Mittwoch, 5. November 2025

Die Rente ist sicher – von wegen!

Die Rente ist sicher – von wegen!
Warum haben junge Menschen Angst vor der Rente? Viele halten die gesetzliche Rente für unzuverlässig und blicken mit Sorge auf die Altersvorsorge. Mit Recht?
Die schwarzrote Regierung hat das Rentenpaket III geschnürt – die vermeintlichen Reformen reichen aber nicht, um das System generationengerecht aufzustellen. Deswegen präsentiert die Junge Union radikale Reformvorschläge.

📉 Massives Misstrauen


Eine repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag der Deutschen Bank/DWS belegt das tiefe Misstrauen der Bevölkerung in die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rente:
- Renten-Skepsis: Über 80 Prozent der Befragten glauben, dass das Rentensystem langfristig nicht zuverlässig funktionieren wird.
- Politik-Versagen: 86 Prozent sind überzeugt, dass die Politik das Thema nicht entschlossen genug angeht.
- Wahrgenommene Ungerechtigkeit: Zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen halten das bestehende Rentensystem für ungerecht und sehen die jüngere Generation klar benachteiligt.
Besonders drastisch ist die Lage bei den 18- bis 29-Jährigen: Fast sechs von zehn (58 Prozent) geben an, dass ihnen das Thema Altersvorsorge Angst macht.
Wussten Sie schon? 80 Prozent der Bevölkerung sind überzeugt, dass die staatlichen Leistungen im Alter nicht reichen werden, um den Lebensstandard zu halten.
Standardrente bei 1.835 Euro
Ja, sie haben recht, denn das aktuelle Rentenniveau von 48 Prozent garantiert kein auskömmliches Leben im Alter. Wer 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat und in die Rente eingezahlt hat, bekommt eine Monatsbruttorente von 1.835,55 Euro (netto vor Steuern: 1.625 Euro). Die reale Durchschnittsrente in Deutschland (der "Durchschnittsrentenzahlbetrag") liegt mit 1.140 Euro deutlich niedriger, wobei Männer auf 1.396 Euro kommen und Frauen auf 936 Euro

🛑 Rentenpaket III – kein großer Wurf


Trotz der massiven Bedenken hält die Bundesregierung (CDU/CSU und SPD) am sogenannten Rentenpaket fest, welches grundsätzlichere Reformen aufschiebt:
- Festschreibung des Rentenniveaus: Das Verhältnis der Rente zum Durchschnittsverdienst soll bis 2031 bei 48 Prozent festgeschrieben werden.
- Mütterrente: Die Ausweitung der Mütterrente (Anrechnung von Kindererziehungszeiten) wird fortgeführt.
- Reformkommission: Eine Kommission soll ab 2026 Vorschläge für die langfristige Finanzierung erarbeiten.
Gegen diese aufgeschobene Reformpolitik regt sich jedoch Widerstand, allen voran bei der Jungen Union.
💡 Vorschläge der Jungen Union: der "Neue Generationenvertrag"
Die Junge Union (JU) hat auf ihrem Deutschlandtag 2025 mit ihrem Leitantrag "Neuer Generationenvertrag für Deutschland – ein Update für die sozialen Sicherungssysteme" eine klare Reformagenda beschlossen, die dem aktuellen System der Umverteilung von "Jung nach Alt" entgegenwirken soll.
JU-Forderung
Ziel/Hintergrund
Generationsgerechte Strukturreform
Rente, Gesundheit und Pflege grundlegend neu denken. Schluss mit "teurer Symbolpolitik auf Pump" und Schuldenmachen auf Kosten künftiger Generationen.
Stärkere Kapitaldeckung
Über die bisher geplanten Ansätze hinaus soll ein echtes kapitalgedecktes Element in der Rente eingeführt werden, um die Abhängigkeit vom demografisch belasteten Umlageverfahren zu verringern.
Leistungsprinzip sichern
"Wer arbeitet, muss am Ende mehr haben." Ziel ist die Sicherstellung, dass sich Einzahlen und Leistung auch langfristig für alle Generationen lohnen.
Dynamisierung des Renteneintrittsalters
Eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung, um die Finanzierung nachhaltig zu gewährleisten (Teil des generellen Strukturreform-Ansatzes).
🧭 Ihre Altersvorsorge: Warum Aufschieben teuer ist
Obwohl die Sorgen groß sind, handeln viele junge Menschen nicht: 61 Prozent der unter 30-Jährigen treffen aktuell keine VorsorgeExpertenrat (Claudio de Sanctis, Deutsche Bank): "Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist deutlich gesunken. Den Menschen wird immer klarer, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard nur durch zusätzliche private Vorsorge sichern können."
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
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Die Empfehlung
Wartet nicht auf die Politik. Je früher jede und jeder mit der privaten Vorsorge beginnt, desto stärker profitieren sie vom Zinseszinseffekt.
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Dienstag, 4. November 2025

Wie werden wir Super-Ager?

Wie werden wir Super-Ager?
Die Angst vor dem „großen Vergessen“ treibt viele im Alter um. Wie lässt sich dem vorbeugen? Wie bleiben wir insgesamt länger fit? Was ist das Rezept der Super-Ager?

🤩 Mit 90 noch "Super-Ager" sein – Geht das?


