Samstag, 29. November 2025

Ein fauler Rentenkompromiss

Ein fauler Rentenkompromiss
Wer hat recht in puncto Rentenniveau – die SPD oder die Junge Union? Was genau steht im Koalitionsvertrag dazu? Wie geht’s weiter im Rentenstreit?
Das Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz will auf Biegen und Brechen durchdrücken, dass das Rentenniveau von 48 Prozent auch die Berechnungsgrundlage für die Zeit nach 2031 ist, was im Kern der Forderung der SPD entspricht und von der „Jungen Gruppe“ abgelehnt wird.  Der Nachhaltigkeitsfaktor (NHF) wurde übrigens von einer rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder (SPD) 2004 eingeführt und trat 2005 in Kraft.

Nachhaltigkeitsfaktor ausgesetzt


2018 setzte eine schwarz-rote Regierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel den Nachhaltigkeitsfaktor durch das Rentenpaket I bis 31. Dezember 2025 aus. Die Haltelinie von 48 Prozent Rentenniveau, sprich die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors, wurde im Frühjahr 2022 durch das Rentenpaket II der Ampelkoalition bestätigt (gemäß § 154 Abs. 3 Satz 1 SGB VI) bis zum 31. Dezember 2025 – beschlossen von der „Ampelkoalition“ (SPD, Grüne, FDP).
Das heißt, faktisch ist der Nachhaltigkeitsfaktor ab 1. Januar 202t wieder gültig. Er würde sich, wenn es kein Folgegesetz gibt, bei der kommenden Rentenerhöhung auswirken und die Rentenerhöhung entsprechend dämpfen.

Junge Gruppe revoltiert gegen Rentenpaket


Noch gibt es kein Folgegesetz, entsprechend hektisch agieren und reagieren zurzeit Regierung, 18 Abgeordnete der „Jungen Gruppe“ von der Union, die dem geplanten Rentenpaket II der schwarz-roten Regierung im Bundestag nicht zustimmen möchten, und SPD.
Genau damit, sprich mit dem Nachhaltigkeitsfaktor und dessen Gültigkeit befasst sich der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung (Union und SPD). Sie muss sich sputen, denn sollte kein Folgegesetz zustande kommen, gilt der Nachhaltigkeitsfaktor.
Koalitionsvertrag ist Auslegungssache
Woran entzündet sich der Streit zwischen der „Jungen Gruppe“ und der Regierung? Der Koalitionsvertrag ist dummerweise nicht eindeutig, was das betrifft – hier der Wortlaut:
Wir werden die Alterssicherung für alle Generationen auf verlässliche Füße stellen. Deshalb werden wir das Rentenniveau bei 48 Prozent gesetzlich bis zum Jahr 2031 absichern. Die Mehrausgaben, die sich daraus ergeben, gleichen wir mit Steuermitteln aus. Am Nachhaltigkeitsfaktor halten wir grundsätzlich fest.“
Wer interpretiert nun was wie?
- Die SPD interpretiert den Koalitionsvertrag so, dass das Niveau von 48 Prozent auch die Berechnungsgrundlage für die Zeit nach 2031 sein muss, selbst wenn der Nachhaltigkeitsfaktor dann wieder greift.
- Argument gegen Kürzung: Wenn man nach 2031 von einem fiktiven, ohne die Haltelinie niedrigeren Niveau rechnen würde (was die junge Union und Teile der CDU/CSU fordern), käme dies einer faktischen Rentenkürzung gleich. Das Rentenniveau würde demnach ab 2032 stärker absinken, als wenn man von den politisch gesicherten 48 Prozent als Basis ausginge. Die SPD hält dies für einen Vertragsbruch.
- Verhinderung von Rentenkürzungen: Die SPD betont, dass sie klare Sicherheit für heutige und zukünftige Rentner schaffen will und kein neues Kürzungspaket zulassen wird.
- Finanzierung: Die entstehenden Mehrausgaben sollen, wie im Vertrag vereinbart, mit Steuermitteln ausgeglichen werden.

Gesamtheit des Rentenpakets


Die SPD betrachtet die Rentenpläne im Koalitionsvertrag als Gesamtpaket, das neben der Haltelinie auch weitere Punkte umfasst wie Ausweitung der Mütterrente, Aktivrente und Frühstartrente.
Die "Junge Gruppe" in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die die jüngeren Abgeordneten vertritt, legt den Koalitionsvertrag in Bezug auf das Rentenniveau deutlich restriktiver aus als die SPD und die Fraktionsführung. Ihre Auslegung konzentriert sich stark auf die generationengerechte Finanzierbarkeit und die Einhaltung der Befristung.
Ihre Position lässt sich in drei Hauptpunkten zusammenfassen, die aktuell zu einem offenen Konflikt innerhalb der Koalition geführt haben:
-
Klare Befristung bis 2031
Die "Junge Gruppe" akzeptiert die im Koalitionsvertrag festgelegte Stabilisierung des Rentenniveaus von 48 Prozent – aber nur für den vereinbarten Zeitraum bis zum 30. Juni 2031.
- Auslegung des Koalitionsvertrags: Sie betonen, dass der Koalitionsvertrag keine Vereinbarung über eine Stabilisierung des Rentenniveaus über 2031 hinaus trifft.
- Forderung: Das Gesetz soll klar regeln, dass das Rentenniveau nach 2031 wieder zu dem Wert zurückkehren muss, der sich nach geltendem Recht, das heißt, mit voller Wirkung des Nachhaltigkeitsfaktors, ergeben würde.
-
Kritik am "Dauerhaften Niveau-Bonus"
Der Hauptkritikpunkt der Jungen Gruppe richtet sich gegen den aktuellen Gesetzentwurf (Rentenpaket), der nach ihrer Interpretation über den Koalitionsvertrag hinausgeht und eine dauerhafte, künstliche Erhöhung des Rentenniveaus vorsieht:
- Der Vorwurf: Der Gesetzentwurf würde festlegen, dass das Rentenniveau ab 2032 um etwa einen Prozentpunkt höher liegen soll, als es ohne das neue Gesetz der Fall wäre. Das heißt, der Nachhaltigkeitsfaktor würde zwar wieder greifen, aber von den politisch stabilisierten 48 Prozent als höhere Basis aus rechnen.
- Folgekosten: Dies führt zu dauerhaften Milliardenlasten auf den Schultern der jungen Generation (geschätzt über 115 bis 120 Milliarden Euro zusätzlich bis 2040). Solche „dauerhaften Milliardenlasten“ seien „nicht hinnehmbar“ und stünden im Widerspruch zum Grundsatz der Nachhaltigkeit.
-
Festhalten am Nachhaltigkeitsfaktor (NHF)
Die "Junge Gruppe" sieht in der Befristung der Haltelinie bis 2031 die beste Möglichkeit, dem Grundsatz des Koalitionsvertrages nachzukommen, grundsätzlich am Nachhaltigkeitsfaktor festzuhalten.
- Sie argumentieren, dass die dauerhafte Anhebung des Niveaus über 2031 hinaus das Versprechen, den Nachhaltigkeitsfaktor als Dämpfer zu erhalten, brechen würde.
- Ihr Ziel ist es, die Finanzierungsrisiken zu begrenzen und spätere generationsgerechte Reformen (die in einer Rentenkommission diskutiert werden sollen) nicht durch Vorfestlegungen zu blockieren.
Zusammenfassend legt die "Junge Gruppe" den Vertrag als befristeten sozialen Kompromiss aus, der nicht als Einfallstor für eine dauerhafte, milliardenschwere Aushebelung des Nachhaltigkeitsprinzips dienen darf.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up

Noch keine Lösung


Um die „Junge Gruppe“ (deren Nein das Gesetz scheitern lassen würde, da die Koalition nur eine knappe Mehrheit hat) zu überzeugen, wurde eine Kompromisslösung in Form eines Begleitbeschlusses vereinbart:
- Einsetzung einer Rentenkommission: Es soll noch in diesem Jahr, sprich 2025, eine Kommission für die Alterssicherung eingesetzt werden.
- Auftrag: Diese Kommission soll bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 (also bis Mitte nächsten Jahres) Vorschläge für eine grundsätzliche Reform der Alterssicherung vorlegen, die die Finanzierung ab 2032 nachhaltig sichern soll.
- Rolle der "Jungen Gruppe": Der "Jungen Gruppe" wurde eine zentral prägende Rolle in dieser Rentenkommission zugesichert. Ziel ist, ihre Bedenken zur Generationengerechtigkeit in die langfristige Reform einzubringen.
Der inhaltliche Streit um die langfristigen Kosten wurde nicht gelöst, sondern vertagt. Die "Junge Gruppe" hat im Gegenzug für die grundsätzliche Zustimmung zum aktuellen Gesetz (Rentenpaket II) die Zusage für eine entscheidende Rolle bei der nächsten, großen Rentenreform erhalten. Es bleibt abzuwarten, ob die „Junge Gruppe“ diese Zusagen als ausreichend ansieht, um dem aktuellen Gesetz im Bundestag zuzustimmen.
Der Unmut in den Reihen der Union ist groß. Es ist längst noch nicht ausgemacht, dass die „Junge Gruppe“ dem Rentenpaket im Bundestag zustimmen wird. Eine Zusage der Jungen habe er noch nicht, sagt Merz, wie das „ZDF“ berichtet. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.
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Donnerstag, 27. November 2025

Digitale Steuerbescheide ab 2026 Standard

Digitale Steuerbescheide ab 2026 Standard
Ab 2026 gibt es den Steuerbescheid meist nur noch digital, wenn die Erklärung online abgegeben wurde. Wer weiterhin Post will, muss widersprechen!

Digitaler Steuerbescheid wird die Regel


Haben Sie Ihre Steuererklärung bisher elektronisch – zum Beispiel über Elster oder eine Steuersoftware – eingereicht, kam der Bescheid meistens trotzdem per Post. Das ändert sich bald! Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2026 die digitale Zustellung des Steuerbescheids zum Regelfall wird. Das bedeutet:
- Haben Sie Ihre Steuererklärung elektronisch übermittelt, wird Ihr Bescheid automatisch zum digitalen Abruf bereitgestellt.
- Eine aktive Zustimmung von Ihnen ist dafür nicht mehr nötig.
- Diese Neuregelung gilt für den Steuerbescheid, den Steuermessbescheid und den Feststellungsbescheid.
Der digitale Bescheid ersetzt den Versand per Post. Der Papierbescheid wird zur Ausnahme.
Wollen Sie weiter Post? Dann Widerspruch einlegen!
Wenn Sie Ihren Steuerbescheid weiterhin klassisch per Post erhalten möchten, müssen Sie aktiv widersprechen.
- Wie? Legen Sie formlos Widerspruch bei Ihrem Finanzamt ein oder nutzen Sie Ihr Elster-Nutzerkonto unter „Formulare & Leistungen“ bei „Einwilligung zur elektronischen Bekanntgabe“.
- Wann? Ihr Widerspruch gilt dann für alle zukünftigen Bescheide. Eine Begründung ist nicht notwendig.
Wichtig für Papier-Einreicher: Wenn Sie zu der Gruppe von Arbeitnehmern oder Rentnern gehören, die ihre Steuererklärung auch weiterhin auf Papier abgeben dürfen, erhalten Sie Ihren Bescheid auch weiterhin ganz normal per Post – hier ändert sich nichts.

