Samstag, 28. März 2026

Agenda 2030 – die Reformideen der Regierung

Agenda 2030 – die Reformideen der Regierung
Die Regierung plant radikale Reformen bei Steuern, Arbeit und Rente. Was könnte sich ändern und was würde das für uns bedeuten?
„2026 wird uns Mut abverlangen“, meint SPD-Chef und Finanzminister Lars Klingbeil. „Schau‘n ma mal, dann sehn ma scho“, würde der verstorbene „Kaiser“ und Fußball-Guru Frank Beckenbauer dazu sagen. Schafft es die SPD tatsächlich, das Land zu reformieren? Weht in Berlin ein neuer Wind? Zweifel bleiben, ob die SPD die vielen Warnschüsse gehört hat. Wenn nicht, wird sie das spätestens im Herbst bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (6. September 2026), Berlin (20. September 2026) und Mecklenburg-Vorpommern (20. September 2026) zu spüren bekommen.

Deutschlands Reformpläne im Check


Schwarz-Rot muss den vielen Reden endlich Taten folgen lassen. Die Probleme lassen sich nicht länger aussitzen; der Druck wächst. Ja, das verlangt Mut. Wie sagte CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident Markus Söder so schön: „Die Mutter aller Fragen ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ – und forderte eine „Agenda 2010 reloaded“. Wie könnte diese aussehen? Was könnte der „New Deal“ enthalten?


Unter dem Druck wirtschaftlicher Stagnation ringen SPD, CDU und CSU um einen Masterplan, der Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen soll. Doch was verbirgt sich hinter den Schlagworten und was kommt tatsächlich bei uns an?
Die wichtigsten Pläne im Überblick
Die Verhandlungen sind komplex, doch einige Kernbereiche kristallisieren sich als besonders wahrscheinlich heraus:
Einkommensteuer:
Geplant ist eine Entlastung für 95 % der Beschäftigten. Davon könnten viele Haushalte um einige hundert Euro pro Jahr profitieren.
Rente & Arbeitsmarkt
Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, soll das tatsächliche Renteneintrittsalter näher an die gesetzliche Grenze rücken. Zudem werden flexiblere Arbeitsmodelle und Projektbefristungen diskutiert. Klingbeil will die Rente „viel stärker an den Beitragsjahren orientieren“. Heute ist es so, dass rund eine halbe Million Rentenanwärter pro Jahr vorzeitig in den Ruhestand geht.
Gesundheit & Vorsorge
Eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steht bevor. Diskutiert werden höhere Zuzahlungen bei Medikamenten und das Ende der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner.
Mehrwertsteuer
Als „Gamechanger“ zur Haushaltsstabilisierung steht eine Erhöhung im Raum – möglicherweise kombiniert mit einer Nullprozent-Steuer auf Lebensmittel. Vorstellbar ist, dass die Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt steigt, das brächte dem Staat rund 15 Milliarden Euro.

Was bedeutet das für uns?


Der angestrebte „New Deal“ ist kein reines Geschenkpaket. Während an einer Stelle Steuern sinken könnten, drohen an anderer Stelle höhere Abgaben oder Einschnitte bei Sozialleistungen. Besonders das Ehegattensplitting und die Erbschaftsteuer stehen auf dem Prüfstand, was weitreichende Folgen für die private Altersvorsorge und Vermögensübertragungen haben könnte.
In den nächsten drei Monaten ist „Crunchtime“. Ob die Reformallianz hält oder im parteipolitischen Klein-Klein versinkt, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Ein Umbau ohne harte Einschnitte wird es nicht geben.

Bleiben Sie informiert – wir beobachten die Entwicklungen in Berlin für die Ruhestandsplanung genau.


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Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
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Bild: picture alliance / dts-Agentur https://vorunruhestand.de/2026/03/agenda-2030-die-reformideen-der-regierung/

Mittwoch, 25. März 2026

Vorsicht, Betrug!

Vorsicht, Betrug!
Betrüger nutzen Schockanrufe und falsche Identitäten, um Senioren unter Druck zu setzen. Wie lassen sich die Maschen erkennen – und wie sich davor schützen.

Vorsicht, Betrug! So erkennen Senioren den Enkeltrick rechtzeitig. Die Maschen, die gezielt ältere Menschen ansprechen, verändern sich seit Jahren, doch das Grundprinzip bleibt gleich: Die Täter nutzen Vertrauen und Hilfsbereitschaft schamlos aus. Der Enkeltrick bleibt eine der bekanntesten Varianten. Viele Fälle zeigen, wie geschickt Täter vorgehen und wie glaubwürdig sie auftreten. Die Sensibilisierung für solche Strategien hilft, Risiken besser einzuschätzen, ohne dabei unnötige Angst zu erzeugen. Gleichzeitig macht sie deutlich, welche Bedeutung Information und Aufmerksamkeit im Alltag älterer Menschen haben.


Wie funktioniert der Enkeltrick?


Der Enkeltrick beginnt meist mit einem Anruf, in dem sich eine unbekannte Person als nahes Familienmitglied ausgibt. Die Stimme klingt aufgeregt, spricht von einem Notfall oder einer dringenden Geldforderung. Täter nutzen Hintergrundgeräusche, schlechte Verbindungen oder Emotionen, um Zweifel zu umgehen. In vielen aktuellen Fällen geben sie sich nicht mehr nur als Enkel aus, sondern auch als vermeintliche Polizisten oder Mitarbeitende öffentlicher Stellen. Die Übergabe des so angeforderten Geldes erfolgt oft an der Haustür, angeblich aus Zeitdruck oder „zu Beweiszwecken“. Dass ältere Menschen häufiger betroffen sind, liegt dabei nicht immer an mangelnder Vorsicht, sondern daran, dass sie meist höflich reagieren, Hilfe ernst nehmen und familiären Bindungen viel Gewicht geben. Und leider genau darauf setzen Betrüger gezielt.

Warum sind Senioren besonders gefährdet?


Viele ältere Menschen leben allein, treffen wichtige Entscheidungen selbstständig und möchten niemanden belasten. Diese Haltung macht es für Täter einfacher, Drucksituationen aufzubauen. Hinzu kommt, dass Telefonbetrüger häufig Details aus dem Umfeld der Zielperson kennen – Angaben aus öffentlichen Quellen, Gesprächen im Hausflur oder zufälligen Begegnungen reichen oft schon aus, um ein glaubwürdiges Szenario zu konstruieren.
Vertrauen spielt eine zentrale Rolle: Wer an das Gute im Gegenüber glaubt, reagiert eher schnell und emotional. Darum ist Aufklärung ein entscheidender Schutzfaktor. Je besser Angehörige und Betreuungspersonen typische Merkmale solcher Anrufe kennen, desto leichter lassen sich verdächtige Situationen erkennen. Und je klarer besprochen wird, wie im Ernstfall gehandelt werden soll, desto weniger Chancen bleiben für Betrüger, die auf Überraschung und Druck angewiesen sind.

Schutz vor Betrug am Telefon und online


Telefonbetrüger arbeiten heute oft mit digitalen Hilfsmitteln, die ihre Anrufe glaubwürdiger wirken lassen. Spoofing-Techniken (das Verschleiern der eigenen Identität) zeigen auf dem Display angebliche Behördennummern, während im Hintergrund Skripte laufen, die massenhaft Anschlüsse anwählen. Deshalb lohnt sich ein wachsamer Blick auf jedes unerwartete Gespräch. Viele nutzen inzwischen Geräte mit integrierten Anrufblockern, die verdächtige Nummern automatisch aussortieren. Beim Surfen greifen ähnliche Prinzipien: Unverlangte Nachrichten, falsche Gewinnspiele und gefälschte Service-Hotlines zielen auf schnelle Reaktionen ab. Wer beim Öffnen von Links zurückhaltend bleibt und starke Passwörter nutzt, baut eine solide Schutzschicht auf. Manche der üblichen Sicherheitsprogramme erleichtern zusätzlich den Alltag, und ein VPN, das die eigene Verbindung verschlüsselt, kann im Hintergrund helfen, persönliche Daten stabiler zu halten.
Entscheidend bleibt, Ruhe zu bewahren, Quellen zu prüfen und ungewöhnliche Forderungen immer zu hinterfragen, bevor Schritte eingeleitet werden.

Was tun im Verdachtsfall?


 
Sobald der Verdacht entsteht, dass ein Anruf oder eine Nachricht nicht stimmt, ist es sinnvoll, die Situation zu stoppen, bevor weitere Informationen herausgegeben werden. In vielen Fällen genügt es, das Gespräch zu beenden, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Danach lässt sich in Ruhe prüfen, ob tatsächlich eine Notlage besteht. Angehörige und enge Kontaktpersonen können schnell Klarheit schaffen. Ein kurzer Rückruf reicht oft schon aus.
Sollte jemand bereits Daten preisgegeben oder Geld übergeben haben, ist die Polizei die erste Anlaufstelle. Auch die Verbraucherzentrale unterstützt Betroffene mit neutraler Beratung und strukturierten Handlungsschritten. Hilfreich ist zudem, Erlebnisse zeitnah zu dokumentieren, um Details nicht zu verlieren.
Gemeinsam gegen Betrug
Offene Gespräche über ungewöhnliche Anrufe oder digitale Fallen stärken die Aufmerksamkeit im gesamten Umfeld älterer Menschen. Wer Erlebnisse teilt, baut Routinen auf, die im entscheidenden Moment Orientierung geben. Und jedes Mal, wenn eine Masche erkannt wird, wächst das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit — ein stiller, aber wirksamer Schutz, der Betrügern wenig Raum lässt.
 
Bild: Shutterstock | Pusteflower9024 https://vorunruhestand.de/2026/03/vorsicht-betrug/

So viel verdient der Staat an jedem Liter Sprit

So viel verdient der Staat an jedem Liter Sprit
Tanken ist teuer: Mehr als die Hälfte des Preises an der Zapfsäule sind Steuern – und landen nicht bei Ölkonzernen. Wie setzt sich das zusammen?
Wer heute den 🚗 Wagen ⛽️ vollgetankt hat, fragt sich beim Blick auf die Quittung vielleicht: Wo fließt das ganze 💶 Geld eigentlich hin? Die Antwort ist ernüchternd: Ein gewaltiger Teil landet nicht bei den Ölmultis, sondern direkt beim 🦅 Fiskus. Genau das verteuert zurzeit den Preis für einen Liter Super und Diesel erst recht.
Hier eine Aufschlüsselung der Steuern und Abgaben:

