Donnerstag, 29. Januar 2026

Kann der Sozialstaat abgespeckt werden?

Kann der Sozialstaat abgespeckt werden?
Über 3.500 Paragrafen und 500 Leistungen: Deutschlands Sozialrecht ist ein Labyrinth. Experten fordern Reformen – gelingt jetzt das Abspecken des Apparats?
Deutschland ist stolz auf sein soziales Netz, doch das Geflecht ist über die Jahrzehnte immer engmaschiger und komplizierter geworden. Wer heute nach Orientierung sucht, steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Das Sozialgesetzbuch (SGB) umfasst mittlerweile 13 Bücher mit weit über 3.500 Paragrafen. Von der Rentenversicherung (SGB VI) bis zur Pflegeversicherung (SGB XI) – die Regelungswut ist enorm.

Ein Apparat am Limit?


Rund 500 verschiedene Sozialleistungen gibt es hierzulande. Was theoretisch der Einzelfallgerechtigkeit dienen soll, führt in der Praxis oft zu Frust bei den Bürgerinnen und Bürgern – und zu Überlastung in den Behörden. Besonders für Menschen im Übergang in den Ruhestand ist die Komplexität spürbar: Wer versteht schon auf Anhieb die 9/10-Regel in der Krankenversicherung der Rentner oder die Details der Erwerbsminderungsrente? Aber vielen anderen geht es ebenso.

26 Vorschläge für den Umbau


Die Debatte um eine grundlegende Reform gewinnt an Fahrt. Die schwarz-rote Koalition will den Sozialstaat reformieren – und hat dafür eine Kommission eingesetzt, deren Vorschläge vorliegen: 26 an der Zahl. Dabei geht es um eine effizientere Verwaltung und die Zusammenführung von Sozialleistungen – und um Entbürokratisierung.
Die zentralen Fragen lauten:
- Zusammenlegung von Leistungen: Können Grundsicherung, Kindergeld und Elterngeld vereinfacht werden?
- Digitalisierung: Hilft Technik dabei, den „Dschungel“ für den Bürger passierbar zu machen?
- Rechtssicherheit vs. Komplexität: Müssen wir auf einen Teil der Detailregelungen verzichten, um das System überhaupt noch steuerbar zu halten?
Die Sozialstaatsbürokratie soll schlanker, bürgernäher, transparenter werden: Bund, Länder und Kommunen wollen den Sozialstaat modernisieren – so die „Empfehlungen der Kommission zur Sozialstaatsreform“.
Die 26 Empfehlungen
1. Neue Systematisierung von Sozialleistungen

Die Kommission empfiehlt ein einheitlichen Sozialleistungssystems, in dem zentrale steuerfinanzierte Leistungen wie Grundsicherung, Wohngeld und Kinderzuschlag aufgehen. Ziel ist eine transparente und digitaltaugliche Struktur – ohne Systembrüche.


2. Einheitliche Verwaltung für das neue System

Es soll eine Anlaufstelle („Leistungen aus einer Hand“) für Bürgerinnen und Bürger geben.


3. Stärkung der persönlichen Beratung

Es soll wohnortnahe Erstanlaufstellen geben – zur Hilfe und Orientierung.


4. Anpassung der Einkommensanrechnung

Arbeiten soll sich wieder lohnen. So wird der Grundabsetzbetrag auf 50 Euro reduziert, während höhere Einkommen künftig weniger stark auf die Transferleistungen angerechnet werden sollen.


5. Zugang für EU-Ausländer zu Sozialleistungen neu regeln

„Fehlanreize“ sollen korrigiert werden beim Bezug von Sozialleistungen für EU-Ausländer.


6. Vereinheitlichung von Einkommensbegriffen

Der Datenaustausch zwischen Behörden soll durch Vereinheitlichung vereinfacht werden.


7. Harmonisierung weiterer Rechtsbegriffe

Neben dem Einkommen sollen auch andere zentrale Begriffe wie „Haushalt“, „Bedarfsgemeinschaft“ und verschiedene Altersstufen vereinheitlicht werden.


8. Stärkere Pauschalierung von Leistungen

Leistungen in der Existenzsicherung sollen pauschaliert werden – mit dem Ziel, bei den Prüfaufwand für Bürger und Verwaltung zu reduzieren.


9. Erweiterung von Bagatellgrenzen

Die Kommission empfiehlt, Bagatellgrenzen für Rückforderungen und Erstattungen einzuführen oder zu erhöhen, um den Vollzug kostengünstiger zu gestalten.


10. Vereinfachung von Bildung und Teilhabe

Dieser Reformvorschlag zielt darauf ab, eines der kompliziertesten und bürokratischsten Felder des deutschen Sozialrechts – das sogenannte Bildungspaket (BuT) – radikal zu vereinfachen. Bisher müssen Eltern für jeden Ausflug, jeden Musikschulbeitrag oder jedes Mittagessen einzeln Anträge stellen und Belege einreichen. Das soll sich ändern. Momentan ist die aktuelle Struktur der Bildungs- und Teilhabeleistungen über mehrere Bücher des Sozialgesetzbuchs verteilt, darunter SGB II, SGB XII und Bundeskindergeldgesetz (BKGG).


11. Antragsloses Kindergeld

Kindergeld soll künftig unmittelbar nach der Geburt eines Kindes ohne vorherige Antragstellung ausgezahlt werden.


12. Zentralisierung des Elterngeldes

Berechnung und Auszahlung des Elterngeldes sind dermaßen komplex, dass sich viele Eltern überfordert fühlen. Es gibt für das Elterngeld allein schon drei verschiedene Varianten: Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus. Das soll sich


13. Ende des Parallelbezugs von Unterhaltsvorschuss

Dabei geht es um bürokratisches Nullsummenspiel: Bisher erhalten viele Alleinerziehende im Bürgergeld-Bezug (Grundsicherung) zusätzlich einen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. Das Problem: Der Unterhaltsvorschuss wird beim Jobcenter als Einkommen angerechnet und mindert das Bürgergeld eins zu eins. Künftig soll, wer Grundsicherung bezieht, nur noch Geld aus einer Hand (vom Jobcenter) bekommen.


14. Bündelung des Unterhaltsrückgriffs

Das lässt sich am besten an einem Beispiel erklären: Stellen Sie sich vor, ein Rentner ist im Pflegeheim und das Sozialamt zahlt die Differenz (Hilfe zur Pflege). Das Sozialamt in Buxtehude müsste nun prüfen, ob die Kinder in München genug verdienen (über 100.000 Euro Bruttoeinkommen wegen des Angehörigenentlastungsgesetzes). Nach der Reform würde das Sozialamt Buxtehude den Fall einfach an eine Zentralstelle melden, die digital und routiniert die Einkommensprüfung der Kinder vornimmt.


15. Rechtsvereinfachungen im SGB II

Verfahren zur Feststellung der Erwerbsfähigkeit sollen beschleunigt werden.


16. Rechtsvereinfachungen im SGB XII

Ganz praktisch bedeutet dieser Reformvorschlag für Betroffene vor allem eines: weniger Behördengänge und mehr Planungssicherheit. Er zielt darauf ab, die "Dauergäste" im Sozialamt – also Menschen, deren Situation sich biologisch oder beruflich faktisch nicht mehr ändern wird – aus der bürokratischen Tretmühle zu holen – durch:


1. Längere Bewilligungszeiträume "Einmal prüfen statt jedes Jahr"
- Die Praxis: Da ein Rentner nicht plötzlich wieder "jung" wird und eine dauerhafte Erwerbsminderung medizinisch bereits festgestellt ist, ändert sich das Einkommen meist nur durch die jährliche Rentenanpassung.
Die Änderung: Der Bewilligungszeitraum könnte auf zwei Jahre oder länger gestreckt werden. Das Amt meldet sich seltener, und das Geld läuft ohne ständige neue Nachweise weiter.

2. Pauschalen statt "Betteln für den Einzelfall"


Bisher sind Nischenleistungen wie Darlehen für Stromschulden oft an mühsame Einzelfallprüfungen geknüpft. Man muss das Problem erst nachweisen, einen Antrag stellen und dann hoffen, dass der Sachbearbeiter zustimmt.


3. Flexiblere Anrechnung von Einkommen und Guthaben


Dies ist der Punkt, der für das Sparbuch oder den kleinen Nebenverdienst entscheidend ist.


Guthaben (Schonvermögen): Es gibt Grenzen (meist 10.000 €). Wer knapp darüber liegt, muss erst alles aufbrauchen – es soll mehr Spielraum geben
Einkommen: Wenn ein Rentner beispielsweise eine kleine Aufwandsentschädigung für ein Ehrenamt erhält oder ein geringes Nebeneinkommen hat, soll die Anrechnung "flexibler" sein.
17. Kostenbegrenzung in der Eingliederungshilfe

Hinter dem sperrigen Behördendeutsch des „Dialogprozesses Eingliederungshilfe“ verbirgt sich eine Weichenstellung für Millionen Menschen mit Behinderungen und die Finanzlage ihrer Stadt oder Gemeinde. Ganz praktisch bedeutet das:


·      Die Eingliederungshilfe (SGB IX) ist die Leistung, die Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Da diese Leistungen seit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) personenzentriert sind, sind die Kosten massiv gestiegen. Was „Klärung von Schnittstellen“ bedeutet.

·      In der Praxis gibt es oft Streit darüber, wer zahlt: die Krankenkasse (SGB V), die Pflegekasse (SGB XI) oder die Eingliederungshilfe (SGB IX)? Die Folge bisher: langwierige Klärungsprozesse, während der Betroffene wartet.


·      Was „effizientere Verwaltungsverfahren“ bedeuten. Aktuell ist die Bedarfsermittlung extrem bürokratisch. Sachbearbeiter und Betroffene sitzen Stunden über hunderten Seiten Formularen.
·       Was „bessere Steuerungsmöglichkeiten“ bedeuten: „Steuerung“ ist oft ein Codewort für die Begrenzung von Wahlmöglichkeiten. Das Risiko für Betroffene: Es wird diskutiert, das sogenannte „Pooling“ zu verstärken. Das heißt: Mehrere Personen müssen sich eine Assistenz teilen. Wunsch- und Wahlrecht: Es steht zur Debatte, ob der Wunsch nach einer teureren, individuellen Wohnform abgelehnt werden darf, wenn eine gemeinschaftliche Wohnform (Heim oder WG) deutlich günstiger wäre.
18. Plattformbasierte Modernisierung („Deutschland-Stack“)
„Government-as-a-Platform“ (GaaP) bedeutet, dass der Staat nicht mehr für jede einzelne Leistung (wie Elterngeld, Wohngeld oder Rente) ein komplett eigenes digitales Rad erfindet, sondern ein gemeinsames Fundament nutzt. Das betrifft beispielsweise die Identifizierung: Anstatt für jedes Portal ein neues Passwort zu erstellen, nutzen die Bürgerinnen und Bürger einmalig die BundID (des digitalen Ausweises). Das „Once-Only“-Prinzip: Praktisch bedeutet das: Wer einmal seine Adresse oder Geburtsurkunde im System hinterlegt hat, muss diese nicht für den nächsten Antrag erneut hochladen.
19. Zentrales digitales Sozialportal

Ein zentrales Sozialportal („One-Stop-Shop“) soll als digitaler Zugang für alle Sozialleistungen von Bund, Ländern und Kommunen fungieren. Bürger können dort Leistungen zeit- und ortsunabhängig beantragen, wobei das Portal transparent über Ansprüche informiert. Für Personen mit geringer digitaler Kompetenz bleibt die Unterstützung durch Vor-Ort-Anlaufstellen erhalten.


20. Verbindliche Standards für die Digitalisierung

Das würde ein Ende des „Zuständigkeits-Hoppings“ bedeuten. Heute müssen die Bürgerinnen und Bürger für Wohngeld zur Kommune, für die Rente zur Rentenversicherung und für das Elterngeld zur Elterngeldstelle – jeweils mit eigenen Formularen, Logins und Ansprechpartnern – das soll mit dem „One-Stop-Shop“-Prinzip radikal vereinfacht werden.


21. Verbesserung des Datenaustauschs

Der Austausch von Nachweisen zwischen Behörden soll über das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) massiv ausgebaut werden. Die Verwendung der Identifikationsnummer (IDNr) als eindeutiges Merkmal soll ausgeweitet werden, um Daten zuverlässig Personen zuordnen zu können. Ziel ist es, dass Bürger Daten nur noch einmal angeben müssen („Once-Only-Prinzip“).


22. Digitaltauglicher Sozialdatenschutz

Der Sozialdatenschutz soll vereinfacht und an die Erfordernisse digitaler Prozesse angepasst werden, ohne das Schutzniveau zu senken.


23. Einsatz von künstlicher Intelligenz

Die Kommission empfiehlt, Prozesse der Sozialverwaltung durch den Einsatz von KI stärker zu automatisieren und hierfür Rechtssicherheit zu schaffen.


24. Vernetzte hybride Beratung

Der „Behörden-Ping-Pong“, bei dem man von einem Amt zum nächsten geschickt wird, soll durch eine digitale Konferenzschaltung ersetzt werden.