Digitale Bescheide: Vorteile für Nutzer von Steuersoftware


Gerade wenn Sie Software nutzen, kann der digitale Bescheid für Sie sogar einen echten Vorteil bringen. Wenn das Finanzamt Ihren Bescheid zum Abruf bereitstellt (Sie erhalten eine Benachrichtigung per E-Mail), kann Ihre Steuersoftware den elektronischen Bescheid direkt vom Elster-Portal herunterladen.
Der große Nutzen: Der automatische Steuerbescheidvergleich!
- Die Software gleicht alle Zahlen und Positionen des Finanzamts mit Ihren ursprünglich eingereichten Daten ab.
- Abweichungen werden sofort markiert, sodass Sie auf einen Blick sehen, ob das Finanzamt alle Ihre Angaben anerkannt oder etwas gestrichen hat.
- Sie erhalten konkrete Hinweise, ob und wo ein Einspruch gegen den Bescheid sinnvoll sein könnte.
Achtung: Fristen digital beachten!
Der wichtigste Punkt beim digitalen Bescheid ist die Einhaltung der Fristen, da hier eine Änderung eintritt:
Der zum Abruf bereitgestellte elektronische Bescheid gilt als bekannt gegeben am vierten Tag nach der digitalen Bereitstellung der Daten. Genau an diesem Tag beginnt die einmonatige Einspruchsfrist!
- Es spielt keine Rolle, wann Sie den Bescheid tatsächlich abrufen.
- Die E-Mail-Benachrichtigung über den neuen Bescheid ist nur ein Hinweis und hat keine rechtliche Wirkung für den Fristbeginn.
Daher gilt: Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr elektronisches Postfach, um keine Frist zu verpassen!
Verwaltung einfacher
 Die Umstellung auf den digitalen Steuerbescheid macht die Verwaltung moderner und kann – in Kombination mit der richtigen Software – sogar zur schnelleren Prüfung des Bescheids beitragen. https://vorunruhestand.de/2025/11/digitale-steuerbescheide-ab-2026-standard/

Wir drehen uns bei der Rente im Kreis

Wir drehen uns bei der Rente im Kreis
Die Rentenpolitik ist in der Zwickmühle – zwischen Generationengerechtigkeit und sozialer Absicherung. Statt zu handeln, wird weiter diskutiert bei Maischberger und BR24.
Die Rente ist wieder im Rampenlicht – und zwar so heftig wie selten zuvor. In zwei prominenten TV-Talksendungen, sprich, bei „Maischberger“ und in der „Münchner Runde (BR24), ging es am 26. November 2025 um nichts Geringeres als die Frage: Wie kann eine faire Rente aussehen – und wer soll sie bezahlen?  Die Antworten darauf sind so kontrovers wie die Gesellschaft selbst.

Der Konflikt: 48 Prozent – eine magische Zahl?


Im Zentrum der Debatte steht das von SPD und Union geplante Rentenpaket, das das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festzurren will – ein Wert, der laut geltendem Recht (Stichwort Nachhaltigkeitsfaktor) eigentlich sinken müsste. Die Junge Union rebelliert dagegen. Ihre Sorge: Die jüngere Generation werde mit Mehrausgaben von bis zu 120 Milliarden Euro belastet, ohne langfristig eine sichere eigene Rente zu erhalten.
In der „Münchner Runde“ machte insbesondere Manuel Knoll, Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern, deutlich: „Wir können nicht weiterhin die Renten sichern, indem wir die Zukunftsfähigkeit unseres Landes gefährden.“ Die Junge Union fordert eine Absenkung des Rentenniveaus nach 2031 – entgegen dem Koalitionsvertrag. Wobei genau das strittig ist, denn die SPD sieht sich im Recht.

Gerechtigkeit oder Gießkannenprinzip?


In „Maischberger“ (ab Sendeminute 21:38) verteidigte SPD-Politiker Karl Lauterbach das Festhalten an den 48 Prozent mit dem Argument der sozialen Gerechtigkeit: „Wir haben eine riesige Ungerechtigkeit in unserem Rentensystem. Geringverdiener zahlen ein, aber holen kaum etwas heraus, weil sie oft vor dem Renteneintritt sterben." Für ihn ist die Stabilisierung des Rentenniveaus ein Schritt zur Bekämpfung von Altersarmut.
Dem widersprach Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, deutlich: „Wenn wir Geringverdiener stärken wollen, warum dann auch Gutverdiener mit denselben Zuschüssen bedienen? Das ist ein Gießkannenprinzip, das teuer und ineffizient ist.“ Sie fordert eine stärkere **Differenzierung nach Einkommen** und eine grundlegende Reform statt kurzfristiger Finanzierungslösungen.

Spaltung in der Koalition – und in der Gesellschaft


Beide Sendungen verdeutlichen: Der Streit über die Rente ist nicht nur eine technische Debatte über Prozente und Milliarden – er ist gesellschaftspolitisch tief spaltend. In der Münchner Runde warnte Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK: „Ältere Menschen brauchen Planungssicherheit. Wer heute 60 ist, kann nicht mehr neu anfangen.“ Andererseits fragte Hubert Aiwanger (Freie Wähler): „Wie erklären wir jungen Menschen, dass sie für ein System zahlen sollen, das für sie möglicherweise nicht mehr funktioniert?“
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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Was bedeutet das für Zahler und Rentner?
Für alle, die sich dem Ruhestand nähern, ist die aktuelle Debatte mehr als nur Politik – sie ist Existenzsicherung. Die gute Nachricht: Die geplante Regelung sichert das Rentenniveau vorerst ab. Die schlechte: Die langfristige Finanzierung ist alles andere als gesichert. Und: Eine tiefgreifende Reform steht noch aus.
Stillstand keine Option

Die Rente steckt in der Zwickmühle – zwischen dem Wunsch nach sozialer Sicherheit und der Notwendigkeit generationengerechter Lösungen. Die Diskussion ist eröffnet, die Fronten sind verhärtet. Eines ist klar: Stillstand ist keine Option – weder für die Politik noch für die Menschen, die auf ihre Rente bauen.


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Dienstag, 25. November 2025

Rentenberechnung – ein Labyrinth der Zahlen

Rentenberechnung – ein Labyrinth der Zahlen
Die Rentenberechnung ist ein kompliziertes Rätsel – und fühlt sich wie ein Labyrinth an. Sozialpolitiker wollen verschleiern, dass ihr propagiertes Rentenniveau von 48 Prozent ein Märchen ist. Es lohnt sich, einmal genau nachzurechnen.
Von Helmut Achatz und Norbert Böttcher
Eckrente“, „Rentenniveau“, „Rentenformel“, „Entgeltpunkte“, „Riester-Faktor“, „Durchschnittsverdienst“, „Nachhaltigkeitsfaktor“, „Haltelinie“, "Hochrechnung", "Sicherungsniveau vor Steuern" – und da soll sich der Rentenlaie noch auskennen?

Rentenberechnung: ein Labyrinth der Zahlen


Viele von uns träumen vom Ruhestand. Aber wenn es um die Berechnung der Rente geht, wird es schnell unübersichtlich. Die Politik hat die Rentenformel durch verschiedene Anpassungen und Vorgaben zu einem wahren Rätsel gemacht. So haben Sozialdemokraten beispielsweise den Riester-Faktor eingeführt und später den Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel gestrichen. Es ist also höchste Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen und die wichtigsten Aspekte der Rentenberechnung verständlich zu erklären.
Die Rentenformel
Rentenformel
Riester-Faktor

Der Riester-Faktor – auch Altersvorsorgeanteil (AVA) genannt – ist ein Dämpfungsfaktor innerhalb der Rentenanpassungsformel. Er reduziert die jährliche Rentenanpassung. Das heißt, der Gesetzgeber geht davon aus, dass jeder riestert und damit auskömmliche Renditen erwirtschaftet, was natürlich nicht der Fall ist. Durch den Riester-Faktor steigen die Renten langsamer. Der Faktor wird in der Rentenanpassungsformel verwendet, die jedes Jahr den aktuellen Rentenwert neu festsetzt. Seit 2012 liegt der Riester-Faktor bei 4,0 Prozent.


Nachhaltigkeitsfaktor
Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde nicht gänzlich gestrichen, sondern seine Anwendung wird im Rahmen der Rentenanpassung bis mindestens Mitte 2026 ausgesetzt. Diese Aussetzung wurde im Zuge des sogenannten Rentenpakets I beschlossen und trat zum 1. Juli 2024 in Kraft. Warum die Aussetzung? Der Nachhaltigkeitsfaktor war ursprünglich dazu gedacht, das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern in die Rentenanpassungsformel einzubeziehen. Steigt die Zahl der Rentner im Verhältnis zur Zahl der Beitragszahler, wirkt der Faktor dämpfend auf die Rentenerhöhung, um die Belastung der Beitragszahler zu mindern. Die aktuelle Aussetzung zielt darauf ab, die politisch festgelegte Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent zu garantieren.
Die Jahresrente: Ein Blick hinter die Kulissen
Das fängt schon mit der Jahresrente an: Wussten Sie, dass die Rentenanpassung, also die Erhöhung der Rente, immer zum 1. Juli eines Jahres stattfindet? Doch die Jahresrente für ein Kalenderjahr setzt sich aus zwei verschiedenen Werten zusammen:
- Januar bis Juni: Hier gilt noch der Rentenwert des Vorjahres.
- Juli bis Dezember: In dieser Zeit wird der erhöhte Rentenwert nach der Anpassung gezahlt.
Dieses System führt dazu, dass der Brutto- und Nettowert Ihrer Rente pro Kalenderjahr aus diesen beiden unterschiedlichen Phasen berechnet wird. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) kann Ihnen auf Anfrage eine Bescheinigung für den Steuerausgleich ausstellen, die genau diese Werte auflistet.

Die Haltelinie des Rentenniveaus


Ein oft diskutiertes Thema ist das Rentenniveau. Es beschreibt das Verhältnis einer Durchschnittsrente nach 45 Arbeitsjahren zum Durchschnittslohn. Bis 2018 wurde das Rentenniveau auf ähnliche Weise wie der steuerliche Jahreswert berechnet. Doch um die politisch festgelegte Haltelinie von 48 Prozent nicht zu unterschreiten, wurde die Berechnung geändert. Seit 2018 werden die Brutto- und Nettowerte zur Ermittlung des Rentenniveaus getrennt betrachtet:
- Brutto: Wird weiterhin aus dem Jahreswert der zwei Halbjahre berechnet.
- Netto: Wird der erhöhte Rentenwert ab Juli auf das gesamte Jahr hochgerechnet. Dadurch steigt der Gesamtwert rechnerisch an und die 48-Prozent-Haltelinie wird (scheinbar) eingehalten.
Diese Änderung kann für viele verwirrend sein, weil die tatsächliche Rentenzahlung und die zur Berechnung des Niveaus verwendete Zahl voneinander abweichen.
Von wegen 48 Prozent Rentenniveau
rentenniveau berechnung
Unter Berücksichtigung aller Faktoren wird das Rentenniveau von 48 Prozent nicht erreicht   Quelle: Norbert Böttcher
 
Wenn der Gesetzgeber vom Rentenniveau spricht, meint er das „Sicherungsniveau vor Steuern“. Im Rentenlexikons des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) steht denn auch hinter dem Stichwort „Rentenniveau“ in Klammern „Sicherungsniveau vor Steuern“. Was Rentnern und Rentenbeitragszahlern niemand sagt, ist, dass der sogenannte Riester-Faktor (Altersvorsorgeanteil) ebenfalls in die Berechnung des Rentenniveaus eingeht – und der seit 2012 vier Prozent beträgt. 
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens:
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Tücken bei Abgaben und Nachzahlungen
Zusätzliche Komplexität entsteht durch die Abgabenlast für Sozialversicherungen. Änderungen bei den Beitragssätzen werden nicht immer zum Jahreswechsel umgesetzt, was zu Nachzahlungen und Verwirrung führen kann, wie 2025. Einige Krankenkassen haben unterjährig ihre Zusatzbeiträge erhöht.
Ein Beispiel dafür war die Anpassung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung im Jahr 2025. Obwohl die Änderung bereits am 1. Januar in Kraft trat, wurde sie für Rentner erst ab dem 1. Juli 2025 als Nachzahlung fällig. Das führte dazu, dass die Nachzahlung für die ersten sechs Monate von der bereits erhöhten Rente ab 1. Juli berechnet wurde, was bei vielen Rentnern für Verwirrung und Unmut sorgte – und sie mehr zahlen mussten als eigentlich gerechtfertigt gewesen wäre.

