Donnerstag, 21. Mai 2026

Renten-Hammer: Rente erst mit 70

Renten-Hammer: Rente erst mit 70
Die Rentenkommission lässt die Katze aus dem Sack: Rente erst mit 70 und ein sinkendes Rentenniveau. Für künftige Ruheständler sind das bittere Aussichten.
Das hat Sprengkraft: Die Rentenkommission ist laut „Bild“ weitgehend durch mit ihren Plänen für die Zukunft unserer Altersvorsorge. Und was dort ausgeheckt wurde, dürfte bei künftigen Generationen für blankes Entsetzen sorgen. Von wegen wohlverdienter Vorruhestand – der Trend geht knallhart in Richtung „Arbeiten bis zum Umfallen“.

Rente mit 70, Rentenniveau bei 46 Prozent


Die beiden bittersten Pillen, die uns die Experten einbrocken wollen:


Die Rente mit 70 kommt: Ab den 2040er-Jahren soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf bis zu 70 Jahre angehoben werden. Betroffen wären alle, die nach 1990 geboren sind.
Das Rentenniveau sinkt: Die bisherige „Haltelinie“ von 48 Prozent soll wackeln. Die Kommission empfiehlt eine Absenkung auf 46 Prozent. Weniger Geld für mehr Lebensarbeitszeit – eine fatale Kombination.
Zwar verspricht die Kommission, dass die Gesamtrente durch eine stärkere Verknüpfung von gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge (wie dem neuen Altersvorsorgedepot) stabil bleiben soll, doch das Vertrauen in solche Versprechen ist längst aufgezehrt. Während die aktuelle Rentnergeneration im Sommer 2026 noch von einer kräftigen Erhöhung um 4,24 Prozent profitiert, wird die gesetzliche Rente für die Zukunft endgültig zur bloßen Basisabsicherung degradiert.
Beamte bleiben außen vor
Besonders brisant: Die Frage, ob endlich auch Politiker und Beamte in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen müssen, um das System auf ein faires Fundament zu stellen, bleibt in der Kommission bis zuletzt hochgradig umstritten.
Wer sich nicht rechtzeitig selbst kümmert und privat vorsorgt, schaut in Zukunft in die Röhre. Auf den Staat ist beim Thema Ruhestand schon lange kein Verlass mehr. Die Rentenkommission will ihre Reformempfehlungen am 30. Juni vorlegen – die Debatte hat gerade erst begonnen. Aber letztlich läuft das Ergebnis auf die Formel hinaus: länger arbeiten für weniger Rente. Für diese Erkenntnis hätte die Rentenkommission nicht sechs Monate tagen müssen.
Sechs Monate Diskussion
Die neue Rentenkommission (offiziell oft als Gremium zur Erarbeitung von Reformvorschlägen für die Alterssicherung bezeichnet) wurde am 17. Dezember 2025 von der Bundesregierung eingesetzt. Sie besteht aus insgesamt 13 Mitgliedern – einer Doppelspitze, drei Vertretern aus der Politik und acht Wissenschaftlern. Sie soll bis zum Sommer Vorschläge für langfristige Reformen vorlegen. Es geht um die Finanzierung des Systems.
Immer mehr Rentner stehen wegen der Bevölkerungsentwicklung immer weniger Beitragszahlern gegenüber – und die Lage wird sich auch in den kommenden Jahren nicht verbessern, denn die Geburtenzahl in Deutschland ist dramatisch auf ein neues Rekordtief gesunken: 2024 kamen nur 677.117 Kinder zur Welt – der niedrigste Wert seit 2013, dem Statistischen Bundesamt zufolge. Noch drastischer wird das Bild, wenn man die langfristige Entwicklung betrachtet: 2023 wurden nur 654.300 Kinder geboren – so wenige wie zuletzt 1946, wie die „Zeit“ berichtet. Damit steuert Deutschland auf das größte demografische Defizit der Nachkriegszeit zu.
Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU)  zeigte sich wie früher auch bereits andere Unionspolitiker bei „Welt“ offen für ein höheres Renteneintrittsalter. „Dass man sagt, dass, wenn die Lebenserwartung in Deutschland steigt, sich das auch auf die Lebensarbeitszeit auswirken muss, ist, glaube ich, durchaus sehr vernünftig.“
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up https://vorunruhestand.de/2026/05/renten-hammer-rente-erst-mit-70/

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