25. „Lernender Staat“ und Experimentierklauseln

Das wäre eine kleine Revolution in der Art und Weise, wie Gesetze in Deutschland gemacht und angewendet werden. Ganz praktisch bedeutet das:  „Experimentierklauseln“ – Testlauf statt Kaltstart. Bisher gilt im Sozialrecht das Prinzip: Ein Gesetz wird in Berlin beschlossen und gilt ab Stichtag X für alle 400 Jobcenter oder tausende Sozialämter gleichzeitig. Funktioniert es nicht, ist das Chaos perfekt. Das soll sich ändern. Ferner soll „Rulemapping“ eingeführt werden, das heißt, denken wie ein Programmierer. Oft schreiben Juristen Gesetze so kompliziert (mit unzähligen „wenn-dann“-Ausnahmen), dass ein Software-Entwickler sie kaum in eine App oder Maske übersetzen kann. Künftig soll es eine Prüfung geben: Wenn das Diagramm zu viele Schleifen und Sackgassen hat, wird das Gesetz zurückgewiesen. Es muss so klar sein, dass eine Maschine es logisch verarbeiten kann. In der Endstufe der Digitalisierung soll gelten, dass Gesetze direkt in maschinenlesbarer Sprache verfasst werden. Wenn sich beispielsweise ein Freibetrag ändert, wird dieser Wert an einer zentralen Stelle im „Code“ des Staates geändert, und alle angeschlossenen Systeme (Rentenkasse, Finanzamt, Elterngeldstelle) aktualisieren sich automatisch.


26. Expertengremium zur Umsetzung

Ein Expertengremium „Digitalisierung der Sozialverwaltung“ unter Federführung von BMAS und BMDS soll die Umsetzung der Reformempfehlungen begleiten.


Fazit
Ob der „aufgeblähte Apparat“ wirklich abgespeckt werden kann, bleibt abzuwarten. Klar ist: Für angehende Ruheständler bleibt Information die wichtigste Währung. Nur wer seine Rechte im SGB-Dschungel kennt, kann die Leistungen beanspruchen, die ihm zustehen.
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Dschungel Sozialrecht


Das deutsche Sozialgesetzbuch (SGB) ist modular aufgebaut und umfasst aktuell 13 Bücher. Diese werden klassischerweise mit römischen Ziffern (I bis XII) bezeichnet, wobei das SGB XIV als jüngstes Buch hinzugekommen ist.
Hier ist die Übersicht über die Bücher und die ungefähre Anzahl der Paragrafen:
-
Die 13 Bücher des SGB
Buch
Thema
Inhalt (Beispiele)
SGB I
Allgemeiner Teil
Aufgaben des Sozialgesetzbuchs, Rechte und Pflichten.
SGB II
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Bürgergeld (ehemals Hartz IV).
SGB III
Arbeitsförderung
Arbeitslosengeld I, Arbeitsvermittlung.
SGB IV
Gemeinsame Vorschriften
Sozialversicherung im Allgemeinen (Beiträge, Träger).
SGB V
Gesetzliche Krankenversicherung
Leistungen der GKV, Mitgliedschaft (9/10-Regel).
SGB VI
Gesetzliche Rentenversicherung
Altersrente, Erwerbsminderungsrente.
SGB VII
Gesetzliche Unfallversicherung
Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten.
SGB VIII
Kinder- und Jugendhilfe
Kitas, Heimerziehung, Jugendamt.
SGB IX
Rehabilitation und Teilhabe
Rechte von Menschen mit Behinderungen.
SGB X
Verwaltungsverfahren
Wie Behörden arbeiten müssen, Datenschutz.
SGB XI
Soziale Pflegeversicherung
Pflegegrade, Pflegegeld.
SGB XII
Sozialhilfe
Grundsicherung im Alter, Hilfe zum Lebensunterhalt.
SGB XIV
Soziale Entschädigung
Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (neu seit 2024).
Hinweis: Ein "SGB XIII" existiert derzeit nicht; die Nummerierung sprang direkt von XII auf XIV.
-
Wie viele Paragraphen sind es?
Die genaue Zahl der Paragraphen schwankt ständig durch Gesetzesänderungen, Streichungen und Einschübe (wie z. B. § 5a, § 5b etc.).
- Gesamtzahl: Es sind insgesamt über 3.500 Paragraphen.
- Die "Schwergewichte": Das SGB V (Krankenversicherung) und das SGB VI (Rentenversicherung) gehören mit jeweils mehreren hundert Paragraphen zu den umfangreichsten Werken.
Warum so viele?
Das Sozialrecht in Deutschland ist extrem detailliert geregelt, um Rechtssicherheit für Millionen von Versicherten zu schaffen. Neben dem SGB gibt es zudem noch "Nebengesetze", die formal nicht im SGB stehen, aber zum Sozialrecht gehören (z. B. das Bundesausbildungsförderungsgesetz – BAföG oder das Wohngeldgesetz). https://vorunruhestand.de/2026/01/kann-der-sozialstaat-abgespeckt-werden/

Mittwoch, 28. Januar 2026

So viel Geld fehlt deutschen Rentnern wirklich

So viel Geld fehlt deutschen Rentnern wirklich
Eine Studie zeigt: Viele Ruheständler leben über ihre Verhältnisse. Im Schnitt fehlen monatlich 160 Euro, die mühsam aus Ersparnissen finanziert werden.
Reicht das Geld im Alter? Wie sicher ist der Lebensstandard im Ruhestand wirklich? Ein komplexes Thema. Eine aktuelle Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag von Union Investment wirft ein Schlaglicht auf die realen Finanzen deutscher Seniorenhaushalte. Der „Vorsorgekompass 2026“ räumt mit dem Mythos auf, dass die gesetzliche Rente allein den gewohnten Alltag sichern kann.

Die nackten Zahlen: Einnahmen vs. Ausgaben


Laut den Forschern um Prof. Dr. Christian Hagist stehen einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von 2.988 Euro Ausgaben von rund 3.148 Euro gegenüber. Das Ergebnis ist eine Finanzierungslücke von etwa 160 Euro pro Monat.
Besonders brisant: Diese Differenz wird aktuell primär durch das Aufzehren von Ersparnissen gedeckt. Was kurzfristig funktioniert, könnte für viele zur Falle werden, wenn das Vermögen im hohen Alter aufgebraucht ist, während die Kosten – insbesondere für Wohnen und Gesundheit – weiter steigen.
Wohnen als größter Kostenfresser
Fast die Hälfte des Budgets (ca. 50 %) fließt laut Studie in die Wohnkosten. Das trifft Mieter hart, entlastet aber jene, die im Eigenheim leben. Dennoch zeigt die Analyse der „Welt“, dass auch Immobilienbesitzer nicht vor Überraschungen gefeit sind, da Instandhaltung und Nebenkosten oft unterschätzt werden.
Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Die Studie unterscheidet verschiedene Typen von Ruheständlern: Während „häuslich Orientierte“ oft mit ihrem Einkommen hinkommen, klafft bei „aktiven und reisefreudigen“ Senioren oft eine deutlich größere Lücke.
Fazit für Vorunruheständler:
Die gesetzliche Rente deckt im Schnitt nur rund 60 % der tatsächlichen Ausgaben. Wer seinen Lebensstandard halten will, kommt um eine frühzeitige private oder betriebliche Zusatzvorsorge nicht herum. Verlassen Sie sich nicht allein auf das Prinzip „Vermögensentnahme“ – ein strukturierter Entnahmeplan und eine realistische Kalkulation der Fixkosten sind für einen entspannten Ruhestand essenziell.

Dieses Video gibt weitere Einblicke in die aktuelle Rentensituation und erklärt, warum Rentenpunkte im Jahr 2026 besonders teuer werden und was das für künftige Rentner bedeutet.


Was kostet der Kauf von Rentenpunkten?
https://www.youtube.com/watch?v=cb0upa93Kf0

Quelle: Rentenbescheid24

https://vorunruhestand.de/2026/01/so-viel-geld-fehlt-deutschen-rentnern-wirklich/

Montag, 26. Januar 2026

Goldpreis-Hammer: Erstmals über 5.000 Dollar pro Unze

Goldpreis-Hammer: Erstmals über 5.000 Dollar pro Unze
Gold erreicht ein historisches Hoch. Warum boomt das Edelmetall so? Was raten Experten und wie sicher ist unser Vermögen in Krisenzeiten wirklich?
Am 26. Januar 2026 knackte der Goldpreis (für eine Feinunze 31,1 Gramm) an der Londoner Metallbörse die 5000-Dollar-Marke. Das gab es noch nie! Damit setzt das Edelmetall seinen rasanten Höhenflug fort, nachdem es allein im Vorjahr ein Plus von 65 Prozent verzeichnete – der stärkste Anstieg seit den 1970er-Jahren.

Goldrausch – und was das für Anleger bedeutet


Warum steigt Gold so extrem?

Für den aktuellen Boom gibt es ein ganzes Bündel an Gründen, die besonders für sicherheitsorientierte Anleger im Vorruhestand relevant sind:


Geopolitische Krisen: Spannungen im Nahen Osten und Handelskonflikte, wie die jüngsten Zolldrohungen gegen europäische Staaten, treiben Investoren in den „sicheren Hafen“.
Zentralbanken schichten um: Vor allem Schwellenländer wie China reduzieren ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und kaufen massiv Goldreserven auf.
Angst um die Unabhängigkeit der Fed: Politische Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die US-Notenbank schüren Zweifel an der Stabilität der Weltleitwährung. Trump will den gegenwärtigen Präsidenten der Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, möglichst heute statt morgen loswerden.
Zinswende: Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es bei sinkenden Marktzinsen im Vergleich zu Staatsanleihen deutlich attraktiver.
Goldpreis - Entwicklung seit 2016
screenshot
Goldpreis (Feinunze: 31,1 Gramm) in US-Dollar Quelle: comdirect
Auch Silber zieht kräftig nach

Nicht nur Gold glänzt: Silber überschritt kürzlich die Marke von 100 US-Dollar. Hier treibt vor allem die Industrie den Preis, da das Metall für Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Robotik und die Energiewende unverzichtbar ist.


Was sollten Privatanleger jetzt tun?


Deutschland ist traditionell ein Land der Gold-Fans. Mit über 9.000 Tonnen privatem Goldbesitz (Barren, Münzen und Schmuck) sichern viele Bürger ihr Vermögen ab. Doch wie viel Gold gehört in ein Depot für den Ruhestand?


Die Stiftung Warentest bleibt bei ihrer bewährten Empfehlung: Rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold können als Absicherung gegen Währungsreformen oder schwere Rezessionen sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch: Gold sollte nur mit Kapital gekauft werden, das langfristig nicht benötigt wird, da die Preise auch nach Rekordjahren schwanken können.


Ausblick: Geht die Reise noch weiter?

Während einige Experten vor einer Überhitzung warnen, sind Großbanken wie Goldman Sachs optimistisch und halten Kurse von bis zu 5.400 Dollar bis Ende 2026 für möglich.


Fazit: Gold bleibt die ultimative Versicherung im Depot. Wer bereits Bestände hat, darf sich über satte Buchgewinne freuen. Wer jetzt erst einsteigt, sollte dies aufgrund der hohen Kurse mit Augenmaß tun.


Wie in Gold investieren?


In Gold zu investieren ist heute so einfach wie nie zuvor. Je nachdem, ob ein Anleger das glänzende Metall lieber physisch in den Händen halten oder bequem per Mausklick in deinem Depot verwalten möchte, gibt es unterschiedliche Wege.


Hier sind die gängigsten Möglichkeiten:


1. Physisches Gold: Barren und Münzen

Der Klassiker für maximale Sicherheit. Du kaufst echtes Gold und lagerst es selbst oder in einem Banktresor.


Vorteile: Volle Kontrolle, kein Emittentenrisiko (Insolvenz einer Bank spielt keine Rolle), steuerfrei nach 12 Monaten Haltedauer.
Nachteile: Lagerrisiko (Diebstahl), Kosten für Schließfächer, höhere Gebühren beim Kauf ("Spread" zwischen An- und Verkaufspreis). Dass auch Schließfächer ein Risiko darstellen, hat der Fall Gelsenkirchen bewiesen: Bankräuber räumten sämtliche Schließfächer leer.
Beliebte Formate: Krügerrand-Münzen oder 100-g-Barren.
2. Xetra-Gold: Die börsengehandelte Alternative

Xetra-Gold ist ein sogenannter Gold-ETC (Exchange Traded Commodity). Es handelt sich um ein Wertpapier, das du wie eine Aktie über dein Depot kaufen kannst.


Funktionsweise: Hinter jedem Anteilsschein von Xetra-Gold steht genau ein Gramm Gold, das physisch in einem Tresor in Frankfurt gelagert wird.
Der Clou: Du hast einen Auslieferungsanspruch. Das heißt, du kannst dir "dein" Gold tatsächlich nach Hause schicken lassen (gegen Gebühr).
Steuer-Vorteil: Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs wird Xetra-Gold steuerlich wie physisches Gold behandelt. Gewinne sind also auch hier nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
Kosten: Sehr geringer Spread (Kauf/Verkauf) und eine geringe jährliche Lagergebühr (ca. 0,36 % inkl. MwSt.).
3. Weitere Gold-ETCs (z. B. EUWAX Gold II)

Ähnlich wie Xetra-Gold bietet auch die Börse Stuttgart mit EUWAX Gold II ein Produkt an.