Am 3. November 2025 stand im „Ersten“ ein Thema im Fokus, das viele beschäftigt: Demenz. In der ersten Folge seiner zweiteiligen Dokumentation „Hirschhausen und das große Vergessen – habe ich Demenz?“ ging Dr. Eckart von Hirschhausen einer sehr persönlichen Frage nach – und traf dabei auf ein beeindruckendes Vorbild: den 90-jährigen Super-Ager Willy Bartz.
Die Kraft der Prävention
Dr. Eckart von Hirschhausen scheut sich nicht, offen über seine eigene Sorge vor Demenz zu sprechen. Ein ehrlicher und wichtiger Ansatz, denn mit geschätzt 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland ist Demenz eine der größten medizinischen und sozialen Herausforderungen unserer Gesellschaft.
Doch die Doku macht vor allem Mut! Sie räumt mit dem Klischee auf, dass man dem geistigen Abbau hilflos ausgeliefert ist. Ganz im Gegenteil: Fast die Hälfte aller Demenzfälle gilt als vermeidbar, wenn wir rechtzeitig aktiv werden und uns um unsere "Hirngesundheit" kümmern. "Bei körperlich aktiven Menschen mit präklinischem – also noch symptomlosem – Alzheimer wurde nun unter anderem ein geringerer kognitiver Abbau als bei körperlich Inaktiven erfasst", stellt die "Welt" fest.
Willy Bartz – das 90-jährige Fitness-Vorbild
Der eigentliche Star der Sendung, zumindest für alle, die das Ziel haben, im hohen Alter noch topfit zu sein, ist Willy Bartz. Der 90-Jährige ist Teilnehmer der „Super-Ager-Studie“ an der Uni Magdeburg und für Dr. Hirschhausen ein echtes Idol.
Willy Bartz zeigt, wie er sich mit einem selbst entwickelten Fitness-Programm in seinem Keller fit hält. Er trainiert mit Gurkengläsern im Korb als Gewichten und hüpft mit 90 noch über hundertmal Seil! Sein Geheimnis und das der anderen Super-Ager, die im hohen Alter noch geistig topfit sind?
- Bewegung, Bewegung, Bewegung: Körperliche Aktivität ist essenziell für die Herz- und Hirngesundheit – und das ein Leben lang.
- Geistige Herausforderung: Lernen, Neugier, Engagement und gebraucht werden. Was gut fürs Herz ist, ist auch gut fürs Gehirn.
Hirschhausens Super-Ager-Challenge
Inspiriert von Willy Bartz' Vitalität, hat sich Dr. Hirschhausen selbst eine ehrgeizige Challenge gesetzt: Mit 90 will er genauso fit sein!
Sein persönliches Programm zur Hirnprävention:
- Bauchfett reduzieren: Übergewicht, insbesondere viszerales Fett, ist ein Risikofaktor.
- Tischtennis mit der linken Hand lernen: Eine bewusste Herausforderung des Gehirns durch das Nutzen der nicht-dominanten Hand. Das schafft neue neuronale Verbindungen.
- Mehr Ausdauer und Schlaf: Im Schlaf läuft die "Waschmaschine" im Gehirn, die Abfallstoffe (wie die schädlichen Plaques) entfernt.
Willy Bartz ist der lebende Beweis: Wir können unser Schicksal aktiv beeinflussen. Warten Sie nicht auf morgen, um etwas für Ihre Hirngesundheit zu tun!
- Herausforderung statt Routine: Lernen Sie eine neue Sprache, ein Instrument oder eben, wie Hirschhausen, eine Sportart mit der "falschen" Hand.
- Bleiben Sie in Bewegung: Egal ob Gartenarbeit, Tanzen oder Seilspringen wie Willy – Hauptsache, Sie bleiben aktiv.
- Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte: Einsamkeit gilt als ernstes Risiko für Demenz.
Sind Sie bereit, Ihr eigener Super-Ager zu werden? Die besten Jahre liegen noch vor Ihnen – halten Sie sich körperlich und geistig fit!
PS: Wer die Sendung verpasst hat: Beide Teile der Doku „Hirschhausen und das große Vergessen“ sind in der ARD Mediathek abrufbar.