Steuern und Abgaben


💶 1. Energiesteuer: Der größte Brocken
Die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer) ist ein fixer Betrag pro Liter – unabhängig vom Rohölpreis.
- Sie macht einen erheblichen Anteil des Endpreises aus.
- Sie wird direkt beim Verkauf erhoben und fließt vollständig an den Staat.
Autogas:         22,09 Cent/Liter
Diesel:            47,04 Cent/Liter
Benzin:           65,45 Cent/Liter
🌍 2. CO₂-Preis: Klimaschutz mit Aufschlag
Seit der Einführung des nationalen Emissionshandels wird für Benzin und Diesel ein CO₂-Preis fällig.
- Er steigt schrittweise und verteuert jeden Liter zusätzlich.
- Auch dieser Betrag geht direkt an den Staat.
2025: 15,7 Cent/Liter Benzin
2026: 15,7 bis 18,6 Cent/Liter Benzin
2027: 15,5 bis 18,6 Cent/Liter Benzin
🧾 3. Mehrwertsteuer: 19 Prozent auf alles – auch auf Steuern
Besonders perfide wirkt die Mehrwertsteuer, denn sie wird auf den gesamten Preis inklusive Energiesteuer und CO₂-Abgabe erhoben.
- Steigt der Rohölpreis, steigt automatisch auch die Mehrwertsteuer.
- Dadurch profitiert der Staat sogar von Krisen und Preissprüngen.
🛢️ 4. Rohölpreis und Krisen: Wenn der Staat automatisch mehr kassiert
Kriege und geopolitische Spannungen – aktuell etwa im Iran – treiben die Ölpreise nach oben.
- Höhere Preise bedeuten automatisch mehr Mehrwertsteuer-Einnahmen.
- Selbst wenn die Energiesteuer fix bleibt, steigt der staatliche Anteil.
📊 5. Der Staat als größter Gewinner
Laut aktuellen Analysen landet mehr als die Hälfte des Literpreises bei der öffentlichen Hand.
- Bei Preisen über 2 Euro pro Liter kassiert der Staat besonders kräftig mit.
- Das erklärt, warum Sprit in Deutschland teurer ist als in vielen Nachbarländern – dort sind die Steuern niedriger.
benzinpreis staat
Insgesamt 61,1 Prozent entfielen beim Verbraucherpreis von Superbenzin (E10) im Jahr 2025 auf Steuern und Abgaben. Dies würde bei einem Verbraucherpreis von 1,74 Euro pro Liter (Durchschnittspreis des Jahres 2024) etwa 1,06 Euro entsprechen. Im März 2026 liegt der Preis für E10 mittlerweile bei zwei Euro - und teils darüber.
🚗 6. Warum Diesel inzwischen teurer sein kann
Traditionell war Diesel günstiger, doch das hat sich gedreht.
- Geopolitische Krisen und strukturelle Veränderungen führen zu höheren Dieselpreisen.
- Auch hier profitiert der Staat von der Mehrwertsteuer automatisch.
Zusammensetzung Preis von E10
Zusammensetzung Preis von E10  Quelle: ADAC
Historischer Vergleich: So stark ist die Steuerlast gestiegen
Ein Blick zurück zeigt, wie massiv die Belastung gewachsen ist:
Jahr
Literpreis Benzin
Steueranteil
Bemerkung
1970
ca. 0,55 DM
~30 %
Ölkrise noch nicht eingepreist
1990
ca. 1,30 DM
~45 %
Beginn Ökosteuer-Debatte
2000
ca. 1,80 DM
~60 %
Ökosteuer voll wirksam
2024
1,70–2,10 €
61 %
CO₂-Preis + MwSt auf alles
Erkenntnis: Die Steuerlast ist langfristig gestiegen – und sie bleibt hoch, selbst wenn der Rohölpreis fällt.
Die frühere Mineralölsteuer wurde 1951 eingeführt – damals als reine Einnahmequelle für den Staatshaushalt.
- In den 1970ern stieg sie wegen der Ölkrisen.
- In den 1990ern kam die Ökosteuer dazu, offiziell zur Rentenfinanzierung.

Ökosteuer als Stütze für die Rentenkasse?


Die Ökosteuer ist weit mehr als eine reine Umweltabgabe – sie ist heute eine der wichtigsten Säulen zur Stabilisierung unserer Rentenbeiträge. Auch im Jahr 2026 gilt: Ohne die Einnahmen aus Benzin-, Diesel- und Stromsteuer müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutlich höhere Rentenbeiträge zahlen.
1. Das Prinzip: Geld als Rentenfinanzierung?
Die Idee hinter der Ökosteuer (eingeführt 1999) war ein Tauschgeschäft: Der Staat macht umweltschädlichen Energieverbrauch teurer und nutzt das Geld im Gegenzug, um die Lohnnebenkosten zu senken.
- Der Mechanismus: Die Einnahmen aus der Ökosteuer fließen fast vollständig als Bundeszuschuss in die gesetzliche Rentenversicherung.
- Das Ziel: Die Rentenbeiträge sollen trotz des demografischen Wandels stabil gehalten werden, damit die Arbeit in Deutschland bezahlbar bleibt.
2. Aktueller Stand 2026: Die Zahlen
Die Ökosteuer bleibt als Finanzierungsquelle unverzichtbar:
- Finanzvolumen: Rund 90 % der Einnahmen aus der Ökosteuer (Energiesteuer und Stromsteuer) werden zur Senkung der Rentenbeiträge verwendet.
- Entlastungseffekt: Experten schätzen, dass der Rentenbeitragssatz ohne diesen Zuschuss heute nicht bei 18,6 %, sondern bei über 20 % liegen würde. Jede Tankfüllung und jede verbrauchte Kilowattstunde Strom stützen also direkt das Rentensystem.
3. Kritik und Konflikte
Obwohl das System stabilisierend wirkt, gibt es 2026 zwei große Diskussionspunkte:
- Zweckentfremdung? Kritiker bemängeln, dass die Steuer ihre Lenkungswirkung verliert. Wenn das Ziel der Ökosteuer ist, dass die Menschen weniger Energie verbrauchen, würden bei Erfolg die Einnahmen für die Rente sinken – ein finanzielles Paradoxon.
- Die CO-Abgabe: Während die klassische Ökosteuer in die Rente fließt, landen die Einnahmen aus dem neuen CO-Preis (2026 bei ca. 55–65 €/Tonne) im sogenannten Klima- und Transformationsfonds (KTF). Dieses Geld wird für Klimaschutzprojekte und Förderungen genutzt, nicht für die Rente.
Zusammengefasst: Wenn Sie heute mehr als zwei Euro für einen Liter Diesel bezahlen, sorgen Sie mit einem Teil dieses Geldes dafür, dass die Rentenbeiträge der arbeitenden Generation nicht explodieren. Sie finanzieren also indirekt die Stabilität Ihres eigenen Ruhestandsgehalts mit.
Sprit-Steuern – Bedeutung für die Rentenkasse
Um die Bedeutung der Ökosteuer für die Rentenkasse zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass das Rentensystem ohne diesen „Zuerwerb“ aus der Zapfsäule und dem Stromnetz heute vor dem Kollaps stünde oder die Beiträge für Arbeitnehmer noch höher wären.
Hier ist der Vergleich der Beitragssätze (Stand 2026), der zeigt, wie massiv die Ökosteuer das System stützt:
Vergleich: Rentenbeitragssatz mit vs. ohne Ökosteuer-Zuschuss
Jahr
Tatsächlicher Beitragssatz (mit Ökosteuer)
Geschätzter Beitragssatz (ohne Ökosteuer)
Differenz (Entlastung)
2000
19,3 %
20,1 %
0,8 %
2010
19,9 %
21,1 %
1,2 %
2020
18,6 %
19,8 %
1,2 %
2026
18,6 %
20,3 %
1,7 %
Warum die Schere 2026 weiter auseinandergeht
Die Differenz wächst, weil die demografische Last (immer mehr Rentner, immer weniger Beitragszahler) zunimmt. Der Staat nutzt die Einnahmen aus der Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer) und der Stromsteuer, um die sogenannten versicherungsfremden Leistungen zu decken.
Was sind versicherungsfremde Leistungen?
Das sind Rentenausgaben, für die vorher keine Beiträge eingezahlt wurden, wie zum Beispiel die Mütterrente, Anrechnungszeiten für Ausbildung oder die Grundrente. Ohne den Öko-Zuschuss müssten diese allein aus den Beiträgen der arbeitenden Generation finanziert werden.
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Das Dilemma der „grünen Rente“
Wir befinden uns 2026 in einer paradoxen Situation:
- Der Staat möchte, dass wir weniger Benzin und Strom verbrauchen.
- Verbrauchen wir aber weniger, sinken die Einnahmen aus der Ökosteuer.
- Sinken diese Einnahmen, klafft ein Loch in der Rentenkasse, das entweder durch höhere Beiträge oder andere Steuern gestopft werden muss.
Fazit: Die Ökosteuer ist heute der „Airbag“ für die Lohnnebenkosten.

Wir sollen unser Verhalten ändern


Die faktische Sperrung der Straße von Hormus ist wohl die schlimmste Unterbrechung in der Geschichte des Ölmarkts. Immerhin werden durch dieses Nadelöhr täglich rund 20 Millionen Barrel (Fässer) verschifft, das entspricht etwa 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Das wirkt sich massiv auf den Ölpreis aus. Um eine Vorstellung zu bekommen von dem Ausmaß: Ein Standard-Öl-Barrel (bbl) entspricht exakt 158,987 Litern – auf 20 Millionen Barrel hochrechnen, sind das annähernd 3,18 Milliarden oder 3.180.000.000 Liter. Das entspricht etwa 1.272 olympischen Schwimmbecken (bei einem Standardvolumen von 2,5 Millionen Litern pro Becken). Das entspricht in etwa dem weltweiten Erdölverbrauch von etwa 5 bis 6 Stunden (da die Welt aktuell rund 100 Millionen Barrel pro Tag verbraucht).
Die Internationale Energieagentur IEA mahnt angesichts des Kriegs im Nahen Osten eine Verhaltensänderung zur raschen Senkung des Verbrauchs an. US-Präsident Donald Trump hat sich verrechnet: Der wird wohl länger dauern, als er dachte. Schon jetzt ist absehbar, dass die Kriegsschäden, die der Iran in der Golfregion angerichtet hat, schwerwiegend sind. Die Beseitigung und Reparatur dieser Schäden können sich über Monate hinziehen.
Hier die Vorschläge:
Sofortmaßnahmen zur Senkung der Nachfrage:
1. Home office
2. Tempolimits auf Autobahnen um mindestens 10 km/h senken.
3. Öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
4. Zufahrtsbeschränkungen für Pkw in Großstädten an verschiedenen Tagen. Kennzeichenrotation kann Staus und kraftstoffintensive Fahrten reduzieren.
5. Fahrgemeinschaften fördern und effizientes (umweltschonendes) Fahren praktizieren.
6. Effizientes Fahren für Nutzfahrzeuge und Warenlieferungen
7. Flüssiggasnutzung im Transportsektor reduzieren. Die Umstellung von Fahrzeugen von LPG auf Benzin kann LPG fürs Kochen freisetzen.
8. Flugreisen vermeiden, wenn Alternativen bestehen
9. Auf Elektrokochen umsteigen
10. Flexibilität bei petrochemischen Rohstoffen nutzen und kurzfristige Effizienz- und Wartungsmaßnahmen umsetzen

Was kosten 100 Kilometer?


An vielen, vor allem größeren Tankstellen, sind gelbe Poster angebracht, auf denen steht, wie hoch die Kosten in Euro pro 100 Kilometer sind – bezogen auf verschiedene Antriebsvarianten und Fahrzeugsegmente. Hier der Stand vom Februar 2026, der auf den Kraftstoffpreisen des vierten Quartals 2025 basiert. Die Verbrauchsdaten stammen aus der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle je Segment. Gemessen wird nach dem WLTP-Verfahren (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), dem derzeit gültigen europäischen Teststandard für Kraftstoffverbrauch. Aktualisiert und herausgegeben wird der Aushang vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).


poster energiekostenvergleich pkw
Poster Energiekostenvergleich Pkw           Quelle: BMWE
 
Bild: Shutterstock | Bashar Creates https://vorunruhestand.de/2026/03/so-viel-verdient-der-staat-an-jedem-liter-sprit/

Freitag, 20. März 2026

Software für die Steuererklärung 2026

Software für die Steuererklärung 2026

Die Renten steigen – und mit ihnen die Zahl der Ruheständler, die vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden. Wer 2026 seine Steuererklärung für 2025 abgibt, sollte die neuen Freibeträge und Fristen kennen. Gute Steuersoftware hilft dabei, kein Geld zu verschenken. Wir zeigen, welche Programme aktuell sind und worauf Sie achten müssen.


Abgabefristen: Mehr Zeit als im Vorjahr


Nach den Corona-Sonderregelungen haben sich die Fristen nun wieder stabilisiert. Für die Steuererklärung 2025 gelten folgende Termine:


-

Pflichtveranlagung (Normalfall): Die Erklärung muss bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt sein.


-

Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: Wer professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, hat Zeit bis zum 30. April 2027.


Grundfreibetrag: Deutliche Entlastung 2025

Der Grundfreibetrag ist der Teil des Einkommens, auf den keine Steuern gezahlt werden müssen. Er wurde für das Jahr 2025 spürbar angehoben:


-

Singles: 12.096 Euro


-

Verheiratete/Eingetragene Lebenspartner: 24.192 Euro


Wichtig: Erst wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen (nach Abzug aller Kosten) über diesen Werten liegt, fällt tatsächlich Einkommensteuer an. Dennoch kann das Finanzamt Sie zur Abgabe einer Erklärung auffordern, wenn der Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte den Freibetrag übersteigt.