Unterschied: Bei EUWAX Gold II entfallen oft die monatlichen Lagergebühren, und die physische Auslieferung ist ab einer bestimmten Menge (meist 100 g) innerhalb Deutschlands sogar kostenlos.
Vergleich der Möglichkeiten
Merkmal
Physisches Gold
Xetra-Gold / ETCs
Goldminen-Aktien
Lagerung
Privat / Tresor
Zentraltresor (Bank)
Digital im Depot
Kosten
Hoch (Spread)
Gering (Depotgebühr)
Depotgebühr / Order
Steuern
Frei nach 1 Jahr
Frei nach 1 Jahr*
Abgeltungsteuer
Risiko
Diebstahl
Emittentenrisiko**
Kursrisiko Firma

* Gilt für Xetra-Gold und EUWAX Gold II aufgrund des Auslieferungsanspruchs.


** Da es sich bei ETCs rechtlich um Schuldverschreibungen handelt, ist die physische Besicherung (Lagerung des echten Goldes) entscheidend.


4. Goldminen-Aktien und Fonds

Anstatt Gold direkt zu kaufen, investierst du in die Unternehmen, die es fördern (z. B. Barrick Gold).


Hebel-Effekt: Steigt der Goldpreis, steigen die Gewinne der Minen oft überproportional.
Risiko: Wenn die Mine schlecht wirtschaftet oder politische Unruhen im Förderland herrschen, kann die Aktie fallen, selbst wenn der Goldpreis steigt.

 Tipp: Wenn jemand Gold als reine "Krisenversicherung" sieht, ist ein Teil in physischer Form (Münzen) sinnvoll. Für den unkomplizierten Vermögensaufbau und die Rendite ist Xetra-Gold aufgrund der hohen Liquidität und Steuerfreiheit meist die effizienteste Wahl.


Bild: iStock | kuppa_rock https://vorunruhestand.de/2026/01/goldpreis-hammer-erstmals-ueber-5-000-dollar-pro-unze/

So viel bringt ein ETF-Sparplan

So viel bringt ein ETF-Sparplan
Wer nicht Tausende auf einen Schlag investieren will oder kann, für den ist ein ETF-Sparplan eine Alternative. Die Rendite kann sich sehen lassen.
Jeder kann mit wenigen Euro pro Monat anfangen, in einen ETF (Exchange Traded Fund, sprich börsennotierten Indexfonds) zu investieren in Form eines Sparplans. Viele Banken und Onlinebroker bieten sogenannte ETF-Sparpläne an, sodass Altersvorsorger problemlos mit Kleinbeträgen fürs Alter in Indizes wie den deutschen Aktienindex Dax oder den globalen Aktienindex MSCI World anlegen können.

Was bringt ein ETF-Sparplan?


Was das bringt? Die Fondsboutique Loys hat das einmal anhand des Dax ausgerechnet, wie „Das Investment“ berichtet. Die Loys haben das einmal exemplarisch am Dax durchgerechnet. Die Annahme: Jeweils zu Anfang eines Jahres wird mit dem Sparplan-Investieren begonnen und das Investment zu Jahresende eines anderen Jahres wieder verkauft. Von 1995 bis 2007 hätte sich mit einem ETF-Sparplan auf den Dax eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,45 Prozent erzielen lassen oder insgesamt 223,45 Prozent Gesamtrendite; von 2000 bis 2013 waren es mit 7,44 Prozent jährlicher Rendite (Gesamtrendite 173,06 Prozent) etwas weniger.
ETF-Sparplan auf den Dax
ETF-Sparplan auf den Dax
ETF-Sparplan auf den Dax            Quelle: Loys
Loys hat die Renditen für unterschiedliche Zeiträume in einem Sparplandreieck eingetragen – Voraussetzung: eine monatlich gleichbleibende Investition. Durch die Verteilung der Investitionen in der Zeit entschärft sich das Einstiegsrisiko. Damit lassen sich laut Loys langfristig Renditen von mehr als sieben Prozent erzielen.
Anleger sollten allerdings etwas Geduld mitbringen, sprich mindestens fünf Jahre, besser noch mehr.  Am Sparplandreieck lassen sich die schwachen Börsenjahre erkennen, in denen möglichst nicht verkauft werden sollte.
Sparpläne sind einer Einmalanlage meist überlegen, wie der Vergleich zwischen diesen beiden Ansätzen verdeutlicht. Loys hat auch für die Einmalanlage die Renditen in einem Dreieck eingezeichnet. Dabei wurde unterstellt, dass ein Einmalbetrag zu Beginn eines Jahres investiert und zu Ende eines anderen Jahres wieder verkauft wird. Wer zum falschen Zeitpunkt eingestiegen ist, muss sich teils mit deutlich niedrigeren Renditen zufriedengeben, wie ein Beispiel zeigt: Wer zum 1.1.2000 einen Dax-ETF gekauft und ihn am 31.12.2013 verkauft hat, muss sich mit 2,29 Prozent jährlicher Rendite begnügen. Innerhalb dieses Zeitraums lagen leider zwei Börsencrashs, die sich auf die Wertentwicklung negativ auswirkten.
Einmalanlage in den Dax
Einmalanlage auf den Dax
Einmalanlage auf den Dax           Quelle: Loys
Fonds-Sparer profitieren vom sogenannten Cost-Average-Effekt, das ist der Durchschnittszinseneffekt. Damit nutzen Kunden Marktschwankungen zu ihrem Vorteil aus – steigen die Kurse, kauft der Kunde weniger Anteile, fallen die Kurse, erwirbt der Kunde mehr Anteile. Dadurch entsteht ein günstiger Durchschnittspreis.

Was ist Fondssparen eigentlich?


Beim Fondssparen investieren Anleger in Investmentfonds mithilfe eines sogenannten Sparplans. Dabei sind keine fünfstelligen Anlagesummen erforderlich. Wer monatlich eine kleine Summe kontinuierlich auf die Seite legt und rentabel investiert, kann sich mit der Zeit ein kleines Vermögen aufbauen und so für seine Zukunft vorsorgen.

Vorteile eines Fondssparplans?


Ein Fondssparplan bringt Kunden Vorteile durch zwei Effekte: den Zinseszinseffekt und den Cost-Average-Effekt. Wenn Kunden in Investmentfonds investieren, erhalten sie keine Zinsen. Sie erhalten Erträge. Dennoch trägt der Zinseszinseffekt dazu bei, dass sich das Vermögen vermehrt. Die Erträge oder Zinsen, die ein Anleger bekommt, schreibt die Bank dem Anlagekonto gut. In der nächsten Zinsperiode gibt es auf dieses Geld dann ebenfalls Zinsen. Auf diese Weise wächst das Vermögen schneller an. Damit Kunden bei einem ausschüttenden Fonds ebenfalls vom Zinseszins-Effekt profitieren, müssen sie das Geld reinvestieren.
Fondssparer legen nicht einen großen Betrag auf einmal an, sondern zahlen jeden Monat eine Sparrate. Der Betrag ist dabei von vornherein festgelegt und ändert sich nicht ständig. Dadurch profitieren die Kunden vom Cost-Average-Effekt, das ist der Durchschnittszinseneffekt. Damit nutzen Kunden Marktschwankungen zu ihrem Vorteil aus. So funktioniert Fondssparen
 
 
Bild: Pixabay © christophmeinersmann (CC0 Public Domain) https://vorunruhestand.de/2024/02/so-viel-bringt-ein-etf-sparplan/

Sonntag, 25. Januar 2026

Krankenkassen klagen: Wo landen unsere Beiträge wirklich?

Krankenkassen klagen: Wo landen unsere Beiträge wirklich?
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern Milliarden vom Bund zurück. Denn Beitragszahler finanzieren versicherungsfremde Leistungen, die eigentlich der Staat tragen müsste.

Milliardenloch durch „versicherungsfremde Leistungen“


Wie in der Rentenkasse plündert der Staat auch die Krankenkassen aus und belastet sie mit versicherungsfremden Leistungen – zu Lasten der beitragszahlenden Krankenversicherten. Eigentlich sollte unsere Krankenversicherung primär für Ihre medizinische Versorgung, Medikamente und Arztbesuche aufkommen. Doch die Realität sieht anders aus: Gesetzlich Versicherte finanzieren in großem Stil gesamtgesellschaftliche Aufgaben.
Der Missstand lässt sich mit einem Wort beschreiben: Bürgergeldempfänger. Wie der Staat mit den Krankenkassen umgeht, ist ein Skandal. Der Staat zahlt zwar Pauschalen an die Krankenkassen, doch diese decken bei Weitem nicht die tatsächlichen Kosten. Die Differenz? Die tragen wir gesetzlich Krankenversicherte – über unsere Krankenkassenbeiträge und Zusatzbeiträge.

Den Krankenkassen reicht‘s


Wie das ARD-Magazin Plusminus am 14. Januar 2026 berichtete, ist die Geduld der Kassen nun am Ende. Eine Klage gegen den Bund in Höhe von zehn Milliarden Euro wurde eingereicht.
- Die Schieflage: Im Jahr 2023 beliefen sich die Kosten für versicherungsfremde Leistungen insgesamt auf geschätzte 60 Milliarden Euro.
- Die Erstattung: Der Bund steuerte lediglich 16,5 Milliarden Euro bei.
- Die Folge: eine gewaltige Finanzierungslücke, die das System belastet und die Beiträge für Arbeitnehmer und Rentner in die Höhe treibt.
Was das Rentner angeht
Für Menschen im Übergang in den Ruhestand oder bereits im Rentenbezug ist jeder Prozentpunkt beim Krankenkassenbeitrag spürbar. Wenn Beitragsgelder zur Querfinanzierung des Staatshaushalts zweckentfremdet werden, fehlt dieses Geld an anderer Stelle – etwa bei der Qualität der Versorgung oder der Stabilisierung der Zusatzbeiträge. Die Klage der Krankenkassen ist somit ein wichtiges Signal: Sozialversicherung darf nicht als "Reparaturbetrieb" für Haushaltslöcher missbraucht werden.
Spartipp: Die günstigste Kasse finden
Da der durchschnittliche Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel auf offiziell 2,9 % - der  tatsächliche durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt weit über drei Prozent - gestiegen ist, lohnt sich ein Vergleich jetzt mehr denn je. Während einige Kassen massiv erhöhen mussten, halten andere ihre Beiträge stabil oder liegen deutlich unter dem Schnitt.
Die aktuellen Spitzenreiter (Stand Januar 2026):
- Die Günstigsten: Bundesweite Anbieter wie die BKK firmus (ca. 2,18 %) oder die hkk (ca. 2,59 %) gehören weiterhin zu den preiswertesten Optionen.
- Regional-Tipps: In einigen Bundesländern bieten regionale Kassen wie die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland (2,47 %) attraktive Konditionen.
- Große Anbieter: Die Techniker Krankenkasse (TK) liegt mit 2,69 % ebenfalls unter dem Marktdurchschnitt.
Worauf beim Wechsel achten:
- Sonderkündigungsrecht nutzen: Wenn Ihre Kasse den Zusatzbeitrag erhöht hat, können Sie bis zum Ende des Monats (in dem der neue Beitrag erstmals gilt) kündigen – auch wenn Sie noch keine 12 Monate Mitglied sind.
- Einfacher Wechsel: Sie müssen nicht mehr selbst kündigen. Es reicht, sich bei der neuen Wunschkasse anzumelden; diese übernimmt die Abmeldung bei der alten Kasse für Sie.
- Leistungen prüfen: Da etwa 95 % der Leistungen gesetzlich vorgeschrieben sind, unterscheiden sich die Kassen vor allem bei Extras wie professioneller Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder Bonusprogrammen. Rechnen Sie nach, ob ein etwas höherer Beitrag durch bessere Zuschüsse wettgemacht wird.
Die teuersten und die günstigsten
Zum 1. Januar 2026 haben einige Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge massiv angehoben. Während der offizielle Orientierungswert des Bundes bei 2,9 % liegt, fordern die teuersten Kassen am Markt mittlerweile über 4 %.
Hier sind die aktuell 5 Krankenkassen mit den höchsten Zusatzbeiträgen:
Krankenkasse
Zusatzbeitrag 2026
Gesamtbeitrag
BKK24
4,39 %
18,99 %
BKK Herkules
4,38 %
18,98 %
BKK Werra-Meissner
4,35 %
18,95 %
IKK Brandenburg und Berlin
4,35 %
18,95 %
IKK - Die Innovationskasse
4,30 %
18,90 %
KNAPPSCHAFT
4,30 %
1
8,90 %
Was das für Versicherte bedeutet:
Der Unterschied zwischen der günstigsten Kasse (BKK firmus mit 2,18 %) und der teuersten (BKK24 mit 4,39 %) beträgt satte 2,21 Prozentpunkte.
Für einen Rentner mit einer Bruttorente von 2.000 € bedeutet das:
- Bei der BKK24 zahlen Sie monatlich ca. 43,90 € Zusatzbeitrag (Ihren Anteil).
- Bei der BKK firmus zahlen Sie nur ca. 21,80 €.
- Ersparnis: Über 265 € pro Jahr, die allein durch einen Kassenwechsel mehr im Portemonnaie bleiben.
Betriebsrentner zahlen den vollen Beitrag, das heißt, sie sparen sich durch einen Wechsel 530 Euro pro Jahr.
Da viele dieser Kassen regional begrenzt sind (z. B. BKK Herkules oder IKK BB), sollten Sie prüfen, ob Sie in Ihrem Bundesland eine günstigere Alternative haben. Bei einer Beitragserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.
https://www.youtube.com/watch?v=ltt1Q7TF7rM
Dieses Video erklärt anschaulich, wie sich die neuen Zusatzbeiträge 2026 konkret auf die Rentenauszahlung auswirken und welche Kassen besonders teuer geworden sind.
Betriebsrentner trifft's doppelt
Info-Veranstaltung des DVG in Stuttgart am 2.2.2026
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gilt vielen noch immer als sicherer Hafen für die Rente. Doch der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) schlägt Alarm: Was als Vorsorge gedacht ist, entpuppt sich im Alter oft als „stille Kostenfalle“. Besonders die sogenannte Doppelverbeitragung zehrt an den Ersparnissen – ein Problem, das längst nicht mehr nur die heutige Rentnergeneration betrifft, sondern auch junge Sparer massiv bedroht. Deshalb will der DVG auch jüngere Menschen über die Sicherstellung einer auskömmlichen Altersvorsorge informieren. Um Licht ins Dunkel der Rentenpolitik zu bringen und Betroffene wie Politiker gleichermaßen zu sensibilisieren, lädt der DVG zu einer öffentlichen Aufklärungsveranstaltung ein:
- Wann: Montag, 2. Februar, um 17:00 Uhr
-