✍️ Das Super-Ager-Geheimnis: Die wichtigsten Tipps


Der beeindruckende 90-jährige Willy Bartz und die Forschung der „Super-Ager-Studie“ an der Uni Magdeburg haben in der ARD-Doku von Dr. Hirschhausen gezeigt: Es gibt keinen Grund, sich dem Vergessen kampflos zu ergeben. Die Wissenschaft bestätigt, dass jeder das Potenzial hat, ein "Super-Ager" zu werden, wenn er aktiv die richtigen Schritte unternimmt.
Hier sind die zentralen Stellschrauben, die laut Forschung und Dr. Hirschhausen entscheidend sind, um bis ins hohe Alter geistig topfit zu bleiben – perfekt für die aktive Gestaltung Ihres Vorruhestands!
1. 🤸‍♀️ Bewegung: Das stärkste Demenz-Medikament
Was gut für Ihr Herz ist, ist Gold wert für Ihr Gehirn. Körperliche Aktivität ist der unumstritten wichtigste Schutzfaktor gegen Demenz. Die Super-Ager, wie Willy Bartz mit seinem Seilspringen, zeigen es vor: Es geht nicht darum, Marathon zu laufen, sondern regelmäßig aktiv zu sein.
- Täglich bewegen: Ziel ist es, in jeder Lebensphase aktiv zu bleiben.
- Ausdauer und Kraft: Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining wirkt sich auf die Hirndurchblutung und die Neubildung von Nervenzellen aus.
2. 🧠 Kognitives Training: Herausforderung statt Routine
Viele Menschen glauben, Sudoku oder Kreuzworträtsel auf der Couch reichen aus – doch Dr. Hirschhausen stellt klar: "Sudoku auf der Couch wird überschätzt. Das bringt herzlich wenig." Das Gehirn braucht echte, neue Herausforderungen, um neue Verbindungen zu knüpfen (neuronale Plastizität).
- Neue Fertigkeiten erlernen: Nehmen Sie sich eine neue Sprache, ein Musikinstrument oder ein komplexes Handwerk vor.
- Seitenwechsel: Machen Sie es wie Hirschhausen, der als Rechtshänder mit links Tischtennis spielen lernt. Nutzen Sie bewusst Ihre nicht-dominante Hand für alltägliche Dinge. Das zwingt das Gehirn, neue Pfade zu beschreiten.
- Lesen und Neugier: Bleiben Sie neugierig! Geringe Bildung gilt als ein hohes Demenzrisiko – halten Sie Ihr Hirn durch Lesen und lebenslanges Lernen in Schwung.
3. 🤝 Soziale Einbindung: Die Kraft der Gemeinschaft
Ein Faktor, der in der Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt: soziale Aktivität und die Vermeidung von Einsamkeit.
- Kontakte pflegen: Einsamkeit ist laut Hirschhausen ein ernstes Risiko für Demenz. Treffen Sie Freunde, engagieren Sie sich in Vereinen oder übernehmen Sie ein Ehrenamt. Das Gefühl, gebraucht zu werden, und der regelmäßige Austausch sind essenziell.
- Teilhabe und Engagement: Bleiben Sie Teil der Gesellschaft. Ob im Ruhestand, aktiv zu sein und einen Beitrag zu leisten, fördert die geistige Fitness nachweislich.
4. 😴 Schlaf: Die „Waschmaschine“ für das Gehirn
Der Schlaf wird oft unterschätzt, ist aber für die Hirngesundheit zentral.
- Tiefschlaf nutzen: Im Tiefschlaf läuft im Gehirn die „Waschmaschine“, die wichtige Abfallstoffe (wie die schädlichen Beta-Amyloid-Plaques) aus dem Gehirn abtransportiert.
- Schlafhygiene: Achten Sie auf ausreichend erholsamen Schlaf. Schlafmangel kann das Demenzrisiko erhöhen.
Willy Bartz' Lebens-Motto
Der 90-jährige Willy Bartz ist das beste Beispiel dafür, dass Engagement, Neugier und die Liebe zur Bewegung die Schlüssel zum Super-Aging sind. Anstatt passiv vor dem Fernseher zu sitzen, ist es Zeit, aktiv die Weichen für ein geistig fittes Alter zu stellen!
Haben Sie schon überlegt, welche neue Herausforderung Sie in Ihrem Vorruhestand in Angriff nehmen könnten, um Ihr Gehirn auf Trab zu halten – vielleicht doch Tischtennis mit links oder einmal längs durch Deutschland radeln?
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Montag, 3. November 2025

Zusatzbeiträge steigen – was tun?

Zusatzbeiträge steigen – was tun?
Sparen im Gesundheitswesen funktioniert nicht, deswegen werden die Zusatzbeiträge der Krankenkassen 2026 erneut steigen. Versicherte sollten spätestens dann wechseln.
Schon jetzt warnen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) davor, dass der geplante 🐷 Sparkurs der Bundesregierung von 🩻 Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in Höhe von 💶 zwei Milliarden Euro nicht ausreichen wird, um eine weitere deutliche 📈  Erhöhung der Zusatzbeiträge im Jahr 2026 zu verhindern. Die Ausgaben steigen ungebremst, sodass den Krankenkassen gar nichts anderes übrig bleibt, als 2026 erneut die Zusatzbeiträge zu erhöhen. Versicherte müssen allerdings nicht ⛑️ hilflos zusehen – sie können zu einer günstigeren Kasse wechseln und so wenigstens einige Prozente sparen. Deswegen heißt es: ⚠️ Aufgepasst! Bei einer Erhöhung haben die Kunden ein Sonderkündigungsrecht und können kurzfristig wechseln.