Entgeltpunkte – der persönliche Schlüssel zur Rente


Das Rentenniveau mag ein politischer Indikator sein, doch für Ihre persönliche Rente sind die Entgeltpunkte (EP) entscheidend. Jeder EP repräsentiert die Summe, die Sie in die Rentenkasse einzahlen.
- Ein Entgeltpunkt (1,0 EP) erhalten Sie, wenn Sie in einem Jahr genauso viel verdienen wie der Durchschnitt aller Versicherten.
- Rechenformel: Ihr Jahresverdienst geteilt durch den Durchschnittsverdienst aller Versicherten.
Der sogenannte Eckrentner ist eine Person, die 45 Jahre lang genau den Durchschnittslohn verdient hat und somit auf 45 Entgeltpunkte kommt. Seine Rente dient als Maßstab für das Rentenniveau. Ein höherer Verdienst führt zu mehr Entgeltpunkten. Die Beitragszahlungen sind allerdings durch die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nach oben gedeckelt. Das bedeutet, dass ab einem bestimmten Einkommen (2025: 96.600 Euro) keine weiteren EP mehr erworben werden können. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird 2026 weiter von 96.600 auf 101.400 Euro erhöht.
Dumm, wer kann Gehaltserhöhung bekommt
Das "durchschnittliche Jahresarbeitsentgelt" hat seine Tücken, denn es beeinflusst natürlich, wie viele Entgeltpunkte Sie bekommen.
- Die Rentenberechnung verwendet das durchschnittliche Brutto-Jahresarbeitsentgelt. Daraus ergibt sich, wie viele Entgeltpunkte Sie bekommen. Die Formel lautet:
Entgeltpunkt = Eigenes Bruttoeinkommen
-----------------------------------
Durchschnittsverdienst aller Versicherten
- Folge für Neurentner: Wenn jetzt ihr eigenes Brutto-Gehalt nicht gestiegen ist, die Finanzmathematiker aber die Durchschnittsverdienste für das Renteneintrittsjahr zu hoch ansetzen, sinkt automatisch der  Entgeltpunkt (EP). Die Folge: Sie bekommen weniger Rente.
- Konkret: Je höher der im Nenner stehende Durchschnittsverdienst ausfällt, desto geringer wird der EP.
- Fehlende Korrektur: Die Kritik lautet, dass Neurentner, die ihren Rentenbescheid mit diesen überhöhten, vorläufigen Werten erhalten, schlechter gestellt sind als spätere Rentner, da diese niedrigeren Entgeltpunkte später nicht mehr korrigiert werden.
- Dies führt dazu, dass die Rente von Personen, die in einem Jahr mit einem vorläufig überhöhten Durchschnittsverdienst in Rente gehen (z.B. 2025 mit einem anfänglich prognostizierten Ø-Verdienst von 50.493 Euro statt 48.529 Euro), dauerhaft niedriger ausfällt, obwohl das Rentenniveau politisch bei 48,0% gehalten wird.
Entwicklung des Durchschnittlichen Jahresentgelts (2016–2025)
Die folgende Tabelle zeigt die Steigerung des durchschnittlichen Jahresentgelts in Euro.
Jahr
Durchschnittsentgelt
(Brutto in EUR)

Verfügbares Durchschnittsentgelt
(Netto vor Steuern in EUR)

2025
50.493
40.312
2024
47.085
39.124
2023
44.732
37.466
2022
42.053
35.964
2021
40.463
34.781
2020
39.167
33.513
2019
39.301
33.725
2018
38.212
32.748
2017
37.077
31.854
2016
36.187
30.988
Quellen: Deutsche Rentenversicherung (RV in Zeitreihen), Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnungen
Übrigens, für das Jahr 2026 liegt das vorläufige durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt bei 51.944 €.

Was es mit Deckelung auf sich hat


Deckelung der Entgeltpunkte:
- Da die Entgeltpunkte direkt an die gezahlten Beiträge gekoppelt sind, können Sie auch nur bis zum Erreichen der Beitragsbemessungsgrenze Entgeltpunkte erwerben.
- Die maximale Anzahl an Entgeltpunkten pro Jahr ergibt sich aus der Division der Beitragsbemessungsgrenze des jeweiligen Jahres durch das vorläufige Durchschnittsentgelt aller Versicherten in diesem Jahr.
Beispiel für das Jahr 2025:
- Beitragsbemessungsgrenze: 96.600 Euro pro Jahr (gilt seit 2025 bundesweit)
- Vorläufiges Durchschnittsentgelt: 50.493 Euro pro Jahr
- Maximale Entgeltpunkte: 90.600 Euro / 50.493 Euro = 1,9131 Entgeltpunkte
Selbst wenn Sie also in diesem Jahr 200.000 Euro verdienen würden, könnten Sie nicht mehr als 1,9131 Entgeltpunkte sammeln. Die Deckelung stellt sicher, dass die Rentenversicherung als Solidarsystem funktioniert und die Beiträge für Gutverdiener nicht unbegrenzt steigen. Es ist eine der Grundlagen, die das deutsche Rentensystem von anderen Modellen, wie der kapitalgedeckten Rente, unterscheiden.

Ihre Rente selbst verstehen


Die Rente ist ein komplexes Thema. Es ist verständlich, wenn die vielen Zahlen und Berechnungsweisen auf den ersten Blick abschreckend wirken. Doch die beste Art, Klarheit zu gewinnen, ist, die Zusammenhänge selbst nachzuvollziehen.
48,0 Prozent Rentenniveau soll bis 2031 politisch festgeschrieben werden. Die Rentenerhöhung von 3,74 Prozent in diesem Jahr wird nicht reichen, denn der Durchschnittsverdienst ist nach Angabe der Deutschen Rentenversicherung Bund von 45.358 Euro um 11,3 Prozent auf 50.493 Euro gestiegen. Auch ohne Mathematikstudium dürfte klar sein, dass so die 48,0-Prozent-Haltelinie nicht einzuhalten ist.
Entscheidend sind die Entgeltpunkte
Verlassen Sie sich nicht nur auf die Aussagekraft des Rentenniveaus, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihre eigenen Entgeltpunkte. Diese geben Ihnen den besten Aufschluss darüber, wie sich Ihre individuelle Rente entwickeln wird. Die notwendigen Zahlen, wie der Durchschnittsverdienst der vergangenen Jahre, finden Sie in der Broschüre der Deutschen Rentenversicherung "Rentenversicherung in der Zeitreihe", die online zum Download zur Verfügung steht. Auf den Seiten 256 und 258 können Sie die Kenngrößen und Bemessungswerte nachlesen. Zurzeit gelten folgende Abgaben:
- Beitrag gesetzliche Rentenversicherung: 18,6 % paritätische Aufteilung Arbeitgeber (AG)|Arbeitnehmer (AN)
- Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung: 14,6 % Regelsatz paritätische Aufteilung AG | AN
- Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung: 2,9 % Durchschnittswert paritätische Aufteilung AG | AN. Leider verlangen einige Krankenkassen mehr als 2,9 %, was die Berechnung der Deutschen Rentenversicherung verwässert. So verlangt beispielsweise die Knappschaft mit einem Zusatzbeitrag von 4,4 % deutlich mehr als die angenommenen 2,9 %, bei der IKK - Die Innovationskasse sind es 4,3 %, bei der BKK24 4,39 %.
- Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung: 3,6 % (mit Kindern) und 4,2 % Kinderlose
- Beitrag zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung: 2,6 % Regelsatz paritätische Aufteilung AG | AN (gilt nicht für Rentner)

Regelungswirrwarr beim Pflegebeitrag


Der Pflegebeitrag ist eine Wissenschaft für sich: Er hängt seit 2023 von der Anzahl der Kinder ab und zudem bestehen regionale Unterschiede. Und dann kommt es noch darauf an, ob Sie Rentnerin oder Rentner sind – oder eben Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer. 


🧑‍🏭 Beitragssätze für Arbeitnehmer (ab 1. Januar 2025)

Der allgemeine Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung (SPV) liegt seit 2025 bei 3,6 % der beitragspflichtigen Einnahmen. Der Anteil, den der Arbeitnehmer tatsächlich zahlt, hängt von der Kinderzahl ab.


A. Übriges Bundesgebiet (außer Sachsen)

In den meisten Bundesländern tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitrag zu gleichen Teilen.


Kinderzahl
Gesamtbeitrag
Arbeitnehmer-Anteil
Arbeitgeber-Anteil
Besonderheit
Ohne Kind (ab 23 J.)
4,20 %
2,40 %
1,80 %
Inkl. 0,6 % Kinderlosenzuschlag (trägt AN allein)
1 Kind (lebenslang)
3,60 %
1,80 %
1,80 %
Basis-Beitrag
2 Kinder (unter 25 J.)
3,35 %
1,55 %
1,80 %
0,25 % Abschlag
3 Kinder (unter 25 J.)
3,10 %
1,30 %
1,80 %
0,50 % Abschlag
4 Kinder (unter 25 J.)
2,85 %
1,05 %
1,80 %
0,75 % Abschlag
5+ Kinder (unter 25 J.)
2,60 %
0,80 %
1,80 %
1,00 % Abschlag

Wichtig: Der Abschlag gilt nur für Kinder unter 25 Jahren. Sobald alle Kinder 25 Jahre oder älter sind, zahlt man den Satz für "1 Kind". Der Zuschlag für Kinderlose fällt lebenslang weg, sobald man Elterneigenschaft nachgewiesen hat (auch wenn die Kinder älter als 25 sind).


B. Regionale Unterschiede: Sachsen

Im Bundesland Sachsen ist die Lastenverteilung historisch abweichend geregelt (wegen der Beibehaltung des Buß- und Bettages als Feiertag).


Hier ist der Arbeitgeberanteil geringer und der Arbeitnehmeranteil entsprechend höher.


Kinderzahl
Gesamtbeitrag
Arbeitnehmer-Anteil Sachsen
Arbeitgeber-Anteil Sachsen
Ohne Kind (ab 23 J.)
4,20 %
2,90 %
1,30 %
1 Kind (lebenslang)
3,60 %
2,30 %
1,30 %
2 Kinder (unter 25 J.)
3,35 %
2,05 %
1,30 %
3 Kinder (unter 25 J.)
3,10 %
1,80 %
1,30 %
4 Kinder (unter 25 J.)
2,85 %
1,55 %
1,30 %
5+ Kinder (unter 25 J.)
2,60 %
1,30 %
1,30 %
👵👴 Beitragssätze für Rentner

Für Rentner gilt grundsätzlich dieselbe Staffelung nach Kinderzahl wie für Arbeitnehmer.


-

Die Beiträge werden vom Gesamtbetrag der Rente (einschließlich Versorgungsbezügen) berechnet.


-

Die Rentner tragen den Beitrag allein. Die Rentenversicherung zahlt keinen Zuschuss zur Pflegeversicherung (anders als in der Krankenversicherung).


-

Die Anpassung auf den neuen Satz von 3,6 % erfolgte für Rentner aufgrund der Auszahlungsmodalitäten der Rentenversicherung erst zum 1. Juli 2025.