Rentenfreibetrag: Wichtige Änderung durch das Wachstumschancengesetz

Bisher sank der Rentenfreibetrag für jeden neuen Rentnerjahrgang um 1 Prozentpunkt. Durch das neue Wachstumschancengesetz wird die Besteuerung verlangsamt:


-

Ab 2023 steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente nur noch um 0,5 Prozentpunkte pro Jahr.


-

Wer 2024 in Rente ging, hat einen Rentenfreibetrag von 17,0 %.


-

Wer 2025 neu in Rente geht, behält einen Rentenfreibetrag von 16,5 % (der steuerpflichtige Teil liegt somit bei 83,5 %).


Was zählt zum zu versteuernden Einkommen?

Die Summe Ihrer Einkünfte wird um Werbungskosten und Sonderausgaben gemindert. Dazu gehören:


-

Gesetzliche und private Renten sowie Pensionen.


-

Mieteinnahmen und Kapitalerträge (sofern über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €).


-

Einkünfte aus einem Nebenjob (außer Minijobs bis zur Geringfügigkeitsgrenze).


Abzugsfähige Kosten (Ihre Sparmöglichkeiten):
-

Sonderausgaben: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind fast voll absetzbar.


-

Werbungskosten: Für Rentner gibt es einen Pauschbetrag von 102 Euro. Wer höhere Ausgaben hat (z. B. Rentenberatung, Kontoführungsgebühren), sollte diese einzeln nachweisen.


-

Haushaltsnahe Dienstleistungen & Handwerker: 20 % der Arbeitskosten für Hilfe im Haushalt oder Reparaturen können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden.


Steuersoftware: Die besten Helfer für den Mac und PC


Wer keinen Steuerberater bezahlen möchte (ca. 150 € bis 500 €), fährt mit Software deutlich günstiger (ca. 15 € bis 45 €). Die Kosten für die Software können Sie im Folgejahr ebenfalls von der Steuer absetzen.


Empfehlungen für 2026 (Steuerjahr 2025):
-

WISO Steuer 2026: Der Allrounder. Besonders komfortabel durch den „Steuer-Abruf“ (vorausgefüllte Steuererklärung), bei dem Daten vom Finanzamt automatisch importiert werden. (Verfügbar für Windows, Mac, iPad und Browser.)


-

Taxman 2026 für Rentner & Pensionäre: speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten, mit dicken Handbüchern und verständlichen Erklärungen.


-

SteuerSparErklärung für Rentner 2026: Punktet mit einem „Roten Faden“, der Schritt für Schritt durch die Formulare führt.


Speziell für den Mac:


Apple-Nutzer müssen nicht mehr verzichten. WISO Steuer, SteuerSparErklärung und browserbasierte Lösungen wie Taxfix oder SteuerGo funktionieren hervorragend auf macOS.


Gratis-Alternative: „Mein ELSTER“ und „EinfachELSTER“

Das offizielle Portal der Finanzverwaltung ist kostenlos.


-

Mein ELSTER: umfassend, aber für Laien oft bürokratisch formuliert.


-

EinfachELSTER: Ein spezieller Service für Rentner und Pensionäre. Es bietet eine sehr vereinfachte Benutzeroberfläche ohne komplizierte Formulare.


-

Voraussetzung: Sie haben nur Renten und ggf. Pensionen, keine Mieteinkünfte und keine gewerblichen Einkünfte.


Entwicklung der ELSTER-Übermittlungen
Jahr  
 Anzahl Übermittlungen
Erklärung
1999
24.865
Start der Pilotphase
2002
554.841
Erste nennenswerte Verbreitung
2005
4.202.010
Einführung der Pflicht für Unternehmer (UStVA)
2008
10.184.207
Erstmals über 10 Millionen
2012
17.706.576
Massive Steigerung durch private Software-Nutzer
2014
33.127.892
Durchbruch in der Breite der Bevölkerung
2018
40.863.321
ELSTER wird Standard für fast alle Gruppen
2021
43.887.625
Pandemie-Effekt & Ausbau digitaler Services
2023
63.187.316
Rekordjahr (inkl. Grundsteuerreform-Effekte)
2024
52.009.745
Stabilisierung auf hohem Niveau

Fazit: Dank gestiegener Freibeträge bleiben viele Rentner trotz Rentenerhöhung steuerfrei. Dennoch ist die Abgabe oft Pflicht. Mit einer Investition von rund 30 Euro in eine gute Software minimieren Sie den Zeitaufwand und maximieren Ihre Rückerstattung.


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Image by Wilfried Pohnke from Pixabay

https://vorunruhestand.de/2026/03/software-fuer-die-steuererklaerung-2026/

Donnerstag, 19. März 2026

Rentner ziehen vor Gericht: 240-Mrd.-Klage gegen Staat

Rentner ziehen vor Gericht: 240-Mrd.-Klage gegen Staat
Rentner ziehen vor das Verfassungsgericht: Sie fordern 240 Milliarden Euro zurück – wegen zweckentfremdeter Rentenbeiträge.
Ist die Rentenkasse der heimliche „Selbstbedienungsladen“ der Bundesregierung? Diese brisante Frage liegt seit dem 24. Februar 2026 beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Eine Rentner-Initiative hat genug von der Querfinanzierung versicherungsfremder Leistungen und geht dagegen an.

Der Vorwurf: Rentenbeiträge als „Lückenbüßer“


Ob Mütterrente, Ost-Angleichung oder Kriegsfolgelasten – allesamt ehrenwerte Aufgaben, aber laut Klägern reine Staatsaufgaben. Das Problem: Statt sie komplett aus Steuern zu zahlen, bedient sich Berlin seit Jahrzehnten bei den Beitragszahlern in der Rentenversicherung.


Die Zahlen hinter der Rebellion:


Die Lücke: Jährlich fehlen bis zu 125 Milliarden Euro durch versicherungsfremde Leistungen.
Die Rechnung: Die staatlichen Zuschüsse reichen hinten und vorne nicht aus.
Der Hammer: Die Kläger fordern stolze 240 Milliarden Euro zurück in den Rententopf!
„Beiträge sind kein Steuerersatz!“

Die Argumentation der Beschwerdeführer (darunter eine Rentnerpartei und erfahrene Juristen) ist messerscharf: Wer Pflichtbeiträge zahlt, hat ein Recht auf Eigentumsschutz. Rentengelder dürfen nicht zweckentfremdet werden, um Haushaltslöcher zu stopfen oder soziale Wohltaten zu finanzieren, die eigentlich die gesamte Gesellschaft tragen müsste.


Was passiert jetzt?

Karlsruhes Mühlen mahlen langsam, und die Hürden für eine Annahme der Beschwerde sind hoch. Doch die Signalwirkung ist enorm:


Druck auf Berlin: Die Bundesregierung muss erklären, warum Beitragszahler für gesamtgesellschaftliche Lasten bluten.
Systemcheck: Erstmals wird die „versteckte Belastung“ der Rentner juristisch seziert.
Mögliche Wende: Sollten die Richter den Klägern recht geben, müsste das Rentensystem radikal umgebaut werden – zugunsten der Versicherten.

Der Rechtsweg ist lang, aber der Vorwurf sitzt. Die Versicherten wehren sich gegen die Rolle als Melkkuh der Nation.


Die Rentenversicherung widerspricht – aber nicht vollständig
Die Deutsche Rentenversicherung betont, dass versicherungsfremde Leistungen grundsätzlich durch den Bund ausgeglichen werden sollen. Gleichzeitig gab es in der Vergangenheit immer wieder Streit über gekürzte oder unzureichende Zuschüsse. Genau hier setzen die Kläger an: Sie sehen eine versteckte Mehrbelastung der Beitragszahler.
Wer steckt dahinter und wie können Rentner unterstützen?

Hinter der Klage stehen vor allem Akteure aus dem Umfeld der Senioren-Interessenvertretung:


Die Initiatoren: Der Bundesverband der Rentnerpartei sowie der Landesverband Baden-Württemberg sind federführend. Unterstützt werden sie von spezialisierten Rechtsanwälten (u.a. aus Stuttgart), die die Argumentation des „Eigentumsschutzes“ an Rentenbeiträgen vorantreiben.
Unterstützung durch Vereine: Organisationen wie die ADG (Aktion Demokratische Gemeinschaft e.V.) beobachten solche Verfahren sehr genau und unterstützen oft durch Öffentlichkeitsarbeit oder ähnliche Musterklagen.
Finanzielle Beteiligung: Offizielle Spendenaufrufe laufen meist direkt über die Webseiten der beteiligten Verbände (z.B. Rentnerpartei oder deren Landesverbände). Dort werden oft „Rechtsschutzfonds“ für solche Mammut-Verfahren eingerichtet.
Versprechen
Am 14. Mai 2025 versprach Vizekanzler Lars Klingbeil eine Rentenreform "zügig" anzugehen. Die Zeit läuft.
Zeit seit Abgabe des Versprechens
My count-up
Mit unserem Newsletter auf dem Laufenden bleiben
Einfach jetzt kostenlos abonnieren https://vorunruhestand.de/2026/03/rentner-ziehen-vor-gericht-240-mrd-klage-gegen-staat/

Klinik-Zuzahlung: 15 Euro pro Tag gefordert

Klinik-Zuzahlung: 15 Euro pro Tag gefordert
Krankenhausaufenthalte könnten bald teurer werden: Die Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro pro Tag. Was das für Patienten bedeuten würde.
Der Gürtel in den deutschen Kliniken muss enger geschnallt werden – und wenn es nach der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) geht, sollen die Patienten einen Teil der Last tragen. DKG-Vorstandschef Gerald Gaß hat in der „Rheinischen Post“ eine deutliche Anhebung der Eigenbeteiligung ins Gespräch gebracht.

Von 10 auf 15 Euro: Ein satter Aufschlag


Bisher zahlen gesetzlich versicherte Patienten für maximal 28 Tage im Jahr einen Eigenanteil von 10 Euro pro Kalendertag. Geht es nach Gaß, soll dieser Betrag auf 15 Euro steigen. Das entspricht einer Steigerung von 50 Prozent.
Warum kommt dieser Vorstoß jetzt?
Hintergrund sind die massiven Finanzierungslücken in der deutschen Krankenhauslandschaft. Die Kliniken kämpfen mit steigenden Kosten für Personal und Energie, während die Inflation die Budgets zusätzlich belastet. Die Erhöhung der Zuzahlung wird als ein Baustein gesehen, um das System zu stabilisieren.
Seit wann gibt es die Zuzahlung? Sie war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden. Das heißt, die Zuzahlung besteht in der Höhe seit 22 Jahren, wie DKG-Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“ sagte. Seitdem ist der Euro aber wegen der Inflation deutlich weniger wert. „Die Lage ist ernst; aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen; ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht: 16 Prozent sind stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet“, so Gaß.

Was bedeutet das für Rentner?


Gerade für Menschen im Vorruhestand oder Rentner, die statistisch gesehen häufiger auf stationäre Behandlungen angewiesen sind, ist dies eine schlechte Nachricht.
- Die gute Nachricht: Die Deckelung auf 28 Tage pro Jahr bleibt (vorerst) bestehen.
- Die Belastung: Statt bisher maximal 280 Euro müssten Patienten dann bis zu 420 Euro pro Jahr aus eigener Tasche zuzahlen.
Ob die Politik diesen Vorschlag in Zeiten hitziger Debatten über das Gesundheitswesen aufgreift, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Druck auf die Geldbeutel der Versicherten wächst weiter.
 