3️⃣ Schon bald drei Prozent Zusatzbeitrag


Steigende Beiträge erwartet: Trotz des Sparpakets (das vor allem Ausgabenbremsen bei den Kliniken vorsieht) gehen die Kassenverbände und Kassen, darunter der GKV-Spitzenverband, die TK und BKK davon aus, dass die durchschnittlichen Zusatzbeiträge zu Jahresbeginn 2026 die Drei-Prozent-Marke überschreiten werden. Die ursprüngliche 🧭 Orientierungsmarke des Schätzerkreises lag bei 2,9 Prozent: Der „Schätzerkreis“ ist ein offizielles Gremium im deutschen Gesundheitswesen, das die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das kommende Jahr prognostiziert – und der hat sich offensichtlich verschätzt. Auf Basis dieser Berechnungen wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz festgelegt, den das Bundesgesundheitsministerium bekannt gibt. Schon in der Vergangenheit hat der Schätzerkreis den Zusatzbeitrag unterschätzt. Kein Wunder, sitzen im Schätzerkreis doch Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesamtes für Soziale Sicherung (BAS), die die Lage am liebsten durch die rosa Brille sehen.
Reserven sind aufgebraucht
Der Schätzerkreis hat unterschätzt, dass die Reserven der Krankenkassen aufgebraucht sind – sie müssen also zwangsweise die Zusatzbeiträge erhöhen, um die Reserven wieder aufzufüllen. Ein wesentlicher Grund für die erwarteten Erhöhungen ist die Notwendigkeit vieler Kassen, ihre in den Vorjahren geschrumpften Finanzreserven wieder auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau aufzufüllen. Dieser Bedarf wurde in der offiziellen Prognose von 2,9 Prozent nicht ausreichend berücksichtigt.
Der Schätzerkreis unterschätzt ferner den Sparwillen von 🏥 Krankenhäusern, 💊 Pharma und 🩺 Ärzten sowie Patienten. Die Kassen selbst und Arbeitgeberverbände gehen davon aus, dass die Einsparungen aufgrund von Regelungen zur vollen Kostenübernahme von Tariflohnerhöhungen bei Kliniken geringer ausfallen werden als geplant (geschätzt 1,3 Milliarden statt 1,8 Milliarden Euro). Schon jetzt kritisieren die Krankenhausbranche und die Gewerkschaft Verdi die Sparpläne scharf und befürchten eine Gefährdung der flächendeckenden Versorgung und eine Verschärfung der wirtschaftlichen Notlage der Krankenhäuser.
Sonderkündigungsrecht nutzen
Handlungsspielraum für Versicherte: Die konkrete Höhe des Zusatzbeitrags legt jede Krankenkasse in den kommenden Wochen eigenständig fest. Bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht.
🚀 Handlungsanleitung für gesetzlich Krankenversicherte
Angesichts der erwarteten Beitragsanpassungen können Sie als gesetzlich Krankenversicherter folgende Schritte unternehmen, um Ihre finanzielle Belastung zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren:
Schritt
Maßnahme
Hintergrund & Ziel
1. Beobachten & Informieren
Rechnen Sie mit einer Erhöhung Ihres Zusatzbeitrags für 2026 und verfolgen Sie die Nachrichten Ihrer Krankenkasse.
Die Kassen entscheiden in den kommenden Wochen über ihre individuellen Beitragssätze. Sie sollten in der Regel rechtzeitig über eine Erhöhung informiert werden. Nicht alle Kassen halten sich daran.
2. Beitrag prüfen
Prüfen Sie die Mitteilung Ihrer Krankenkasse über den neuen, ab dem 1. Januar 2026 geltenden Zusatzbeitragssatz.
Der allgemeine Beitragssatz (14,6 %) ist bei allen Kassen gleich, nur der Zusatzbeitrag variiert und ist für die Höhe der Gesamtkosten entscheidend.
3. Sonderkündigungsrecht nutzen
Merken Sie sich: Im Falle einer Beitragserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.
Dieses Recht ermöglicht Ihnen einen kurzfristigen Kassenwechsel, in der Regel bis zum Ende des Monats, in dem die Erhöhung wirksam wird.
4. Alternativen vergleichen
Bei einer Erhöhung: Vergleichen Sie umgehend die Zusatzbeiträge anderer Krankenkassen.
Viele Vergleichsportale bieten einen Überblick über die aktuellen Zusatzbeiträge. Achten Sie dabei nicht nur auf den Beitrag, sondern auch auf die Zusatzleistungen und den Service.
5. Wechsel vollziehen
Wechseln Sie bei Bedarf die Krankenkasse, um das Sonderkündigungsrecht zu nutzen.
Sollten Sie eine Kasse finden, die einen deutlich niedrigeren Zusatzbeitrag oder bessere Leistungen für Ihre Bedürfnisse bietet, können Sie so die erwartete Mehrbelastung vermeiden oder reduzieren.
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Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
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Was heißt Sonderkündigungsrecht?


Wenn eine Kasse ihren Zusatzbeitrag erhöht, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht.  Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst:


Grundlage: Wenn Ihre Krankenkasse den kassenindividuellen Zusatzbeitrag erhöht, haben Sie laut § 175 Absatz 4 SGB V ein Sonderkündigungsrecht.
Wegfall der Bindungsfrist: Die übliche 12-monatige Bindungsfrist an Ihre Krankenkasse entfällt in diesem Fall. Sie können also auch dann wechseln, wenn Sie noch keine 12 Monate bei Ihrer aktuellen Kasse versichert sind.
Frist zur Ausübung: Sie können das Sonderkündigungsrecht bis zum Ende des Monats ausüben, in dem der erhöhte Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird.
Beispiel: Erhöht Ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag ab dem 1. Juli können Sie bis zum 31. Juli kündigen.
Kündigungsfrist beachten: Trotz Sonderkündigungsrechts bleibt die Kündigungsfrist von zwei vollen Monaten zum Monatsende bestehen.
Beispiel: Kündigen Sie bis zum 31. Juli endet Ihre Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse am 30. September. Ab dem 1. Oktober sind Sie dann bei Ihrer neuen Krankenkasse versichert.
Zahlung des erhöhten Beitrags: Während der zweimonatigen Kündigungsfrist müssen Sie den erhöhten Zusatzbeitrag weiterhin an Ihre alte Krankenkasse zahlen.
Einfacher Wechsel: Seit dem 1. Januar 2021 ist der Krankenkassenwechsel stark vereinfacht. Sie müssen Ihre alte Krankenkasse nicht mehr selbst kündigen. Es reicht, eine neue Krankenkasse auszuwählen und sich dort anzumelden. Die neue Krankenkasse übernimmt die Formalitäten mit Ihrer bisherigen Krankenkasse.
Informationspflicht der Krankenkasse: Die Krankenkasse ist verpflichtet, Sie schriftlich und deutlich auf die Erhöhung des Zusatzbeitrags und Ihr Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Ein allgemeiner Hinweis genügt hierbei nicht; es muss ein individueller Hinweis auf Ihr konkretes Kündigungsrecht erfolgen.
Ausnahme Wahltarif Krankengeld: Wenn Sie einen speziellen Wahltarif für Krankengeld abgeschlossen haben, gilt das Sonderkündigungsrecht bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags in der Regel nicht. Hier müssen Sie die 36-monatige Bindungsfrist des Wahltarifs einhalten.

