilmaßnahmen und Bewegungskonzepte
Ein aktiver Lebensstil ist der Schlüssel zu gesundem Altern und sollte individuell angepasst werden. Bewährte Gesundheitsstrategien für reife Männer umfassen regelmäßige körperliche Aktivität, die sowohl Ausdauer als auch Krafttraining beinhaltet. Experten empfehlen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, aufgeteilt in mehrere Einheiten. Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren sind gelenkschonende Sportarten, die sich besonders gut eignen. Krafttraining zweimal wöchentlich hilft, dem altersbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken und die Knochendichte zu erhalten. Die mentale Gesundheit profitiert ebenfalls von regelmäßiger Bewegung: Studien zeigen, dass körperlich aktive Senioren ein geringeres Risiko für Depressionen und kognitive Beeinträchtigungen aufweisen.
Neben der Bewegung spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Prävention:
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Reduktion des Alkoholkonsums auf moderate Mengen
- Vollständiger Verzicht auf Tabakprodukte
- Ausreichend Schlaf von sieben bis acht Stunden
- Stressmanagement durch Entspannungstechniken
- Soziale Kontakte und geistige Aktivitäten pflegen
- Regelmäßige Zahnpflege und halbjährliche Zahnarztbesuche
Die Integration dieser Maßnahmen in den Alltag erfordert oft eine schrittweise Umstellung der Gewohnheiten. Kleine, nachhaltige Veränderungen sind dabei erfolgversprechender als radikale Umstellungen. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, ungesunde Gewohnheiten zu identifizieren und durch bessere Alternativen zu ersetzen. Auch die Teilnahme an Gesundheitskursen oder Sportgruppen für Senioren bietet nicht nur körperliche Aktivität, sondern auch soziale Interaktion, die für das psychische Wohlbefinden wichtig ist.
Fazit
Die Gesundheitsvorsorge für Männer ab 60 Jahren erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der medizinische Vorsorgeuntersuchungen mit einem gesunden Lebensstil verbindet. Regelmäßige Check-ups beim Hausarzt, spezialisierte Untersuchungen wie die Prostata- und Darmkrebsvorsorge sowie die konsequente Überwachung kardiovaskulärer Risikofaktoren bilden das medizinische Fundament. Ergänzt durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und mentale Fitness lässt sich die Lebensqualität im Alter deutlich steigern. Die moderne Medizin bietet heute hervorragende Möglichkeiten zur Früherkennung und Behandlung altersbedingter Erkrankungen. Wer diese Chancen nutzt und aktiv Verantwortung für die eigene Gesundheit übernimmt, kann die Jahre nach dem 60. Geburtstag vital und selbstbestimmt gestalten. Es lohnt sich, heute in die eigene Gesundheit zu investieren, um morgen die Früchte eines aktiven und erfüllten Lebensabends zu ernten.
Bild: iStock | insta_photos https://vorunruhestand.de/2025/10/maenner-ab-60-wie-wichtig-gesundheitsvorsorge-ist/

Die Inflation zieht wieder an

Die Inflation zieht wieder an
2020 waren es noch 1000 Euro – 2025 sind sie nur noch 834 Euro wert. Den Rest hat die Inflation aufgefressen. Da können Löhne und Rente nicht mithalten. Binnen fünf Jahren hat der Euro mindestens 16,6 Prozent an Wert verloren.
Im Juli 2025 betrug die Inflationsrate in Deutschland laut Statistischem Bundesamt „nur“ +2,0 Prozent, aber die kommt ja obendrauf auf die Preiserhöhungen der vergangenen Jahre. Im September 2025 waren es schon +2,4 Prozent.