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Montag, 16. März 2026

Schluss mit Abzocke beim Altersvorsorgedepot

Schluss mit Abzocke beim Altersvorsorgedepot
Der Kostendeckel von 1,5 Prozent bei den geplanten Altersvorsorgedepots ist viel zu hoch. ETF bekommen Anleger schon für 0,05 bis 0,12 Prozent. Deswegen regt sich Widerstand: berechtigt!
Der Finanztip-Redaktion stößt die Abzocke von Altersvorsorgern sauer auf: Der aktuelle Gesetzentwurf für das geplante Altersvorsorgedepot erlaubt bis zu 1,5 % jährliche Kosten. Das ist viel zu hoch – und kostet alle, die für ihre Altersvorsorge per ETF sparen, richtig viel Rendite.
Finanztip hat es ausgerechnet – und kommt auf 75.000 Euro weniger, allein wegen zu hoher Gebühren.

Kosten fressen Rendite


1,5 % klingt nach wenig, ist langfristig indes ein massiver Renditekiller, denn  die Kosten werden prozentual vom angesparten Vermögen abgezogen. Die Kosten summieren sich über die Jahrzehnte und übertreffen früher oder später laut Finanztip sogar die jährliche Förderung.

Petition gegen zu hohe Kosten


Die Finanztip-Stiftung hat deswegen eine Petition eingereicht, um die Kostengrenze auf 0,5 % zu reduzieren.
Petition für eine Kostenobergrenze von 0,5 %
Darauf zu warten, bringt nichts. Die Finanzlobby ist dermaßen stark, dass sie vermutlich den Deckel von 1,5 % im Gesetzesentwurf durchsetzt, um Geld zu verdienen. Mal schauen, ob Finanztip mit ihrer Petition durchdringen.
Die Finanztip-Redaktion hat einmal durchgerechnet, was 1 Prozentpunkt für einen Unterschied macht:
Wer 40 Jahre lang monatlich 200 € spart und 6 % Rendite pro Jahr erzielt, hat bei …
- … 0,5 % Kosten p. a. rund 338.000 €
- … 1,5 % Kosten p. a. nur rund 263.000 €
Das sind rund 75.000 € weniger Altersvorsorge.
Nicht noch mal ein Desaster wie bei Riester
Finanztip erinnert daran, was bei Riester schieflief – nämlich genau das: Die Kosten waren und sind viel zu hoch, so dass am Ende kaum etwas dabei herauskommt. Ganz abgesehen davon, ist Riester viel zu kompliziert. Nicht von ungefähr schließt kaum noch jemand einen Riester-Vertrag ab – und viele lassen ihren Vertrag ruhen.
Von den Schweden lernen
Wie es auch anders geht, zeigen die Schweden. „In Schweden liegen die Kosten des staatlichen Vorsorgefonds unter 0,1 %“, so Finanztip. Warum nicht von den Schweden lernen?
Finanztip wirbt deswegen um Unterstützung im Kampf gegen hohe Kosten bei Altersvorsorgedepot, darunter:
Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip-Chefredakteur
Saidi Sulilatu, Finanztip-Chefredakteur
Fabian Dany, Geschäftsführer Finanztip Stiftung https://vorunruhestand.de/2026/03/schluss-mit-abzocke-beim-altersvorsorgedepot/

Sonntag, 8. März 2026

Weltfrauentag: Zwischen Stolz und Rentenlücke

Weltfrauentag: Zwischen Stolz und Rentenlücke
Am 8. März feiern wir die Stärke der Frauen – und erinnern daran, dass echte Gleichstellung kein Selbstläufer ist, sondern tägliche Aufgabe für uns alle.
Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März gefeiert wird, ist weit mehr als ein symbolischer Strauß Tulpen. Für die Frauen, die jetzt kurz vor dem Ruhestand stehen oder ihn bereits genießen, ist dieser Tag eine Bilanzierung. Es ist die Generation, die den Spagat zwischen Beruf, Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen perfektioniert hat – oft zu einem hohen Preis.

Der Frauentag bleibt ein Reizthema


Obwohl Frauen heute aktiver denn je am Erwerbsleben teilnehmen, klafft die Schere im Alter weit auseinander. Der Gender Pension Gap ist kein theoretisches Konstrukt, sondern Realität auf dem Kontoauszug.
- Care-Arbeit: Jahrzehntelange unbezahlte Arbeit wird in unserem Rentensystem noch immer nicht ausreichend gewürdigt.
- Teilzeit-Falle: Was früher als Vereinbarkeitslösung galt, entpuppt sich heute oft als Rentenkiller.
- Inflation: Steigende Preise treffen kleine Frauenrenten besonders hart.
Was Frauen jetzt brauchen
Es geht nicht um Almosen, sondern um Gerechtigkeit. Der Vorunruhestand ist der perfekte Zeitpunkt, um laut zu werden. Wir brauchen:
- Eine stärkere Aufwertung von Erziehungs- und Pflegezeiten.
- Gezielte Beratung für Frauen beim Übergang in die Rente.
- Einen gesellschaftlichen Diskurs, der "Frauenthemen" endlich als Wirtschaftsthemen begreift.
Warum der Frauentag gerade für die Generation 50+ wichtig bleibt
Der Internationale Frauentag ist weit mehr als ein Datum im Kalender. Für viele Frauen der Generation 50+, 60+ und darüber hinaus ist er ein Stück gelebte Geschichte: Sie haben erlebt, wie Rechte erkämpft wurden, die heute selbstverständlich wirken – und wie brüchig diese Selbstverständlichkeiten sein können.
Viele erinnern sich noch gut an Zeiten, in denen Frauen ohne Zustimmung des Ehemanns nicht arbeiten durften, in denen Karriere und Kinder kaum vereinbar waren und in denen Altersarmut weiblich war – und oft noch ist. Der Frauentag ist deshalb ein Moment des Innehaltens: Was wurde erreicht? Was bleibt zu tun?
Gemeinschaft als Versicherung gegen Unsichtbarkeit
Nutzen wir den heutigen Tag nicht nur zum Feiern, sondern auch zur Vernetzung. Denn eine starke Gemeinschaft im Alter ist die beste Versicherung gegen Unsichtbarkeit.
Feiertag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Am 8. März ist Frauentag – und in Berlin sowie seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern sogar ein Feiertag, den es einst auch in der DDR gab. Die Berliner haben den Frauentag vor allem eingeführt, weil sie sonst so wenige Feiertage haben. Bayern beispielsweise hat 13 Feiertage, die Augsburger sogar noch einen mehr. Wer ihn erfunden hat, darüber streiten sich Deutsche und Amerikaner. Denn bereits 1909 gab es einen Frauentag in den USA. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines entsprechenden Gedenktags vor. https://vorunruhestand.de/2026/03/weltfrauentag-zwischen-stolz-und-rentenluecke/

Donnerstag, 5. März 2026

Wie hoch die Rentenerhöhung 2025 ausfällt

Wie hoch die Rentenerhöhung 2025 ausfällt
Ab 1. Juli 2025 gibt’s mehr Rente – so viel steht zumindest fest. Auch die Höhe ist schon vorhersehbar. Es dürft mehr sein als ursprünglich geplant. Was bedeutet das konkret?
„Die Rente folgt den Löhnen“, so das eherne Gesetz des Umlageverfahrens der Rente. Steigen die Löhne, steigen auch die Renten. Da die Löhne in den ersten beiden Quartalen 2024 um 6,4 Prozent (1. Quartal) und 5,4 Prozent (2. Quartal) gestiegen sind, werden auch die Renten am 1. Juli 2025 entsprechend steigen, allerdings nicht ganz so stark wie die Löhne.

3,6 Prozent Rentenerhöhung


Eine erste Schätzung gibt der Rentenversicherungsbericht der Deutschen Rentenversicherung (DRV) – die verlässliche Information über die Erhöhung folgt erst im Frühjahr 2025. Für 2025 geht die DRV laut "Münchner Merkur" aber von 3,6 Prozent mehr Rente für die 22 Millionen Rentner und Rentnerinnen im Land aus.

Bleibt’s bei 48 Prozent Rentenniveau?


Die Erhöhung muss etwas höher ausfallen als geplant, weil zum 1. Januar der Pflegebeitrag um 0,2 Prozentpunkte steigt und somit das Rentenniveau von 48 Prozent nicht gehalten werden könnte. Aber genau das ist gesetzlich geregelt – und zwar ist die Niveauschutzklausel im § 255e des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VI) bei 48 Prozent festgeschrieben. Diese Klausel stellt sicher, dass das Rentenniveau vor Steuern bis zum Jahr 2025 mindestens 48 % beträgt.
Rentenerhöhungen seit 2000
Der „Münchner Merkur“  hat exemplarisch durchgerechnet, was eine Erhöhung der Rente um 3,6 Prozent bedeutet:
- bei 800 Euro sind es 28,80 Euro
- bei 900 Euro 32,40 Euro
- bei 1.200 Euro 43,20 Euro
- bei 1.500 Euro 54 Euro
- bei 1.800 Euro 64,80 Euro
Das sind allerdings nur Brutto-Beträge, denn von der Rente werden Kranken- und Pflegebeiträge abgeführt – und möglicherweise sind Steuern zu zahlen. https://vorunruhestand.de/2024/12/wie-hoch-die-rentenerhoehung-2025-ausfaellt/

Freitag, 20. Februar 2026

Reisetrends 2026: So urlaubt die Generation 60plus

Reisetrends 2026: So urlaubt die Generation 60plus
Weg vom Massentourismus, hin zu bewussten Erlebnissen: Welche Ziele und Reiseformen 2026 bei Bestagern besonders hoch im Kurs stehen.
Das Reisejahr 2026 zeigt deutlich: Die Generation 60plus ist so reiselustig wie nie zuvor, stellt aber neue Ansprüche an die „schönste Zeit des Jahres“. Während die Inflation in anderen Bereichen zum Sparen zwingt, bleibt das Budget für den Urlaub stabil. Dabei geht der Trend weg vom klassischen „Abhaken“ von Sehenswürdigkeiten. Bestager wollen Komfort, Sicherheit und Qualität, aber ebenso Abenteuer, Natur und authentische Erlebnisse.
Bestager möchten nicht mehr nur „am Strand liegen“, sondern suchen Erholung, Inspiration und persönliche Entfaltung. „Reisen wird zunehmend als Form der Selbstverwirklichung und des lebenslangen Lernens verstanden; gerade im Alter haben viele Menschen den Wunsch, Träume zu verwirklichen, die jahrzehntelang aufgeschoben wurden“, schreibt die Plattform Herzjung.