Zusammenfassend ermöglicht das Sonderkündigungsrecht Ihnen als Versicherter, flexibel auf Beitragserhöhungen zu reagieren und zu einer günstigeren oder leistungsstärkeren Krankenkasse zu wechseln, ohne an die übliche Bindungsfrist gebunden zu sein.

https://vorunruhestand.de/2025/11/zusatzbeitraege-steigen-was-tun/

Sonntag, 2. November 2025

Wie soll die Aktivrente praktisch funktionieren?

Wie soll die Aktivrente praktisch funktionieren?
Angenommen, die Aktivrente kommt 2026 tatsächlich – wie funktioniert sie praktisch? Was müssen Rentner beachten? Wie ist das mit Steuern und Sozialabgaben?

🎉 Bis zu 2.000 Euro steuerfrei zur Rente dazuverdienen!


Die Bundesregierung plant, mit der Aktivrente ab 1. Januar 2026 einen starken Anreiz für das Weiterarbeiten im Rentenalter zu schaffen. Das Ziel des Gesetzesentwurfs: Fachkräftemangel mindern, die Rentenkassen entlasten und die Sozialkassen füllen.
Das Wichtigste in Kürze:
Wer die Regelaltersgrenze (Dezember 2025: Jahrgang 1959: 66 Jahre + 2 Monate) erreicht hat und sozialversicherungspflichtig weiterarbeitet, kann monatlich bis zu 2.000 Euro aus diesem Einkommen vollständig steuerfrei hinzuverdienen – zusätzlich zur normalen Rente. Ein gesonderter Antrag ist nicht nötig!
💡 So funktioniert die Aktivrente praktisch
Die Aktivrente ist ein Steuerfreibetrag auf den Lohn aus abhängiger Beschäftigung nach Erreichen der Regelaltersgrenze.
Feature
Details zur Aktivrente
Starttermin
Geplant: 1. Januar 2026
Steuervorteil
Bis zu 2.000 €/Monat (24.000 €/Jahr) des Arbeitslohns steuerfrei.
Progressionsvorbehalt
Nein! Der steuerfreie Betrag erhöht nicht den Steuersatz für weitere Einkünfte.
Antrag
Kein gesonderter Antrag nötig – die Steuerbefreiung läuft über das Lohnsteuerabzugsverfahren.
Rente
Die reguläre Rente wird weiterhin voll ausgezahlt und wie bisher versteuert.
Rechenbeispiel:
Verdienen Sie als Rentner 4.000 Euro brutto im Monat, müssen Sie künftig nur 2.000 Euro davon versteuern. Die ersten 2.000 Euro bleiben komplett steuerfrei. Die Aktivrente gilt auch für bestehende Arbeitsverhältnisse von Rentnern (Altfälle), die in der Rente noch sozialabgabenpflichtig arbeiten.
🎯 5 Schritte für arbeitende Rentner
Auch wenn die Aktivrente automatisch greift, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Regelaltersgrenze prüfen: Nur wer die Regelaltersgrenze von 67 Jahren (bzw. Übergangsregelung) erreicht hat und sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, profitiert. Ausgenommen sind aktuell Selbstständige, Beamte, Minijobber sowie Land- und Forstwirte.
- Arbeitgeber informieren: Benachrichtigen Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Berechtigung, damit dieser den steuerpflichtigen Bruttolohn um 2.000 Euro reduziert und die Befreiung über die ELStAM (elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) korrekt berücksichtigt.
- Sozialversicherung verstehen: Die Steuerbefreiung betrifft nur die Einkommensteuer. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen weiterhin auf den vollen Lohn an. Bei Renten- und Arbeitslosenversicherung entfällt in der Regel nur der Arbeitnehmeranteil. Brutto ist nicht gleich netto!
- Bei mehreren Jobs wählen: Bei mehreren Beschäftigungsverhältnissen kann der Freibetrag von 2.000 Euro nur bei einem Arbeitgeber geltend gemacht werden. Eine sorgfältige Kalkulation ist ratsam.
- Unterlagen sichern: Bewahren Sie alle Gehaltsabrechnungen und relevanten Belege für Ihre Steuererklärung auf.
Ist die Aktivrente wirklich für alle?
Die Regierung unter Kanzler Merz konzipiert die Aktivrente als Pilotprojekt.
- Einschränkung: Wer die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat (z. B. Frührentner) oder selbstständig ist, profitiert aktuell nicht.
- Evaluation: Bis Ende 2029 wird geprüft, ob die Aktivrente ihr Ziel erreicht. Eine Ausweitung auf Selbstständige und andere ausgeschlossene Gruppen wird diskutiert.
⚠️ Einschränkungen & Besonderheiten
- Nur ein Arbeitgeber kann den Freibetrag nutzen – bei mehreren Jobs muss gewählt werden
- Keine Anwendung bei vorgezogener Rente (z. B. Rente mit 63)
🤔 Was halten Sie von der Aktivrente? Finden Sie, dass 2.000 Euro steuerfreier Zuverdienst ein ausreichender Anreiz zum Weiterarbeiten ist?
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Wichtige Änderung bei Erwerbsminderungsrente

Wichtige Änderung bei Erwerbsminderungsrente
Ab Dezember 2025 ändert sich für Erwerbsminderungsrentner einiges: Der bisher separat ausgezahlte Zuschlag wird direkt in die reguläre Rente integriert. Klingt zunächst nach Verbesserung, kann für einige Betroffene, insbesondere Witwen und Witwer, Nachteile bringen.
Aber der Reihe nach:

Was ist der Erwerbsminderungsrentenzuschlag?