Die Beitragssätze für Rentner (seit Juli 2025):
Kinderzahl
Beitragssatz Rentner (Gesamtbeitrag)
Ohne Kind (ab 23 J.)
4,20 % (inkl. 0,6 % Zuschlag)
1 Kind (lebenslang)
3,60 %
2 Kinder (unter 25 J.)
3,35 %
3 Kinder (unter 25 J.)
3,10 %
4 Kinder (unter 25 J.)
2,85 %
5+ Kinder (unter 25 J.)
2,60 %

https://vorunruhestand.de/2025/11/rentenberechnung-ist-huetchenspielerei/

Schutz vor dem Enkeltrick – Betrüger erkennen und richtig handeln

Schutz vor dem Enkeltrick – Betrüger erkennen und richtig handeln
Der Enkeltrick ist eine perfide Betrugsmasche, die auf Senioren abzielt. Betrüger geben sich als Verwandte aus, erschleichen sich das Vertrauen, täuschen eine Notlage vor und bringen die Opfer um ihr Geld. Was dagegen hilft.
Die Anrufer beginnen oft mit Sätzen wie „Rate mal, wer hier ist“ oder „Erkennst du mich nicht an der Stimme?“. Sobald das Opfer einen Namen nennt, schlüpfen die Betrüger in diese Rolle. Sie täuschen dann eine Notlage vor – etwa einen Unfall, eine dringende Operation oder rechtliche Probleme im Ausland.

Die Masche verstehen: So funktioniert der Enkeltrick


Das Ziel ist immer dasselbe: Die Senioren sollen schnell und ohne Rücksprache Geld überweisen oder Bargeld an einen angeblichen Boten übergeben. Die emotionale Bindung zu den vermeintlichen Verwandten wird dabei schamlos ausgenutzt.
Warnsignale erkennen: Was stutzig machen soll
Bestimmte Anzeichen deuten fast immer auf einen Betrugsversuch hin. Ein echter Verwandter würde niemals am Telefon nach Geld fragen, ohne sich persönlich zu zeigen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Anrufer Zeitdruck aufbaut und eine sofortige Entscheidung fordert.
Misstrauen Sie grundsätzlich, wenn jemand Sie auffordert, niemandem von dem Anruf zu erzählen. Seriöse Anliegen vertragen Transparenz und Rückfragen bei anderen Familienmitgliedern. Auch wenn der Anrufer Sie davon abhalten will, aufzulegen oder Rückrufe ablehnt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Betrug.
Weitere Warnzeichen sind ungewöhnliche Geldbeträge, die Bitte um Wertsachen oder Gold sowie die Ankündigung, dass ein Fremder das Geld abholen wird. Echte Enkelkinder oder Verwandte würden in einer Notlage persönlich vorbeikommen oder zumindest ein Videotelefonat anbieten. Achten Sie außerdem auf untypische Sprachmuster, wechselnde Geschichten oder auffällige Hintergrundgeräusche. Eine schlechte Verbindungsqualität oder stark gedämpfte Stimme kann ein Hinweis auf eine bewusste Verschleierung sein.

Richtig reagieren: Wie verhalten bei verdächtigen Anrufen


- Bewahren Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
- Beenden Sie verdächtige Anrufe sofort und
- rufen Sie die betreffende Person unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
- Notieren Sie sich die angezeigte Telefonnummer des Anrufers für eine mögliche Anzeige.
- Geben Sie niemals persönliche Daten, Kontoinformationen oder Auskünfte über Ihre finanzielle Situation preis.
- Vereinbaren Sie ein Codewort mit Ihren echten Verwandten, das nur diese kennen.
- Im Zweifelsfall kontaktieren Sie andere Familienmitglieder oder vertraute Nachbarn.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Auch wenn die Geschichte noch so dramatisch klingt – nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken.
Die Polizei empfiehlt, bei jedem Verdacht den polizeilichen Notruf zu wählen. Die Beamten sind mit diesen Maschen vertraut und können schnell weiterhelfen.

Vorbeugende Maßnahmen: So schützen Sie sich nachhaltig


Prävention beginnt bereits bei der Telefonnummer. Lassen Sie Ihren Vornamen aus dem Telefonbuch streichen, um Betrügern die Kontaktaufnahme zu erschweren. Installieren Sie einen Anrufbeantworter und nehmen Sie unbekannte Anrufe nicht direkt entgegen.
Besprechen Sie das Thema Enkeltrick offen in der Familie. Vereinbaren Sie klare Absprachen für Notfälle und legen Sie fest, wie echte Verwandte in einer Notsituation vorgehen würden. Informieren Sie auch Ihre Bank über mögliche Betrugsversuche und vereinbaren Sie Sicherheitsvorkehrungen für größere Abhebungen.
Nutzen Sie technische Hilfsmittel wie Telefone mit Display zur Nummernanzeige. Viele Telefonanbieter bieten zudem einen Schutz vor unterdrückten Rufnummern an. Tauschen Sie sich regelmäßig mit anderen Senioren über aktuelle Betrugsmaschen aus. Gemeinsame Wachsamkeit erhöht den Schutz für alle Beteiligten erheblich.

Nach dem Betrug: Wichtige Schritte für Betroffene


Falls Sie trotz aller Vorsicht Opfer eines Enkeltricks geworden sind, ist schnelles Handeln entscheidend.
- Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei und
- informieren Sie Ihre Bank, um weitere Abbuchungen zu verhindern.
- Dokumentieren Sie alle Details des Vorfalls schriftlich.
Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich an einen erfahrenen Strafverteidiger in Rosenheim, der Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte unterstützt und mögliche Ansprüche auf Schadensersatz prüft. Die rechtliche Beratung hilft auch bei der Kommunikation mit Behörden und Versicherungen.
Sprechen Sie offen über Ihre Erfahrung. Dies hilft nicht nur bei der emotionalen Verarbeitung, sondern warnt auch andere potenzielle Opfer. Viele Betroffene schämen sich, auf Betrüger hereingefallen zu sein. Diese Scham ist unbegründet – die Täter sind psychologisch geschult und nutzen menschliche Hilfsbereitschaft aus.
Bild: Pixabay | Sabine van Erp
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Montag, 24. November 2025

Der Schwindel mit der Frühstartrente

Der Schwindel mit der Frühstartrente
Mit der "Frühstart-Rente" will Schwarz-Rot 👧 Kindern beim Aufbau der Altersvorsorge helfen. Bislang ist außer 💭 Diskutieren nicht viel passiert. Wird die Frühstart-Rente die nächste 😳 Flop-Rente?

🧒💰 Ein guter Plan, der ins Stocken gerät


Die Bundesregierung will mit der Frühstartrente Kindern frühzeitig den Weg in die private Altersvorsorge ebnen. Doch statt Fortschritt gibt es Verzögerungen: Der ursprünglich geplante Start zum 1. Januar 2026 wackelt – eine Einführung erst 2027 ist wahrscheinlich, aber längst nicht sicher.

🪝 Der Haken


Die Frühstart-Rente soll vorerst nur an Sechsjährige ausgezahlt werden, das heißt, nur an Kinder des Geburtsjahrgangs 2020. Ältere Kinder blieben damit außen vor. Grund sind die knappen Kassen. Jahr für Jahr sollen dann Alterskohorten hinzukommen, bis langfristig alle 6- bis 18-Jährigen die Förderung erhalten, wie im Koalitionsvertrag versprochen.

📌 Was ist die Frühstart-Rente?


Ein kurzer Überblick:
Merkmal
Beschreibung
🏦 Staatliche Förderung
10 € monatlich vom Staat für jedes Kind (6–18 Jahre), das eine Schule besucht
📈 Kapitalanlage
Investition in ETFs oder andere Wertpapiere
🔐 Depot-Schutz
Eigentum des Kindes, geschützt vor staatlichem Zugriff
🧾 Steuerfreiheit
Erträge bis zur Rente steuerfrei
👨‍👩‍👧‍👦 Private Einzahlungen
Ab 18 können Eltern oder Kinder selbst einzahlen
Auszahlung
Erst ab Renteneintritt (derzeit 67 Jahre) möglich
⚠️ Kritik & Risiken
- Steuerlast bei Auszahlung: Rentenzahlungen werden als Einkommen versteuert.
- Inflationsrisiko: Die reale Kaufkraft der Rente könnte sinken.
- Verwaltungskosten: Noch unklar, aber potenziell renditemindernd.
- Unklare Umsetzung: Wer verwaltet die Depots? Wie wird der Schulbesuch nachgewiesen?
📊 Vergleich: Deutschland vs. Europa
Deutschland setzt weiterhin stark auf das umlagefinanzierte System. Länder wie Schweden, Großbritannien und die Schweiz zeigen, wie kapitalgedeckte Modelle erfolgreich funktionieren.

Von den Riester-Rente-Fehlern lernen


Für die Gestaltung einer Frühstartrente lassen sich aus den Erfahrungen mit der Riester-Rente mehrere zentrale Lehren ziehen, die helfen können, bekannte Fehler zu vermeiden und die Altersvorsorge gerechter und effektiver zu gestalten:
🧠 1. Kostenstruktur vereinfachen und senken
Die Riester-Rente ist für ihre hohen Verwaltungskosten kritisiert worden. Diese mindern die Rendite und schrecken insbesondere einkommensschwache Gruppen ab.
Lehre für die Frühstartrente:
- Die Produkte müssen kosteneffizient und transparent sein.
- Staatliche Förderung sollte nicht durch Gebühren aufgezehrt werden.
📜 2. Steuerliche Regeln vereinfachen
Die komplexen steuerlichen Rahmenbedingungen der Riester-Rente haben viele Menschen überfordert und zu Fehlentscheidungen geführt.
Lehre für die Frühstartrente:
- Eine einfache, verständliche steuerliche Behandlung ist essenziell.
- Klare Regeln fördern Vertrauen und Teilnahme.
🔒 3. Flexibilität bei der Auszahlung erhöhen
Die Riester-Rente ist in ihrer Auszahlungsphase stark reglementiert, was die individuelle Lebensplanung einschränkt.
Lehre für die Frühstartrente:
- Frühstartrente muss flexibel gestaltbar sein – etwa durch Wahlmöglichkeiten beim Renteneintritt oder bei der Kombination mit Teilzeit.
- Lebensrealitäten wie Pflege von Angehörigen oder gesundheitliche Einschränkungen sollten berücksichtigt werden.
✅ 4. Opt-out-System einführen
Finanztip empfiehlt ein Opt-out-System, bei dem Menschen automatisch einbezogen werden, es sei denn, sie widersprechen aktiv.
Lehre für die Frühstartrente:
- Ein solches System könnte auch für die Frühstartrente sinnvoll sein, um insbesondere finanzferne Gruppen und Geringverdiener zu erreichen.
- Automatisierung fördert Teilhabe und bekämpft Altersarmut.
🛠️ 5. Vergangene Versäumnisse aktiv korrigieren
Saidi Suliatu spricht von „teuren Versäumnissen“, die bei der Riester-Rente gemacht wurden.
Lehre für die Frühstartrente:
- Die Reform muss aus Fehlern lernen und nicht nur kosmetisch verbessern, sondern strukturell neu denken.
- Zielgruppenorientierung, soziale Gerechtigkeit und langfristige Nachhaltigkeit sollten im Zentrum stehen.
Die Quintessenz: Eine Frühstartrente, die aus den Schwächen der Riester-Rente lernt, muss einfach, kostengünstig, flexibel und inklusiv sein. Sie sollte nicht nur ein Produkt für die Mittelschicht sein, sondern ein Instrument zur Bekämpfung von Altersarmut und zur Förderung sozialer Teilhabe.
Möchtest du, dass ich diese Punkte in einem kurzen Positionspapier oder einer Argumentationshilfe zusammenfasse?
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🎯 Fazit: Frühstart-Rente – gute Idee, schwache Umsetzung?
Die Frühstart-Rente könnte ein Meilenstein für die Altersvorsorge junger Generationen sein – wenn sie endlich kommt und sinnvoll umgesetzt wird. Von der Finanzbranche kommt die Forderung nach Tempo und mehr Flexibilität. Die Politik muss jetzt liefern.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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Finanzbranche fordert Tempo
Weil sich Schwarz-Rot so viel Zeit lässt, fordern mehr als 30 Finanzfirmen nun Tempo und bringen eigene Reformideen ein.
Als führende digitale Banken und Broker sowie Asset Manager in Deutschland, die einen Großteil der Bevölkerung zu ihren Kunden zählen, unterstützen wir nachdrücklich das vom Koalitionsausschuss in der letzten Woche noch einmal bestätigte Vorhaben der Bundesregierung, eine Frühstart-Rente einzuführen und die Riester-Rente zu reformieren. Dies sollte gemeinsam und schnellstmöglich im Jahr 2026, ggf. unterjährig, erfolgen. https://vorunruhestand.de/2025/11/der-schwindel-mit-der-fruehstartrente/

Rentenpaket zurückziehen!