Reisetrends für Bestager


- Slow Travel & Coolcation: Statt Hitzestress im tiefen Süden suchen viele Reisende 2026 die angenehme Kühle des Nordens. Skandinavien und das Baltikum boomen. Unter dem Motto „Slow Travel“ wird länger an einem Ort verweilt, um tief in die lokale Kultur einzutauchen – Qualität schlägt Quantität.
- Nostalgie-Reisen: Ein starker Trend 2026 ist das Wiederentdecken alter Erinnerungen. Viele Bestager zieht es an Orte ihrer Kindheit oder Jugend, um diese mit dem heutigen Komfort neu zu erleben.
- Luxuriöse Zugreisen: Die Bahn erlebt eine Renaissance. Besonders exklusive Zugreisen durch Europa oder Panoramazüge in Übersee bieten die perfekte Mischung aus Entschleunigung und höchstem Komfort.
- Mehrgenerationen-Urlaub: Gemeinsame Zeit mit Kindern und Enkeln wird wichtiger. Großzügige Ferienhäuser oder spezialisierte Resorts, die Freiraum für alle Altersgruppen bieten, sind gefragt.
- Small-Group-Abenteuer: Authentizität ist Trumpf. Kleine Gruppenreisen mit Expertenbegleitung – etwa zu kulturellen oder kulinarischen Themen in Ländern wie Japan oder Portugal – ersetzen zunehmend den anonymen Massentourismus.
Die „Bestager“ von heute definieren das Reisen 2026 neu: Es geht um Bedeutung statt Entfernung. Ob in der heimischen Natur oder bei einer achtsam geplanten Fernreise – im Vordergrund stehen das persönliche Erleben und die bewusste Auszeit vom Alltag.
Mittsommer ohne Hitze
Während Südeuropa im Juli 2026 unter der dritten Hitzewelle des Jahres stöhnt, stehen Bestager an der Reling einer Elektro-Fähre im norwegischen Geirangerfjord. Die Luft ist klar, 21 Grad mild, und das Einzige, was sie hören, ist das sanfte Plätschern des Wassers und ein entfernter Wasserfall. Das ist „Coolcation“ – der Urlaub in der angenehmen Frische.
Die Kunst des Weglassens
Früher wollten sie vielleicht noch in zwei Wochen ganz Skandinavien sehen. Heute praktizieren sie Slow Travel: das heißt, drei feste Standorte, jeweils fünf Tage. Kein Kofferpacken im Akkord, kein Zeitdruck.
- Die Ankunft: Statt des Flugzeugs wählen sie die Bahnverbindung über Kopenhagen. Der Weg ist hier tatsächlich das Ziel; das sanfte Gleiten durch die skandinavische Landschaft ist der perfekte Übergang in den Urlaubsmodus.
- Das Erleben: In einem kleinen Fischerdorf auf den Lofoten mieten sie sich in ein restauriertes Rorbu (Fischerhütte) ein. Statt geführter Bustouren suchen sie den Kontakt zu den Einheimischen.
- Die Aktivität: Slow Travel bedeutet nicht Stillstand. Weg vom Instagram-Hype.
Warum uns die Kühle so guttut
Es ist mehr als nur die Temperatur. „Coolcation“ in Skandinavien bedeutet, dass der Körper nicht gegen die Hitze kämpfen muss. Gerade als Bestager fühlen wir uns vitaler, schlafen bei offenem Fenster tief und fest und können die Natur mit allen Sinnen genießen, ohne ständig nach Schatten zu suchen.
Slow Travel ist die ultimative Form des Reisens für uns. Wir haben nichts mehr zu beweisen, aber alles zu entdecken. Wer die Hektik der Flughäfen gegen das sanfte Rattern der Schienen und die Hitze des Südens gegen die tiefblauen Fjorde des Nordens tauscht, kehrt nicht nur erholt, sondern innerlich bereichert zurück. https://vorunruhestand.de/2026/02/reisetrends-2026-so-urlaubt-die-generation-60plus/

Mittwoch, 18. Februar 2026

Schlutzkrapfen: Tradition, die schmeckt

Schlutzkrapfen: Tradition, die schmeckt
Schlutzkrapfen gehören zur Südtiroler Küche wie Spinatknödel und Schüttelbrot. Was steckt dahinter – und vor allem wie lassen sie sich nachkochen.
Wer schon einmal in den gemütlichen Stuben Südtirols Platz genommen hat, kommt an ihnen nicht vorbei: den Schlutzkrapfen. In der lokalen Mundart liebevoll „Schlutzer“ genannt, sind diese gefüllten Teigtaschen weit mehr als nur eine Mahlzeit – sie sind ein Symbol der alpinen Genusskultur.

Ein Stück Alpengeschichte auf dem Teller


Ursprünglich galten sie als „Arme-Leute-Essen“. Die Bergbauern nutzten das, was der Hof hergab: Roggenmehl vom Feld, Spinat aus dem Garten und frischen Topfen (Quark) von den eigenen Kühen. Der Name leitet sich vom Tiroler Wort „schlutzen“ ab, was so viel wie „gleiten“ oder „rutschen“ bedeutet – ein Hinweis darauf, wie geschmeidig die Teigtaschen in den Mund wandern.

Genießen als Lebensart


Schlutzkrapfen verkörpern genau das, was wir am bewussten Genießen schätzen:
- Regionalität: Ehrliche Zutaten ohne Schnickschnack.
- Handarbeit: Das Formen der Teigtaschen hat fast schon etwas Meditatives.
- Geselligkeit: Am besten schmecken sie in guter Gesellschaft mit einem Glas Vernatsch.
Südtiroler Schlutzkrapfen sind eines dieser Gerichte, die sofort das Gefühl von alpiner Gemütlichkeit wecken. Sie wirken auf den ersten Blick wie Ravioli – aber ihr Charakter ist ganz eigen, tief verwurzelt in der bäuerlichen Küche Tirols.
Was Schlutzkrapfen ausmacht
- Teig: Ein dünner Nudelteig, oft mit einem Anteil Roggenmehl, was ihm eine leicht nussige Note gibt.
- Füllung: Klassisch besteht sie aus Spinat und Topfen (Quark), manchmal mit etwas Kartoffel, Muskat, Knoblauch und Schnittlauch.
- Form: Halbmondförmig, etwa handtellergroß und mit einer gezackten oder glatten Kante verschlossen.
- Zubereitung: Kurz in Salzwasser gekocht, bis sie an die Oberfläche steigen.
Mit einem Ausstecher geht's schneller
Schlutzkrapfen-Former
Schlutzkrapfen-Former gibt's in Südtirol in vielen Geschäften zu kaufen - in Deutschland am besten online kaufen
Am besten nach Ravioli Fomer im Internet suchen. Schlutzkrapfen sind ja so etwas Ähnliches wie Ravioli.
Genussmomente
Serviert werden Schlutzkrapfen traditionell mit brauner Butter, reichlich Parmesan oder Graukäse und etwas Schnittlauch.
Einfallsreiche Varianten
Normalerweise haben Schlutzkrapfen eine Spinatfüllung, aber die Köchinnen und Köche in Südtirol sind kreativ und haben sich einige Varianten einfallen lassen:
- Käse-Schlutzkrapfen mit würzigem Bergkäse
- Kräuter-Schlutzkrapfen mit Wildkräutern wie Brennnessel oder Bärlauch
- Rote-Beete-Teig für eine farbenfrohe, moderne Interpretation
Tipp
Wenn Sie eine größere Menge vorbereiten, können Sie die Schlutzkrapfen ungekocht wunderbar einfrieren. So haben Sie immer ein schnelles, hochwertiges Abendessen parat.
Das Rezept: Der Klassiker für zu Hause
Holen Sie sich das Urlaubsgefühl in die eigene Küche. Dieses Rezept reicht für ca. 4 Personen.

Schlutzkrapfen



Teig aus Roggen- und Weizenmehl, gefüllt mit Spinat, garniert mit zerlassener Butter und Parmesan


- Schlutzkrapfen-Former
- Nudelbrett
- Teigroller
- große Pfanne
- Kochtopf
Für den Teig- 250 g Roggenmehl
- 250 g Weizenmehl
- 2 Eier
- 1 EL Öl (Raps- oder Sonnenblumenöl)
- etwas lauwarmes Wasser
- 800 g Spinat (am besten tiefgefroren)
- 4 EL gehackte Petersilie
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 40 g Butter
- 1 EL Mehl
- 1/4 l Milch
- 1 EL Parmesan
- Salz
- Pfeffer
- Muskat
- 80 g Butter
- 60 g Parmesan
Teig-

Aus Mehl, Eier, Salz, Eier, Öl und lauwarmen Wasser einen nicht zu festen Teig kneten


-

1 Stunde zugedeckt ruhenlassen


-

Falls frischer Spinat verwendet wird: Spinat gut waschen, in Salzwasser garkochen, abseihen und ausdrücken, damit er möglichst wenig Wasser enthält


-

Tiefgefrorener Spinat: auftauen


-

Petersilie klein schneiden und mit dem Spinat mischen


-

Zwiebel klein schneiden und in Butter kurz bräunen


-

mit Mehl bestäuben


-

Milch erhitzen und zugeben


-

alles gut verrühren und etwas einkochen lassen


-

Spinat hinzugeben und vermischen


-

mit Salz, Pfeffer, Muskat und Parmesan würzen


-

Die Füllung erkalten lassen


-

Den Teig auf dem Nudelbrett dünn ausrollen


-

Mit dem Schlutzkrapfen-Former, einem runden Ausstecher oder einem umgestülpten Glas Handteller große Rundstücke ausstechen


-

In den Schlutzkrapfen-Former legen


-

mit der Füllung füllen


-

zusammenklappen


-

Wer keinen Schlutzkrapfen-Former hat legt das Rundstück auf die bemehlte Hand und füllt den Teig auf diese Weise mit der Füllung


-

zusammenklappen und den Rand mit den Fingern andrücken, dass der Schlutzkrapfen geschlossen ist


-

Schlutzkrapfen im kochenden Salzwasser fünf Minuten sieden, bis sie aufschwimmen


-

In der Zwischenzeit in einer großen Pfanne die Butter schmelzen


-

die abgeseihten Schlutzkrapfen in die Pfanne legen und in der zerlassenen Butter wenden


-

mit Parmesan bestreuen


-

mit Petersilie dekorieren und servieren


Als Alternative für Spinat bieten sich beispielsweise Brennnesseln an. Sie werden blanchiert und ebenso wie der Spinat klein geschnitten. 


Blanchieren


- Spinat oder Brennnesseln portionsweise in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und für 30 Sekunden blanchieren
- Spinat oder Brennnesseln mit einer Schaumkelle herausnehmen und in Eiswasser abschrecken. Dadurch wird der Garvorgang gestoppt und die Blätter bleiben schön grün.
- Anschließend Blätter gut ausdrücken und in eine Schüssel geben.
HauptgerichtSüdtirol, AlpenländischSchlutzkrapfen, Spinat https://vorunruhestand.de/2026/02/schlutzkrapfen-tradition-die-schmeckt/

Neu-Rentner müssen bereits 84 Prozent versteuern

Neu-Rentner müssen bereits 84 Prozent versteuern
Wer 2026 in Rente geht, muss 84 Prozent seiner Bezüge versteuern. Kommende Rentner trifft es noch härter.
Der Übergang in den Ruhestand ist für viele ein Grund zur Freude, doch steuerlich zieht der Staat die Zügel langsam an. Für den Rentenjahrgang 2026 gibt es eine klare Vorgabe: Der steuerpflichtige Anteil steigt auf 84 Prozent.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick


- Freibetrag: Nur noch 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente bleiben steuerfrei.
- Entwicklung: Jedes Jahr sinkt der steuerfreie Anteil um weitere 0,5 Prozentpunkte.
- Zielmarke: Ab dem Jahr 2058 wird die Rente schließlich zu 100 Prozent steuerpflichtig sein.
- Bestandsschutz: Wer bereits in Rente ist, kann aufatmen – der einmal festgesetzte steuerfreie Betrag bleibt unverändert bestehen.
Warum das Modell dennoch Vorteile bietet
Auch wenn die Zahlen zunächst nach einer höheren Belastung aussehen, steckt dahinter das Prinzip der „nachgelagerten Besteuerung“. Das hat für viele oft handfeste Vorteile:
- Steuerersparnis im Job: Während des Berufslebens senken die Rentenbeiträge als Vorsorgeaufwendungen das zu versteuernde Einkommen.
- Geringere Progression: Da das Einkommen im Alter meist niedriger ist als das frühere Gehalt, fällt in der Regel auch ein geringerer Steuersatz an.
Gut zu wissen: Die Regelungen gelten nicht nur für die Altersrente, sondern greifen auch bei Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten.
Weitere Informationen zum Download
Möchten Sie tiefer in das Thema eintauchen? Die Broschüre „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“ bietet detaillierte Einblicke und praktische Tipps. Einfach PDF herunterladen.
🚨 Achtung: Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig
Ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen: Der steuerfreie Anteil Ihrer Rente wird einmalig bei Rentenbeginn als fester Euro-Betrag festgeschrieben. Das bedeutet für die Zukunft:
- Jede kommende Rentenerhöhung muss zu 100 Prozent versteuert werden.
- Da der Freibetrag nicht mitwächst, kann eine Rentenanpassung dazu führen, dass Sie plötzlich über den steuerlichen Grundfreibetrag rutschen und erstmals eine Steuererklärung abgeben müssen. https://vorunruhestand.de/2026/02/neu-rentner-muessen-bereits-84-prozent-versteuern/

Rente im Umbruch: Was die Reformer vorschlagen

Rente im Umbruch: Was die Reformer vorschlagen
Die Politik ringt um die Zukunft der Rente. Neue Modelle, harte Einschnitte und frische Kommissionen sollen das System stabilisieren. Ein Überblick über die jüngsten Vorschläge.
„Spahn schlägt Kopplung der Rente an Lebensarbeitszeit vor“, titelt die „Welt“; „Jetzt geht’s um die Rente mit 70!“, schreibt „Bild“; „Junge Union will Kinderlose zur Kasse bitten“, so der „Merkur“; „Rentenstart je nach Job?“, orchestriert die „Zeit“ die Rentendebatte.