Die Inflation steigt


Um wie viel die Verbraucherpreise gestiegen sind
Um wie viel die Verbraucherpreise gestiegen sind
Die Inflation sinkt nicht, nur die Preise steigen nicht ganz so stark wie 2023 und 2024. Zum einen sinkt die Inflation nicht, sondern stagniert im besten Fall; zum anderen führt ein Rückgang der Inflationsrate keineswegs zu einem Rückgang der Preise, sondern lediglich zu einer Verlangsamung des Preisanstiegs. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil: Von 2020 bis Oktober 2024 sind die Preise um knapp 20 Prozent gestiegen und trotz zwischenzeitlicher Inflationsrückgänge sind Waren keinen Cent billiger geworden. Was Inflation für den realen Wert des Geldes bedeutet, der checkt das am besten einmal selbst mit dem Inflationsrechner von Finanzen-Rechner.net. Die Verbraucherpreise sind von 2020 bis Ende 2023 um 17,29 Prozent gestiegen (bis Oktober 2024 sogar um 20,2 Prozent), wie sich mit dem Inflationsrechner von Finanzen-Rechner.net gegenchecken lässt. 1000 Euro waren zwar nominal 2024 immer noch 1000 Euro, real waren diese 1000 Euro Ende laut Inflationsrechner nur noch 852,61 Euro wert. Das merkt jede und jeder, wenn er zum Bäcker oder in den Supermarkt geht oder seine Nebenkostenabrechnung betrachtet.
Inflationsraten seit 2020
Die Inflation war 2020 sehr niedrig, teilweise wegen der temporären Mehrwertsteuersenkung und pandemiebedingter Konsumzurückhaltung.
Jahr
Inflationsrate (Veränderung zum Vorjahr)
2020
0,5 %
2021
3,1 %
2022
6,9 %
2023
5,9 %
2024
2,2 %
2025
ca. 2,4 % (Prognose)
Preiserhöhungen 2025 programmiert
Die Steigerungsrate der Inflation ist 2024 zwar etwas zurückgegangen, aber seit Juni 2025 zieht sie wieder an. Und die nächsten Erhöhungen sind schon programmiert: So werden 2026 vermutlich die Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung und der Pflegeversicherungsbeitrag angehoben. https://vorunruhestand.de/2025/10/die-inflation-zieht-wieder-an/

Mittwoch, 24. September 2025

Gutverdiener sollen höhere Steuern zahlen

Gutverdiener sollen höhere Steuern zahlen
Die SPD will Gutverdiener höher besteuern. Die Genossen laufen sich schon mal warm – und denken dabei an Vermögens- und Reichensteuer. Bei Einsparungen halten sie sich hingegen zurück.
Lars Klingbeil, der Co-Vorsitzende der SPD, möchte 📌 Maßnahmen ergreifen, um gutverdienende Menschen stärker an den finanziellen Lasten des Staates zu beteiligen. Dies könnte beispielsweise durch höhere Steuern oder 💶 Beiträge für Wohlhabende geschehen, um soziale Gerechtigkeit zu fördern und die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen zu sichern.
Mit🫸 „Werden darauf drängen, dass das so kommt“ deutet er an, dass er und seine Partei aktiv dafür eintreten werden, diese Veränderungen zu realisieren. Es ist ein 📣 Appell, die gesellschaftliche Verantwortung der Besserverdienenden zu betonen und sicherzustellen, dass sie ihren fairen Anteil zur Finanzierung des Gemeinwohls leisten, so weit die Vorstellungen der SPD.

Gutverdiener zur Kasse bitten


Lars Klingbeil hat in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen ins Spiel gebracht, um Gutverdiener stärker zur Kasse zu bitten. Dazu zählen unter anderem:
- 📈 Erhöhung der Einkommenssteuer: Eine Anhebung des Steuersatzes für hohe Einkommen könnte in Betracht gezogen werden, um die Steuerlast gerechter zu verteilen.
- 🤑 Vermögenssteuer: Die Einführung oder Wiederbelebung einer Vermögenssteuer für besonders reiche Haushalte könnte zusätzliche Einnahmen generieren.
- 🛟 Solidaritätszuschlag: Eine teilweise Rückkehr des Solidaritätszuschlags für Besserverdienende könnte ebenfalls eine Möglichkeit sein, um mehr Geld für den Staatshaushalt zu gewinnen.
- 🏭 Bessere Besteuerung von Unternehmensgewinnen: Maßnahmen zur Schließung von Steuerschlupflöchern und zur fairen Besteuerung von Unternehmen könnten ebenfalls Teil der Diskussion sein.
- 🎗️Finanzierung sozialer Projekte: Die Mittel aus diesen Maßnahmen könnten gezielt in soziale Projekte oder Infrastruktur investiert werden, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken.
Diese Vorschläge zielen darauf ab, die soziale Gerechtigkeit zu erhöhen und die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen zu sichern.