Wo: Arcotel Camino, Heilbronner Str. 21, 70191 Stuttgart (direkt am Hauptbahnhof)


Experten werden vor Ort erläutern, warum die Doppelverbeitragung gestoppt werden muss und wie eine gerechtere Vorsorgelandschaft in Deutschland aussehen könnte. Wer sich rechtzeitig gegen die Kostenfalle absichern will, sollte sich diesen Termin rot im Kalender markieren.

https://vorunruhestand.de/2026/01/krankenkassen-klagen-wo-landen-unsere-beitraege-wirklich/

Freitag, 23. Januar 2026

Schutz vor Schockanrufen: Die Polizei warnt

Schutz vor Schockanrufen: Die Polizei warnt
Betrüger setzen Senioren mit Schockanrufen massiv unter Druck. Eine neue Kampagne „Tatort Telefon“ soll helfen, Schockanrufe zu erkennen und richtig zu reagieren.
Die Masche ist so alt wie perfide: Das Telefon klingelt, und eine aufgelöste Stimme täuscht eine dramatische Notlage vor. Ein tödlicher Unfall, eine drohende Haftstrafe oder eine lebensnotwendige Operation – die Geschichten der Betrüger sind darauf ausgelegt, Angst zu schüren und Zeitdruck zu erzeugen.

„Ich lege auf!“ – Neue Kampagne gegen Telefonbetrug


Um dieser Welle von Schockanrufen entgegenzuwirken, hat die Polizeiliche Kriminalprävention die bundesweite Kampagne „Tatort Telefon“ gestartet. Das klare Ziel: potenzielle Opfer zu stärken und den Tätern die Grundlage zu entziehen.

Die Strategie der Kriminellen


Die Betrüger geben sich oft als Verwandte oder Amtspersonen (z. B. Polizisten) aus. Besonders perfide: Oft werden Opfer auf dem Handy so lange in der Leitung gehalten, bis das Geld übergeben wird. So wird verhindert, dass die Betroffenen zwischendurch den Rat von Angehörigen einholen oder zur Besinnung kommen.
So schützen Sie sich effektiv
Die Polizei rät zu einem ganz einfachen, aber wirkungsvollen Schritt: Legen Sie sofort auf! Das ist nicht unhöflich, sondern Ihr wirksamster Schutzschild.
Weitere wichtige Tipps:
- Keine Details: Geben Sie niemals Auskunft über Ihre Finanzen oder Wertsachen.
- Gegen-Check: Rufen Sie Ihre Angehörigen unter der Ihnen bekannten, alten Nummer zurück.
- Keine Übergaben: Übergeben Sie niemals Bargeld oder Schmuck an Unbekannte.
- Kennwort vereinbaren: Legen Sie innerhalb der Familie ein Codewort fest, um Identitäten zweifelsfrei zu prüfen.
Informationsmaterial für Sie und Ihre Angehörigen
Auf der Webseite www.polizei-beratung.de/schockanrufe finden Sie hilfreiche Videos, Infoblätter und sogar Vorlagen, um Ihren Telefonbucheintrag zu anonymisieren (z. B. Vornamen kürzen), damit Betrüger Sie gar nicht erst als potenzielles Ziel identifizieren.
Helfen Sie mit, die Masche zu stoppen: Sprechen Sie im Freundeskreis und in der Nachbarschaft über dieses Thema. Gemeinsam machen wir es den Betrügern schwer.
Bild: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes https://vorunruhestand.de/2026/01/schutz-vor-schockanrufen-die-polizei-warnt/

Amsterdam in einem Tag: Die perfekte Route für Neulinge

Amsterdam in einem Tag: Die perfekte Route für Neulinge
Amsterdam in einem Tag? Ja, geht – mit guter Planung. Tipps für eine Entdeckungstour durch die charmante Altstadt plus Grachtenfahrt mit deutschem Guide.
Amsterdam ist kompakt, fotogen und überraschend gut zu Fuß zu erleben. Wenn du nur einen Tag hast, lohnt sich ein Plan, der dir die wichtigsten Viertel, typische Grachtenkulisse und ein paar echte Highlights zeigt, ohne dass du den ganzen Tag nur von A nach B hetzt.
In diesem Guide bekommst du eine praxistaugliche Route für Erstbesucher. Und weil auch Touristen Amsterdam vom Wasser aus besonders gut erfassen, ist eine Grachtenfahrt in Amsterdam in Deutsch als ruhiger, sehr effizienter Programmpunkt eingebaut. Die Amsterdamer Grachten gehören zum UNESCO-Welterbe, das macht die Perspektive vom Boot noch spannender.

Kurzüberblick: So sieht dein Tag aus


- Morgen: Altstadt-Feeling rund um Centraal Station, Dam und die ersten Grachtenblicke
- Später Vormittag: Jordaan und die Nine Streets (Bummeln, Fotospots, Kaffee)
- Mittag: Lunch in einem Viertel deiner Wahl
- Nachmittag: Museums-Option oder entspanntes Sightseeing am Wasser
- Später Nachmittag: Grachtenfahrt Amsterdam Deutsch (idealer Zeitpunkt für Überblick und Storys)
- Abend: Amstel-Moment, Dinner und Abschluss-Spaziergang
Tipp: Öffnungszeiten und Ticket-Regeln ändern sich gelegentlich. Wenn dir ein bestimmtes Museum wichtig ist, prüfe vorab die aktuellen Zeiten und buche, wenn möglich, online.
09:00 bis 10:00: Ankommen und erster Grachtenblick
Starte in der Nähe von Amsterdam Centraal. Von hier kannst du direkt in Richtung Altstadt laufen und dir schon nach wenigen Minuten den ersten Blick auf Wasser, Brücken und schmale Giebelhäuser holen.
Mini-Route (zu Fuß):
- Centraal Station
- Kurzer Abstecher Richtung Prins Hendrikkade
- Dann weiter Richtung Damrak und Dam
Du musst hier noch nichts “abarbeiten”. Es reicht, den Rhythmus der Stadt zu spüren: Wasser, Fahrräder, schmale Straßen, kleine Brücken.
10:00 bis 12:00: Jordaan und die Nine Streets (perfekt für Erstbesucher)
Wenn du nur einen Tag hast, sind Jordaan und die Nine Streets (De Negen Straatjes) ideal: schön, typisch Amsterdam und sehr gut zu Fuß machbar. Die Nine Streets liegen direkt zwischen den großen Grachten und sind bekannt für Boutiquen, Spezialläden und hübsche Straßenbilder.
Was du hier machst:
- Treiben lassen, Fotospots an jeder Brücke mitnehmen
- 1 bis 2 kleine Shops oder Galerien statt “Shopping-Marathon”
- Kaffee oder Stroopwafel-Pause einplanen
Warum das gut in einen 1-Tag-Plan passt:
Du bekommst in kurzer Zeit viel Amsterdam-Atmosphäre, ohne lange Wege oder komplexe Logistik.
12:00 bis 13:00: Lunch ohne Stress
Bleib für Lunch in der Gegend, in der du gerade bist (Jordaan oder Zentrum). So sparst du Zeit. Wähle lieber “einfach gut” statt “weit weg, aber berühmt”.
Praktischer Tipp: Wenn du später noch ein Museum oder eine Grachtenfahrt geplant hast, iss nicht zu schwer. Amsterdam ist ein Lauf-Tag.
13:00 bis 15:30: Nachmittags-Optionen (je nach Interesse)
Option A: Rijksmuseum (klassischer Erstbesuch)
Wenn du Kunst und Geschichte magst, ist das Rijksmuseum eine der naheliegendsten Entscheidungen. Für den Eintritt wird häufig ein Startzeit-Slot genutzt und das Museum empfiehlt, Tickets vorab online zu kaufen.
So bleibt es entspannt:
- Fokus auf Highlights statt “alles”
- Zeitpuffer einplanen, damit du nicht hetzen musst
Option B: Anne Frank Haus (nur wenn du Tickets hast)
Wenn das Anne Frank Haus auf deiner Liste steht, plane es nur ein, wenn du vorab ein passendes Zeitfenster bekommst: Der Besuch ist an ein Online-Ticket mit Zeitslot gebunden.
Option C: Einfach Amsterdam “auf dich wirken lassen”
Wenn du lieber ohne Museum unterwegs bist:
- Spaziere entlang der großen Grachten
- Mach Fotostopps an Brücken
- Setz dich kurz ans Wasser und beobachte das Stadtleben
15:30 bis 16:45: Grachtenfahrt Amsterdam Deutsch (dezent, aber sehr empfehlenswert)
Wenn du nur einen Tag in Amsterdam hast, ist eine Grachtenfahrt die effizienteste Art, in kurzer Zeit sehr viel zu sehen und einzuordnen. Die Grachtengordel ist UNESCO-Welterbe und wurde als städtebauliches Ensemble ausgezeichnet.
Warum “Live-Guide auf Deutsch” hier wirklich Sinn macht
Eine reine Bootsfahrt ist schön, aber ein Live-Guide auf Deutsch hilft dir, das, was du siehst, sofort zu verstehen: Warum die Häuser so schmal sind, wie die Stadt geplant wurde, was an bestimmten Brücken oder Kanälen besonders ist. Das macht die Fahrt nicht lauter oder werblicher, sondern einfach informativer.
Tipp:
Wenn du eine Grachtenfahrt in Amsterdam in Deutsch mit Live-Guide suchst, achte bei der Buchung darauf, dass die Führung wirklich live und auf Deutsch stattfindet: Grachtenfahrt Amsterdam Deutsch mit Live-Guide.
17:00 bis 18:30: Amstel-Moment und goldene Stunde
Nach der Grachtenfahrt bist du orientiert und kannst gezielt einen Abschluss-Spaziergang machen. Eine schöne Idee ist ein Weg Richtung Amstel, weil du dort oft tolle Lichtstimmungen hast und Amsterdam am frühen Abend besonders ruhig wirkt.
Tipp:
Wenn du fotografierst, ist das eine der besten Zeiten des Tages.
Ab 19:00: Dinner und entspannter Abschluss
amsterdam Kneipen
Amsterdams Kneipenleben
Amsterdam kann abends sehr lebendig sein. Für einen 1-Tag-Trip ist “ein gutes Dinner in Laufnähe” oft die beste Entscheidung. Danach reicht ein kurzer Spaziergang über ein paar Brücken, um den Tag abzurunden. Vielleicht auch mit einem Bier in einer der urigen Kneipen im Rotlichtviertel, zum Leute-Beobachten.
Mini-Checkliste: So wird dein 1 Tag wirklich entspannt
- Schuhe: Bequem, du läufst mehr als du denkst
- Tickets: Museen möglichst vorab online prüfen und buchen (insbesondere Zeitslots)
- Puffer: Plane 20 bis 30 Minuten Luft zwischen Programmpunkten
- Grachtenfahrt: Wenn möglich, Live-Guide auf Deutsch wählen (mehr Kontext, weniger “nur schauen”)
- Wetter: Leichte Regenjacke statt Schirm, in engen Straßen praktischer
FAQ zur Route
- Reicht ein Tag für Amsterdam?
Für die wichtigsten Eindrücke ja. Du siehst natürlich nicht alles, aber mit einem klaren Plan plus Grachtenfahrt bekommst du einen sehr runden Überblick.
- Wo passt die Grachtenfahrt am besten in den Tag?
Später Nachmittag ist ideal: Du hast schon erste Eindrücke und bekommst dann den Überblick vom Wasser. Außerdem ist das Licht oft besonders schön.
- Jordaan oder Museum zuerst?
Wenn du ein fixes Museum-Zeitfenster hast, richte dich danach. Ohne Zeitslot sind morgens Jordaan und Nine Streets meist stressfreier. https://vorunruhestand.de/2026/01/amsterdam-in-einem-tag-die-perfekte-route-fuer-neulinge/

Mittwoch, 21. Januar 2026

Aktivrente: Vorsicht bei der Witwenrente!