Rentenpaket zurückziehen!
22 Wirtschaftswissenschaftler fordern die Bundesregierung auf, das geplante Rentenpaket II zurückzuziehen.
Offensichtlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass das geplante Rentenpaket II der Bundesregierung Murks ist. Jetzt appellieren 22 Wirtschaftswissenschaftler, das Rentenpaket zurückzuziehen und es beim Status quo zu belassen. Statt Schnellschuss sollte die Regierung eine grundlegende Rentenreform anpacken.

Hier der Appell der 22:   


Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen braucht es eine Rentenpolitik mit langem Atem, die berechenbar und fiskalisch nachhaltig ist. Das geplante Rentenpaket der Bundesregierung bestehend aus Rentenniveauhaltelinie, Mütterrente, Aktivrente und Frühstartrente, verfehlt dieses Ziel. Die demografisch bedingten strukturellen Probleme des Rentensystems würden weiter verschärft und es käme zu einer zusätzlichen Lastenverschiebung zwischen den Generationen – zulasten der Jüngeren, die schon heute unter steigendem finanziellem Druck stehen. Das Rentenpaket sollte deshalb in Gänze zurückgezogen werden. Solange es an einem umfassenderen Reformkonzept und Ausgleich fehlt, müssen bewährte Prinzipien gelten und eingespielte, aus gutem Grund beschlossene Mechanismen wie der Nachhaltigkeitsfaktor wirken.
Wir brauchen jetzt verantwortungsvolles Handeln, damit Sicherheit und Fairness auch künftig gewährleistet bleiben. Mit der Rentenkommission besteht die Chance, eine ausgewogene und fiskalisch nachhaltige Reform in die Wege zu leiten. Statt rentenpolitischer Schnellschüsse sollte man sich hierfür die notwendige Zeit nehmen. Es wäre für das Vertrauen in die Politik fatal, wenn jetzt einseitige Entscheidungen getroffen würden, die bereits in wenigen Jahren zwangsläufig drastische Folgen hätten und einen erneuten Kurswechsel in der Rentenpolitik notwendig machten.
Die 22 Unterzeichner
Prof. Dr. Axel Börsch-Supan – Technische Universität München
Prof. Dr. Friedrich Breyer – Universität Konstanz
Prof. Dr. Michael Eilfort – Stiftung Marktwirtschaft
Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld – Walter Eucken Institut
Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest – ifo Institut
Prof. Dr. Veronika Grimm – Technische Universität Nürnberg
Prof. Dr. Christian Hagist – WHU Otto Beisheim School of Management
Prof. Dr. Justus Haucap – Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Prof. Dr. Friedrich Heinemann – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Prof. Dr. Johanna Hey – Inst. für Steuerrecht, Universität zu Köln
Prof. Dr. Michael Hüther – Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Prof. Dr. Hanno Kube – Inst. für Finanz- und Steuerrecht, Ruprecht-Karls-Univers. Heidelberg
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen – Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Prof. Jörg Rocholl, Ph.D. – ESMT Berlin
Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup – Handelsblatt Research Institute
Prof. Dr. Klaus M. Schmidt– Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Monika Schnitzer – Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Moritz Schularick – Kiel Institut für Weltwirtschaft
Prof. Dr. Silke Übelmesser – Friedrich-Schiller-Universität Jena
Prof. Dr. Martin Werding – Ruhr-Universität Bochum
Prof. Volker Wieland, Ph.D. – Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS)
Prof. Dr. Berthold U. Wigger – Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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Regierung zockt auf Kosten der Jungen

Regierung zockt auf Kosten der Jungen
Aktivrente Murks, Haltelinie Murks – das sogenannte „Rentenpaket“ der Merz-Regierung ist ein Witz, ein kolossales Eigentor und ein Frontalangriff auf die Zukunft dieses Landes. Das „kann nicht funktionieren“.
Die Alarmglocken schrillen lauter denn je. Unsere Wirtschaft tritt schon seit Jahren auf der Stelle, die Industrie streicht Zehntausende Jobs – das bedeutet: weniger Beitragszahler, weniger Einnahmen für die Sozialkassen! Aber was macht Schwarz-Rot? Sie wollen mehr Geld ausgeben, als sie haben! Das ist keine Politik, das ist ökonomischer Wahnsinn!

💥 Schnitzer zerlegt das Märchen


Das Rentenpaket ist „genau das Gegenteil“ von dem, was notwendig wäre: Monika Schnitzer, die Chefin der Wirtschaftsweisen, hat der Regierung Merz den Spiegel vorgehalten, und das Bild ist hässlich. Das Rentenpaket, das Kanzler Friedrich Merz und seine Sozialministerin Bärbel Bas uns als Heilsbringer verkaufen wollen, fällt schon auseinander, bevor es überhaupt ausgeliefert wird!
„Da haben sich die drei Koalitionäre geeinigt, auf etwas, was Geld kostet, was nicht wachstumsförderlich ist und wofür wir kein Geld haben“, donnert Schnitzer in der „Frankfurter Allgemeinen“. "Das kann nicht funktionieren."
Die „Frankfurter Rundschau“ bringt es auf den Punkt: Es ist „genau das Gegenteil dessen, was jetzt notwendig wäre“. Merz und Bas pfeifen auf alle Warnungen. Sie wollen dieses vermurkste Desaster auf Biegen und Brechen durchdrücken! Schnitzer fordert stattdessen eine schmerzhafte, aber notwendige Rentenreform, die allen wehtut, aber die Kosten senkt. Denn die Alternative ist der finanzielle Zusammenbruch der nächsten Generationen.
💸 Skandal: Die Jungen zahlen die Zeche!
Schwarz-Rot bürdet künftigen Generationen Lasten auf, unter denen sie zusammenbrechen werden. Schnitzer opponiert vehement: „Wir können das nicht dauernd über Steuern finanzieren.“ Doch anstatt einer grundlegenden Reform? Hinhaltetaktik! Obwohl uns die letzte Rentenkommission bereits die Lösungen geliefert hat, soll jetzt eine neue Kommission ins Leben gerufen werden. Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein krasses Umsetzungsdefizit!
Die Jungen in der Union wehren sich – und das ist ihr gutes Recht! Sie sind diejenigen, die diese Suppe auslöffeln müssen. Sie drohen, das Paket im Bundestag scheitern zu lassen, wenn die Haltelinie nicht spätestens ab 2031 fällt.

🇩🇪 Deutschland: Der Sozialstaat-Irrsinn


Während wir bei der Rente den Karren in den Dreck fahren, zeigt eine IW-Studie, die die „Oldenburger Onlinezeitung“ zitiert, den wahren Irrsinn:
- Sozial-Spitze: Deutschland gibt mit 41 Prozent der Gesamtausgaben mehr für Soziales aus als die skandinavischen Länder (40 Prozent)!
- Bildungs-Schlusslicht: Für Bildung geben wir lächerliche 9,3 Prozent hin – fast die Hälfte weniger als Österreich und die Schweiz!
- Investitions-Nullnummer: Bei öffentlichen Investitionen hinken wir mit 5,9 Prozent hinterher.
Und als wäre das nicht genug: Die Verwaltungskosten sind auf elf Prozent gestiegen – ein internationaler Spitzenwert! Der Staat ist fett, träge und ineffizient!
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
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🛑 Der Rentner-Verrat: Wer zahlt die Rechnung?
Der Staat lädt der Rentenversicherung immer mehr versicherungsfremde, nicht beitragsgedeckte Ausgaben auf – zu Lasten der Beitragszahler! Kein Wunder, dass deutsche Rentnerinnen und Rentner im internationalen Vergleich schlecht dastehen. Das ist ein Verrat an der Lebensleistung!
Wenn Merz und Bas auf dem unrealistischen Rentenniveau von 48 Prozent beharren, müssen wir laut Alexander Gunkel, Vorsitzender des Bundesvorstands der Rentenversicherung, jährlich zehn Milliarden Euro Steuergeld in die Kasse pumpen. Und selbst dann reicht es nicht: Der Rentenbeitrag muss um 1,2 Prozent steigen!
Merz und Bas setzen den sozialen Frieden langfristig aufs Spiel! Ihre Hinhaltetaktik mit einer weiteren Rentenkommission, die nur heiße Luft produzieren wird, ist ein Schlag ins Gesicht aller Beitragszahler und zukünftigen Rentner.
Wir brauchen keine Kommissionen, wir brauchen Mut! Eine grundlegende Rentenreform ist überfällig!
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Sonntag, 23. November 2025

Was im Rentenpapier der Grünen steht

Was im Rentenpapier der Grünen steht
Die Grünen wollen, dass wir tatsächlich länger arbeiten. Also kein vorzeitiger Ausstieg aus dem Berufsleben mehr. Wie realistisch und enkelfähig ist das?
Wenn zwei sich 🤼 streiten, freut sich der Dritte – und das sind die 🟢 Grünen. ⚫️ Union und 🔴 SPD sind sich über die 〰️ Stabilisierung des Rentenniveaus uneins, das nehmen die Grünen zum Anlass, ein eigenes Rentenpapier 🤗 vorzustellen. Was steht da drin? Auf acht 📄 Seiten, legen sie dar, wie es besser funktionieren könnte, die 🙋‍♀️ Bedürfnisse von Jung und Alt 👵 zusammenzubringen: „Doch es gibt einen Weg, den unterschiedlichen Perspektiven gerecht zu werden: Ein stabiles Rentenniveau für alle Generationen und ein klares Nein zu Altersarmut – und zugleich grundsätzliche Reformen, um den Anstieg der Beitragssätze deutlich zu dämpfen und die Finanzierung der Rente der geburtenstarken Jahrgänge nicht einseitig den jüngeren Generationen aufzubürden.“ Die Quadratur des Kreises also.