Was das für die Steuer bedeutet


Lars Klingbeil hat sich konkret zu den Steuersätzen in der Einkommenssteuer bislang nicht in detaillierter Form geäußert, aber allgemein wird von der SPD diskutiert, dass die Spitzensteuersätze für hohe Einkommen angehoben werden könnten:
- In der Regel wird dabei oft über eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von derzeit 42 % auf etwa 45 % oder mehr nachgedacht, insbesondere für Einkommen, die über einer festgelegten Grenze liegen (z. B. 100.000 Euro jährlich).
- Es könnte auch Überlegungen geben, die Reichensteuer für Einkommen über 250.000 Euro einzuführen, was einen noch höheren Steuersatz bedeuten würde.
- Für genaue Zahlen und Vorschläge ist es jedoch wichtig, die offiziellen Parteidokumente oder aktuelle Äußerungen von Klingbeil und anderen SPD-Vertretern zu verfolgen, da sich die Diskussionen und Vorschläge weiterentwickeln können.
Was könnte das an Einnahmen bringen?
Ja, es gibt Schätzungen darüber, wie viel Geld verschiedene Modelle der Reichensteuer generieren könnten. Diese Schätzungen variieren je nach den genauen Bedingungen und den angewandten Steuersätzen. Hier sind einige allgemeine Zahlen:
- Erhöhung des Spitzensteuersatzes:
- Eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 45 % könnte potenziell mehrere Milliarden Euro jährlich einbringen. Schätzungen liegen oft im Bereich von 10 bis 15 Milliarden Euro.
- Einführung einer Reichensteuer:
- Wenn eine Reichensteuer für Einkommen über 250.000 Euro eingeführt wird, könnten die jährlichen Einnahmen ebenfalls im zweistelligen Milliardenbereich liegen. Schätzungen schwanken häufig zwischen 5 und 10 Milliarden Euro.
- Vermögenssteuer:
- Eine Vermögenssteuer, die Vermögen über 1 Million Euro besteuert, könnte in Deutschland ebenfalls beträchtliche Einnahmen generieren. Schätzungen hierzu reichen häufig von 10 bis 20 Milliarden Euro jährlich, je nach Höhe des Steuersatzes und der Umsetzung.
- Kombinierte Modelle:
- Kombinierte Modelle, die sowohl Einkommens- als auch Vermögenssteuer berücksichtigen, könnten insgesamt Einnahmen von 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr erreichen.
Diese Schätzungen sind jedoch stark von Annahmen über das Verhalten der Steuerzahler, die Wirtschaftslage und die genaue Ausgestaltung der Steuerregelungen abhängig. Daher sind sie oft mit Unsicherheiten behaftet.
 
Bild: Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Saskia Esken | picture alliance / dts-Agentur https://vorunruhestand.de/2025/09/gutverdiener-sollen-hoehere-steuern-zahlen/

Riester am Ende? So viele kündigen ihre Verträge

Riester am Ende? So viele kündigen ihre Verträge
Was mit Riester machen? Am besten ruhen lassen oder kündigen – zu diesem Schluss kommen Hunderttausende und kehren der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge den Rücken.
Die Riester-Rente sollte unsere Altersvorsorge revolutionieren. Doch was als staatlich geförderter Rettungsanker begann, entwickelte sich zum Desaster. Mit hohen Kosten, intransparenten Strukturen und einer oft enttäuschenden Rendite hat die Riester-Rente bei vielen Sparern ihren Ruf verspielt. Ein neuer Rekord an Kündigungen im Jahr 2025 zeigt: Die Geduld ist am Ende.

📉 220.000 Kündigungen seit Januar 2025


Laut einer aktuellen Auswertung des Verbraucherportals Finanztip wurden allein bis August 2025 geschätzt rund 220.000 Riester-Verträge gekündigt. Damit steuert das Modell auf einen neuen Negativrekord zu: Schon 2024 lag die Zahl der Kündigungen bei 266.000. Insgesamt wurden seit Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 über fünf Millionen Verträge vorzeitig beendet – das entspricht jedem vierten Abschluss der ursprünglich 20 Millionen Verträge.
Die Gründe sind vielfältig:
- Hohe Kosten und geringe Rendite machen Riester-Verträge für viele unattraktiv.
- Die Beitragsgarantie verhindert oft lukrativere Investitionen.
- Intransparente Vertragsbedingungen und komplizierte Steuerregeln schrecken ab.
📊 Kündigungstrend hält an
Jahr
Anzahl Kündigungen
Vertragsbestand (ca.)
2022
250.000
15,8 Mio.
2023
266.000
15,2 Mio.
2024
266.000
14,9 Mio.
2025 (bis Aug)
220.000
<14,5 Mio. (geschätzt)
Quelle: Finanztip, Deutsche Rentenversicherung
Zahl der Riester-Verträge
Zahl der Riester-Verträge - der Negativtrend ist unverkennbar
🧠 Was bedeutet das für dich als Sparer?
Viele Verbraucher stehen vor der Frage: Kündigen oder behalten? Doch Achtung: Eine Kündigung kann teuer werden. Wer seinen Vertrag auflöst, muss staatliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Eine Beitragsfreistellung ist oft die bessere Alternative, wenn du unzufrieden bist, aber keine Verluste riskieren willst.
🗣️ Verbraucherschützer fordern: Jetzt reformieren!
Saidi Sulilatu, Chefredakteur von Finanztip, bringt es auf den Punkt:
„Die Riester-Rente ist gescheitert. Jedes weitere verlorene Jahr kostet die Menschen im Alter Einkommen.“
Gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Finanztip:
- Ein einfaches, transparentes und kostengünstiges Nachfolgemodell
- Standardisierte ETF-Produkte mit maximal 0,5 % Kosten pro Jahr
- Wegfall der Beitragsgarantie zugunsten höherer Renditechancen
- Automatische Teilnahme mit Opt-out statt komplizierter Antragstellung
- Bestandsschutz für bestehende Verträge und kostenlose Wechseloption