Aktivrente: Vorsicht bei der Witwenrente!
Wer als Witwe oder Witwer mit der Aktivrente weiterarbeitet, riskiert Kürzungen. Wie wird das Einkommen angerechnet und worauf ist zu achten?
Die Idee der „Aktivrente“ klingt erst einmal verlockend, so wurde sie auch von der Politik verkauft: Über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und das Konto aufbessern. Wer allerdings eine Witwen- oder Witwerrente bezieht, für den kann der zusätzliche Verdienst einen unerwarteten Haken haben (ganz abgesehen von den Sozialabgaben). Denn das Plus auf dem Gehaltszettel führt oft zum Minus bei der Hinterbliebenenrente. Deswegen der Tipp des Lohnsteuerhilfevereins: Vor Aufnahme einer Tätigkeit im Rahmen der Aktivrente unbedingt beim zuständigen Rentenversicherungsträger informieren.

Aktivrente und Witwenrente: Das müssen Sie wissen


Warum wird die Aktivrente angerechnet?
Die Witwenrente dient rechtlich dazu, den Lebensunterhalt nach dem Tod des Partners abzusichern. Eigenes Einkommen wird daher ab einer gewissen Höhe angerechnet. Da die Aktivrente ein klassisches Erwerbseinkommen darstellt, wertet die Rentenversicherung diesen Verdienst als anrechenbares Einkommen gemäß § 18a SGB IV.
Die Rechenformel: Wo liegt die Grenze?
Nicht jeder Euro wird sofort abgezogen. Es gilt das Prinzip der Freibeträge:
- Netto-Ermittlung: Vom Brutto-Gehalt der Aktivrente wird meist ein Pauschalwert abgezogen, um das Netto-Einkommen zu bestimmen.
- Der Freibetrag: Aktuell liegt der Freibetrag bei rund 1.038 Euro (Stand 2024, West; Ost-Werte weichen leicht ab).
- Die 40-Prozent-Regel: Nur der Betrag, der diesen Freibetrag übersteigt, wird zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet.
Ein Rechenbeispiel: Übersteigt Ihr errechnetes Netto-Gehalt den Freibetrag um 300 Euro, werden 40 % davon – also 120 Euro – von Ihrer Witwenrente abgezogen.
Besonderheiten bei der Aktivrente
Das Besondere an der Aktivrente ist, dass oft keine eigenen Rentenversicherungsbeiträge mehr gezahlt werden müssen. Das erhöht zwar Ihr ausgezahltes Netto, führt aber gleichzeitig dazu, dass Sie den Freibetrag schneller überschreiten.
Fazit: Erst prüfen, dann unterschreiben
Bevor Sie das Angebot Ihres Arbeitgebers zur Aktivrente annehmen, sollten Sie unbedingt eine Probeberechnung beim zuständigen Rentenversicherungsträger anfordern. So vermeiden Sie böse Überraschungen und hohe Rückforderungen.
Checkliste für Beratungsgespräch bei der Rentenversicherung:
- Persönliche Dokumente: Halten Sie Ihre eigene Rentenversicherungsnummer sowie die Ihres verstorbenen Partners und den aktuellen Rentenbescheid der Witwenrente bereit.
Einkommensnachweise: Nehmen Sie den (Entwurf des) Arbeitsvertrags oder eine Bestätigung des Arbeitgebers über das voraussichtliche Bruttoeinkommen mit – plus Nachweise über weitere Einkünfte wie Betriebsrenten oder Mieteinnahmen.
Vorbereitung: Bitten Sie gezielt um eine Probeberechnung, um genau zu sehen, wie viel von Ihrer Witwenrente nach Abzug der Freibeträge tatsächlich übrigbleibt.
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Camping im Ruhestand: Freiheit mit klaren Regeln

Camping im Ruhestand: Freiheit mit klaren Regeln
Wohnmobil statt Mietwohnung? Warum Camping für Rentner so attraktiv sein kann. Welche rechtlichen Hürden Rentner in Europa allerdings kennen müssen.
Der Gedanke, den Ruhestand nicht an eine feste Adresse zu ketten, sondern das Leben auf wenigen Quadratmetern im Wohnmobil oder auf einer Parzelle am See zu verbringen, wirkt wie ein romantisches Versprechen. Doch was als Ausbruch aus dem Alltag beginnt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine Lebensform, die erstaunlich gut zu einer Phase passt, in der Zeitdruck verschwindet und materieller Besitz an Bedeutung verliert.

Camping-Lifestyle als Rentner: Was lohnt sich, was ist erlaubt?


Wie wäre es beispielsweise mit Norwegen? Das Land hat einiges zu bieten: Berge, Meer und Seen. Der Campingplatz Vesteralen verspricht genau das – ein ruhiges Plätzchen mit Seeblick. Viele entdecken erst im Ruhestand, wie befreiend es sein kann, Routinen zu hinterfragen und den eigenen Alltag neu zu ordnen. Der Tagesrhythmus wird stärker von Licht, Wetter und persönlichem Energielevel geprägt. Gerade im Alter rücken allerdings Planung und Verlässlichkeit stärker in den Vordergrund, auch wenn das äußere Erscheinungsbild nach Unabhängigkeit aussieht.
Zwischen Freiheitsversprechen und rechtlichen Leitplanken
Camping als Wohnform reicht vom klassischen Dauercamping bis zum mobilen "Vanlife" mit saisonalem Ortswechsel – und darin liegt bereits die erste Herausforderung. Diese Flexibilität wirkt verlockend, kollidiert jedoch schnell mit festen rechtlichen Vorgaben. In Deutschland sind die Grenzen klar gezogen und lassen wenig Raum für Improvisation. Wildcampen ist grundsätzlich verboten, besonders in Wäldern und Schutzgebieten, auch wenn das reine Übernachten im Fahrzeug mancherorts stillschweigend toleriert wird.
Dauerhaftes Wohnen auf Campingplätzen ist ebenfalls kompliziert, weil viele Anlagen baurechtlich als Erholungsgebiete ausgewiesen sind. Aufenthaltsbegrenzungen, saisonale Schließzeiten oder der Ausschluss eines Erstwohnsitzes sind eher die Regel. Freiheit existiert also, sie bewegt sich jedoch stets innerhalb klar definierter Spielräume, die nicht ignoriert werden sollten.

Von strengen Regeln bis skandinavischer Gelassenheit


Ein Blick über die Grenze zeigt, wie unterschiedlich Camping in Europa gehandhabt wird und wie stark nationale Traditionen das jeweilige Regelwerk prägen. Während einige Länder konsequent kontrollieren, setzen andere auf Eigenverantwortung und Augenmaß. Besonders bei Campingplätzen in Norwegen und Schweden nimmt das Jedermannsrecht (Allemannsretten) eine Sonderrolle ein und verleiht dem Aufenthalt in der Natur eine Selbstverständlichkeit, die in Mitteleuropa fast exotisch wirkt.
norwegen
Norwegen hat einiges zu bieten: Fjorde, Berge, Meer und Seen
Kurzzeitiges Campen ist dort erlaubt, solange Abstand zu Wohnhäusern eingehalten wird und respektvoll mit Umwelt und Eigentum umgegangen wird. Diese kulturell verankerte Gelassenheit steht im starken Kontrast zu vielen anderen Ländern, in denen Übernachtungen außerhalb offizieller Plätze streng sanktioniert werden.
4 goldenen Regeln für Wohnmobile in Norwegen
- Die 150-Meter-Regel: Sie müssen mit Ihrem Fahrzeug (und auch beim Zelten) mindestens 150 Meter Abstand zum nächsten bewohnten Haus oder einer bewohnten Hütte einhalten. Das ist ein Gesetz zum Schutz der Privatsphäre.
- Die 48-Stunden-Regel: An einem Ort in der freien Natur dürfen Sie maximal zwei Nächte bleiben. Möchten Sie länger verweilen, müssen Sie die ausdrückliche Erlaubnis des Grundeigentümers einholen.
- Nur auf befestigten Wegen: Das Allemannsretten erlaubt kein Offroad-Fahren. Motorisierte Fahrzeuge dürfen ausschließlich auf Straßen und offiziellen Parkplätzen abgestellt werden. Das Befahren von Wiesen, Waldwegen oder Stränden ist strikt verboten.
- Utmark vs. Innmark: Sie dürfen Ihr Mobil nur in der sogenannten Utmark (unbewirtschaftetes Land wie Berge, Wald oder Küste) abstellen. Das Parken auf Innmark (beackertes Land, Felder, Wiesen, Weiden) ist untersagt.
Für Rentner mit langfristigen Reiseplänen wird Planung dadurch zur stillen Schlüsselkompetenz. Aufenthaltsdauer, Versicherungsstatus und nationale Meldevorgaben unterscheiden sich erheblich und können den Aufenthalt schneller beenden als erwartet. Wer hier nicht vorbereitet ist, erlebt Freiheit eher als Stressfaktor.
Alltag, Kosten, Komfort: Warum Camping im Alter keine reine Sparidee ist
Finanziell wirkt der Camping-Lifestyle zunächst attraktiv, da Stellplatzmieten und laufende Kosten häufig unter klassischen Mietausgaben liegen. Gerade im Vergleich zu steigenden Wohnkosten erscheint diese Lebensform auf den ersten Blick als logische Alternative. Gleichzeitig entstehen neue Posten durch Fahrzeuganschaffung, Wartung, Reparaturen und technische Ausstattung, die realistisch einkalkuliert werden müssen.
Der finanzielle Vorteil relativiert sich vor allem dann, wenn Komfort und Zuverlässigkeit steigen sollen. Entscheidend ist daher weniger das reine Sparpotenzial als die bewusste Reduktion auf das Wesentliche und eine ehrliche Einschätzung der eigenen Ansprüche. Mit zunehmendem Alter rücken Komfort und Gesundheit stärker in den Vordergrund, da kleine Unannehmlichkeiten schneller zu dauerhaften Belastungen werden. Barrierefreiheit, durchdachte Sanitärlösungen und eine gut erreichbare medizinische Versorgung beeinflussen den Alltag spürbar. Moderne Ausbauten mit ebenerdigen Betten, guter Isolierung und stabiler Energieversorgung sind eine Frage der Alltagstauglichkeit. Am Ende bleibt Camping im Ruhestand eine Form des Lebens für Menschen, die Freiheit schätzen, Unsicherheiten akzeptieren und Komfort bewusst neu definieren.
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Bild: Blake Wisz auf Unsplash https://vorunruhestand.de/2026/01/camping-im-ruhestand-freiheit-mit-klaren-regeln/

Rentenkommission: DGB bläst zum Gegenangriff!

Rentenkommission: DGB bläst zum Gegenangriff!
Schluss mit dem Krisengejammer! Während die Regierung auf Verzicht drängt, gründet der DGB eine eigene Rentenkommission. Was bedeutet das für Rentner und Beitragszahler?
Nanu? Kaum hat die schwarz-rote Regierung ihre Rentenkommission für das „Reformjahr 2026“ in Stellung gebracht, serviert DGB-Chefin Yasmin Fahimi die Quittung. Ein eigenes Gremium soll her. Der Grund? Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Nase voll von der „permanenten Krisen- und Verzichtserzählung“.

Experten-Schlacht: Wer rettet wirklich unsere Rente?


Es ist eine Kampfansage an alle, die glauben, dass wir den Gürtel immer enger schnallen müssen, während die Wirtschaft schwächelt. Der DGB fordert: "Die Rente muss rauf!"
Arbeitszeit hoch, Rente runter? Nicht mit uns!
Der DGB stellt klar: Längere Arbeitszeiten oder ein höheres Rentenalter füllen keine Auftragsbücher. Es ist eine mutige Ansage in Zeiten, in denen die Union bereits laut über Einschnitte nachdenkt. Während in Berlin über Lohnfortzahlung im Krankheitsfall debattiert wird, erinnert die Gewerkschaft an das Wesentliche: Ohne sichere Jobs gibt es keine Akzeptanz für den Wandel.
Schluss mit der „Reichenpflege“
Besonders brisant wird es beim Geld. Während die Rentenkasse angeblich leer ist, erinnert Vorstandsmitglied Stefan Körzell an eine beeindruckende Zahl: 79 Milliarden Euro an Steuerausnahmen für vererbtes Betriebsvermögen seit 2016. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, wenn die Union hier jede Reform blockiert. Der DGB verliert allerdings kein Wort darüber, wie diese Rente finanziert werden soll und was das für die Beitragszahler, viele davon Mitglieder des DGB, bedeutet.
Problem der Gesamtgesellschaft
Es sei ein „Problem der Gesamtgesellschaft“, dass die sogenannte Boomer-Generation größer ist als die jüngeren Generationen X, Y und Z, sodass das Verhältnis von Beitragszahler zu Rentner in den kommenden Jahren deutlich sinkt, schreibt das "Handelsblatt". Dies müsse über einen „Demografie-Zuschuss“ an die Rentenversicherung aus dem Bundeshaushalt aufgefangen werden.