Rentendebatte nimmt Fahrt auf


Die Rentendebatte nimmt wieder Fahrt auf – und das mit spürbarem Druck. In den vergangenen Wochen haben Politik, Experten und Beraterkreise eine Vielzahl von Reformideen auf den Tisch gelegt. Der gemeinsame Nenner: Das System muss dringend stabilisiert werden, denn die demografische Entwicklung setzt die Rentenkassen massiv unter Stress. Bislang sind Reformen immer noch ausgesessen worden, was sich jetzt rächt, denn mittlerweile ist der Druck so groß, dass Aussitzen nicht mehr funktioniert.
Ideen der Politiker
Während die Rentenkommission noch tagt, preschen Politiker bereits mit neuen Ideen vor. Wie hilfreich das ist, sei dahingestellt. Jedem in diesem Land muss klar sein, dass es ohne strukturelle Veränderungen nicht mehr gehen wird, die weit über kosmetische Anpassungen hinausgehen. Die Alterssicherung soll „fit für die Zukunft“ gemacht werden, und zwar ohne Tabus.
Ein Impulspapier des wissenschaftlichen Beraterkreises des Bundeswirtschaftsministeriums macht deutlich, wie dringlich der Handlungsbedarf ist. Die Experten warnen: Schon 2035 kommen nur noch zwei Erwerbstätige auf eine Rentnerin oder einen Rentner. Das System müsse so reformiert werden, dass es finanzierbar bleibt – ohne die junge Generation übermäßig zu belasten.

Reformideen – was auf dem Tisch liegt


Die Bandbreite der diskutierten Vorschläge ist groß. Dazu gehören:
- längere Lebensarbeitszeiten,
- eine stärkere Kopplung der Rente an die tatsächliche Erwerbsbiografie,
- mögliche Einschnitte bei Rentenniveau oder Beiträgen,
- neue Modelle zur Kapitaldeckung.
Die Regierung will dabei bewusst alle Optionen prüfen – auch solche, die politisch heikel sind.
Beispiel Spahn
Unionsfraktionschef Jens Spahn fordert, dass wir nicht mehr auf das Geburtsdatum schauen sollen, sondern auf das Datum des ersten Arbeitstages. Die Logik dahinter ist bestechend einfach, aber für viele schmerzhaft: In einer Gesellschaft, in der wir immer älter werden, kann die Rentenzeit nicht unendlich wachsen, während die Beitragszeit schrumpft.
Spahns Vorstoß zielt direkt auf die gefühlte Ungerechtigkeit zwischen körperlich arbeitenden Menschen und Akademikern ab. Während der Dachdecker nach 45 Jahren auf dem Bau körperlich am Ende ist, fängt der Master-Absolvent oft erst spät an, nennenswert einzuzahlen.
Nach dem neuen Modell wäre die Rechnung klar:
- Start mit 18: Rente mit 63 (nach 45 Jahren).
- Start mit 28: Rente mit 73.

Massive Einschnitte nicht ausgeschlossen


Berichte aus Berlin zeigen, dass die Merz-Regierung eine grundlegende Reform plant. Wegen der demografischen Schieflage stehen auch harte Einschnitte im Raum. Eine neue Rentenkommission soll Eckpunkte für eine große Reform erarbeiten.
„Rente am Limit“
Die aktuelle Kommission ist bereits die vierte ihrer Art seit 1957. Doch diesmal ist der Druck besonders hoch: Der interne Streit um das Rentenpaket zeigt, wie angespannt die Lage ist. Die Experten sollen bis zum Sommer konkrete Vorschläge vorlegen, die über die Zukunft von Millionen entscheiden. https://vorunruhestand.de/2026/02/rente-im-umbruch-was-die-reformer-vorschlagen/

Montag, 16. Februar 2026

Was sich zum 1. März 2026 alles ändert

Was sich zum 1. März 2026 alles ändert
Zum 1. März 2026 ändert sich einiges. Nicht nur die Uhren werden im März umgestellt, auch die höheren Krankenkassenbeiträge wirken sich jetzt bei Rentnerinnen und Rentnern aus. Und in zwei Bundesländern wird gewählt.

Änderungen und neue Regelungen ab März


Schufa-Score wird transparenter
Wer einen Kredit braucht, kann seinen Schufa-Score ab Ende März digital und kostenlos einsehen. Voraussetzung ist eine einmalige Registrierung für den sogenannten Schufa-Account. Interessenten müssen sich zunächst in eine Warteliste eintragen und werden dann der Reihe nach freigeschaltet.
Das soll Klarheit bei der Bonität bringen – auch für Laien. Ausschlaggebend sind zwölf Kriterien, die insgesamt von 100 bis 999 reichen. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser gilt die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers.
Umstellung auf die Sommerzeit
Wieder einmal wird in Deutschland an den Uhren gedreht – und zwar am letzten Sonntag im März, sprich, am 29. wird die Uhr in der Nacht von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr und damit auf die Sommerzeit vorgestellt. Die Sommerzeit dauert bis zum letzten Sonntag im Oktober.
Höhere Krankenkassenbeiträge für Rentner
Die Erhöhung der Zusatzbeiträge Anfang 2026 wirkt sich für Rentnerinnen und Rentner zwei Monate später aus. Das heißt, (fast) jeder, der nicht gewechselt ist, zahlt dann höhere Zusatzbeiträge und bekommt entsprechend weniger Rente.
Wahlen in zwei Bundesländern
Im März werden zwei Landtage neu gewählt – und zwar am 8. März in Baden-Württemberg. Rund 7,7 Millionen Menschen ab 16 Jahren können entscheiden, wer in den Landtag in Stuttgart einzieht. Zwei Wochen später stimmt Rheinland-Pfalz ab. Dort wird am 22. März ein neuer Landtag gewählt.
Kein radikaler Rückschnitt von Hecken
Achtung Heckenschnitt! Hecken, Sträucher und andere Gehölze dürfen von Anfang März bis Ende September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht radikal zurückgeschnitten werden. Wer das missachtet, muss mit Bußgeld rechnen. https://vorunruhestand.de/2026/02/was-sich-zum-1-maerz-2026-alles-aendert/

Rente mit 70 – Witz oder Ernst?

Rente mit 70 – Witz oder Ernst?
Schwarz-Rot will die Rente reformieren – und setzt auf die Rentenkommission. Die diskutiert jetzt über ein Rentenalter von 70.
Während sich viele auf den Ruhestand freuen, debattiert eine Rentenkommission in Berlin ernsthaft über die Rente mit 70 Jahren. Damit das Ganze nicht nach Zwangsarbeit klingt, garniert die Rentenkommission ihren Vorschlag mit dem Versprechen einer „sehr großzügigen finanziellen Belohnung“.
Am 23. Februar 2026 will die Kommission laut „Bild“  über eine Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre diskutieren. Das heißt freilich, dass alle, die früher gehen wollen, mit heftigen Abschlägen rechnen müssen – im Grunde geht es also um eine Rentenkürzung.

Was auf uns zukommt


Die Pläne der Kommission unter Schwarz-Rot sind radikal. Hier ein kurzer Überblick über die Giftliste:
- Rente erst mit 70: Höhere Abschläge für alle, die früher rauswollen.
- Aus für die Rente mit 63: Wenn es nach der Jungen Union geht, wird dieser Fluchtweg sofort zugemauert.
- Rentenkürzung durch die Hintertür: Erhöhungen sollen nur noch die Inflation ausgleichen, statt sich an der Lohnentwicklung zu orientieren.
Was ist mit Beamten und Politikern?
Plötzlich wird auch darüber nachgedacht, Beamte und Politiker in die Rentenkasse einzahlen zu lassen. Ein netter Versuch, „Gerechtigkeit“ zu simulieren. Doch die Experten geben selbst zu: Das löst das demografische Problem kein bisschen. Es ist pure Symbolpolitik, um die bittere Pille der Arbeitszeitverlängerung zu versüßen.

Klassenkampf oder Realitätsverlust?


Während die Kommission sich rühmt, „sachlich und ideologiefrei“ zu arbeiten, fordern junge Politiker Einsparungen von über 50 Milliarden Euro. Die Kommission nimmt sich auch die Vorbilder Schweden, Norwegen und die Niederlande vor. Die setzen schon seit Jahrzehnten erfolgreich auf den Kapitalmarkt – das Ergebnis sind deutlich höhere Renten als hierzulande.
Die Mitglieder der Rentenkommission
Die „Alterssicherungskommission“ (ASK), so der offizielle Name, die von der schwarz-roten Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz eingesetzt wurde, besteht aus insgesamt 13 stimmberechtigten Mitgliedern. Sie setzt sich aus einer Doppelspitze, drei Vertretern der Politik und acht wissenschaftlichen Experten zusammen.
Hier ist die offizielle Besetzung (Stand Februar 2026):
Die Doppelspitze (Vorsitz)
- Prof. Dr. Constanze Janda: Professorin für Sozialrecht und Verwaltungswissenschaft an der Uni Speyer sowie Vorsitzende des Sozialbeirats (auf Vorschlag der SPD).
- Frank-Jürgen Weise: Ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des BAMF (auf Vorschlag der Union).
Stellvertretende Vorsitzende (Politik)
Diese drei Mitglieder vertreten die Fraktionen der Regierungskoalition und bringen insbesondere die Perspektive der jüngeren Generation ein:
- Pascal Reddig (CDU): Vorsitzender der Jungen Gruppe der Unionsfraktion.
- Florian Dorn (CSU): Volkswirt und Bundestagsabgeordneter.
- Annika Klose (SPD): Sozialpolitische Sprecherin und Vertreterin des linken Parteiflügels.
Wissenschaftliche Mitglieder (Experten)
Die folgenden acht Professoren und Experten wurden von den Koalitionsfraktionen benannt, um eine sachliche und fundierte Basis für die Reformvorschläge zu schaffen:
- Prof. Dr. Peter Bofinger: Seniorprofessor für VWL (Universität Würzburg), bekannt für eher arbeitnehmernahe Positionen.
- Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen: Expertin für Altersvorsorge am ZEW Mannheim.
- Prof. Dr. Georg Cremer: Volkswirt und ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes.
- Prof. Dr. Camille Logeay: Professorin an der HTW Berlin mit Schwerpunkt Arbeitsmarkt und Rente.
- Dr. Monika Queisser: Leiterin der Abteilung Sozialpolitik bei der OECD.
- Prof. Jörg Rocholl: Präsident der Wirtschaftshochschule ESMT Berlin.
- Prof. Dr. Silke Übelmesser: Professorin für Finanzwissenschaft an der Universität Jena.
- Prof. Dr. Martin Werding: Mitglied des Sachverständigenrats („Wirtschaftsweise“) und Sozialexperte der Ruhr-Uni Bochum.
Hinweis: Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) ist in allen Sitzungen als ständige Sachverständige vertreten, verfügt jedoch über kein Stimmrecht. Sie liefert primär das notwendige Zahlen- und Datenmaterial für die Berechnungen der Kommission.
Wie realistisch ist die Forderung „Rente mit 70“?
Eine Analyse der Kräfteverhältnisse innerhalb der Kommission. Die Fronten verlaufen dabei weniger entlang der Parteibücher als vielmehr zwischen ökonomischer Notwendigkeit und sozialer Zumutbarkeit.
Die 13 Mitglieder lassen sich grob in drei Lager einteilen, wenn es um das Reizthema „Rente mit 70“ geht:
1. Die „Befürworter“
Dieses Lager argumentiert rein mathematisch: Wenn wir immer älter werden, müssen wir auch länger arbeiten, um das System finanzierbar zu halten.
- Prof. Dr. Martin Werding & Prof. Jörg Rocholl: Beide gelten als Verfechter einer automatischen Anpassung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung. Werding hat bereits in der Vergangenheit betont, dass ohne ein höheres Rentenalter entweder die Beiträge explodieren oder das Rentenniveau sinkt.
- Frank-Jürgen Weise (Vorsitz): Als ehemaliger BA-Chef sieht er vor allem den Fachkräftemangel. Sein Fokus liegt darauf, erfahrene Arbeitnehmer durch Anreize länger im Betrieb zu halten („Silver Workers“).
- Pascal Reddig & Florian Dorn (Union): Sie vertreten die junge Generation, die eine massive Erhöhung der Rentenzuschüsse aus dem Bundeshaushalt (und damit höhere Steuern für Junge) verhindern will.
2. Die „Skeptiker“
Hier steht die Frage im Vordergrund: Wer kann überhaupt bis 70 arbeiten?
- Annika Klose (SPD): Sie ist die deutlichste Stimme gegen eine pauschale Erhöhung. Ihr Argument: Eine Rente mit 70 ist für Dachdecker oder Pflegekräfte eine faktische Rentenkürzung, da sie dieses Alter im Job nie erreichen werden.
- Prof. Dr. Peter Bofinger & Prof. Dr. Camille Logeay: Beide warnen davor, die soziale Schere weiter zu öffnen. Sie fordern eher eine Verbreiterung der Einnahmebasis (z. B. durch Einbeziehung von Beamten), bevor man das Rentenalter antastet.
- Prof. Dr. Constanze Janda (Vorsitz): Als Sozialrechtlerin achtet sie streng auf den Vertrauensschutz. Sie forciert eher flexible Übergänge („Großzügige Belohnung“) statt eines harten gesetzlichen Automatismus.
 3. Die „Brückenbauer“
Diese Experten versuchen, den Konflikt durch alternative Finanzierungsmodelle oder internationale Vorbilder zu lösen.
- Dr. Monika Queisser (OECD): Sie bringt den Blick aus dem Ausland ein. In vielen Ländern (z. B. Dänemark) ist die Rente mit 70 längst beschlossen, aber kombiniert mit massiven Investitionen in die Umschulung älterer Arbeitnehmer.
- Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen: Ihr Schwerpunkt liegt auf der privaten Vorsorge und dem Aktienmarkt (Generationenkapital), um den Druck vom gesetzlichen Rentenalter zu nehmen.
Stimmungsbild in der Kommission
Aktuell deutet vieles darauf hin, dass es keine starre Anhebung auf 70 für alle geben wird. Die Kommission scheint sich auf einen Kompromiss zu einigen:
- Flexibilisierung: Wer über 67 hinaus arbeitet, soll extrem hohe Rentenzuschläge erhalten („Belohnungsmodell“).
- Härtefallklauseln: Ausnahmen für körperlich schwere Berufe.
- Beamte & Politiker: Einbeziehung in die Kasse als „Solidarbeitrag“, auch wenn die ökonomische Wirkung erst in Jahrzehnten eintritt.
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Sonntag, 15. Februar 2026