Seit Juli 2024 erhalten Rentnerinnen und Rentner, deren Erwerbsminderungsrente zwischen Januar 2001 und Dezember 2018 begonnen hat, einen monatlichen Zuschlag:
- 7,5 % Zuschlag für Rentenbeginn zwischen Januar 2001 und Juni 2014
- 4,5 % Zuschlag für Rentenbeginn zwischen Juli 2014 und Dezember 2018
Diese Regelung gilt auch für anschließende Altersrenten, Hinterbliebenenrenten und Erziehungsrenten, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Was ändert sich ab Dezember 2025?


-
Integration in die Rente
Der Zuschlag wird nicht mehr separat ausgezahlt, sondern direkt in die monatliche Rente integriert. Das bedeutet:
- Berechnung auf Basis der persönlichen Entgeltpunkte
- Automatische Anpassung bei Rentenerhöhungen
- Möglichkeit auf Nachzahlungen, falls die neue Berechnung günstiger ausfällt
-
Anrechnung als Einkommen
Der Zuschlag zählt künftig als anrechenbares Einkommen – mit Folgen für die Witwen- und Witwerrente:
- Freibetrag: 1.076,86 Euro monatlich (plus 228,42 Euro pro Kind)
- Übersteigendes Einkommen wird zu 40 % angerechnet
- Beispiel: Bei 1.700 Euro Einkommen ohne Kinder wird die Witwenrente um 249,26 Euro gekürzt
Zwei Beispiele:
Eine Witwe ohne Kinder verfügt neben der Witwenrente über ein Nettoeinkommen von 1700 Euro. Damit wird der Freibetrag um 623,14 Euro überstiegen. Die Witwenrente wird dann um 40 Prozent dieser 623,14 Euro gekürzt – also um 249,26 Euro. (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)
Eine Witwe ohne Kinder, die eine Netto-EM-Rente von 1.200 Euro bezieht, übersteigt den Freibetrag und ihre Witwenrente wird um 49,26 Euro gekürzt.
Was bedeutet das für Betroffene?
- Vorteile:
- Zuschlag wächst mit der Rente
- Einheitliche Auszahlung
- Transparente Berechnung
- Nachteile:
- Kürzungen bei Hinterbliebenenrenten möglich
- Komplexere Einkommensanrechnung
DRV gibt Entwarnung – aber Vorsicht ist geboten
Laut der Deutschen Rentenversicherung (DRV) bewegen sich die meisten Kürzungen im Cent-Bereich. Dennoch sollten Betroffene ihre Einkommenssituation prüfen, insbesondere wenn sie eine Witwen- oder Witwerrente beziehen.
Wirkung erst ab Juli 2026
Diese Änderung im Dezember 2025 wirkt sich indes erst zum 1. Juli 2026 aus. Mehr Informationen zur Einkommensanrechnung gibt es in der Broschüre „Hilfe in schweren Zeiten“ zum Download. Die DRV informiert die Betroffenen per Bescheid. https://vorunruhestand.de/2025/11/wichtige-aenderung-bei-erwerbsminderungsrente/

Donnerstag, 30. Oktober 2025

Aktivrente – wer profitiert und wer nicht?

Aktivrente – wer profitiert und wer nicht?
Die Aktivrente ist Mega-Murks: Sie soll zwar steuerfrei sein, allerdings fallen Sozialversicherungsbeiträge an – und sie schließt viele aus. Nur ganz wenige profitieren.
Einige wenige können sich freuen, denn ihnen erlässt der Staat Steuern, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Gemeint sind alle Rentnerinnen und Rentner, die jetzt schon über das reguläre Rentenalter hinaus sozialversicherungspflichtig arbeiten. Ab 2026 sind 2.000 Euro monatlich oder 24.000 Euro pro Jahr steuerfrei.

Von der Aktivrente ausgeschlossen


Alle anderen allerdings sind von der Aktivrente ausgeschlossen: Die Regelung beschränkt sich auf eben diesen Kreis. Ausgeschlossen sind:
- Selbstständige, Freiberufler sowie Land‑ und Forstwirte sind ausgeschlossen.
- Ebenso Personen, die einen Minijob ausüben oder vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Altersrente gingen.
Wenn es hochkommt, profitieren vielleicht einige Hunderttausend von der Aktivrente, zig Millionen bleiben ausgeschlossen. Verständlich, dass das geplante Gesetz Kontroversen provoziert. Hier die Vor- und Nachteile sowie die exakten Ausschlusskriterien.