Echte Reformen statt Behörden-Irrsinn


Neben den großen Zahlen geht es auch um unseren Alltag. Wer kennt sie nicht, die „Behörden-Odyssee“? Der DGB fordert das „One-Stop-Prinzip“: Daten einmal angeben statt zehnmal. Das klingt fast zu schön, um in Deutschland wahr zu sein.
Ein Sommer der Entscheidung
Bis zum Sommer wollen beide Kommissionen ihre Konzepte vorlegen. Es ist ein offener Schlagabtausch um die Frage: Werden wir im Alter nur noch verwaltet oder endlich wertgeschätzt? Eines ist sicher: Die Rente ist keine Gnade des Staates, sondern sie ist hart erarbeitet.
Bild: Kollage aus KI-generiertem Bild (Nightcafé) und DGB-Logo https://vorunruhestand.de/2026/01/rentenkommission-dgb-blaest-zum-gegenangriff/

Diese Automarken lieben Senioren wirklich

Diese Automarken lieben Senioren wirklich
Nicht Mercedes, sondern Suzuki ist die Nummer eins bei Über-60-Jährigen. Warum hängen japanische Modelle die deutschen Klassiker ab?
Wer an das typische „Rentnerauto“ denkt, hat oft eine silberne Mercedes-Limousine im Kopf. Doch die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und eine Auswertung von "Auto Motor Sport" (Stand Januar 2025) zeichnen ein anderes Bild: Der wahre Favorit der Generation 60+ kommt aus Japan. Der heimliche Star ist Suzuki.

Japanische Zuverlässigkeit vs deutsches Prestige


Unglaubliche 50,6 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Suzukis werden von Menschen über 60 gefahren. Ein Modell sticht dabei besonders hervor: der Suzuki Splash. Hier sind fast 70 Prozent der Halter Senioren. Auch andere japanische Marken wie Subaru, Honda und Toyota belegen die vorderen Plätze.
- Suzuki: Über 50 % aller in Deutschland zugelassenen Suzukis werden von Menschen über 60 Jahre gefahren.
- Subaru: Rund 49 % Seniorenanteil.
- Honda: Rund 47 % Seniorenanteil.
- Toyota: Rund 44 % Seniorenanteil.
Warum gerade Japaner?

Der Grund für diesen Erfolg ist so simpel wie einleuchtend: Einfachheit. Während viele moderne Autos mit komplizierten Touchscreens überfrachtet sind, setzen Marken wie Suzuki oft auf:


Analoge Bedienung: Echte Schalter und Knöpfe statt verschachtelter Menüs.
Ergonomie: Eine hohe Sitzposition für bequemes Einsteigen und kompakte Maße für gute Übersicht.
Wirtschaftlichkeit: Niedrige Anschaffungspreise und seltene Werkstattbesuche schonen das Budget im Ruhestand.
Zusätzlich sollen japanische Marken mit einem geringen Anschaffungspreis, niedrigem Verbrauch und seltenen Werkstattbesuchen aufwarten, was Rentnern mit begrenztem Budget entgegenkommt.
Deutsche Marken im Mittelfeld

Die deutschen Hersteller folgen erst mit deutlichem Abstand. Opel führt das heimische Feld mit 41,4 % an, dicht gefolgt von Mercedes-Benz (41,3 %). Bei VW sind es sogar nur rund 34 Prozent – wobei Klassiker wie die B-Klasse oder der Golf Sportsvan in ihrer spezifischen Nische weiterhin extrem beliebt bei Senioren bleiben.


Ein Trend zur Moderne?

Trotz der Vorliebe für bewährte Technik zeigt die Statistik auch: Die Elektromobilität holt auf. Im Jahr 2025 stiegen die Neuzulassungen von E-Autos (BEV) um über 43 Prozent. Ob sich dieser Trend auch bei den älteren Semestern durchsetzt, bleibt spannend – die unkomplizierte Handhabung bleibt jedoch das entscheidende Kaufargument.


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Bild: Toyota https://vorunruhestand.de/2026/01/diese-automarken-lieben-senioren-wirklich/

Montag, 19. Januar 2026

Junge setzen auf Aktien für Altersvorsorge

Junge setzen auf Aktien für Altersvorsorge
Immer mehr Deutsche setzen auf die Börse. Vor allem Unter-40-Jährige nutzen Aktien und ETFs als Antwort auf die Rentenlücke. Ein Mentalitätswandel steht bevor.
Der deutsche Aktienmarkt erlebt einen historischen Umbruch. Laut neuesten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) knackte die Zahl der Aktionäre im Jahr 2025 die Marke von 14,1 Millionen. Das ist nicht nur ein Plus von fast zwei Millionen gegenüber dem Vorjahr, sondern auch ein neuer Allzeitrekord.

Die Jugend übernimmt das Ruder


Besonders spannend für die Generation, die kurz vor dem Ruhestand steht: Der Zuwachs kommt primär von den Jüngeren.
- Wachstumsmotor: 60 % des Anstiegs entfallen auf die 14- bis 39-Jährigen.
- Größte Gruppe: Mit 4,9 Millionen Anlegern ist dies nun die stärkste Alterskohorte am Aktienmarkt.
- Motivation: Die Sorge vor Altersarmut und die Erkenntnis, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird.
4,9 Millionen Aktionäre unter 40
Menschen in Deutschland mit Aktienanlagen
Seit 2016 ist die Zahl der Aktienanlegerinnen und -anleger um über 5 Millionen gestiegen  Quelle: DAI

Mentalitätswandel statt Strohfeuer?


Lange galt Deutschland als Land der Sparbuch-Liebhaber. Doch die "German Angst" vor Kursverlusten scheint zu bröckeln. Henriette Peucker, Chefin des Aktieninstituts, sieht einen gesellschaftlichen Rückenwind, der so stark ist wie nie zuvor. Niederschwellige Trading-Apps erleichtern zudem den Zugang für breite Schichten.
Dennoch bleibt viel Geld ungenutzt: Fast 3,6 Billionen Euro horten die Deutschen weiterhin auf kaum verzinsten Tagesgeld- oder Girokonten. Das ist etwa ein Drittel des gesamten Geldvermögens.
Was das für den Ruhestand bedeutet
Die Entwicklung zeigt: Der Kapitalmarkt wird als notwendige Säule der Altersvorsorge akzeptiert. Wer heute im Vorunruhestand ist, blickt oft auf eine andere Anlagebiografie zurück – doch die Strategie der Jüngeren bestätigt, dass für langfristige Erträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt.
Die Menschen haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt."
Henriette Peucker, DAI
Das Aktieninstitut, das sich seit 1953 für die Aktie einsetzt, plädiert schon seit langem dafür, den Deutschen das Aktiensparen zu erleichtern. Bislang hat die Politik nicht darauf reagiert.  "Die gewachsene Offenheit für Aktienanlagen ist eine Steilvorlage für die Bundesregierung, den Kapitalmarkt in allen drei Säulen der Altersvorsorge stärker zu nutzen", so Peucker. Das geplante Altersvorsorgedepot der schwarz-roten Koalition zur Ergänzung der gesetzlichen Rente durch eine ergänzende private Vorsorge über den Kapitalmarkt sei "allenfalls zaghaft" und kommt viel zu spät. CDU/CSU und SPD wollen zum Beispiel ein Altersvorsorgedepot einführen, das hohe Renditen am Kapitalmarkt ermöglicht, aber keine Garantien gibt. Hierbei könnte nach Dafürhalten des Aktieninstituts die steuerliche Förderung "wie in anderen Ländern ambitionierter ausfallen".

Altersvorsorgedepot erst ab 2027


Das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot soll nach aktuellem Stand der Reform (Januar 2026) ab dem 1. Januar 2027 besparbar sein. Obwohl ursprünglich ein früherer Termin im Gespräch war, sieht der aktuelle Zeitplan der Bundesregierung vor, dass Finanzdienstleister wie Banken, Fondsgesellschaften und Neobroker ab 2027 die entsprechenden zertifizierten Produkte anbieten können.


Die wichtigsten Details zum Zeitplan:
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Starttermin: Ab dem 1. Januar 2027 können Sie Verträge für das Altersvorsorgedepot abschließen und besparen.


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Gesetzgebung: Das Bundeskabinett hat die Reform am 17. Dezember 2025 beschlossen. Im Laufe des Jahres 2026 folgen die Beratungen im Bundestag und Bundesrat sowie die technische Umsetzung bei den Anbietern.


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Frühstart-Rente: Eine Besonderheit gibt es für Kinder (Geburtsjahrgang 2020 und jünger): Die sogenannte Frühstart-Rente (staatliche Zuschüsse für Kinderdepots) soll teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2026 starten, wobei die tatsächliche Auszahlung der Prämien oft an die Verfügbarkeit der neuen Depotstrukturen ab 2027 gekoppelt ist.


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Erhöhung der Förderung: Ab dem Jahr 2029 soll die staatliche Grundzulage für die ersten 1.200 Euro Eigenbeitrag von 30 % auf 35 % steigen.


Was Sie bis dahin tun können:

Bis 2027 vergeht noch etwas Zeit. Was können Sparwillige jetzt schon tun? Wie wäre es mit einem ETF-Sparplan?  Sobald das geförderte Depot verfügbar ist, wird es voraussichtlich möglich sein, bestehende Riester-Verträge in das neue System zu übertragen oder neue Sparpläne mit den staatlichen Zulagen (bis zu 480 Euro pro Jahr, ab 2029 bis zu 540 Euro) zu starten.


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Freitag, 16. Januar 2026

Drei Viertel der Senioren sind bereits online

Drei Viertel der Senioren sind bereits online
Für die 65plus-Generation ist das Internet längst selbstverständlich – sie nutzt es für Banking, Kontakte und KI. Manche tun sich aber immer noch schwer. Viele wünschen sich mehr Hilfe.
Die Zeiten, in denen das Internet Neuland für Senioren war, sind endgültig vorbei. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Annähernd drei Viertel der Menschen über 65 Jahre bewegen sich heute souverän im Netz – vor fünf Jahren waren es erst knapp die Hälfte. Besonders spannend: Die Lust auf Technik ist groß, doch der Ruf nach Unterstützung wird lauter.

Digitaler Aufbruch: Generation 65plus gibt Gas


KI und Online-Banking gehören zum Alltag
Ob Videotelefonie mit den Enkeln (50 %), Online-Banking (80 %) oder Shopping (76 %) – die digitale Welt bietet einen echten Mehrwert für die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alter. Sogar das Trendthema Künstliche Intelligenz ist angekommen: Jeder zweite Senior hat KI-Anwendungen wie ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot oder Perplexity bereits ausprobiert.
Lust auf Fortschritt, aber Unsicherheit bei der Technik
Eine Diskrepanz fällt auf: Obwohl zwei Drittel der Befragten fordern, dass die Digitalisierung in Deutschland schneller vorangehen muss, schätzen viele ihre eigenen Fähigkeiten eher bescheiden ein. Das heißt, das digitale Selbstbewusstsein hält nicht Schritt mit der Nutzung. Im Schnitt geben sich die Senioren die Note 3,2 (befriedigend) für ihre Digitalkompetenz. Dabei gilt: Je höher das Alter, desto größer die Hürden. Während die 65- bis 69-Jährigen fast vollständig (98 %) online sind, ist es bei den Über-80-Jährigen nur noch knapp jeder Zweite. Deswegen wünschen sich viele mehr Unterstützung – von kostenlosen Kursen bis hin zu Beratungsangeboten vor Ort.
Was Senioren jetzt brauchen
Fast alle Befragten (96 %) sind sich einig: Es braucht mehr gezielte Hilfsangebote. Ganz oben auf der Wunschliste stehen:
- Ein Hilfetelefon für digitale Fragen (78 %).
- Günstige oder kostenlose Schulungen vor Ort (66 %).
- Persönliche Unterstützung durch digitale Lotsen oder Paten.
Bisher springen meist Kinder oder Enkel ein, wenn es hakt. Doch um niemanden abzuhängen, ist nun auch die Politik gefragt. Die Botschaft der „Silver Surfer“ ist klar: Wir wollen dabei sein, aber nehmt uns bitte an die Hand!
Initiativen wie der „Digital Pakt Alter“  oder der „Digitale Engel“  leisten hier Pionierarbeit, um Schulungen und Begleitung direkt zu den Menschen zu bringen – gerade auch in ländlichen Regionen. Die digitale Welt steht Seniorinnen und Senioren heute so weit offen wie nie zuvor, doch der Wunsch nach mehr Teilhabe bleibt.
Digitaler als gedacht
„Deutschlands Seniorinnen und Senioren sind viel digitaler als gedacht. Sie erkennen die Chancen, wünschen sich mehr und schnelleren Fortschritt – und wollen dabei mitgenommen werden“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. 81 Prozent der Befragten sehen die Digitalisierung als Chance, nur 17 Prozent als Gefahr. Und was die Noch-Offliner betrifft, meint Wintergerst: „Die Mehrheit älterer Menschen möchte online sein; doch einige stoßen noch auf Hürden – es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können.“
Bundesfamilienministerin Karin Prien betont, digitale Technologien könnten Selbstständigkeit, Sicherheit und soziale Teilhabe bis ins hohe Alter stärken – etwa durch Gesundheitsangebote, Online-Banking oder Kontakt zur Familie. „Unser Ziel ist klar: den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können“, so Prien.​
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Die wichtigsten Anlaufstellen für Hilfe:
1. DigitalPakt Alter
Dies ist eine Initiative des Seniorenministeriums und der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen). Auf der Webseite finden Sie eine Karte mit über 300 „Erfahrungsorten“ in ganz Deutschland.
- Was wird geboten? Schulungen, Technik-Sprechstunden und Hilfe von Senioren für Senioren.
- Webseite: www.digitalpakt-alter.de
 2. Der Digitale Engel
Dieses Mobil fährt durch ganz Deutschland, insbesondere in den ländlichen Raum, um älteren Menschen digitale Anwendungen direkt vor Ort zu erklären.
- Was wird geboten? Infostände, persönliche Beratung und Broschüren zu Themen wie Online-Banking oder Videoanrufe.
- Webseite: www.digitaler-engel.org
 3. Volkshochschulen (vhs)
Die Volkshochschulen sind der Klassiker für Weiterbildung. Fast jede vhs bietet spezielle Kurse für Senioren an (oft unter Titeln wie „Smartphone für Einsteiger“ oder „Silver Surfer“).
- Was wird geboten? Kleingruppen-Kurse in ruhigem Tempo.
- Webseite: www.vhs.de (Suche nach Ihrer Stadt/PLZ)
4. Digitale Nachbarschaft (DiNa)
Ein Projekt, das sich auf das Thema Sicherheit im Netz spezialisiert hat.
- Was wird geboten? Stammtische und Materialien, um sich sicher im Internet zu bewegen.
Webseite: www.digitale-nachbarschaft.de
5. Stiftung Digitale Chancen