🧒 Frühstart-Rente: Hoffnung oder Feigenblatt?


Die Bundesregierung plant ab 2026 die sogenannte Frühstart-Rente: Jedes schulpflichtige Kind soll monatlich 10 Euro vom Staat erhalten, die bis zum Renteneintritt investiert werden können. Doch Experten warnen: Das reicht nicht. Es braucht Lösungen für Alleinerziehende, Geringverdiener und Familien, nicht nur für Kinder.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up
Fazit: Was du jetzt tun kannst
🔹 Prüfe deinen Riester-Vertrag kritisch – aber kündige nicht vorschnell.
🔹 Informiere dich über Alternativen wie ETF-Sparpläne oder betriebliche Altersvorsorge.
🔹 Bleib dran: Eine Reform ist überfällig – und du solltest vorbereitet sein, wenn sie kommt.
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Montag, 22. September 2025

Vielmehr Frauen als Männer werden 100

Vielmehr Frauen als Männer werden 100
Fünfmal mehr Frauen als Männer werden 100 Jahre alt. Dies stellt Deutschlands Rentensysteme vor große Herausforderungen, denn die Zahl der Hundertjährigen steigt.

Langlebigkeitsrisiko – Herausforderung für Altersvorsorge


In Deutschland lebten Ende 2024 18.500 Rentnerinnen und Rentner, die über 100 Jahre alt waren. Davon waren etwa 15.500 Frauen und 3.000 Männer. Diese Zahlen verdeutlichen das sogenannte Langlebigkeitsrisiko und unterstreichen, wie wichtig eine Altersvorsorge ist, die bis zum Lebensende zahlt.
Experten warnen davor, die Lebensstandardsicherung im Alter durch zeitlich befristete Auszahlungspläne zu gefährden. Dies betrifft nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch private und betriebliche Vorsorge. Ein Großteil der Vorsorgenden könnte andernfalls im hohen Alter ohne Einkommen dastehen.
Deswegen das Credo der Präsidentin der DRV Bund, Gundula Roßbach: “Eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Leitbild der Lebensstandardsicherung aus mehreren Säulen (gesetzliche Rente, betriebliche und private Altersvorsorge, d. Red.) realisiert werden kann, ist die obligatorische Absicherung des Langlebigkeitsrisikos durch die geförderte zusätzliche Altersvorsorge. … Es geht um Lebensstandardsicherung ein Leben lang – und nicht nur in einem begrenzten Lebensabschnitt im Alter."

Was bedeutet das für Ihre Altersvorsorge?


Die aktuelle Bundesregierung hat die Reform der privaten Altersvorsorge als wichtiges Ziel deklariert. Dies macht das Thema für jeden Einzelnen relevant.
So können Sie reagieren:
- Prüfen Sie Ihre Vorsorge: Haben Sie eine Vorsorge, die bis zum Lebensende zahlt?
- Sprechen Sie mit Experten: Lassen Sie sich beraten, welche Optionen für Sie am besten sind.
- Fragen Sie sich: Wie stelle ich sicher, dass ich auch mit 90 oder 100 Jahren finanziell abgesichert bin?
Indem Sie diese Fragen proaktiv angehen, können Sie sicherstellen, dass Ihr Lebensstandard auch im hohen Alter gesichert ist. https://vorunruhestand.de/2025/09/vielmehr-frauen-als-maenner-werden-100/