Schluss mit dem Kassen-Bluff: Wer zahlt fürs Bürgergeld?

Schluss mit dem Kassen-Bluff: Wer zahlt fürs Bürgergeld?
Die GKV-Beiträge explodieren, während der Staat sich bei der Versorgung von Bürgergeldempfängern einen schlanken Fuß macht. Eine Milliarden-Lücke, die Rentner teuer bezahlen.
Wer hat sich beim Blick auf die Rentenabrechnung oder den Gehaltszettel auch schon über den gestiegenen Zusatzbeitrag geärgert? Seit Anfang 2026 liegt der Durchschnitt amtlich bei satten 2,9 Prozent (der Marktdurchschnitt liegt zwischen 3,1 und 3,2 Prozent). Doch was uns die Regierung verschweigt: Wir Beitragszahler in die gesetzliche Krankenversicherung finanzieren damit nicht nur unsere eigene Gesundheit, sondern stopfen ein riesiges Loch im Bundeshaushalt.

Die verdeckte Umverteilung


Es ist ein handfester Skandal, den die CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken jetzt endlich beenden will: Der Staat überweist den Krankenkassen für Bürgergeld-Empfänger lediglich eine Pauschale, die hinten und vorne nicht reicht. Die Differenz – eine zweistellige Milliardensumme (bis zu 13 Milliarden Euro!) – müssen die gesetzlich Versicherten aus eigener Tasche drauflegen.
Hier eine Gegenüberstellung der Zahlen für 2026:

Die Rechnung: Staat vs. Realität


Posten
Betrag (ca.)
Erläuterung
Staatliche Pauschale
144,04 €
Diesen festen Betrag zahlt der Bund pro Monat für einen Bürgergeld-Empfänger an die Krankenkassen.
Tatsächliche Kosten
310 € – 350 €
So hoch schätzen Kassenverbände und Experten die realen monatlichen Behandlungskosten pro Kopf.
Die monatliche Lücke
ca. 180 € – 210 €
Dieser Betrag pro Empfänger ist "unfinanziert" und muss von der Versichertengemeinschaft getragen werden.
Das ist nichts anderes als eine versteckte Sondersteuer für GKV-Mitglieder.
Das Ausmaß der "verdeckten Umverteilung"

Insgesamt fehlen den gesetzlichen Krankenkassen dadurch jährlich rund 10 bis 13 Milliarden Euro. Die Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern lassen sich mit einer einfachen Rechnung verifizieren: Nach den aktuellsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (Stand Januar/Februar 2026) beziehen in Deutschland rund 5,2 Millionen Menschen Bürgergeld. Da für jeden dieser mehr als fünf Millionen Empfänger die monatliche Lücke von rund 180 € bis 210 € klafft (wie oben beschrieben), summiert sich das Defizit auf die bereits erwähnten 10 bis 13 Milliarden Euro pro Jahr.


Würde der Staat diese Kosten – wie von der CDU gefordert – komplett aus Steuermitteln übernehmen, könnten die Krankenkassenbeiträge für alle Versicherten rechnerisch sofort um etwa 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte gesenkt werden. Für einen Durchschnittsverdiener wäre das eine Entlastung von mehreren hundert Euro im Jahr.


Aktueller Stand: Da die Regierung diese Lücke bisher nicht schließt, haben der GKV-Spitzenverband und mehrere große Kassen (wie die DAK) Anfang 2026 Klage gegen den Bund eingereicht, um eine faire Finanzierung zu erzwingen.


Krankenkassen klagen gegen Regierung


Der GKV-Spitzenverband hat Ende November 2025 beim Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in Essen die ersten Klagen gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht. Hier sind die Details zu den Hintergründen und zum aktuellen Stand (Februar 2026):


Zeit und Ort der Klage
-

Zeitpunkt: Die ersten Klageschriften wurden am Freitag, den 28. November 2025, eingereicht. Die offizielle Ankündigung der „Klagewelle“ durch den GKV-Spitzenverband erfolgte am darauffolgenden Montag.


-

Ort: Zuständig ist das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen. Dass die Klage dort eingereicht wurde, liegt am Sitz des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) in Bonn, gegen dessen Zuweisungsbescheide sich die Klage formal richtet.


Hintergrund: Warum wird geklagt?

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) werfen dem Bund eine systematische Unterfinanzierung vor:


-

Die Finanzierungslücke: Für Bezieher von Bürgergeld zahlt der Bund monatliche Pauschalen an die Krankenkassen. Diese decken laut GKV jedoch nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Behandlungskosten.


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Der Betrag: Die Krankenkassen fordern jährlich rund 10 Milliarden Euro zusätzlich vom Bund.


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Das Argument: Der Verband sieht in der aktuellen Praxis einen Verstoß gegen das Grundgesetz. Die medizinische Versorgung von Bürgergeld-Empfängern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe des Staates und dürfe nicht den Beitragszahlern der Sozialversicherung aufgebürdet werden.


Mittlerweile wurde der Umfang der Klagen deutlich ausgeweitet. Im Auftrag von insgesamt 79 Krankenkassen wurden Begründungen für entsprechende Klageverfahren eingereicht.


Ziel des Verfahrens: Da das Landessozialgericht die Gesetze nicht selbst ändern kann, strebt der GKV-Spitzenverband eine sogenannte Richtervorlage an. Das LSG soll das Verfahren aussetzen und dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorlegen, damit dieses die Verfassungsmäßigkeit der Finanzierung endgültig klärt.


SPD-Pläne: Erst die Rente, dann die Mieteinnahmen?


Während die Union fordert, dass der Staat seine Schulden endlich aus Steuermitteln begleicht (was auch Beamte und Privatversicherte in die Pflicht nähme), träumt die SPD von einem ganz anderen „Raubzug“. Finanzminister Lars Klingbeil schielt auf die Ersparnisse der Rentnerinnen und Rentner und alle, die eigenverantwortlich fürs Alter vorsorgen. Geht es nach der SPD, sollen bald auch:
- Mieteinnahmen und
- Kapitaleinkünfte (Aktien, Dividenden)
mit Krankenkassenbeiträgen belastet werden. Wer also fürs Alter vorgesorgt hat und eine Wohnung vermietet, wird doppelt zur Kasse gebeten.
Gerechtigkeit sieht anders aus
Es kann nicht sein, dass diejenigen, die ihr Leben lang eingezahlt haben und nun im Ruhestand – oder kurz davor – von ihren Erträgen leben wollen, die Zeche für politische Fehlplanungen zahlen. Die „versicherungsfremden Leistungen“ gehören in den Bundeshaushalt – und zwar komplett!
Es ist Zeit, dass die Politik aufhört, das Geld in der Tasche der Beitragszahler als unerschöpfliche Quelle zu betrachten.
Ganz nebenbei
Obwohl die Inflation die Kosten im Gesundheitswesen weiter steigen lässt, gibt es beim Bürgergeld selbst 2026 eine Nullrunde (die Regelsätze bleiben bei 563 € für Singles). Die Beiträge für die Krankenkassen steigen für die arbeitende Bevölkerung jedoch weiter an. https://vorunruhestand.de/2026/02/schluss-mit-dem-kassen-bluff-wer-zahlt-fuers-buergergeld/

Geschenke für das Enkelkind: 5 kreative Ideen

Geschenke für das Enkelkind: 5 kreative Ideen
Geschenke für die Enkel sind weit mehr als nur materielle Aufmerksamkeiten. Sie können – je nach Auswahl – Erinnerungen schaffen, Fähigkeiten fördern und eine besondere Verbindung zwischen den Generationen stärken.
Dabei stehen nicht der Preis im Mittelpunkt, sondern die Bedeutung und die persönliche Note. Kreative Ideen helfen dabei, individuelle Präsente zu gestalten, die sowohl Freude bereiten als auch einen nachhaltigen Wert besitzen.
Die folgenden Ideen zeigen, wie viel Spaß es machen kann, sich mit diesem besonderen Thema auseinanderzusetzen, und liefern gleichzeitig spannende Inspirationen.