Die 5 Kern-Vorschläge der Grünen


Die Reform zielt darauf ab, die Belastung der jüngeren Generationen zu reduzieren und Altersarmut zu verhindern.
- Stabiles Rentenniveau: Dauerhaft über 48 Prozent halten.
- Länger gesund arbeiten: keine vorzeitige Verrentung, sondern Anreize für längeres Arbeiten durch bessere Arbeitsbedingungen.
- Mehr Schultern für die Finanzierung: Einführung einer Bürgerversicherung (Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen).
- Kapitalmarkt-Nutzung: Aufbau eines Bürgerfonds als staatlich organisierte, kapitalgedeckte Säule.
- Garantierente: effektive Absicherung gegen Altersarmut.
Wie realistisch und enkelfähig sind die Vorschläge? Fragen wir doch mal KI:

Realismus & Enkelfähigkeit: Der Faktencheck


A. Enkelfähigkeit: Strukturelle Stabilität für die Jungen
Die Vorschläge der Grünen sind in ihrer logischen Konsequenz hochgradig enkelfähig.
- Breitere Basis (Bürgerversicherung): Durch die Einbeziehung weiterer Berufsgruppen wird das Umlageverfahren stabilisiert und die Lasten auf mehr Beitragszahler verteilt. Dies entlastet die künftigen Arbeitnehmer direkt.
- Kapitaldeckung (Bürgerfonds): Ein staatlicher Fonds entlastet das Umlagesystem langfristig von den demografischen Kosten, da die Renditen (statt der Beiträge der Jungen) zur Finanzierung beitragen.
 B. Realismus: Die politische Mauer
Die realistische Einschätzung der Umsetzung sieht aufgrund des notwendigen Systemwechsels schwieriger aus:
Vorschlag
Realistische Hürde
Einschätzung
Bürgerversicherung
Benötigt fundamentalen Systemwechsel. Stößt auf massiven Widerstand bei Union, FDP und Beamtenverbänden.
Gering
Bürgerfonds
Die Idee der Kapitaldeckung ist prinzipiell Konsens (Stichwort Generationenkapital). Die Details zur Finanzierung und Ausgestaltung sind aber stark umstritten.
Mittel
Steuerfinanzierung
Fiskalisch teuer. Die notwendige Verlagerung von versicherungsfremden Leistungen auf den Bundeshaushalt ist aufgrund der angespannten Haushaltslage politisch schwierig.
Mittel
Nur fromme Wünsche
Das Rentenpapier der Grünen präsentiert eine umfassende Reformagenda, die darauf abzielt, ein stabiles Rentenniveau zu garantieren und Altersarmut zu vermeiden. Es hat ambitionierte und sozial gerechte Ziele, die für zukünftige Generationen von Bedeutung sind. Dennoch ist die Realisierbarkeit dieser Vorschläge von verschiedenen Faktoren abhängig: politischem Willen, finanziellen Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Akzeptanz.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up
Okay, um es klarer auszudrücken: Das sind nette Wünsche, aber daran sind schon Generationen von Politikern vor ihnen gescheitert – und genau das ist das Problem. Das jetzige Rentensystem hätte vor Jahrzehnten reformiert werden müssen, wie es beispielsweise Holländer und Schweden gemacht haben. Passiert ist hierzulande allerdings wenig. Bisherige Regierungen haben bislang nur Schönheitsreparaturen durchgeführt – teilweise eher eine Verschlimmbesserung. Von Enkelfähigkeit kann keine Rede sein. Die geplante Aktivrente – und auch die Frühstartrente – sind Murks.
Es braucht eine tiefgreifende Rentenreform, wenn nicht, fährt das System an die Wand – nicht heute und auch nicht 2026, aber ab 2030 oder den Jahren danach. Die Widerstände sind allerdings groß, weswegen es so schnell nichts wird mit der Rentenreform.
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Freitag, 21. November 2025

Dispo-Falle: Überziehungszinsen bis zu 19,75 %

Dispo-Falle: Überziehungszinsen bis zu 19,75 %
Der Dispokredit ist eine der teuersten Schuldenfallen. Im Schnitt zahlen Bankkunden 11,31 % Zinsen, doch im schlechtesten Fall sogar 19,75 %.

Die große Dispo-Sauerei


Viele Bankkunden zahlen kräftig drauf, wenn sie ihr Konto überziehen. Obwohl die Sparzinsen in den letzten Monaten niedrig waren, verlangen die Banken für das Minus auf dem Konto weiterhin hohe Zinsen. Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox auf Basis von BaFin-Daten zeigt, wie teuer die kurzfristige Liquidität wirklich ist – und wo die Schmerzgrenze von 20 Prozent fast erreicht wird. Im Durchschnitt verlangen die Geldhäuser in Deutschland für den Dispositionskredit (die eingeräumte Überziehung) stolze 11,31 Prozent Zinsen.
Schuldenfalle: Die „geduldete Überziehung“
Richtig teuer wird es, wenn Sie den vereinbarten Dispo-Rahmen überschreiten. Für diese sogenannte „geduldete Überziehung“ kassieren 44 Prozent aller Banken zusätzliche Zinsen – im Schnitt 4,26 Prozentpunkte mehr als beim regulären Dispo.

In der Spitze sogar 19,75 Prozent!


Einige Kreditinstitute gehen damit weit über den marktweiten Durchschnitt hinaus und machen das Minus auf dem Konto zur kostspieligen Angelegenheit.
Wichtig: Achten Sie auf den Unterschied. Der Dispozins gilt für Ihren vereinbarten Rahmen. Der Überziehungszins (für die geduldete Überziehung) ist der deutlich höhere Zinssatz, wenn Sie über diesen Rahmen hinaus ins Minus geraten.
Wer kassiert am meisten?
Die Verivox-Analyse, die Daten von über 6800 Girokonten von rund 1100 Banken und Sparkassen auswertete, zeigt deutliche Unterschiede.
Kreditinstitut
Dispo-Zins (in %)
Geduldete Überziehung (in %)
Raiffeisenbank Pfaffenhofen a. d. Glonn
13,75
19,75
Abtsgmünder Bank
14,75
19,75
Volksbank eG (Seesen/Harz)
14,30
19,30
Sparkasse Bonndorf-Stühlingen
13,73
19,23
Raiffeisenbank Strücklingen-Idafehn
13,45
18,95
 Quelle: Verivox
So entkommen Sie der Dispo-Falle
Wer regelmäßig den Dispo-Kredit nutzt oder sogar in die teure geduldete Überziehung rutscht, verliert unnötig viel Geld, das für die private Vorsorge besser genutzt werden könnte.
Unsere Empfehlung:
- Bankwechsel prüfen: Vergleichen Sie die Dispozinsen und wechseln Sie zu einer Bank mit günstigeren Konditionen.
- Umschuldung per Ratenkredit: Wenn Sie größere Dispo-Schulden haben, lösen Sie diese mit einem Ratenkredit ab. Dieser ist in der Regel deutlich günstiger als der Dispozins (oft im niedrigen einstelligen Bereich) und hilft Ihnen, schneller aus der Schuldenfalle zu kommen.
- Dispo-Limit senken: Reduzieren Sie Ihr Dispo-Limit oder lassen Sie es ganz streichen, um die Versuchung zu vermeiden, ins Minus zu rutschen.
Gegen-Check: Wissen Sie, wie hoch Ihr aktueller Überziehungszins ist? Es lohnt sich, einen Blick in Ihren Kontoauszug zu werfen!
Bild: KI-generiert mit Nightcafé
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Donnerstag, 20. November 2025

Die Standardrente liegt bei 1.836 Euro

Die Standardrente liegt bei 1.836 Euro
Die Standardrente liegt bei 1.836 Euro, wobei die Unterschiede zwischen den Bundesländern groß sind – das und noch mehr geht aus dem neuen Rentenatlas hervor.
Wie viel bekommt jemand, der 35 Beitragsjahre vorweisen kann? Das hängt davon ab, wo er wohnt und arbeitet. Männer in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kommen auf mehr als 2.000 Euro, in Thüringen und Sachsen-Anhalt gerade einmal auf rund 1.700 Euro. Genauso krass ist der Unterschied bei Frauen: Ost-Berlinerinnen bekommen im Schnitt mit 1.682 Euro annähernd 300 Euro mehr als Niedersächsinnen.
Im Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung sind viele Zahlen anschaulich in Grafiken übersetzt – und damit leichter verdaulich. Die wichtigsten aktuellen Daten sind gebündelt und grafisch prägnant in diesem Atlas aufbereitet. Ob die Höhe von Einnahmen und Ausgaben, ob die Zahl der Versicherten, Rentnerinnen und Rentner oder Daten über die grenzüberschreitende Bedeutung der Rentenversicherung: Hier finden Interessierte wichtige Fakten auf einen Blick – mit kurzen Erklärungen und Hinweisen. Damit ist der Rentenatlas ein kleiner Beitrag zu mehr Transparenz in der deutschen Alterssicherung.

Frauen bekommen deutlich weniger Rente


Beim Vergleich der Renten von Männern und Frauen fällt auf, dass der Rentendurchschnitt nach mindestens 35 Versicherungsjahren für Männer deutlich höher ist als bei Frauen. Ausnahme ist Ost-Berlin: Frauen (1.682 Euro) bekommen „nur“ 165 Euro weniger als Männer (1.847 Euro). Wie überhaupt Ost-Berlinerinnen erhalten höhere Renten als ihre Geschlechtsgenossinnen in anderen Bundesländern.
Rentenbeitragssatz ist seit 20 Jahren stabil
Trotz der deutlich gestiegenen Zahl gezahlter Renten ist der Beitragssatz zur Rentenversicherung heute niedriger als noch vor der Jahrtausendwende. 1997 habe er noch bei 20,3 Prozent gelegen, heute seien es 18,6 Prozent.
Trotz der deutlich gestiegenen Zahl gezahlter Renten ist der Beitragssatz zur Rentenversicherung heute niedriger als zur Jahrtausendwende. Gründe dafür sind neben einer erheblich gestiegenen Zahl von Beitragszahlenden – Beschäftigte und Arbeitgeber – auch deutlich höhere Zahlungen des Bundes an die Rentenversicherung seit Ende der 1990er-Jahre.
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6,5 Prozent der Zahlungen gehen ins Ausland
Über 1,7 Millionen Renten zahlte die Deutsche Rentenversicherung 2024 ins Ausland. Das entspricht etwa 6,5 Prozent aller Rentenzahlungen. Rund 86 Prozent aller Auslandsrenten erhalten ausländische Staatsangehörige, die durch ihre Beitragszahlungen an die Deutsche Rentenversicherung Rentenansprüche erworben haben. Die größte Gruppe unter ihnen sind dem Bericht zufolge Italiener: Rund 344.000 erhalten Rente von der Deutschen Rentenversicherung. https://vorunruhestand.de/2025/11/die-standardrente-liegt-bei-1-836-euro/

Minijob 2026: künftig 8442 € steuerfrei dazuverdienen

Minijob 2026: künftig 8442 € steuerfrei dazuverdienen
Ab 2026 steigt die Minijob-Grenze auf 603 Euro pro Monat. Dank Mindestlohnerhöhung können Sie nun mehr hinzuverdienen – auch bis zu 8.442 Euro jährlich!
Die schwarzrote Koalition diskutiert noch über die Aktivrente, dabei nutzen die meisten Rentnerinnen und Rentner vor allem den Minijob, um nebenbei noch etwas hinzuzuverdienen. Denn Minijobs sind steuer- und abgabenfrei. Das ist auch das Erfolgsrezept des Minijobs. Viele Rentnerinnen und Rentner nutzen die finanzielle Flexibilität. Das gilt auch für die Übergangszeit zwischen vorgezogener Renten und nach der Regelaltersgrenze. Mit dem Minijob bessern sie die Rente auf oder bleiben einfach aktiv.

Die neuen Grenzen ab 2026


Wir haben hervorragende Nachrichten für alle, die ihren Hinzuverdienst planen: Die Minijob-Grenze steigt ab dem 1. Januar 2026 deutlich an! Die Anhebung ist eine direkte Folge der Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns. Weil die Geringfügigkeitsgrenze dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt ist, steigen die möglichen Einnahmen automatisch mit.
Das Wichtigste im Überblick:
Neuer Mindestlohn (ab 01.01.2026): 13,90 Euro brutto pro Stunde.
Neue monatliche Minijob-Grenze: 603 Euro (bisher 556 Euro).
Reguläre jährliche Obergrenze:  7.236 Euro (603 Euro x 12).

Das bedeutet: Ab 2026 können Sie monatlich 47 Euro mehr verdienen, ohne Ihren Status als Minijobber zu verlieren und ohne zusätzliche Steuern zahlen zu müssen.


Steuerfreier Turbo: bis zu 8.442 Euro jährlich!
Der wahre Clou für Rentner und Vorruheständler liegt jedoch in den Ausnahmeregelungen. Wie unsere Kollegen von rentenbescheid24.de in ihrem aktuellen Beitrag zur neuen Minijob-Grenze berichten, können Sie die reguläre Jahresgrenze sogar überschreiten.