Diese Stiftung bietet Projekte zur digitalen Teilhabe an und arbeitet oft mit Bibliotheken und Mehrgenerationenhäusern zusammen.
- Webseite: www.digitale-chancen.de
Tipp für die lokale Suche:
Geben Sie bei Google einfach den Namen Ihres Wohnorts und den Begriff „Senioren Computerclub“ oder „Internet-Café für Senioren“ ein. Oft gibt es auch kirchliche Träger oder Quartiersmanagements, die ehrenamtliche „Digital-Lotsen“ vermitteln. https://vorunruhestand.de/2026/01/drei-viertel-der-senioren-sind-bereits-online/

Donnerstag, 15. Januar 2026

Stille Kostenfalle: Betriebsrente als Verlustgeschäft

Stille Kostenfalle: Betriebsrente als Verlustgeschäft

Die betriebliche Altersvorsorge gerät unter Beschuss: Der DVG warnt vor der Doppelverbeitragung und lädt am 2. Februar zur Aufklärung nach Stuttgart ein.


von Michael Rahnefeld


Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) gilt vielen noch immer als sicherer Hafen für die Rente. Doch der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG) schlägt Alarm: Was als Vorsorge gedacht ist, entpuppt sich im Alter oft als „stille Kostenfalle“. Besonders die sogenannte Doppelverbeitragung zehrt an den Ersparnissen – ein Problem, das längst nicht mehr nur die heutige Rentnergeneration betrifft, sondern auch junge Sparer massiv bedroht. Deshalb will der DVG auch jüngere Menschen über die Sicherstellung einer auskömmlichen Altersvorsorge informieren. Jüngere Menschen, die nach aktueller Gesetzeslage ebenfalls später im Alter von der Doppelverbeitragung bedroht sind und möglicherweise in die „stille Kostenfalle" tappen, sollen aktiviert werden.


„Fakten statt Bullshit-Debatte“


Die klare DVG-Botschaft: „Betriebliche Altersvorsorge ist ein Verlustgeschäft. Mehr als 20 Prozent des eingesetzten Kapitals sind weg. Hinzu kommen Verluste aus Verwaltungskosten der Versicherungskonzerne und in vielen Fällen zusätzlich noch Abzüge bei der Rente“, so der DVG-Vorstand.  Denn die ganze Wahrheit wird bei Vertragsabschlüssen meist verschwiegen – nämlich volle Versicherungsbeiträge für Kranken- und Pflegeversicherung.


Der DVG räumt zudem mit Mythen auf: Die Erzählung von der „steuerfinanzierten Rente“ oder der „Unterfinanzierung der Krankenkassen“ hält Projektberater Dr. Rainer Ochmann für eine gezielte Fehlinterpretation der Fakten. Die Zeche für politische Fehlentscheidungen zahlten allein die gesetzlich Versicherten.


Einladung zum Info-Abend in Stuttgart

Um Licht ins Dunkel der Rentenpolitik zu bringen und Betroffene wie Politiker gleichermaßen zu sensibilisieren, lädt der DVG zu einer öffentlichen Aufklärungsveranstaltung ein:


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Wann: Montag, 2. Februar, um 17:00 Uhr


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Wo: Arcotel Camino, Heilbronner Str. 21, 70191 Stuttgart (direkt am Hauptbahnhof)


Experten werden vor Ort erläutern, warum die Doppelverbeitragung gestoppt werden muss und wie eine gerechtere Vorsorgelandschaft in Deutschland aussehen könnte. Wer sich rechtzeitig gegen die Kostenfalle absichern will, sollte sich diesen Termin rot im Kalender markieren.


Checkliste: Ist Ihre Altersvorsorge eine Kostenfalle?

Bevor Sie weitere Beiträge in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder Direktversicherung einzahlen, sollten Sie folgende Punkte prüfen:


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Der Krankenkassen-Check: Werden bei der Auszahlung im Alter die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, rund 20 %) fällig? Dies ist bei fast allen bAV-Verträgen für gesetzlich Versicherte der Fall.


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Der Freibetrag: Seit 2020 gibt es einen Freibetrag bei der Krankenkasse (nicht bei der Pflegeversicherung!). Aktuell liegt er bei 197,75 € im Monat. Nur wer mit seiner Betriebsrente darüberliegt, zahlt auf den übersteigenden Teil Kassenbeiträge.


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Die Förderquote: Lohnt sich die Steuerersparnis in der Einzahlungsphase wirklich?


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Arbeitgeberzuschuss: Zahlt Ihr Arbeitgeber mindestens 15 % (gesetzlich verpflichtend) oder sogar mehr dazu? Ohne einen massiven Arbeitgeberzuschuss ist die Entgeltumwandlung aufgrund der späteren Abzüge unrentabel.

https://vorunruhestand.de/2026/01/stille-kostenfalle-betriebsrente-als-verlustgeschaeft/

Zahnärzte-Renten futsch? Das Versagen der Gier-Verwalter

Zahnärzte-Renten futsch? Das Versagen der Gier-Verwalter
Milliardengrab statt Altersvorsorge: Während Kontrolleure schliefen, verzockten Berliner Funktionäre die Renten der Zahnärzte in dubiosen Start-ups.
Stellen wir uns vor, wir zahlen jahrzehntelang in ein Versorgungswerk ein, im festen Glauben, dass der Lebensabend bei den eigenen Standeskollegen in den sichersten Händen ist. Und dann das: Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) meldet eine finanzielle Schieflage, die einen fassungslos macht.

Über eine Milliarde verzockt


Und dabei geht es nicht um Peanuts – auch nicht um kleine Rechenfehler. Es geht um „hochriskante und überproportionale Investments“ in Hotels und Start-ups, die eher an ein Spielcasino als an ein seriöses Versorgungswerk erinnern. Während die staatliche Aufsicht offenbar beide Augen zudrückte, wurde das Geld der Beitragszahler in unbesicherte Darlehen und spekulative Immobilienprojekte gepumpt.
Weniger Rente für Zahnärzte
Die Quittung? Die 10 000 betroffenen Mitglieder in Berlin, Brandenburg und Bremen müssen nun mit „spürbaren Einschnitten“ rechnen. Rentenanwartschaftsmitteilungen wurden bereits ausgesetzt – ein digitales Schweigegelübde, während das Schiff sinkt. Tausende Zahnärzte bangen dort um ihre Altersvorsorge.
Eine Kieferorthopädin verrät der "B.Z.", was das für sie bedeutet:
Wir wurden gezwungen, ins Versorgungswerk einzuzahlen; nach 32 Jahren stehen mir gerade einmal 820 Euro Rente zu.
Besonders bitter: Es ist nicht das erste Mal. Bereits 2003 mussten die Renten gekürzt werden. Haben die Verantwortlichen nichts gelernt? Oder war die Verlockung der schnellen Rendite in der Niedrigzinsphase einfach zu groß für das eigene Urteilsvermögen?
Waren Berlins Zahnärzte zu sorglos?
Jetzt rollen Köpfe, der Verwaltungsausschuss wurde abberufen, und Schadensersatzforderungen stehen im Raum. Doch für die angehenden Ruheständler bleibt ein schaler Beigeschmack. Wenn selbst die „Elite“ der Selbstständigen ihre eigene Altersvorsorge gegen die Wand fährt, stellt sich die existenzielle Frage: Wem können wir eigentlich noch trauen, wenn es ums eigene Geld im Alter geht, um die eigene Altersvorsorge? Sind wir alle zu sorglos?
Staatliche Aufsicht versagt
Die staatliche Aufsicht hat ihren Zweck verfehlt, die Selbstverwaltung hat versagt. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Ein weißer Kittel schützt nicht vor Größenwahn – und leider auch nicht vor der Altersarmut durch fremdes Verschulden.
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Die Fakten
1. Milliardenverluste

Das VZB hat durch riskante Investments in Unternehmensbeteiligungen, Start-ups (z. B. Element Insurance, Rplanet Earth) und Immobilienfonds erhebliche Verluste erlitten.


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Schadenshöhe: Aktuellen Berichten zufolge belaufen sich die Verluste auf rund 1,1 Milliarden Euro (Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens).


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Folgen: Es drohen drastische Kürzungen der Rentenanwartschaften von bis zu 50 % sowie mögliche Beitragserhöhungen, um die finanzielle Stabilität wiederherzustellen.


2. Juristische Aufarbeitung und Klagen

Das Versorgungswerk ist Anfang Januar 2026 in die juristische Offensive gegangen:


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Klage gegen Berater & Prüfer: Das VZB verklagt unter anderem die Apobank (wegen mangelhafter Beratung zu Anlagerisiken) sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Forvis Mazars (wegen angeblicher „Gefälligkeitsgutachten“).


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Vorgehen gegen ehemalige Führungskräfte: Es wurden Klagen gegen neun ehemalige Verantwortliche eingereicht.


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Staatshaftung: Auch das Land Berlin (Senatsverwaltung) wird in die Pflicht genommen, da die staatliche Aufsicht laut VZB-Anwälten versagt habe.


3. Transparenz und Verwaltung
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Mitgliederportal: Das neue Online-Portal ist aktiv. Anträge auf Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht müssen seit 2023 zwingend elektronisch gestellt werden.


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Jahresabschluss 2024: Die Veröffentlichung des detaillierten Berichts für 2024 wird im ersten Quartal 2026 erwartet.


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Delegiertenversammlung: Am 22. Januar 2026 findet eine konstituierende Sitzung statt, bei der die personelle Neuaufstellung und Krisenbewältigung im Fokus stehen.


https://vorunruhestand.de/2026/01/zahnaerzte-renten-futsch-das-versagen-der-gier-verwalter/

Mittwoch, 14. Januar 2026

Schlank im Ruhestand: Gesunde Gewohnheiten wirken

Schlank im Ruhestand: Gesunde Gewohnheiten wirken
Der Ruhestand bietet die Chance für neue Routinen. Mit gezielter Bewegung, Proteinen und festen Strukturen lassen sich Vitalität fördern und Wunschgewicht erreichen.
Das Ende des Berufslebens markiert eine bedeutende Wende im Leben. Plötzlich fallen die Strukturen weg, die jahrzehntelang den Alltag bestimmt haben – der Weg zur Arbeit, die festen Arbeitszeiten, die Pausenregelungen. Für viele Menschen bringt diese neu gewonnene Freiheit überraschende Herausforderungen mit sich, besonders wenn es um das Körpergewicht geht. Doch genau diese Lebensphase bietet eine einzigartige Chance, endlich die Gesundheitsroutinen zu etablieren, für die im Berufsleben oft die Zeit fehlte.

Warum der Ruhestand kritisch für das Gewicht ist


Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Viele Menschen nehmen in den ersten Jahren nach der Pensionierung zu. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft subtil. Der Wegfall der täglichen Bewegung zum Arbeitsplatz, längere Sitzzeiten vor dem Fernseher, mehr Zeit für ausgiebige Mahlzeiten und der soziale Aspekt von Kaffeekränzchen und Mittagessen mit anderen Rentnern – all das summiert sich.
Hinzu kommt, dass sich der Stoffwechsel mit zunehmendem Alter verlangsamt. Der Körper benötigt weniger Kalorien für seine Grundfunktionen, während gleichzeitig die Muskelmasse natürlicherweise abnimmt, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Diese biologische Realität bedeutet, dass dieselben Essgewohnheiten, die einen in den Vierzigern schlank gehalten haben, in den Sechzigern zu einer schleichenden Gewichtszunahme führen können.