5 kreative Ideen


Nr. 1: Selbstgemachtes aus hochwertiger Wolle
Handgefertigte Geschenke haben eine lange Tradition und gelten als besonders persönlich. Gestrickte oder gehäkelte Kleidungsstücke sind nicht nur praktisch, sondern tragen auch eine emotionale Komponente in sich. Wer sich für Handarbeit entscheidet, achtet häufig auf hochwertige Materialien wie besondere Wolle für Babys, die weich, hautfreundlich und temperaturausgleichend ist.
Solche Materialien sorgen dafür, dass Mützen, Decken oder kleine Jäckchen angenehm zu tragen sind. Gleichzeitig entsteht ein Unikat, das sich deutlich von industriell gefertigten Produkten unterscheidet. Selbstgemachte Textilien können zudem über Jahre hinweg aufbewahrt und später als Erinnerungsstücke weitergegeben werden.
Nr. 2: Kreative Lernspiele und Puzzles
Spielerisches Lernen nimmt im Alltag vieler Kinder einen wichtigen Platz ein. Kreative Lernspiele fördern Motorik, Konzentration und Problemlösungsfähigkeit. Besonders Puzzles gelten als zeitlose Klassiker, die unterschiedliche Altersstufen ansprechen. Je nach Motiv und Schwierigkeitsgrad lassen sich Feinmotorik und Ausdauer gezielt trainieren. Neben klassischen Holzpuzzles gewinnen auch thematische Varianten mit Zahlen, Buchstaben oder Tiermotiven an Bedeutung. Solche Geschenke verbinden Unterhaltung mit Förderung und bleiben oft über einen längeren Zeitraum interessant.
Nr. 3: Gemeinsame Erlebnisse verschenken
Nicht jedes Geschenk muss „zum Anfassen“ sein. Gemeinsame Aktivitäten schaffen bleibende Eindrücke und stärken oft die Bindung zwischen Großeltern und Enkelkindern. Ein Ausflug in den Zoo, ein Zirkusbesuch, ein gemeinsamer Bastelnachmittag oder das Backen eines Lieblingskuchens können zu wertvollen Erinnerungen werden.
Solche Erlebnisse fördern nicht nur das Miteinander, sondern unterstützen auch soziale und emotionale Entwicklung. In einer zunehmend digitalisierten Welt gewinnen gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit zusätzlich an Bedeutung. Erlebnisgeschenke lassen sich individuell gestalten und an die Interessen des Kindes anpassen.
Nr. 4: Bücher für Fantasie und Sprachentwicklung
Bücher zählen zu den nachhaltigsten Geschenken für Kinder. Sie regen die Fantasie an, fördern die Sprachentwicklung und vermitteln Wissen auf spielerische Weise. Bilderbücher für die Jüngsten oder erste Vorlesebücher schaffen Rituale, die über Jahre hinweg Bestand haben können.
Geschichten unterstützen Kinder dabei, Gefühle einzuordnen und neue Welten zu entdecken. Darüber hinaus entsteht durch gemeinsames Lesen eine besondere Form der Nähe. Bücher können immer wieder hervorgeholt werden und begleiten Kinder häufig über verschiedene Entwicklungsphasen hinweg.
Nr. 5: Persönliche Erinnerungsstücke mit Bedeutung
Persönliche Geschenke besitzen einen hohen ideellen Wert. Dazu zählen beispielsweise individuell gestaltete Fotoalben, kleine Schmuckstücke mit Gravur oder handgeschriebene Briefe für die Zukunft. Solche Präsente vermitteln Wertschätzung und zeigen, dass Zeit und Gedanken investiert wurden.
Dabei spielt der finanzielle Aufwand nicht zwangsläufig eine große Rolle. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Grundrente im Schnitt nur bei 97 EUR liegt, zeigt sich, dass wertvolle Geschenke nicht teuer sein müssen.
Kreativität, Einfallsreichtum und persönliche Widmung machen häufig den Unterschied. Auch einfache Materialien können zu bedeutungsvollen Erinnerungsstücken werden, wenn sie mit einer persönlichen Geschichte verbunden sind.
Welches Geschenk passt am besten zu meinen Enkeln?
Das passende Geschenk für Enkelkinder hängt weniger vom Preis als von Alter, Interessen und Persönlichkeit ab. Beobachtungen im Alltag geben oft die besten Hinweise: Womit beschäftigt sich das Kind besonders gern? Gibt es ein Lieblingsthema wie Tiere, Fahrzeuge, Basteln oder Bücher? Auch Gespräche mit den Eltern helfen, aktuelle Vorlieben oder pädagogische Wünsche zu berücksichtigen.
Das Alter spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da Entwicklungsstufen bestimmen, welche Spielzeuge oder Aktivitäten sinnvoll sind. Für jüngere Kinder stehen motorische Fähigkeiten im Vordergrund, ältere interessieren sich häufig stärker für kreative oder knifflige Herausforderungen.
Nicht zuletzt kann ein persönlicher Bezug entscheidend sein. Gemeinsame Erinnerungen, Hobbys oder kleine Rituale bieten oft Inspiration für ein Geschenk, das individuell und langfristig bedeutsam bleibt.
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Bild: Pixabay | dreamsseller.org https://vorunruhestand.de/2026/02/geschenke-fuer-das-enkelkind-5-kreative-ideen/

Bas‘ Sozial-Surrealismus: Geldautomat ohne Kasse

Bas‘ Sozial-Surrealismus: Geldautomat ohne Kasse
Während die Wirtschaft einbricht, träumt die SPD-Chefin vom Sozialstaat als Selbstzweck. Der neue Kommissionsbericht ist eine gefährliche Realitätsverweigerung.
„Die Erneuerung des Sozialstaats ist kein Kürzungsprojekt“, damit ist klar, wohin die Reise der SPD geht. Es lohnt sich, das sechsseitige Papier „Zwischenbilanz der SPD-Sozialstaatskommission“ zur Hand zu nehmen, um zu begreifen, in welch monströse Parallelwelt sich die Partei hineingelebt hat. Der „Beschluss des SPD-Parteivorstandes vom 8. Februar 2026“ ist kein politisches Konzept, es ist ein Dokument des Surrealismus.

Von wegen "Abrissbirne"


(Fast) jede Zeile verströmt ein fundamentales Missverständnis: Für die SPD ist der Sozialstaat nicht mehr ein Fangnetz für Härten, sondern der eigentliche Sinn und Zweck unseres Gemeinwesens. In der Welt von Bärbel Bas muss der Sozialstaat nicht finanziert werden – er ist einfach da. Wie ein Geldautomat, bei dem man nur die Karte einschieben muss. Woher das Geld in der Kassette kommt? Davon ist im Papier keine Rede. Die Suche nach dem Stichwort „Geld“ ergibt keinen Treffer – das ist bezeichnend.
Das alles ist eine Abrissbirne für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.“
Bärbel Bas in der Grundsatzrede Anfang Februar 2026

Reform nicht als Korrektur


Während die Union und die wirtschaftliche Realität – angesichts von Rezession und drei Millionen Arbeitslosen – eine Anpassung fordern, schreibt die SPD wörtlich: „Die Erneuerung des Sozialstaats ist kein Kürzungsprojekt.“ Stattdessen will Bas den Zugang zu Transferleistungen „vereinfachen und bündeln“. Mit anderen Worten: Der Geldautomat soll benutzerfreundlicher werden, während das Geld im Automaten unaufhaltsam schrumpft.

Klingbeils Machtlosigkeit


Es ist eine fatale Entwicklung für die Koalition. Während Finanzminister Lars Klingbeil als „Schröderianer“ genau sieht, dass das Füllhorn leer ist, fehlt ihm der Rückhalt gegen die Übermacht von Bas. Sie gibt den Ton an und blockiert selbst einfachste Forderungen, wie die nach gemeinnütziger Arbeit für Bezieher der Grundsicherung (dem früheren Bürgergeld). Die Antwort aus dem Bas-Ministerium: „Zu bürokratisch.“
Von wegen Gerechtigkeit
Bas spricht von fairer Lastenverteilung und Anerkennung von Lebensleistung. Davon kann allerdings keine Rede sein. Zurzeit finanzieren die Beitragszahler in die gesetzliche Krankenversicherung die Bürgergeldempfänger, obwohl das eine gesamtstaatliche Aufgabe ist. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Jetzt klagen die Krankenkassen die Gerechtigkeit ein. „Heute tragen vor allem die Arbeitseinkommen die Last unseres Gesundheits- und Pflegesystems“, heißt es in dem Papier. Von wegen! Jede und jeder mit Betriebsrente spürt das spätestens zur Monatsmitte, wenn sie oder er wieder die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen muss. Eingeführt wurde diese rückwirkende Enteignung von einer rot-grünen Regierung – und nie korrigiert. Also von wegen „Wir stärken die betriebliche Altersvorsorge“.
Realitätsverweigerung
Wer dieses Papier neben die Realität legt, kommt zu einem bitteren Schluss: Die tatsächliche Abrissbirne dieser Regierung trägt keinen Blaumann, sie heißt Bärbel Bas. Sie zementiert einen Sozialstaat, der sich längst von seiner ökonomischen Basis entkoppelt hat. Bas will schlicht nicht wahrhaben, dass sich die Zeiten geändert haben. Sie lebt in einem sozialpolitischen Wolkenkuckucksheim. https://vorunruhestand.de/2026/02/bas-sozial-surrealismus-geldautomat-ohne-kasse/

Donnerstag, 12. Februar 2026

Kahlschlag-Agenda: Sollen wir für die Rente bluten?

Kahlschlag-Agenda: Sollen wir für die Rente bluten?

Der CDU-Wirtschaftsrat will die Rente mit 63 kippen, Zahnarztbesuche privatisieren und länger arbeiten erzwingen. Ein Angriff auf die Generation Vorruhestand?


Was unter dem glanzvollen Namen „Agenda für Arbeitnehmer“ daherkommt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eiskaltes Streichkonzert für alle, die kurz vor dem Ziel stehen. Während Unternehmen entlastet werden sollen, geht es der Generation 60+ ans Eingemachte: Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren? Soll weg. Mütterrente? Gestrichen. Wer auf dem Arbeitsweg verunglückt, soll sein Risiko künftig selbst versichern. Der "Münchner Merkur" spricht von Rentenwende.


Kürzungen bei der Rente


Wer die Vorschläge liest, gewinnt den Eindruck, der Wirtschaftsrat wolle den „Ruhe“stand am liebsten ganz streichen. Wer sich Jahrzehnte krummgelegt hat, wird nun mit der Forderung konfrontiert, noch länger durchzuhalten – und den Zahnersatz bitteschön auch noch selbst zu finanzieren. Das „Aufstiegsversprechen“ der Union klingt für viele wie eine Drohung: Aufstieg nur noch durch Mehrarbeit bis zum Umfallen.


Kahlschlag bei vielen Leistungen
Natürlich ist das kein Parteibeschluss, aber die Forderungen haben jedoch erhebliche Sprengkraft. Diese Forderungen würden Millionen treffen, vor allem Rentnerinnen und Rentner.
So sieht der Forderungskatalog des CDU-Wirtschaftsrats aus:
- Arbeitslosenversicherung: Begrenzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I auf 12 Monate für alle; Streichung von Arbeitsmarktprogrammen, die viel kosten, aber letztlich größtenteils nur offene in verdeckte Arbeitslosigkeit umwandeln; Eindämmung der ausufernden Arbeitsverwaltung mit über 100.000 Beschäftigten allein bei der Bundesagentur für Arbeit.
- Rentenversicherung: Rücknahme der Privilegierung einzelner Gruppen durch die verschiedenen Rentenpakete der großen Koalitionen, insbesondere Streichung von Mütterrente, „Rente mit 63“ und Grundrente; Verringerung der Frühverrentungsanreize durch versicherungsmathematisch korrekte, höhere Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug; mittelfristige Erhöhung des Renteneintrittsalters auch über den 67. Geburtstag hinaus durch Koppelung an die Lebenserwartung.
- Pflegeversicherung: Rückkehr zum Teilkaskoprinzip – private Zusatzversicherungen müssen bei der Absicherung des Pflegerisikos künftig eine größere Rolle spielen.
- Krankenversicherung: Überprüfung des Leistungskatalogs: Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen. • Unfallversicherung: Streichung von Unfällen auf Arbeitswegen aus dem Leistungskatalog.
300 Euro weniger Rente für Millionen
Rentenbeschei24 hat durchgerechnet, was das im Einzelnen für Rentnerinnen und Rentner bedeuten würde:
- Bis zu 300 Euro weniger Rente monatlich durch Wegfall mehrerer Leistungen
- Millionen Betroffene, insbesondere Frauen, Geringverdiener und körperlich und seelisch belastete Menschen
- Keine Mehrheiten im Bundestag derzeit absehbar
 
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