In maximal zwei Kalendermonaten pro Jahr ist es erlaubt, das Doppelte der regulären Monatsgrenze zu verdienen, solange dies unvorhersehbar geschieht, beispielsweise wegen Krankheitsvertretung oder aufgrund von unvorhergesehenen Auftragsspitzen.


Maximaler Verdienst in Ausnahmemonaten: bis zu 1206 Euro (2 x 603 Euro).

Nutzen Sie diese Ausnahme zweimal, ergibt sich eine neue, attraktive Höchstgrenze von 8.442 Euro pro Jahr (12 Monate x 603 € + 2 Monate x 603 €).


Dieser Zusatzverdienst kann für viele Vorruheständler quasi wie ein steuerfreies "Weihnachtsgeld" wirken und bietet eine fantastische Möglichkeit, sich etwas Zusätzliches zu gönnen.


Warum das Einkommen steuerfrei bleibt
Einer der größten Vorteile des Minijobs im Alter oder Vorruhestand ist die steuerliche Behandlung.

Ihr Arbeitgeber führt in der Regel eine Pauschalsteuer von 2 % (inklusive Soli und Kirchensteuer) an das Finanzamt ab. Dadurch ist der Verdienst für Sie als Arbeitnehmer steuerlich abgegolten und muss nicht in Ihrer Einkommensteuererklärung angegeben werden. Sie verdienen also in der Regel steuerfrei hinzu.


Wichtige Hinweise zur sozialen Absicherung
Auch wenn der Fokus im Vorruhestand oft auf der Rente und dem Hinzuverdienst liegt, sollten Sie die sozialrechtlichen Aspekte beachten:
Rentenversicherungspflicht: Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig und zahlen einen kleinen Eigenanteil (aktuell 3,6 %). Wer dies nicht möchte, kann sich davon befreien lassen (Verzicht auf die Versicherungspflicht).
Sozialleistungen: Trotz Urlaubs- und Lohnfortzahlungsanspruch sind Minijobber nicht umfassend sozial abgesichert (z.B. kein Anspruch auf Krankengeld nach sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber).
Fazit für Ihren Vorruhestand
Die neue Minijob-Grenze ab 2026 ist eine klare Verbesserung für alle, die im (Vor-)Ruhestand aktiv bleiben und ihre Einnahmen flexibel aufstocken möchten. Mit einer regulären Grenze von 603 Euro monatlich und der Möglichkeit, bis zu 8.442 Euro jährlich steuerfrei zu erzielen, wird der Minijob noch attraktiver.

Für detaillierte Informationen zur Berechnung und zu den sozialrechtlichen Pflichten empfehlen wir Ihnen, einen Blick in den Beitrag von rentenbescheid24.de zu werfen: Mehr Geld für Rentner 2026: Bis 8.842 Euro steuerfrei hinzuverdienen durch neue Minijobgrenze.

https://vorunruhestand.de/2025/11/minijob-2026-kuenftig-8442-e-steuerfrei-dazuverdienen/

Versichertenbericht 2025 – was wir über Rente wissen müssen

Versichertenbericht 2025 – was wir über Rente wissen müssen
Stabile Beiträge bis 2027, Rentenplus von 3,74 % und mehr Flexibilität beim Hinzuverdienst – das sind die Highlights des Versichertenberichts 2025.
Der Versichertenbericht 2025 der Deutschen Rentenversicherung (DRV), der die aktuellen Zahlen und Entwicklungen im Versichertengeschehen zusammenfasst (Bezug auf 2023/2024), liefert wichtige Einblicke für alle, die ihren Vorruhestand planen – und die Rente optimieren wollen. Die zentralen Botschaften sind überraschend positiv: Die Zahl der aktiv Versicherten steigt, was die Finanzbasis stärkt und den Beitragssatz länger stabil hält.

🎯 Top-3-Erkenntnisse


-
Finanzielle Stabilität hält länger an
Die erfreuliche Entwicklung der Beitragseinnahmen führt zu einer höheren Nachhaltigkeitsrücklage als zuletzt erwartet.
- Beitragssatz stabil: Der Beitragssatz bleibt voraussichtlich bis einschließlich 2027 stabil bei 18,6 Prozent – eine positive Abweichung von früheren Prognosen, die bereits für 2027 eine Erhöhung vorgesehen hatten.
- Hohe Rücklage: Ende 2025 wird eine Nachhaltigkeitsrücklage von geschätzt rund 41,5 Milliarden Euro erwartet. Dies verschafft dem System eine längere Atempause.
Was das für Rentner bedeutet
Kurz- bis mittelfristig ist die Finanzierung der Rentenversicherung sehr solide. Das gibt Ihnen mehr Planungssicherheit bei der Kalkulation Ihres Einkommens vor der Regelaltersgrenze.
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Rentenanpassung 2026 fällt deutlich aus
Die Rentenbezieher können sich über eine spürbare Steigerung freuen, die über der Inflationsrate des Vorjahres liegt.
- Rentenplus 2025: Zum 1. Juli 2025 stiegen die Renten (bundeseinheitlich) um 3,74 Prozent.
- Rentenplus 2026: Zum 1. Juli 2026 werden die Renten (bundeseinheitlich) um voraussichtlich 3,7 Prozent steigen.
- Kaufkraftzuwachs: Diese Anpassung ist erneut so berechnet, dass sie einen Zuwachs der Kaufkraft der Renten ermöglicht. Die Experten gehen im kommenden Jahr von einer Inflationsrate zwischen 2,0 und 2,4 Prozent aus.
Bedeutung für Rentner: Ob Sie bereits eine Teilrente beziehen oder Ihren Rentenstart planen – die Rentenerhöhung liegt über der Inflation, was einen realen Kaufkraftgewinn bedeutet. Das mildert die Auswirkungen der Inflation auf Ihre Altersbezüge ab.
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Immer mehr Menschen arbeiten länger
Die Daten zeigen, dass die Erwerbstätigkeit im höheren Alter deutlich zugenommen hat. Dies ist ein wichtiger Faktor, der zur Stabilisierung des Rentensystems beiträgt.
- Starker Anstieg im Alter 60-64: Der Anteil der versicherungspflichtig Beschäftigten in der Altersgruppe zwischen 60 und 64 Jahren ist von 32 Prozent (2013) auf 47 Prozent (2023) gestiegen.
- Mehr aktiv Versicherte: Die Gesamtzahl der aktiv Versicherten ist im Berichtsjahr 2023 erneut auf über 40 Millionen Personen gestiegen, wobei der Anstieg hauptsächlich durch ausländische Versicherte ausgeglichen wird.
Bedeutung für Rentner: Die Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand – etwa durch die flexible Rente und die seit 2023 entfallene Hinzuverdienstgrenze für Altersvollrenten vor der Regelaltersgrenze – wird aktiv genutzt.
Vor allem Minijobs in der Rente
Die meisten Rentnerinnen und Rentner arbeiten in der Rente ab dem Erreichen der Regelaltersgrenze zu drei Vierteln als Minijobber. Nur ein Viertel arbeitet mehr und verdient mehr als 556 Euro (2026: 603 Euro) im Monat.
Die meisten Rentnerinnen und Rentner arbeiten in der Rente ab dem Erreichen der Regelaltersgrenze zu drei Vierteln als Minijobber. Nur ein Viertel arbeitet mehr und verdient mehr als 556 Euro (2026: 603 Euro) im Monat. Quelle: Deutsche Rentenversicherung
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💡 Fazit für Ihre Vorruhestandsplanung
Der Versichertenbericht 2025 unterstreicht, dass die gesetzliche Rente weiterhin die wichtigste Säule der Altersvorsorge ist (89 Prozent der Befragten sehen das so). Die positiven Entwicklungen bei den Beitragseinnahmen und die Stabilität des Beitragssatzes sorgen zumindest kurz- bis mittelfristig für Entspannung.
- Bleiben Sie informiert: Die finanzielle Entlastung hält länger an, doch das Sicherungsniveau vor Steuern könnte nach 2031 allmählich sinken (von 48 Prozent auf 46,3 Prozent bis 2039). Momentan streitet die schwarzrote Koalition noch darüber, wie stark das Rentenniveau ab 2031 sinken soll. Wie auch immer, ganz ohne private und betriebliche Zusatzvorsorge wird es nicht gehen. Nur mit Zusatzversorgung können Rentnerinnen und Rentner ihren Lebensstandard einigermaßen halten.
- Nutzen Sie die Flexibilität: Die Zunahme der Erwerbstätigkeit im Alter 60+ zeigt, dass die Möglichkeiten der Flexirente und des Hinzuverdienstes ein Schlüssel für einen erfolgreichen Vorruhestand sind.
Der Blick in die Rentenzukunft ist also differenziert: Einerseits kurzfristige Stabilität, andererseits die klare Botschaft, dass für die Zeit nach 2031 weitere Reformen oder mehr private Vorsorge notwendig werden.
 
 
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up https://vorunruhestand.de/2025/11/versichertenbericht-2025-was-wir-ueber-rente-wissen-muessen/

Mittwoch, 19. November 2025

Rente oder Ruin? Lanz legt Generationen-Streit offen

Rente oder Ruin? Lanz legt Generationen-Streit offen
Die Zukunft des Sozialstaats steht auf der Kippe. Die Frage, wer die Rechnung zahlt, spaltet das Land. Bei Markus Lanz prallten Welten aufeinander.
Können wir uns den Sozialstaat in seiner jetzigen Ausprägung noch leisten? Deswegen stand die Rente im Mittelpunkt der Debatte bei Markus Lanz am 18. November 2025. Entscheidet die Zukunfts- und Enkelfähigkeit des Sozialstaats über das Aus von Schwarzrot? Wie zukunftsfähig ist unser Sozialstaat und wer soll die Lasten der geplanten Rentenreform tragen? Darüber diskutierten ein SPD-Politiker, eine Journalistin, ein Ökonom und der Vorsitzende der Jungen Union.
Die Gäste in der Runde:
- Karl Lauterbach (SPD-Politiker): Nahm Stellung zum Koalitionsstreit über die Rente und forderte ein Ende der Debatte, die allen schade.
- Johannes Winkel (JU-Vorsitzender): Erklärte den unnachgiebigen Widerstand der Jungen Union gegen das geplante Rentenpaket.
- Hans-Werner Sinn (Ökonom): Äußerte sich zur Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates und warnte vor sozialen und finanziellen Lasten für die junge Generation.
- Karina Mößbauer (Journalistin, "The Pioneer"): Analysierte die Situation und sah CDU-Chef Merz in der Rentendebatte verrannt und politisch isoliert.

Die Junge Union schlägt Alarm – zu Recht?


Besonders aufgefallen ist der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel. Er legte den Finger in die Wunde: Er rechnet mit 120 Milliarden Euro Mehrkosten bis 2040, wenn das geplante Rentenpaket so durchkommt. Seine Forderung: Es muss in der Substanz geändert werden. Der Vorwurf, dass diese Lasten vor allem die junge und mittlere Generation schultern muss, ist dabei kaum von der Hand zu weisen.
Generationenkonflikt oder Polit-Show?
Die Reaktion aus der SPD, vertreten durch Karl Lauterbach, war scharf. Er sprach von "Verschwörungstheorien", warf Winkel vor, er erzähle „Räuberpistolen“ und warnte davor, mit der Angst zu spielen. Er warnte Winkel, der Vorstoß der Jungen Union und der eskalierende Streit habe das Potenzial, die Regierung platzen zu lassen.
Aber ist es nicht berechtigt, sich Sorgen um die finanzielle Stabilität der Rentenversicherung zu machen, wenn selbst ein Ökonom wie Hans-Werner Sinn vor den gewaltigen Lasten für die junge Generation warnt?
Hier geht es nicht nur um Politik, sondern um eine fundamentale Frage der Generationengerechtigkeit. Wer im Vorruhestand ist oder ihn plant, blickt naturgemäß mit Sorge auf die Entwicklung. Werden die Zusagen gehalten? Was bedeutet eine mögliche Koalitionskrise für die Stabilität unserer Sozialsysteme?
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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Merz sitzt in der Falle
Die politische Beobachterin Karina Mößbauer brachte es auf den Punkt: CDU-Chef Merz hat sich in dieser Debatte offenbar verrannt. Der Widerstand kommt aus den eigenen Reihen und zeigt, wie groß die Verunsicherung ist. Das Vertrauen in die Wirtschaftskompetenz der Regierung wird durch solche internen Machtkämpfe massiv beschädigt.