💡 Kernelemente der Aktivrente 


Die geplante Reform ermöglicht es Rentnern, die die Regelaltersgrenze erreicht haben und weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, einen steuerfreien Hinzuverdienst zu erzielen.
- Vorteil: Bis zu 2.000 € pro Monat (24.000 € pro Jahr) sind einkommensteuerfrei.
- Ziel: Anreiz für ältere Fachkräfte, länger im Arbeitsmarkt zu bleiben
- Stichtag: Geplante Einführung zum 1. Januar 2026.
- Wichtig: Der Gesetzentwurf ist noch nicht final verabschiedet.
Nachteile der Aktivrente: Wer fällt durchs Raster?
Die Aktivrente ist keine Universallösung für alle arbeitenden Rentner. Die strengen Kriterien führen zu erheblichen Ungleichheiten und Kritik:
Personengruppe
Status/Nachteil
Hintergrund/Kritikpunkt
Selbstständige / Freiberufler
ausgeschlossen
Die Begünstigung gilt ausschließlich für eine abhängige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (Angestellte). Dies wird von Verbänden als eklatante Ungleichbehandlung kritisiert und als verfassungsrechtlich fragwürdig eingestuft.
Minijobber
ausgeschlossen
Minijobs sind nicht sozialversicherungspflichtig im Sinne des Gesetzes.
Frührentner
ausgeschlossen
Wer vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gegangen ist, profitiert nicht von diesem Steuervorteil.
Rentner mit körperlich schweren Jobs
🤷‍♂️ Geringer Nutzen
Die Maßnahme belohnt Gutverdienende in weniger belastenden Berufen. Rentner mit körperlich anstrengender Arbeit können nicht mehr weiterarbeiten, und profitieren daher nicht.
Staat
💰 Hohe Steuerausfälle
Experten rechnen mit Steuermindereinnahmen von 770 bis 890 Millionen Euro jährlich – ohne Garantie für den gewünschten Beschäftigungseffekt.
🗣️ Kritik: Sozialverbände und Gewerkschaften sehen in der Aktivrente eine "Mogelpackung", die vor allem Gutverdiener und Angestellte in günstigen Arbeitsverhältnissen begünstigt, statt Altersarmut strukturell zu bekämpfen.
🎯 Wer profitiert (und ab wann)?
Sie profitieren, wenn Sie nach Erreichen der sogenannten Regelaltersgrenze eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen oder fortsetzen.
Jahr
Regelaltersgrenze
Voraussetzung
2026
66 Jahre und 2 Monate
Sie arbeiten nach diesem Alter weiter.
bis 2031
Steigt schrittweise auf 67 Jahre
Der Freibetrag greift erst ab dem persönlichen Stichtag.
Der steuerfreie Betrag wird direkt über den Lohnsteuerabzug berücksichtigt – eine nachträgliche Korrektur in der Steuererklärung entfällt.
Abgaben: Ein "Bonus ohne Beiträge"?
Nein. Trotz Steuerfreiheit bleiben Sozialabgaben relevant:
- Kranken- und Pflegeversicherung: Beiträge sind weiterhin zu entrichten.
- Renten- und Arbeitslosenversicherung: Bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung fallen für den Arbeitgeber auch hier weiterhin Beiträge an.
🧑‍💻 Widerstand regt sich
Wie reagieren?
- Sind Sie Angestellter und stehen kurz vor dem Renteneintritt? Prüfen Sie, ob Ihre geplante Weiterbeschäftigung ab der Regelaltersgrenze die Kriterien der sozialen Versicherungspflicht erfüllt, um den Steuervorteil zu nutzen.
- Sind Sie Selbstständiger, Freiberufler oder Minijobber? Derzeit sind Sie ausgeschlossen. Beobachten Sie die aktuelle Gesetzeslage (Petitionen könnten noch Änderungen bewirken) und ziehen Sie alternative private Vorsorgemodelle in Betracht.
Journalisten sehen Aktivrente als „Schlag ins Gesicht von Freien“
„Leistung ist nicht gleich Leistung, wenn es nach dem Konzept geht“, stellt die freie Journalistin Anne Webert in einem Kommentar fest. Denn neben Minijobbern und Selbstständigen sind auch Freiberufler ausgeschlossen – und das ohne Erklärung. Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. hat eine Petition gestartet, die fordert, dass die Aktivrente auf Selbstständige ausgeweitet wird. Wer der gleichen Meinung ist und die Aktivrente als ungerecht empfindet, sollte unterschreiben.
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Dienstag, 28. Oktober 2025

Arbeiten nach der Rente? Ja, aber!

Arbeiten nach der Rente? Ja, aber!
Immer mehr Rentner arbeiten in Deutschland. Was sind die wahren Gründe für Jobs im Ruhestand? Finanzielle Not oder Freude an der Arbeit. Alles über Aktivrente und Rentnerjobs.

Wie viel arbeiten im Rentenalter?


 Arbeiten im Rentenalter ist in Deutschland weit verbreitet. Laut Statistischem Bundesamt (Basis Mikrozensus 2024) gehen 13 Prozent der 65- bis 75-Jährigen weiterhin einer Erwerbstätigkeit nach. Bei den Männern liegt der Anteil mit 16 Prozent etwas höher als bei den Frauen (10 Prozent).
Lockmittel Aktivrente: Steuerfreiheit für Zuverdienst
Die Bundesregierung versucht, mit der Einführung der „Aktivrente“ ab dem kommenden Jahr Fachkräfte länger zu halten. Der geplante Anreiz: Monatlich 2.000 Euro Zuverdienst sollen steuerfrei bleiben. Der Haken: Steuerfrei heißt nicht abgabenfrei. Die Sozialkasse hält weiter die Hand auf.
Bereits seit 2023 können Altersrentner unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass ihre Rente gemindert wird. Allerdings mussten Rente und Arbeitslohn bislang gemeinsam versteuert werden. Der Trend ist klar: Ende 2023 waren laut Deutscher Rentenversicherung bereits 1,46 Millionen Rentner beschäftigt – Tendenz steigend. Sie können sich freuen, denn ab 2026 zahlen sie für ihr Gehalt keine Steuer mehr.

💶 Finanzielle Not oder Spaß an der Arbeit?