Der Unterschied zwischen Gewicht und Gesundheit


Viele Rentner konzentrieren sich ausschließlich auf die Zahl auf der Waage. Dabei ist die Körperzusammensetzung mindestens genauso wichtig. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob jemand mit 75 Jahren zehn Kilogramm mehr wiegt, weil er regelmäßig Krafttraining macht und Muskeln aufgebaut hat, oder weil er hauptsächlich Fett angesetzt hat. Wer seinen Körperfettanteil berechnen lässt – sei es beim Hausarzt, im Fitnessstudio oder mit modernen Körperanalysewaagen –, erhält ein viel genaueres Bild seiner tatsächlichen gesundheitlichen Situation.
Eine gewisse Muskelmasse ist im Alter Gold wert. Sie schützt vor Stürzen, hält den Stoffwechsel aktiv, unterstützt die Knochengesundheit und ermöglicht es, im Alltag selbstständig zu bleiben. Ein leicht höheres Gewicht mit guter Muskulatur ist daher oft gesünder als ein niedriges Gewicht mit wenig Muskelmasse und hohem Körperfettanteil.
Bewegung als Fundament der Gesundheit
Die gute Nachricht: Im Ruhestand hat man endlich die Zeit, Bewegung so in den Alltag zu integrieren, wie es im Berufsleben oft unmöglich war. Dabei geht es nicht darum, plötzlich Marathon zu laufen oder täglich zwei Stunden im Fitnessstudio zu verbringen. Vielmehr sind es die konstanten, moderaten Aktivitäten, die den größten Unterschied machen.
Ein täglicher Spaziergang von 30 bis 45 Minuten mag unspektakulär klingen, doch die wissenschaftlichen Belege für seinen gesundheitlichen Nutzen sind überwältigend. Er stärkt das Herz-Kreislauf-System, hält die Gelenke beweglich, fördert die Vitamin-D-Produktion durch Sonnenlicht und hat nachweislich positive Effekte auf die Stimmung und geistige Klarheit. Viele Rentner berichten, dass ihr Morgenspaziergang zur liebsten Routine des Tages geworden ist – eine Meditation in Bewegung.
Ernährung mit Genuss und Verstand
Die Ernährung im Ruhestand sollte sich von der im Berufsleben unterscheiden – nicht drastisch, aber bewusst. Der Kalorienbedarf sinkt, doch der Bedarf an Nährstoffen bleibt gleich oder steigt sogar. Das bedeutet: Die Qualität der Nahrung wird noch wichtiger als die Quantität.
Proteine verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Körper benötigt im Alter mehr Protein, um die vorhandene Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen. Fisch, mageres Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Quark und griechischer Joghurt sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Viele Ernährungsexperten empfehlen, zu jeder Mahlzeit eine Proteinquelle einzuplanen.
Ein oft übersehener Aspekt: Flüssigkeitszufuhr. Das Durstgefühl lässt im Alter nach, doch der Körper benötigt weiterhin ausreichend Wasser. Wer seinen Wasserhaushalt im Blick behält, unterstützt nicht nur den Stoffwechsel, sondern beugt auch Verwirrtheitszuständen und Stürzen vor, die durch Dehydrierung begünstigt werden können.

Die Macht der Routine


Der größte Vorteil langfristiger Gewohnheiten liegt in ihrer Mühelosigkeit. Was anfangs Überwindung kostet, wird nach einigen Wochen zur Selbstverständlichkeit. Der Körper und Geist gewöhnen sich an neue Rhythmen, und plötzlich fühlt sich der Tag ohne den Morgenspaziergang oder die abendliche Gemüsepfanne unvollständig an.
Viele erfolgreiche Rentner berichten, dass feste Zeitpunkte entscheidend waren. Der Spaziergang direkt nach dem Frühstück, das Krafttraining immer dienstags und donnerstags um 10 Uhr, das frische Gemüse, das jeden Samstag auf dem Markt gekauft wird – diese Strukturen ersetzen die alten Arbeitsroutinen und geben dem Tag einen gesunden Rhythmus.
Soziale Komponenten nicht unterschätzen
Gesundheit im Alter ist selten eine Einzelleistung. Wer mit anderen zusammen aktiv ist, bleibt motivierter und hat mehr Spaß. Ob Wandergruppe, Schwimmkurs, Seniorengymnastik oder einfach die Verabredung mit der Nachbarin zum gemeinsamen Nordic Walking – die soziale Verbindung macht Bewegung zum Vergnügen statt zur Pflicht.
Auch beim Essen spielen soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie oder Freunden fördern nicht nur das seelische Wohlbefinden, sondern führen oft auch zu gesünderem Essverhalten. Man nimmt sich mehr Zeit, isst bewusster und genießt die Gesellschaft.

Der lange Atem zählt


Wer im Ruhestand schlank und gesund bleiben möchte, braucht keine radikalen Diäten oder extremen Sportprogramme. Was zählt, ist die Beständigkeit. Kleine, nachhaltige Veränderungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen und die man auch in fünf oder zehn Jahren noch durchhalten kann – das ist der Schlüssel.
Die Forschung zeigt eindeutig: Menschen, die im Alter körperlich und geistig fit bleiben, haben meist keine spektakulären Geheimrezepte. Sie haben einfach gute Gewohnheiten entwickelt und diese über Jahre beibehalten. Sie bewegen sich regelmäßig, essen ausgewogen, pflegen soziale Kontakte und hören auf ihren Körper.
 
Quelle: Unsplash https://vorunruhestand.de/2026/01/schlank-im-ruhestand-gesunde-gewohnheiten-wirken/

Montag, 12. Januar 2026

So lange warten Rentner auf ihre Steuerbescheide

So lange warten Rentner auf ihre Steuerbescheide
Ein Monat oder drei Monate – so lange müssen Rentner auf ihren Steuerbescheid warten, wenn sie wegen der seit 2005 geltenden Rentenbesteuerung eine Steuererklärung abgeben müssen.
Wer 2026 in Rente geht, muss bereits 84 Prozent seiner Rente versteuern, nur noch 16 Prozent sind steuerfrei. Ab 2058 werden Renten komplett versteuert. Wer also beispielsweise 2026 in Rente geht und 24.000 Euro bekommt, muss für 20.160 Euro Steuern zahlen, lediglich 3.840 Euro sind steuerfrei – und jede künftige Rentenerhöhung wird zu 100 Prozent besteuert. In der Folge rutschen immer mehr Rentner in die Steuerpflicht.
Rentenfreibetrag 2005 bis 2058
Jedes Jahr nimmt der steuerpflichtige Anteil der Rente zu und der steuerfreie ab. Die Folge: Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die eine Steuererklärung abgeben müssen, wächst. Die Finanzämter kommen angesichts des Paragraphenschungels nicht mehr mit der Bearbeitung nach. Zwar hat die Digitalisierung der Finanzämter die Situation etwas verbessert, aber die Bearbeitung der Steuererklärungen dauert immer noch Monate. So brauchen deutsche Finanzämter im Schnitt "nur" noch 50,2 Tage, das heißt, sie sind etwas schneller geworden, so das Onlinesteuerportal Lohnsteuer-Kompakt.de. Allerdings gibt es einige Finanzämter, die den Schnitt im negativen Sinn heben – und dazu gehören Lohnsteuer-Kompakt zufolge die Finanzämter in Landsberg am Lech, Freiburg, Burghausen, Bremen, Calau und Berlin. In Calau warten Steuerzahler 80 Tage auf ihren Steuerbescheid. Berlin ist eine Besonderheit: Dort kann es ja nach Bezirk vergleichsweise schnell oder ganz langsam gehen.
Im Ländervergleich schneidet Gesamt-Berlin sogar hervorragend ab und ist damit das erste Mal seit drei Jahren wieder auf Platz 1. Das Bundesland löst den Vorjahressieger Hamburg ab. Schlusslicht ist Bremen, wo Steuerpflichtige im Schnitt 74,3 Tage auf ihren Einkommensteuerbescheid warten mussten. „Ein wesentlicher Grund für die schnelleren Bearbeitungszeiten sind Digitalisierung und Automatisierung in der Fallbearbeitung“, so Felix Bodeewes, Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de. Das reduziert den Routineaufwand und verschiebt den Arbeitsschwerpunkt auf komplexere Fälle.

Schnelle und langsame Finanzämter


Das bundesweit schnellste Finanzamt ist das Finanzamt Zwiesel mit Außenstelle Viechtach (Bayern). Dort erhielten Steuerpflichtige ihren Bescheid im Durchschnitt bereits nach 28,4 Tagen. Am anderen Ende der Skala liegt das Finanzamt Berlin International mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 90,4 Tagen. Damit warteten Steuerzahler dort mehr als dreimal so lange wie in Viechtach.


Wer wissen will, wie sein Finanzamt 2024 abgeschnitten hat, schaut sich die Übersicht von Lohnsteuer-Kompakt an.


Die schnellsten Finanzämter 2024
Die schnellsten Finanzämter
Die schnellsten Finanzämter
(Per Klick auf das Bild öffnet sich ein Link zur Übersicht von Lohnsteuer kompakt) 

Die Analyse basiert auf mehr als einer Million anonymisierten Steuererklärungen, die über Lohnsteuer-kompakt.de eingereicht wurden. Ausgewertet wurden die Bearbeitungszeiten von 482 Finanzämtern in ganz Deutschland, die jeweils mindestens 50 Steuererklärungen bearbeitet haben. Mehr Details zu den Studienergebnissen finden im Blog von Lohnsteuer-kompakt.


Rentenerhöhung zu 100 % besteuert


Das Finanzamt gewährt Rentnern zwar einen Rentenfreibetrag, offiziell „Anpassungsbetrag als steuerfreier Teil der Rente“, doch der wird in Euro ausgewiesen und bleibt für das ganze Leben fix. Jede Rentenerhöhung wird dagegen zu hundert Prozent versteuert. Das sei vielen Rentnern nicht klar, so das Internetportal „Lohnsteuerkompakt“. Wenn jede Rentenerhöhung komplett versteuert werde, führe das dazu, dass nach jeder Rentenerhöhung mehr Rentnerinnen und Rentner steuerpflichtig werden, so „Steuertipps.de“. Da hilft es auch wenig, wenn der Staat den Grundfreibetrag erhöht. Durch den Mechanismus, den Rentenfreibetrag in Euro auszuweisen und nicht in Prozent, steigt automatisch der gesamte prozentuale Besteuerungsanteil der Rente.
Der Rentenfreibetrag gilt nicht für Rentenerhöhungen – die sind zu hundert Prozent steuerpflichtig. Damit sinkt prozentual gesehen im Lauf der Jahre – sollte es Rentenerhöhungen geben – der Rentenfreibetrag, weil der nominal gleich bleibt, sich aber auf eine höhere Rente bezieht. Somit profitiert das Finanzamt bei jeder Rentenerhöhung. Im Steuerbescheid liest sich das dann so: „Dem steuerpflichtigen Teil der Rente wurde die Rentenerhöhung hinzugerechnet. Regelmäßige Anpassungen des Jahresbetrags der Rente führen nicht zu einer Neuberechnung des steuerfreien Teils der Rente".
Selbst nachrechnen
Wer es nicht glaubt, kann es auch selbst nachrechnen, so er denn schon einige Jahre in Rente ist. Das lässt sich anhand des letzten Steuerbescheids berechnen:
➖➕✖️➗ Einfach den „Jahresbetrag der Rente“ ins Verhältnis zum „Anpassungsbetrag ab steuerfreier Teil der Rente“ setzen. Das ergibt eine Prozentzahl. Wer schon länger in Rente ist, dürfte staunen, um wie viel niedriger sein prozentualer Rentenfreibetrag heute ist.
► Mein Beispiel: Ich bin 2017 in Rente gegangen mit einem prozentualen Rentenfreibetrag von 26 Prozent, 2023 – nach vier Rentenerhöhungen – liegt der prozentuale Rentenfreibetrag nur noch bei 24 Prozent. Der nominale Rentenfreibetrag ist seit 2017 gleichgeblieben, aber eben nicht der prozentuale.
Bitte beachten Sie:
Auch wenn Sie zu Rentenbeginn noch keine Steuern zahlen, kann sich dies im Laufe des weiteren Rentenbezugs ändern. (Deutsche Rentenversicherung)
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So lassen sich Steuern drücken


Belege sammeln muss zur Pflicht für jede Rentnerin und jeden Rentner werden. Sie können mehr absetzen, als sie vielleicht denken. Das reicht von
- Sonderausgaben über
- haushaltsnahe Dienstleistungen,
- Handwerkerrechnungen,
- außergewöhnliche Belastungen,
- Behindertenpauschbetrag,
- Werbungskosten.
 
Buchempfehlung
Rentenplaner für Dummies

„Rentenplaner für Dummies“ von Helmut Achatz


Kurz vor der Rente – und nun? Das Buch „Rentenplaner für Dummies“ hilft allen künftigen und seienden Rentner, sich in puncto Finanzen zurechtzufinden. Das klingt einfacher, als es ist, ist aber kein Hexenwerk. Mit Ende 50, Anfang 60 fragen sich viele, ob Ihre Rente reicht und was auf Sie zukommt. Wer mit der Rente auskommen will, hat als Vorruheständler noch die Chance, an der Schraube zu drehen. Aber auch Rentner können noch etwas deichseln, um mit ihrer Rente besser über die Runde zu kommen. https://vorunruhestand.de/2026/01/so-lange-warten-rentner-auf-ihre-steuerbescheide/