Was bedeutet das für Sie?


Die Sendung hat eines klar gezeigt: Die Rentendebatte ist längst nicht beendet. Sie wird härter und lauter. Für uns Vorruheständler oder jene, die den Weg dorthin planen, heißt das:
- Bleiben Sie informiert: Die geplanten Änderungen werden sich auf die gesamte finanzielle Landschaft auswirken.
- Prüfen Sie Ihre private Vorsorge: Angesichts der politischen Unsicherheit ist eine solide, private Absicherung wichtiger denn je.
Die Rentenkasse ist keine Festung, sondern ein Pulverfass. Und die Zündschnur brennt bereits.
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Montag, 17. November 2025

Wie viel kostet ein Pflegeheim-Platz?

Wie viel kostet ein Pflegeheim-Platz?
Ein Pflegefall zu werden, führt oft zum finanziellen Mega-Gau – ein Pflegeheim-Platz kostet mittlerweile mehrere tausend Euro. Doch wie teuer ist es genau in Ihrer Nähe? Neue Daten zeigen gewaltige regionale Unterschiede.

Kostenschock: 2.948 Euro Eigenanteil im Schnitt


Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben rund 11.000 Pflegeheime in Deutschland analysiert (Datenbasis: 2. Jahreshälfte 2024). Das Ergebnis für den Eigenanteil im ersten Jahr (Pflege, Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten):
Bundesweiter Durchschnitt: 2.948 Euro monatlich.
Teuerstes Bundesland: Nordrhein-Westfalen (3.314 Euro).
Günstigstes Bundesland: Sachsen-Anhalt (2.456 Euro).

Stadt vs. Land: Wo die Pflege am meisten kostet


Der sogenannte "Pflegeatlas" offenbart ein starkes Nord-Süd- und Stadt-Land-Gefälle. Während ländliche Regionen in Ostdeutschland und Niedersachsen oft günstiger sind, treiben Ballungsräume die Preise nach oben.
Die Extremwerte im Überblick
Region
Kosten pro Monat (Eigenanteil)
Trend
Coburg (Stadt)
4.079 €
🔴 Teuerster Kreis (Ausreißer)
Solingen
3.737 €
🔴 Sehr hoch
München
3.375 €
🔴 Hoch (typisch für Ballungsräume)
Schaumburg
2.372 €
🟢 Günstig
Wilhelmshaven
2.288 €
🟢 Am günstigsten

(Quelle: IW Auswertung / pflegelotse.de)


Pflegeatlas für Deutschland
„Welt“ hat die Auswertung des IW in eine interaktive Landkarte übertragen für jeden Landkreis. Das heißt, was kostet die Pflege vor Ort, im jeweiligen Landkreis oder in der jeweiligen kreisfreien Stadt? Der Pflegeatlas zeige große regionale Kostenunterschiede auf und bereite Familien darauf vor, worauf sie sich finanziell einstellen müssen, wenn die Unterbringung im Heim zur Debatte steht.
Pflegeatlas
Pflegeatlas nach Regionen   Quelle: "Welt"
 
Die Daten stammen von der Plattform pflegelotse.de des Verbands der Ersatzkassen, wo sie immer wieder aktualisiert werden. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, beziehen sich sämtliche von den Volkswirten ausgewerteten Daten auf die zweite Jahreshälfte 2024. Der Eigenanteil beinhaltet Unterkunfts- und Verpflegungskosten wie auch sogenannte Investitionskosten.

Warum explodieren die Kosten?


Es liegt nicht nur an der Miete. Laut IW-Experte Maximilian Stockhausen sind vor allem die Löhne der Preistreiber: „Die seit 2022 geltende Tarifpflicht hat die Löhne deutlich steigen lassen – das hat sich auch in den Pflegeheimkosten niedergeschlagen.“

Das ist gut für das Pflegepersonal, aber eine Belastung für die Bewohner. Betroffen sind aktuell weit über 800.000 Menschen in vollstationärer Pflege – Tendenz durch die alternde Gesellschaft stark steigend.


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Was tun, wenn die Rente nicht reicht?


Für viele Familien entsteht eine massive Finanzierungslücke. Reichen Rente und Pflegeversicherung nicht aus, müssen zunächst eigene Ersparnisse aufgebraucht und im schlimmsten Fall Immobilien verkauft werden. Erst wenn das eigene Vermögen (bis auf ein Schonvermögen) erschöpft ist, springt das Sozialamt mit der „Hilfe zur Pflege“ ein. https://vorunruhestand.de/2025/11/wie-viel-kostet-ein-pflegeheim-platz/

Mittwoch, 12. November 2025

Rentenzahlung 2026: Wann ist das Geld auf dem Konto?

Rentenzahlung 2026: Wann ist das Geld auf dem Konto?
Wann ist die Rente auf dem Konto? Im Oktober 2025 gab es Irritationen wegen eines Feiertags, aber ansonsten ist klar, wann das Geld überwiesen wird.
Die monatliche Zahlung der Rente ist ein wichtiges, aber auch heikles Thema. Rentenzahlungen erfolgen für die Masse der 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner unbar – also per Überweisung auf ein Zahlungskonto. Die überwiegende Zahl der Rentner besitzt ein eigenes Konto. Allerdings gibt es 2026 eine Änderung.

🛑 Achtung: Gesetzesänderung ab 2026


Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) stellt ab dem 1. Januar 2026 vollständig auf bargeldlose Überweisung um.
- Was das bedeutet: Die Barauszahlung der Rente über die Post wird eingestellt.
- Aktion erforderlich: Wenn Sie Ihre Rente bisher bar bezogen haben, müssen Sie umgehend ein Bankkonto (Girokonto) bei der DRV melden.
- Konsequenz bei Verzögerung: Ohne Kontoverbindung wird Ihre Rente nicht ausgezahlt, sondern erst nachträglich überwiesen, sobald die Kontodaten vorliegen.

💶 Auszahlungstermine 2026: vorschüssig vs. nachschüssig


Ihr persönlicher Auszahlungstermin hängt davon ab, wann Ihre Rente begonnen hat:
Regelung
Rentenbeginn
Bedeutung
Rente für Januar 2026 wird gezahlt am ...
Nachschüssig (Standard)
Ab April 2004
Die Rente wird rückwirkend für den abgelaufenen Monat gezahlt.
30. Januar 2026
Vorschüssig (Altregelung)
Vor April 2004
Die Rente wird im Voraus für den kommenden Monat gezahlt.
31. Dezember 2025

 📅 Alle Rentenzahlungstermine 2026 auf einen Blick


Monat
Nachschüssig (Standard)
Vorschüssig (Altregelung)
Januar
30.01.2026 (Fr)
31.12.2025 (Mi)
Februar
27.02.2026 (Fr)
30.01.2026 (Fr)
März
31.03.2026 (Di)
27.02.2026 (Fr)
April
30.04.2026 (Do)
31.03.2026 (Di)
Mai
29.05.2026 (Fr)
30.04.2026 (Do)
Juni
30.06.2026 (Di)
29.05.2026 (Fr)
Juli
31.07.2026 (Fr)
30.06.2026 (Di)
August
31.08.2026 (Mo)
31.07.2026 (Fr)
September
30.09.2026 (Mi)
31.08.2026 (Mo)
Oktober
30.10.2026 (Fr)
30.09.2026 (Mi)
November
30.11.2026 (Mo)
30.10.2026 (Fr)
Dezember
31.12.2026 (Do)
30.11.2026 (Mo)
Grundsatz
Die Überweisung erfolgt stets am letzten Bankarbeitstag des Monats (für nachschüssig) oder des Vormonats (für vorschüssig). Ein Beispiel für eine mögliche Irritation war der Oktober 2025 – fällt der letzte Tag auf einen Feiertag, wird vorgezogen!
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Dienstag, 11. November 2025

Pflichtjahr für Rentner? Eine Schnapsidee aus dem Sommerloch

Pflichtjahr für Rentner? Eine Schnapsidee aus dem Sommerloch
Der Vorschlag von Wirtschaftsguru Marcel Fratzscher, wir Alten sollen ein Pflichtjahr ableisten, war nicht nur eine Schnapsidee – es war eine ideologische Bankrotterklärung, garniert mit Ignoranz.
Im August 2025 platzte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, mit der Forderung heraus: Rentnerinnen und Rentner sollen ein verpflichtendes soziales Jahr ableisten. Die Medien wogten, die Empörung kochte – und heute? Nichts als Stille. Offensichtlich war sein Vorschlag ein spontaner, verrückter und zutiefst absurder PR-Gag, geboren im Elfenbeinturm und geeignet für die Ablage P, wie Papierkorb.

Wir haben schon gedient


Was geht in den Köpfen dieser Elite-Theoretiker vor? Statt sich mit der realen, dramatischen wirtschaftlichen Talfahrt auseinanderzusetzen, gebären Wirtschaftsforscher und Soziologen derart unverschämte und unausgegorene Vorschläge. Fratzscher verlangt, dass wir alten Knacker und alten Schachteln – Pardon, aber für diesen despektierlichen Ausdruck – noch ein Pflichtjahr nachschieben. Aber, Herr Fratzscher, wir haben unseren Dienst bereits geleistet! Offensichtlich haben Sie und Ihr Ideengefährte Klaus Hurrelmann vergessen: Wir dienten beim Bund oder engagierten uns als Zivis – in den 70ern und 80ern. Das waren zeitweise 18 MONATE Gemeinschaftspflicht, nicht ein nettes Sabbatical.
Das soll die Generationengerechtigkeit stärken?
Fratzscher träumte von Einsätzen in der Pflege oder der Bundeswehr, um die Generationengerechtigkeit zu "stärken". Hurrelmann sah es als ungerecht an, die Verteidigung allein den Jungen zuzumuten. Das ist ein Hohn! Wir Alten sind es, die heute flächendeckend die ehrenamtliche Lücke füllen, Vereine am Leben halten und – der größte Dienst von allen – die Enkel betreuen, damit die Jungen überhaupt arbeiten können. Ein Pflichtjahr würde nicht helfen, es würde unser soziales Netz zum Einsturz bringen!
Vier Euro Tagessatz
Apropos Dienst: Damals gab es für einen Gefreiten einen acht D-Mark (vier Euro) als Tagessatz. Wer uns heute vorschreibt, unsere Rente gegen ein Acht-Bett-Zimmer und vier Euro einzutauschen, sollte die Gleichheit der Lasten wirklich ernst nehmen: Wenn wir Alten ein Jahr müssen, dann müssten die Jungen im Gegenzug mindestens zwei Jahre Zwangsdienst schieben.
Sommerloch oder Werbekampagne?
Der Gipfel der Frechheit: Im November 2025 zeigt sich klar, dass diese Vorschläge lediglich dem Sommerloch geschuldet waren – oder Fratzschers Werbekampagne für sein neues Buch "Nach uns die Zukunft".
Wir haben uns zu Recht echauffiert über den Vorschlag eines Rentner-Pflichtjahres. Die Idee hatte politisch nie eine Chance – aber sie hat uns eins gezeigt: Wir lassen uns unsere freiwillige Leistung und unsere bereits geleistete Pflicht nicht von Theoretikern diskreditieren! Wer sich engagieren will, tut das bereits. Und zwar freiwillig und aus Überzeugung – ohne den Zwang von Fratzschers Schnapsidee.
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