Die ökonomische Ausgangslage vieler Ruheständler ist angespannt.
- Durchschnittliches Nettoeinkommen: knapp 2.000 Euro pro Kopf (gewichtetes Nettoeinkommen der 16,3 Millionen Rentner/Pensionsbezieher).
- Altersarmut: Jeder Fünfte muss mit weniger als 1.400 Euro auskommen. Eine wachsende Gruppe (rund vier Prozent) ist sogar auf Grundsicherung (563 Euro/Monat plus Kosten für Wohnung/Heizung) angewiesen.
Die Grundsicherung im Alter in Deutschland dient dazu, den Lebensunterhalt von Menschen zu sichern, deren Rente und Einkommen nicht ausreichen. Hier sind die wichtigsten Informationen zur Höhe der Grundsicherung im Jahr 2025:
💶 Regelbedarf (Stand 2025)
- Alleinstehende: 563 € monatlich
- Ehepaare/Lebensgemeinschaften: 506 € pro Person monatlich
🏠 Zusätzliche Leistungen
Neben dem Regelbedarf werden auch folgende Kosten übernommen:
- Unterkunft und Heizung (je nach tatsächlicher Höhe und Angemessenheit)
- Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge
- Mehrbedarfe, z. B. für Menschen mit Behinderungen
📊 Anspruchsgrenze
- Wer weniger als 1.062 € monatlich an Einkommen hat, sollte prüfen, ob ein Anspruch auf Grundsicherung besteht. In München beispielsweise ist die Grenze deutlich höher.
Allerdings sind finanzielle Zwänge nur ein Teil der Wahrheit. Eine ältere IAB-Studie zeigt, dass die Mehrheit andere Motivationen nennt:
Motivation für Erwerbstätigkeit im Ruhestand
Anteil der Befragten
Spaß an der Arbeit
97 Prozent
Weiterhin eine Aufgabe haben
92 Prozent
Kontakt zu anderen Menschen
91 Prozent
Finanzielle Gründe
43 Prozent
Zufriedenheit am Arbeitsplatz spielt ebenfalls eine Rolle: Wer dort zufrieden ist, verschiebt den Renteneintritt häufig nach hinten.
Gebildete arbeiten länger
Die Statistik belegt einen klaren Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Berufstätigkeit im Alter:
- Hoher Bildungsabschluss: 18 Prozent der Rentner haben noch einen Job.
- Niedriges Bildungsniveau: Nur 10 Prozent sind noch erwerbstätig
Arbeiten nur in den ersten Rentenjahren
Die Dauer der Rentnerbeschäftigung ist begrenzt: Während bei den 65- bis 66-Jährigen noch 18 Prozent arbeiten, sinkt der Anteil bei den 73- bis 74-Jährigen auf nur noch 8 Prozent.
Mehrheit arbeitet Teilzeit
Die Arbeitszeiten im Ruhestand sind meist kürzer. Etwa die Hälfte der arbeitenden Senioren ist geringfügig beschäftigt.
- 39 Prozent arbeiten höchstens 10 Stunden pro Woche.
- 26 Prozent arbeiten zwischen 10 und 20 Wochenstunden.
- 14 Prozent absolvieren 40 Wochenstunden (vor allem Selbstständige).
Wichtig: Selbstständige machen 29 Prozent aller erwerbstätigen Rentner aus. Für sie gilt jedoch die Aktivrente (2000 Euro steuerfrei) nicht.

Arbeiten im Rentenalter
(Basis Mikrozensus 2024 & DRV 2023)


Thema
Daten & Fakten
Quelle/Bezug
Anteil erwerbstätiger Senioren
13 % der 65- bis 75-Jährigen gehen einem Job nach.
Statistisches Bundesamt (Mikrozensus 2024)
Geschlechterverteilung
Männer: 16 %; Frauen: 10 %
Statistisches Bundesamt
Gesamtzahl arbeitender Rentner
1,46 Millionen Rentner waren Ende 2023 beschäftigt (Tendenz steigend).
Deutsche Rentenversicherung (DRV)
Aktivrente (geplant ab 2025)
2.000 Euro monatlicher Zuverdienst sollen steuerfrei bleiben.
Bundesregierung
Bestehender Zuverdienst (seit 2023)
Altersrentner können unbegrenzt hinzuverdienen, ohne Rentenkürzung.
Gesetzliche Regelung
Durchschnittliches Nettoeinkommen
Knapp 2.000 Euro pro Kopf (gewichtetes Nettoeinkommen)
Statistisches Bundesamt
Quote mit geringem Einkommen
Jeder Fünfte (ca. 20 %) muss mit weniger als 1.400 Euro auskommen.
Statistisches Bundesamt
Grundsicherungsquote
Rund 4 % der Rentner sind auf Grundsicherung angewiesen.
Statistisches Bundesamt
Hauptmotivation für die Arbeit
Spaß an der Arbeit (97 %), Aufgabe (92 %), soziale Kontakte (91 %)
IAB-Studie (älter)
Finanzielle Motivation
Nur 43 % nennen finanzielle Gründe.
IAB-Studie (älter)
Einfluss der Bildung
Hoher Bildungsabschluss: 18 % arbeiten noch. Niedriges Niveau: 10 % arbeiten noch.
Statistisches Bundesamt
Verlauf der Berufstätigkeit
65–66 Jahre: 18 % arbeiten; 73–74 Jahre: 8 % arbeiten.
Aktuelle Befragungen
Häufigste Beschäftigungsart
Etwa die Hälfte ist geringfügig beschäftigt.
Eigene Angaben der Senioren
Häufigste Arbeitszeit
39 % arbeiten höchstens 10 Wochenstunden.
Eigene Angaben der Senioren
Selbstständige
Machen 29 % aller erwerbstätigen Rentner aus (Aktivrente gilt nicht für sie).
Eigene Angaben/Gesetzeslage
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